Rezension

Eine lebendig erzählte Autobiografie

Der Schatzsucher - Fabian Kahl

Der Schatzsucher
von Fabian Kahl

"Der Schatzsucher" ist eine Autobiografie von Fabian Kahl, der durch die ZDF-Serie "Bares für Rares" bekannt wurde. Der zum Veröffentlichungszeitpunkt 26 Jahre alte Kahl beschreibt hier seinen Werdegang als Antikhändler. Dabei thematisiert er sowohl Erfolge als auch Fehlschläge. So berichtet er einerseits von zwei Geschäftsideen, die er aus verschiedenen Gründen wieder aufgeben musste, und von Fehleinkäufen, andererseits aber auch von unverhofften Schätzen, die er bei Haushaltsauflösungen gefunden hat. Auch seine Kindheit, in der Antiquitäten ebenfalls eine prägende Rolle gespielt haben - sein Vater ist ebenfalls Antikhändler und seine Eltern renovierten historisch akkurat einen alten Hof -, wird thematisiert. Dabei erzählt er auch die ein oder andere Anekdote. Die Serie "Bares für Rares" wird in der Autobiografie nur angeschnitten. Zwar berichtet Kahl, wie er zu "Bares für Rares" kam und wie das Bewerbungsgespräch verlief, allerdings legt er den Fokus darauf, was ihn am Antikhandel besonders reizt: die Suche nach und das Finden von Schätzen. Der Erzählstil besitzt einen romanhaften Anspruch: Kahl beschreibt die Aniquitäten detailliert, erzählt szenisch und benutzt sehr oft die wörtliche Rede, was bei dem Genre "Autobiografie" aufmerken lässt und ambivalent beurteilt werden kann. Einerseits ist es fraglich, ob die Dialoge tatsächlich in der Form gesprochen worden sind (die Erinnerung ist ja bekanntlich trügerisch). Andererseits lockern sie den Text auf und machen ihn lebendiger. Zudem hat Kahl die Dialoge flüssig verfasst. Insgesamt hat man durch die detaillreichen Szenen- und Gegenstandbeschreibungen und die Dialoge stellenweise das Gefühl, einen Abenteuerroman zu lesen, was dem Untertitel "Auf der Jagd nach Kunst und Kuriositäten" entspricht. Im Mittelteil sind 14 farbige Fotografien aus Kahls Leben abgedruckt. Außerdem finden sich zwischen den einzelnen Kapitel "Expertentipps" zu Porzellan, Mobiliar, Uhren o.Ä.. Insgesamt ist "Der Schatzsucher" eine flüssig zu lesende Autobiografie, die nicht nüchtern berichtet, sondern auch romanhafte Passagen besitzt.