Rezension

Alle Jahre wieder…

Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel -

Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel
von Cornelia Funke

Bewertet mit 5 Sternen

»Oh, dieser Waldemar ist so ein Widerling! Motorschlitten hat er den Weihnachtsmännern besorgt und aus den Rentieren Salami gemacht. Er hat die anderen Weihnachtsmänner überredet, die Wunschzettel der Kinder zu vergessen und nur noch von den Eltern Bestellungen anzunehmen, gegen Vorauszahlung natürlich. Und Heiligabend wird im Schnellverfahren geliefert.«

Hinweis vorab: Ich habe zwei verschiedene Ausgaben von dem Buch, eine mit Bildern aus dem Kinofilm der Augsburger Puppenkiste (das ist diese hier) und eine mit den Originalillustrationen. Dazu gibt es eine separate Rezi. Der Text zum Inhalt ist bei beiden Rezis identisch, lediglich der kursiv gedruckte untere Teil geht auf die verschiedenen Ausgaben ein.

 

Die Weihnachtswelt hat sich verändert, seitdem der böse Waldemar Wichteltod dort die Herrschaft übernommen hat. Alles dreht sich nur noch um Konsum und Geld, Weihnachtsmänner, die nicht mittun wollten, fanden ein schlimmes Ende. Niklas Julebukk, der letzte echte Weihnachtsmann, wurde mit einem lebenslangen Berufsverbot belegt. Sich daran zu halten, kommt für Niklas allerdings nicht in Frage. Heimlich zu arbeiten ist aber nicht einfach. Niklas und seine treuen Helfer, Engel und Kobolde sowie sein Rentier Sternschnuppe bringen weiter wahre Weihnachtsgeschenke, solche, die man nicht mit Geld bezahlen kann. Und geraten dabei immer wieder in Gefahr. Als Niklas kurz vor Weihnachten auf Ben und Charlotte trifft, steckt er mal wieder bis zur Weihnachtsmütze in Schwierigkeiten…

 

Ich weiß gar nicht, wie oft ich diese zauberhafte Geschichte schon gelesen habe. Das Buch zog vor vielen Jahren mit meinen Kindern ein – und blieb. Auch als ich es jetzt mal wieder las, machte es großen Spaß. Es gibt Bücher, bei denen es völlig egal ist, wenn man sie schon kennt. Und das hier ist eins davon.

 

Ich liebe all die Ideen über die Weihnachtswelt und hier gibt es sehr viele davon. Allein der verzauberte Wohnwagen, in dem Julebukk reist, mit eingebauter Werkstatt und einer Tür, hinter der sowohl traumhaft schöne Schneelandschaften liegen als auch böse Riesennussknacker hausen. Das unsichtbare Rentier mit der Schwäche für Marzipan, die ständig fluchenden Kobolde – herrlich! Die Engel haben nicht viel mit den Abbildungen gemein, die man gewöhnlich von Engeln kennt. Eigentlich nur die Flügel ;-) Und auch Niklas Julebukk sieht nicht wie der bekannte klassische Weihnachtsmann aus. Trotzdem ist er der echte und das wird er beweisen.

 

Ben und Charlotte sind eigentlich traurige Kinder und haben wenig Grund, sich auf Weihnachten zu freuen. Wie es in ihren Familien aussieht, wird nicht wenigen Kindern bekannt vorkommen. Zum Glück gibt es Julebukk und ich glaube, bei einem Weihnachtsbuch darf man soviel spoilern und verraten, dass es am Ende ein wunderschönes Fest geben wird.

 

Dieses Buch ist eine Sonderausgabe mit zahlreichen Filmbildern zu dem Weihnachtsfilm der Augsburger Puppenkiste von 2017. Schon 10 Jahre zuvor hatte das Puppentheater das Stück auf der Bühne aufgeführt, dann folgte die Kinofassung. Wie immer wurden die Figuren der Puppenkiste sehr liebevoll und treffend gestaltet, die Kulissen sind herrlich weihnachtlich. Lediglich der böse Wichteltod sieht nicht so finster aus wie bei den Originalillustrationen. Da die Zielgruppe für das Puppentheater meist sehr jung ist, ist das aber kein Nachteil.

 

Fazit: Ein Weihnachtsbuchklassiker, den ich gerne alle Jahre wieder zur Hand nehme. Für Leser jeden Alters, die noch gerne träumen und sich verzaubern lassen.