Rezension

Der Trilogie-Auftakt hat mich komplett überzeugt

Die Blutkönigin
von Sarah Beth Durst

Bewertet mit 5 Sternen

Der Klappentext enthält leider einen in meinen Augen unnötigen Spoiler über ein Ereignis, das erst recht spät im Buch vorkommt. Daher versuche ich euch den Inhalt gerne noch mal spoilerfrei zusammen zu fassen.

Vertrau nicht dem Feuer, denn es wird dich verbrennen.Vertrau nicht dem Eis, denn es wird dich erfrieren.Vertrau nicht dem Wasser, denn es wird dich ertränken.Vertrau nicht der Luft, denn sie wird dich ersticken.Vertrau nicht der Erde, denn sie wird dich begraben.Vertrau nicht den Bäumen, denn sie werden dich zerfetzen,zerreißen, zerfleischen, bis du tot bist. (Seite 7)

Das Land Renthia wird von verschiedenen Elementargeistern bevölkert. Um diese wilden und bluthungrigen Wesen unter Kontrolle zu halten gibt es eine Königin im Land. Die Königin besitzt eine strake Kontrolle über die Wesen, erhält so ein Gleichgewicht und sorgt dafür, dass die Menschen bestmöglich geschützt leben.
Dennoch passieren immer wieder Unfälle durch die Geister, bei denen Menschen verletzt werden, weshalb die Menschen in ständiger Angst vor den Wesen leben.
Es gibt Frauen unter den Menschen, die eine gewisse Kontrolle über die Elementargeister ausüben können. Die stärksten dieser Frauen (bzw. zunächst jungen Mädchen) werden zu Thronanwärterinnen ausgebildet, damit die Königin wenn nötig zu jedem Zeitpunkt ersetzt werden kann. Eine dieser Anwärterinnen ist Daleina, die eine große Katastrophe durch die Elementargeister miterlebt hat und nun unbedingt lernen will, wie sie die Geister von sich und ihren Lieben fern halten kann. Doch kann Daleina die harte Ausbildung auch bestehen, obwohl sie anscheinend über keine allzu große Macht über die Elementargeister verfügt?
Die Idee mit den verschiedenen Elementargeistern fand ich einfach genial und wirklich toll umgesetzt. Dabei werden diese Wesen auch sehr detailliert beschrieben und ich hatte immer eine gute Vorstellung davon, wie diese mystischen Geister aussehen könnten (ich würde so so gerne eine Verfilmung des Buches sehen, um zu schauen, wie die Elementargeister dann aussehen).
Insgesamt ist das Buch sehr vielseitig und auch die Charaktere sind facettenreich und interessant.
Die Protagonistin Daleina ist zu Beginn des Buches gerade mal 10 Jahre alt und erlebt wie die Elementargeister ist ganzes Dorf inklusive der Einwohner zerstören. Bei diesem tragischen Ereignis entdeckt sie erstmalig ihre Fähigkeit die Elementargeister zu kontrollieren. Daraufhin ist ihr einziges Ziel, dass sie eine Ausbildung bekommen möchte, die es ihr ermöglicht ihre Familie zu beschützen. Man begleitet Daleina dann während ihrer ganzen Ausbildung und kann ihre Entwicklung dadurch sehr gut nachvollziehen. Besonders gut gefallen hat mir hier, dass Daleina definitiv nicht perfekt ist und Ecken und Kanten hat. Sie ist sehr hartnäckig und ehrgeizig, kommt aber dennoch häufig an ihre Grenzen.
Eine weitere Hauptfigur, aus deren Sicht es einige Szenen gibt, ist der Meister Ven. Er ist gewissermaßen ein Ausbilder für Thronanwärterinnen, hält sich aber von der Hauptstadt fern, nachdem er bei der amtierenden Königin in Ungnade gefallen ist. Ich fand Ven als Charakter besonders spannend, da auch er alles andere als "glatt" ist und definitiv auch falsche Entscheidungen trifft. Dennoch mochte ich ihn sehr.
Neben den beiden Erzählperspektiven von Ven und Daleina gibt es noch ein paar Szene aus anderen Sichten, die zusätzliche Einblicke in das Geschehen ermöglichen und so auch kleinere Handlungslücken füllen. Insgesamt finde ich das Zusammenspiel der verschiedenen Perspektiven perfekt und ausgewogen gelöst.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Es gibt aber auch längere Passagen aus Beschreibungen, die meinen Lesefluss aber nie gestört haben. Vielmehr habe ich auch diese Szenen aufgesogen wie ein Schwamm und nach und nach meine Vorstellung von Renthia weiter vervollständigt.
Die Handlung nimmt zwar erst in der zweiten Hälfte des Buches richtig Spannung auf, dennoch habe ich mich an keiner Stelle des Buches gelangweilt. Ich fand es einfach so toll Renthia, Daleina und ihre Mitschülerinnen, Ven und alles andere kennen zu lernen, dass ich vollkommen zufrieden war und das Buch quasi inhaliert habe.

 

Fazit:

Mich hat der Auftakt der "Die Königinnen von Renthia" Trilogie komplett in seinen Bann gezogen und mit einer tollen, magischen Welt, wundervollen besonderen Charakteren und zahlreichen Spannungsmomenten komplett überzeugt.