Rezension

Gleichbleibend unterhaltsame Fortsetzung

Verhext - Kevin Hearne

Verhext
von Kevin Hearne

Bewertet mit 4 Sternen

Inhalt.
Der Druide Atticus O'Sullivan will eigentlich nur eines: seine Ruhe haben vor all den Göttern, Hexen und Feen. Aber dieser Wunsch bleibt ihm verwehrt. Denn nachdem er in Notwehr in Notwehr eine hohe Gottheit getötet hat, wollen plötzlich alle etwas von ihm - Schutz vor Anschlägen, Rivalen aus dem Weg schaffen oder ihm eine spezielle Göttertöter-Versicherung aufschwatzen. Kurz bevor er einen Friedenspakt mit dem örtlichen Hexenorden schließen kann, tauscht eine Heerschar neuer Hexen auf. Ihre dunkle Vergangenheit reicht bis nach Deutschland zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Zum Glück hat Atticus ein magisches Schwert und einen Vampir-Anwalt... 

Charaktere.
Atticus O'Sullivan bleibt Hauptperson, mit ebenso lockerer Zunge und der großen Schwäche für Frauen. Dieses Mal handelt er überlegter, was meiner Meinung nach besser zu seiner Identität des alten Druiden passt. Außerdem wird sein Charakter um den Aspekt von äußerster Besorgnis um seine Freunde erweitert, was mir ausgesprochen gut gefallen hat.
Zudem gewinnen die Nebencharaktere an Sympathie. Besonders Atticus' Anwälte Hal und Leif zeichnen sich durch unterhaltsame Versuche, die moderne Ausdrucksweise zu lernen, aus und tragen außerdem einen enormen Teil zum Actiongehalt des Buches bei. 
Das Klischee der "Bösen Hexen" wird etwas aufgebrochen, denn der örtliche Hexenzirkel entpuppt sich als starker Bündnispartner im Kampf gegen einen alten Feind.

Meinung.
Bis auf die kleine Fehde zwischen Brigid und der Morrigan, die auf Atticus' Rücken (oder eher in Atticus' Bett...) ausgetragen wird, rückt die keltische Mythologie in diesem Teil leider ziemlich in den Hintergrund. Dafür wurde ein neuer Zweig von Mythologie vorgestellt, die Kabbbala (mystische Tradition des Judentums).
Im Zentrum stehen dieses Mal die Verstrickungen um einen deutschen Hexenzirkel, der sich schon im zweiten Weltkrieg durch tötungswürdiges Verhalten ausgezeichnet hat. Und natürlich wird Atticus in die Tötungsmission hineingezogen, obwohl er doch eigentlich nur in Ruhe gelassen werden will.
Es bleibt unterhaltsam und actionreich. Atticus legt sich ein zweites cooles Schwert zu, die Nebencharaktere gewinnen an Sympathie und der Schreibstil ist gleichbleibend flüssig. Stefan Kaminski verleiht dem Ganzen mit seinem unglaublichen Stimmenmorphing den perfekten Rahmen.