Rezension

Eher merkwürdig, als herausragend

Otmars Söhne
von Peter Buwalda

Bewertet mit 2.5 Sternen

Als Peter Buwaldas Romandebüt „Bonita Avenue“ 2010 erschien (2013 in Deutschland), rief es beim Feuilleton und bei der Leserschaft große Begeisterung hervor.Gespannt wartet man seither auf den nächsten Roman. Ob der eine ähnliche Euphorie auslösen wird ( ich weiß nicht, wie das Echo in den Niederlanden war), ist fraglich.
Auch der erste Roman war lang - 640 Seiten. Der zweite kommt auf 620 Seiten und man muss sich regelrecht durchkämpfen, denn Story und Protagonisten machen es einem schwer.
Ludwig Smit, der mit seiner alleinerziehenden Mutter aufwächst, da sein Erzeuger sich vor seiner Geburt verdrückt hat, wird, als die Mutter Otmar Smit heiratet, von diesem, wie dessen eigener Sohn aufgezogen. Er wächst mit Otmars leiblichen Kindern auf, wird aber dennoch kein normales Familienleben kennenlernen, und seinen wirklichen Vater ein Leben lang suchen.
Jahre später wird Ludwig als Angestellter bei Shell auf die Insel Sachalin reisen, um dort den Geschäftsführer der Firma Sakhalin Energy zu treffen. In diesem Johan Tromp meint Ludwig seinen Vater zu erkennen. Als ein Schneesturm Ludwig daran hindert, die Insel zu verlassen und er zudem dort eine ehemalige Mitbewohnerin aus Studententagen trifft, die ebenfalls mit Tromp verstrickt ist, nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Gemeinhin lasse ich mich nicht von unsympathischen Protagonisten vom Genuss einer Geschichte ablenken, aber in „Otmars Söhne“ gibt es nicht eine Figur, mit der ich mitgehen konnte.
Besonders die Frauen sind in meinen Augen unglücklich gezeichnet und man möchte Peter Buwalda fast Frauenfeindlichkeit vorwerfen.
Der permanent mokierend- sarkastische Erzählton dieser merkwürdigen Familien/ Väter- Söhne- Geschichte, sowie ein wirres Hin - und Herspringen zwischen diversen Zeitebenen, trug ebenfalls nicht dazu bei, diesen Roman zu mögen.
„Otmars Söhne“ ist Auftakt einer Trilogie. Mein Bedarf an zwei weiteren Werken dieser Saga ist gedeckt...