Rezension

Ziemlich verwirrend

Feinde der Zeit - Julie Cross

Feinde der Zeit
von Julie Cross

Inhalt:

Jackson hat das Unvorstellbare getan: um seine große Liebe Holly zu retten, ist er in die Vergangenheit gereist und hat ihr Kennenlernen verhindert. Jetzt steht er ohne Freundin und auch ohne besten Freund da, immerhin kannte er Adam über Holly. Kurzerhand beschließt er, sich der CIA, genauer gesagt der Abteilung Tempest, anzuschließen. Wenn ihm Zweifel kommen, tröstet er sich mit dem Gedanken, dass er Holly das Leben gerettet hat, doch dann findet er heraus, dass ihm jemand ins Handwerk gepfuscht hat. Holly ist nicht die Studentin, die sie eigentlich im Jahr 2009 sein sollte, sondern eine Agentin der gegnerischen Abteilung Eyewall...

Eigene Meinung:

Ich hatte das Glück, "Feinde der Zeit", den zweiten Teil der Tempest Trilogie von Julie Cross, direkt hinter dem Auftakt "Sturz in die Zeit" lesen zu dürfen. So blieben mir die Einstiegsschwierigkeiten, über die viele andere Leser klagen erspart - dennoch kam auch ich nicht ohne gewisse Schwierigkeiten davon.

Der Roman knüpft direkt an den Vorgänger an und bleibt seinem "Bericht-Stil" treu, wird doch der erste Abschnitt komplett in Form von Tagebucheinträgen wiedergegeben. Weiterhin gibt es nur einen Erzähler, der aus der Ich-Perspektive von Jackson das Erlebte beschreibt.

Jackson Meyer hat sich definitiv weiterentwickelt. Von dem draufgängerischen Teenager ist seit seiner selbstlosen Tat nicht mehr viel übrig. Er übernimmt die Verantwortung für seine Taten und denkt so weit es geht voraus. Je mehr Wahrheiten ans Licht kommen, desto inniger wird die Beziehung zu seinem Vater - was auch zwingend nötig ist, immerhin ist ihm sonst niemand mehr geblieben. Er stürzt sich in das Agentenleben, den Kampf gegen die EOT immer im Blick, und erstreitet sich seine Vorrangstellung in der Gruppe, obwohl er der ungewünschte Eindringling ist. "Vertraue niemandem" ist sein neues Lebensmotto geworden.

Eine Liebesgeschichte gibt es nicht mehr wirklich, immerhin ist Jackson für Holly auch ein Fremder. Durch ihre Rollen als gegnerische Agenten treffen sie dennoch immer wieder aufeinander, sodass das Thema nie ganz in Vergessenheit gerät.

Dafür überzeugt die Handlung dieses Mal mit noch mehr Spannung und Action. Wieder legt Julie Cross ein sehr hohes Erzähltempo an den Tag und lässt an keiner Stelle Langeweile aufkommen. Grandiose und außergewöhnliche Schauplätze, sowie eine nervenaufreibende Atmosphäre machen auch diesen Band wieder zu einem richtigen Pageturner.

Leider wurde meine Verständnisschwierigkeiten die Zeitreisethematik betreffend nicht gelöst, stattdessen sogar so verwirrend, dass ich irgendwann den Versuch aufgegeben habe, der Logik dahinter folgen zu wollen. Das Frustrierende daran war, dass es zwischenzeitlich einen Aha-Moment gab, der kurz darauf komplett über den Haufen geworfen wurde, weil die alten Theorien plötzlich völlig hinfällig waren. Doch am meisten gestört hat mich die Tatsache, dass es niemand hinterfragt hat, dass Jackson die Vergangenheit verändert hat, obwohl er den Sprung, der dafür nötig war, offiziell gar nicht konnte. Er selbst kam erst am Ende des zweiten Bandes auf die Idee, dass er doch dazu fähig sein könnte...aber wie kann das sein, wenn er doch de facto was geändert hat? Mag sein, dass ich da auch was völlig verstanden habe, wie gesagt hat mich da so einiges verwirrt.

Das Cover ist wieder einmal ein echter Hingucker und passt perfekt zum ersten Band. Auch der Titel ist durchaus zutreffend.

Fazit:

Julie Cross' "Feinde der Zeit" ist eine solide Fortsetzung, die ihrem Vorgänger in Nichts nachsteht. Nur die Romantiker unter uns könnten ein wenig enttäuscht sein, immerhin ist keine direkt Lovestory vorhanden. Dafür wird die Spannung so richtig hochgetrieben. Temo- und Actionreich erzählt Jackson seine Geschichte, die an keiner Stelle langweilig wird. Leider war mir auch dieses Mal das Thema Zeitreise viel zu kompliziert und stellenweise unlogisch interpretiert, sodass es wieder "nur" 4/5 Bücher gibt.