Rezension

Ein packender Thriller von Andreas Eschbach

Das Jesus Video - Andreas Eschbach

Das Jesus Video
von Andreas Eschbach

Bewertet mit 4 Sternen

Als ich den Titel "Das Jesus Video" hörte, hatte ich schon Bedenken ein Buch vor mir zu haben, indem wieder die klischeehaften Diskussionen eine Rolle spielten, ob es Gott wirklich gäbe.

Glücklicherweise handelt diese Geschichte nicht ausschließlich von Jesus oder irgendwelchen Geistlichen. Eine Hauptrolle übernimmt Stephen Foxx, der anfangs ziemlich unreligiös daher kommt. Als Foxx Wind davon bekommt, welchen Inhalt die beschriebene Kamera enthalten könnte, setzt er alles daran, dass Stück zu finden.

Anfangs konnte ich nicht glauben, dass die Protagonisten wirklich auf der Spur eines Zeitreisenden waren. Ich dachte, es wäre nur eine der vielen Vermutungen, die sich mit der Zeit nicht bestätigen würden. Doch als beide Parteien, sowohl Antagonist als auch Protagonist, der Geschichte Stück für Stück mehr Informationen sammelten, wurde auch ich neugierig. Würden sie die besagte Kamera wirklich finden? Wie stellte sich Eschbach Jesus vor?

Sehr gut an der Geschichte gefiel mir, dass sie sich nicht ausschließlich mit der Glaubensdiskussion befasste, sondern mehr die Flucht vor dem gegnerischen Team eine Rolle spielte, das genauso erpicht auf die Kamera war. Erst als die Geschichte auf ihr Finale zusteuerte, wurde das Glaubensthema angeschnitten.

Die Handlungsstränge waren spannend miteinander verknüpft. Gerade durch die verschiedenen Perspektivenwechsel, einerseits aus der Sicht des Antagonisten, andererseits aus der Perspektive von Foxx und dessen Freunden, wurde mir als Zuhörer nicht langweilig. Aber gerade weil die Handlungsstränge an manchen Stellen etwas komplex wurden, habe ich oben die hohe Altersbeschränkung angegeben. Das liegt nicht daran, dass ich den Inhalt der Geschichte zu "hart" finde. Ich war mir nur nicht sicher, ob ich ihn mit 15 oder 16 schon so spannend gefunden hätte, wie jetzt.

Auch durch die Aufmachung des Hörbuchs, die immer wieder eingespielte orientalische Musik an spannenden Stellen oder den Leser Matthias Koeberlin, machten das Hörbuch zu einem richtig lebendigen Erlebnis.

Ob mir die Geschichte realistisch vorkam, kann ich nicht sagen. Schließlich weiß ich nicht, ob man nicht irgendwann vielleicht doch in andere Zeiten reisen kann. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass, sobald ein Mensch, wie beispielsweise Antagonist Kaun, eine Menge Macht, Geld und Kontakte besitzt, er durch oftmals sehr unschöne Mittel zu seinem Ziel kommt. Oft bekommen wir solche Machtspielchen nicht mit, aber ich glaube, dass es hinter verschlossenen Türen oft zu dem ein oder anderen "machtgierigen" Gespräch kommt.