Rezension

solider Thriller mit tollem Setting

Woman in Cabin 10 - Ruth Ware

Woman in Cabin 10
von Ruth Ware

Lo Blacklock ist Journalistin bei dem Reisemagazin Velocity. Die darf als Schwangerschaftsvertretung für ihre Kollegin Rowan an der Jungfernfahrt des Kreuzfahrtschiffes Aurora Borealis teilnehmen.
Kurz bevor sie die Reise antreten kann passiert ihr Schreckliches und sie sieht die Kreuzfahrt als Ablenkung an. In der ersten Nacht auf dem kleinen Schiff – es gibt nur 10 Kabinen – macht sie eine verhängnisvolle Beobachtung.
Als sie durch einen Schrei geweckt wird bekommt sie mit, wie etwas aus der Nachbarkabine – Kabine 10 – etwas ins Wasser fällt. Sie meint im dunklen Meer erkennen zu können, dass es eine Frau war, die ins Wasser gefallen oder geworfen worden ist – zudem entdeckt sie Blutspuren an der Glaswand des Geländers der Nachbarkabine. Voller Panik informiert sie das Bordpersonal, doch keiner der auf dem Schiff Anwesenden schenkt ihr Glauben.
Denn angeblich ist die Nachbarkabine nie besetzt gewesen – alles deutet darauf hin, dass es nie eine zusätzliche Passagierin gab. Kann Lo ihrer Wahrnehmung trauen?
Soweit zum Inhalt. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Lo erzählt und wir bekommen einen Eindruck ihrer Gedanken und sind sofort mitten im Geschehen. Wir befinden uns auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff auf dem sehr viel Dekadenz und Oberflächlichkeit herrscht. Die Passagiere, an zwei Händen abzählbar, sind größtenteils Journalisten. 
Nachdem Lo ihren Notruf abgesetzt hat und das Personal über ihre Beobachtung informiert hat, begibt sie sie auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei kommt das klassische Agatha Christie Feeling auf.  Alle Anwesenden sind Tatverdächtige und Lo ist die Detektivin die aufdecken möchte, was wirklich passiert ist.  Dieser „Abschnitt“ hat mir wirklich gut gefallen und es hat Spaß gemacht mit Lo mitzufiebern. Die Puzzleteile werden zusammengefügt und man hofft, dass alles aufgedeckt werden kann.  
Zwischendurch werden uns Zeitungsberichte und Forenbeiträge geliefert, die uns einen Ausblick auf die Zukunft geben. Das machte das Leseerlebnis für mich noch spannender, da wir wussten auf was es hinausläuft aber nicht wie es dazu kommen wird. Doch die Handlung blieb zwischendurch etwas flach und es gab immer mal wieder einen Spannungsabfall – was mir die Lust am Lesen nicht sonderlich näher gebracht hat.
Der letzte Abschnitt, ungefähr ¼ des Buches waren in Ordnung. Für mich leider etwas zu unlogisch und ich hätte mir noch einen Twist am Ende gewünscht, der leider nicht kam.
Generell kann ich sagen, dass mir die Atmosphäre gut gefallen hat, die Geschichte war interessant und hatte seine Höhen und Tiefen. Größtenteils hatte ich Freude am Lesen und fand den Thriller solide.  Ich kann „Woman in Cabin 10“ jedem empfehlen der gerne unblutige, psychologisch aufgebaute Thriller oder Krimis liest.  Mehr als eine solide Geschichte sollte man allerdings nicht erwarten.