Rezension

Der Schöne und das Biest

Joshua und das Biest -

Joshua und das Biest
von Helen Juliet

Bewertet mit 4 Sternen

Das Cover ist ein absoluter Traum, es gefällt mir sogar ein wenig besser, als das von der originalen englischen Version. Aber nicht nur das Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Wenn man den Klappentext liest, ahnt man schon, inwieweit sich die Story aufbauen und entwickeln könnte. Aber es zu lesen verändert dann doch alles. Die Anlehnung an "Die Schöne und das Biest" ist unverkennbar, aber auch gut gelungen. Darius mit seinem PTBS, den seelischen Qualen, die er in seiner Kindheit durch seinen Vater und den frühen Tod seiner Mutter erleiden musste, lassen ihn in seinem Auftreten und Verhalten wirklich wie ein modernes Biest erscheinen. Als Gegenpart haben wir den schönen, unschuldigen Joshua. Er ist wirklich liebenswert und zum knuddeln süß. Man möchte ihn beschützen und ist selbst als Leser verunsichert, wie er in dem dunklen Schloss, abgeschnitten von der Außenwelt mit dem grimmigen Darius zurecht kommen wird. Aber je näher sie sich kommen als Freunde und erzwungene Ehepartner, desto mehr wünscht man sich, dass beide endlich über ihre Schatten springen, ihre Ängste offen legen und gemeinsam bewältigen. Aber je glücklicher sie zu werden scheinen, desto näher rücken die düsteren Vorzeichen, dass ihr Glück nicht von langer Dauer sein wird.
Die Story an sich ist wirklich, wirklich toll und süß umgesetzt. Wie Darius und auch Joshua versuchen, dem jeweils anderen näher zu kommen, und wenn es nur eine "normale" Freundschaft sei, ist zuckersüß. So manches Mal ging mir aber dieses ständige auf der Stelle getrippel und das sich in seinen Unsicherheiten suhlen, echt auf den Keks. Die Stellen habe ich dann mit einem kleinen Augenrollen und seufzen über mich ergehen lassen, ABER sie nehmen einem nicht den ganzen Spaß am Leseabenteuer mit den beiden Herren. Es lohnt sich, am Ball zu bleiben, zumal zum Ende hin diese Unsicherheiten immer weniger werden, zum Glück, auch im Namen der sich anbahnenden Beziehung zwischen den Eheleuten. Als Zuckerguss oben drauf sind die Angestellten des Schlosses wirklich ein gelungenes Team hinter beiden Schlossherren, die sich nicht nehmen lassen, die beiden auch mal in die richtige Richtung zu schubsen. Wirklich genial sind aber auch Hephaistos und Zeus. Wenn ihr diese beiden Sicherheitssysteme auf vier Beinen kennenlernt, wisst ihr, was ich meine.
Zum Schluss kommt dann auch noch ein richtiges Actionspektakel auf einen zu, das einen an den Buchseiten kleben lässt. Das, die Herz erwärmende, sich aufbauende Beziehung, die heißen Szenen und zwei sich einem ins Herz schleichende Protas, versprechen ein schönes Leseerlebnis. Alle in allem hat mir das Buch sehr gefallen und ich kann es nur weiterempfehlen. Für alles Fans von einer modernen, alternativen Version der "Die Schöne und das Biest".