Rezension

Magie gibt es überall

Eonvár – Zwischen den Welten - Kat Rupin

Eonvár – Zwischen den Welten
von Kat Rupin

Bewertet mit 4.5 Sternen

Inhalt:

Nichts vermag die toughe Elisa zu stoppen. Weder die Hindernisse des Alltags noch das raue Leben in der Großstadt. Plötzlich taucht ihr lange verschollener Jugendfreund Gabriel auf – und mit ihm die Chance, in einer magischen Welt voller Abenteuer zu leben. Elisa steht vor einer schweren Entscheidung. Nur wer sich vollkommen von der irdischen Welt trennt, darf in Eonvár bleiben. Doch ist das Leben als Hexe und ohne Rollstuhl wirklich das, was sie sich wünscht? Kann sie die Menschen, die sie liebt, zurücklassen? Statt eine Wahl zu treffen, beginnt Elisa ein gefährliches Doppelleben zwischen den Welten.

Schreibstil/Charaktere:

Elisas Geschichte ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben, bleibt dabei jedoch immer bei Elisa selbst und gewährt dem Leser Einblicke in ihr Innerstes. Dabei wird ein flotter, klarer Schreibstil verfolgt, der ohne viele Schnörkel auskommt und dennoch sehr fantasievoll gearbeitet ist. Die Geschichte liest sich dadurch wunderbar flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Stolpersteine findet man selten, gelegentlich stutzt man höchstens über einige etwas steif geratene Dialoge, die aber dem Lesespaß keinen Abbruch tun.

Elisa ist sehr klar und detailliert beschrieben, man kann sich wunderbar in sie eindenken, trotz ihrer Sturheit und ihres manchmal zunächst seltsamen Verhaltens. Auch hinter Gabriel steckt mehr, als man zunächst vermuten mag, wenngleich ich trotzdem mit ihm nicht so richtig warm geworden bin, da war mir Elisa mit ihrem Dickschädel schon sehr viel lieber. Leider wirken die anderen Figuren nicht ganz so liebevoll gearbeitet, wie diese Beiden. Viele der Nebencharaktere wirken ein wenig engstirnig und in ihrer Rolle gefangen, stellen häufig Stereotypen dar und bewegen sich aus ihren Rollen nicht so recht heraus.

Story:

Die Geschichte baut sich sehr harmonisch auf, genau wie Elisa wird man langsam an das Vorhandensein von Magie und einer anderen Welt herangeführt. Die Zerrissenheit Elisas wird spürbar. Der Spannungsbogen baut sich rasch auf und schnell zeigt sich, dass nicht alles immer so einseitig gut oder schlecht ist, wie man es denken mag. Gerade zum Ende hin nimmt die Erzählung rasant Fahrt auf und endet in einer Entscheidung, die man eventuell nicht erwartet hätte, die man aber trotz allem nachvollziehen kann. Trotz allem bleiben einige ungeklärte Fragen offen, die es der Fantasie des Lesers überlassen weitergesponnen zu werden.

Meine Meinung:

Trotz ein paar kleiner Schwächen spürt man in jeder Zeile die Liebe und Mühe, welche sich Kat Rupin mit dieser Geschichte gemacht hat. Man wird genau wie Elisa in diese magische Welt von Eonvár hineingezogen und muss sie einfach lieben. Elisa ist eine unglaublich tolle und toughe Heldin, die trotz all ihrer Fehler und Unzulänglichkeiten ihren Weg geht und nur versucht das Richtige zu machen. Einzig Gabriel mochte ich so gar nicht, er war mir irgendwie zu weichgespült, da fand ich Matt schon cooler, am Ende muss aber Elisa mit ihm glücklich werden und nicht ich. Deshalb kann ich darüber hinwegsehen und bin einfach nur verzaubert von dieser wunderschönen Geschichte.