Rezension

Ich persönlich mag das Buch lieber, aber das Hörspiel ist auch sehr gelungen!

Amokspiel - Sebastian Fitzek

Amokspiel
von Sebastian Fitzek

Bewertet mit 4 Sternen

Ein Mann telefoniert mit seiner Freundin, die eigentlich gleich zu Hause sein sollte. Das Gespräch wird immer unverständlicher, bis es schließlich abbricht. Minuten darauf klingelt die Polizei bei dem Mann und teilt ihm mit, seine Freundin seit bei einem Autounfall verstorben. Aber er hat doch gerade eben noch mit ihr telefoniert, da kann sie doch nicht schon tot gewesen sein!

8 Monate später nimmt der Mann in einem Radiosender Geiseln. Es geht um Menschenleben, darunter auch das von Kitty, der Tochter der Unterhändlerin Ira Samin, die eigentlich an diesem Tag Selbstmord begehen wollte. Der Mann verlangt, mit seiner Freundin zu sprechen, die, so die Recherchen der Polizei, tot ist. Ist der Mann verrückt? Hat er Wahnvorstellungen? Oder spielt jemand ein falsches Spiel? Er ruft wahllos Menschen in Berlin an, melden die sich nicht mit einem vorgegebenen Slogan, bringt er Geiseln um. Die Zeit drängt.

 

 

Dieses Buch war mein allererster Fitzek. Ich weiß noch, dass ich es verschlungen habe und noch am selben Tag „Das Kind“ bestellte. Amokspiel ist ein heftiges Buch. Es geht um einen verzweifelten Mann, bei dem man einfach nicht weiß, ob er total verrückt ist, oder ein Opfer im Spiel von anderen Menschen. Auf jeden Fall nimmt er Geiseln, bedroht das Leben von mehreren Menschen, darunter auch das von Kitty. Sie ist Volontärin und die Tochter der Unterhändlerin. Die beiden haben sich voneinander entfremdet, aber dennoch sind sie Mutter und Tochter und Ira würde alles tun, um Kitty zu retten.

 

Was mich echt ankotzt, ist Iras Chef, Steuer. Er führt sich auf wie ein HB-Männchen, oder für die, die das nicht mehr kennen, wie Rumpelstilzchen. Ein Wutanfall jagt den nächsten. Er baut Mist ohne Ende und wer ist schuld, wenn es schiefgeht? Natürlich: Ira! Sie warnt davor, dieses oder jenes zu tun, er lässt es trotzdem tun und wem gibt er die Schuld: Ira. Das kotzt mich echt an. Alles was sie tut ist selbstverständlich falsch, sie sei unfähig, eine Alkoholikerin, etc. Ja, Ira ist am Ende, aber sie kann ihren Job, nur leider macht er sie so lautstark fertig und in Gegenwart von möglichst vielen anderen, dass ihr niemand mehr irgendetwas glaubt oder zutraut.

 

In diesem Buch darf man absolut nichts glauben. Nichts ist, wie es scheint. Die Auflösung ist wirklich, richtig gut! Damit rechnet man eigentlich nicht. Aber am Ende ergibt alles Sinn.

 

Das Buch war damals mein allererster Fitzek. Ich weiß noch, wie ich an den Seiten gehangen habe und das Buch einfach nicht mehr weglegen konnte. Mittlerweile habe ich es schon so oft gelesen! Dieses Mal allerdings zum allerersten Mal als Hörspiel. Mir gefiel das Hörspiel sehr gut. Aber mir ist das Buch trotzdem lieber. Die Auflösungen erscheinen im Hörspiel für mich unrealistischer oder einfach „too much“, im Buch war das nicht so.

 

Das Buch wurde mittlerweile auch verfilmt, ich persönlich fand den Film ok, aber nicht so gut, wie das Hörspiel oder das Buch. Die schauspielerische Leistung wirkt auf mich im Film oft unglaubwürdig. Eine Überreaktion jagt die nächste. Das ist so schade! Im Hörspiel und im Buch wirken die Charaktere dagegen echt und glaubwürdig auf mich. Gut, Steuer spinnt total und dreht die ganze Zeit viel zu hoch, aber so ist das eben und das kommt im Hörspiel auch gut rüber.

 

 

Fazit: Dieses Buch ist und bleibt mein Lieblings-Fitzek. Ich finde es so toll, wie hier die Spannung aufgebaut wird, Verbindungen gezogen werden und man bald absolut keine Ahnung mehr hat, wem man was überhaupt noch glauben kann. Allerdings ist mir das Buch lieber als das Hörspiel, obwohl auch letzteres gelungen ist.

Ich persönlich werde definitiv noch häufiger Hörspiele hören! Irgendwie hat das einfach was.

 

Von mir bekommt das Hörspiel 4 Sterne.