Rezension

Dystopie

Skyhunter – A Silent Fall -

Skyhunter – A Silent Fall
von Marie Lu

Bewertet mit 3 Sternen

Talin ist eine Elitekriegerin und verteidigt ihr Land gegen die Karensa-Föderation und deren Waffe, die Geister, die wie aus einem Zombie-Film entsprungen sind. Als ein Kriegsgefangener ihre Aufmerksamkeit erregt, erwirkt Talin dessen Freilassung. Aber jetzt hat sie die Verantwortung für den mysteriösen Red. Ist er der Schlüssel zur Rettung?
Der Klappentext verspricht eine Fantasywelt, eine starke Protagonistin und eine Slow-Burn Enemies-to-Lovers Romance. Leider wurden die meisten dieser Punkte nicht erfüllt. Anstelle einer Fantasywelt habe ich mich in einer dystopischen Welt wiedergefunden, die vermutlich weit nach unserer Zeit spielt. Auch das erhoffte Enemies-to-Lovers-Element fehlt, und es bleibt unklar, ob sich im zweiten Band etwas zwischen Talin und Red entwickeln wird, so richtig glaube ich das nicht.
Der Schreibstil von Marie Lu ist angenehm und flüssig zu lesen. Talin als Hauptprotagonistin ist gut ausgearbeitet und wirkt authentisch und vielschichtig. Allerdings trifft dies nicht auf die Nebencharaktere zu, die oft blass und eindimensional bleiben. Hier hätte ich mir mehr Tiefe und Entwicklung gewünscht. Das Storytelling ist insgesamt solide, das Worldbuilding könnte aber deutlich tiefgründiger sein. Die dystopische Welt bietet viel Potenzial, das nicht vollständig ausgeschöpft wird. Vielleicht dann eher in Band zwei? So oder so, ich werde die Fortsetzung nicht lesen, weil ich nicht richtig in der Welt von Mara angekommen bin.
Wäre ich mit anderen Erwartungen an die Geschichte herangegangen – wobei ich normalerweise keine Dystopien lese und daher vermutlich einen Bogen um das Buch gemacht hätte – hätte es mir vielleicht besser gefallen.