Rezension

Ein toller Auftakt

Sturmvogel - Conn Iggulden

Sturmvogel
von Conn Iggulden

Mit "Sturmvogel" beginnt Conn Igguldens Reihe um die englischen Rosenkriege. Da ich über die Rosenkriege bisher noch nichts gelesen hatte, war ich gespannt und neugierig. Das 15. Jahrhundert war eine raue und kriegerische Zeit - dessen sollte man sich bewußt sein, wenn man dieses Buch lesen möchte - manche Beschreibung ist nichts für empfindsame Gemüter und auch an Beschreibungen der Schlachten führt kein Weg vorbei, wobei ich dabei nie den Eindruck hatte, gelangweilt zu werden.

Wer sich in der englischen Aristokratie der damaligen Zeit nicht auskennt, wird die im Buch enthaltenen Übersichten der einzelnen Häuser zu schätzen wissen. Doch auch Conn Iggulden war daran gelegen, den Leser nicht zu verwirren und hat dies, in meinen Augen, sehr geschickt gelöst: So überlagern sich teilweise verschiedene Ereignisse, wie z. B. der Aufstand in Kent mit der Vertreibung der Engländer aus dem französischen Anjou, dennoch kommt keine Verwirrung zustande, denn der Autor führt uns anhand weniger ausgewählter und sehr ausgefeilt charakterisierter Protagonisten durch die Geschichte, sodass man immer genau weiß, wo man sich gerade befindet. Darüber hinaus sorgen die bildhaften Charaktere dafür, dass man zusammen mit ihnen die Ereignisse durchlebt. Auch wenn oft Politik, Ränkeschmieden und Kriegsvorbereitungen im Vordergrund stehen, ist Conn Iggulden eine mitreißendes historisches Epos gelungen, welches sich gegen Ende so zuspitzt, dass ich mich schon jetzt auf die Fortsetzung von "Die Rosenkriege" freue.

Eine historische Liebesgeschichte darf man nicht erwarten, wer aber bildhaft Historie nacherleben möchte, ist bei Conn Iggulden an der richtigen Adresse.