Rezension

Bewegende Familiengeschichte mit malerischer Rhein-Kulisse

Die vergessene Burg
von Susanne Goga

Bewertet mit 5 Sternen

Sie hatte sich daran gewöhnt, über ihn zu schweigen und irgendwann gemerkt, dass es ihr nicht mehr wichtig war. Bis jetzt.

1868: Paula Cooper führt im ländlichen Hertfordshire ein sehr einfaches, zurückgezogenes Leben. Ohne Vater aufgewachsen, hat die Mutter sie schon früh zur Gesellschafterin einer kränkelnden Verwandten bestimmt. Für Träume bleibt da wenig Raum. Doch ein Brief ihres unbekannten Onkels Rudi verändert alles. Paula reist zu ihm nach Deutschland und hofft dadurch auch etwas über ihren Vater zu erfahren....
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Mein erster Roman von Susanne Goga und ich habe ihn verschlungen.

Was mich so in den Bann gezogen hat, war die lebendige Beschreibung der historischen Rheinlandschaft von Bonn bis Rüdesheim, mit all seinen Burgen, Sagen, dem Drachenfels, alten Gaststätten etc. Die Autorin hat nicht nur eine großartige Atmosphäre geschaffen, sondern vermittelt einem beim Lesen ein ganz klares Landschaftsbild. Für mich unheimlich interessant. Ich habe den Rhein nie wirklich groß wahrgenommen und ihn jetzt von einer ganz neuen, spannenden Seite kennengelernt - angefangen bei der Loreley, endend mit Burg Ehrenfels.

Susanne Goga verknüpft die historischen Stätten geschickt mit einem beklemmenden Familiengeheimnis. Fast schon ungewöhnlich, bleibt der Roman auf einer Zeitebene und der Leser damit komplett an Paulas Seite. Es ist schön zu sehen, wie ihre eigene Wahrnehmung und Wertschätzung sich verändert und wächst. Insgesamt haben mir alle Charaktere sehr gut gefallen, sie sind stimmig und authentisch.

Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und atmosphärisch dicht, die perfekte Basis für das großartige Setting.

Fazit Eine bewegende Familiengeschichte, in gemässigtem Tempo, wodurch man die traumhafte Kulisse mit allen Sinnen geniessen kann. Ich freue mich darauf Ihre anderen Romane zu entdecken.