Rezension

Toskanische Dolce Vita mit Herz

Toskanafrühling - Clara Weißberg

Toskanafrühling
von Clara Weißberg

Bewertet mit 5 Sternen

~~Mia arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität in Stuttgart und hofft auf einen festen Job, den ihr Professor ihr versprochen hat, wenn sie ein bestimmtes Thema aufbereitet. Da bekommt sie einen Anruf von ihrer Mutter Kerstin, die von einer Großtante ein Haus in der Toskana geerbt hat. Mia soll sich das Haus mal ansehen und mögliche Makler für einen Verkauf an Land ziehen, während Kerstin Urlaub auf den Seychellen macht. Mia packt kurzerhand einen Rucksack für einige Tage und nimmt ihre Bücher zum Arbeiten mit, denn sie will sich nicht lange in der Toskana aufhalten. Doch dann kommt alles ganz anders, denn kaum ist Mia in der Toskana, fühlt sie sich in dem Haus ihrer Tante wie zuhause, dann verhindert ein Fluglotsenstreik ihren Heimflug, und drei Männer kreuzen während ihres Aufenthalts ihren Weg. Außerdem schließt sie Freundschaft mit ihrem alten Nachbarn Bruno, den Hühnern im Garten und mit Anna Maria aus dem Café. Die italienische Lebensart kommt Mia ebenso entgegen wie die Entfernung nach Deutschland und zu ihrer Mutter. Aber Kerstin lässt sie nicht in Ruhe, und auch Freundin Frieda in Stuttgart hat keine guten Neuigkeiten für Mia. Auf einmal steht Mias Welt Kopf, welche Richtung wird sie ihrem Leben geben?
Clara Weißberg hat mit ihrem Buch „Toskanafrühling“ einen sehr unterhaltsamen und spritzigen Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und bildhaft, der Leser reist in Gedanken in die toskanische Landschaft und verbringt herrliche Stunden mit dem süßen italienischen Lebensstil, der ganz herrlich vermittelt wird durch die schönen Umgebungsbeschreibungen. Es ist fast so, als wandele der Leser selbst durch Siena und Montenori d’Arbia sowie durch das Dorf Treviano. Die Farben der Toskana und die Gerüche von Kräutern schweben dem Leser regelrecht durch die Luft und durch die Nase.
Die Charaktere sind sehr liebevoll skizziert und wirken mit ihren Ecken und Kanten sehr authentisch und lebendig. Mia ist eine eher zurückhaltende junge Frau, die ihr Leben scheinbar für die nächsten Jahre schon durchgeplant hat und sich in ihre Bücher kniet, um diesen Plan auch durchzuziehen. Das Verhältnis zu ihrer egozentrischen Mutter ist eher gespalten, man hat das Gefühl, Mia vermisst die Liebe und Wärme einer richtigen Familie. Sie ist sich ihrer eigenen Ausstrahlung gar nicht bewusst und wirkt eher unsicher, was auch ihrer Freundin Frieda geschuldet ist, die ein wahrer Männertraum ist und aufgeschlossen gegenüber allem und jedem ist. Kerstin ist eine selbstsüchtige Frau, die sich nicht um die Belange anderer kümmert, vor allem nicht um die ihrer Tochter. Filippo ist ein sympathischer junger Mann, der ein Geheimnis in sich trägt, dabei aber voller Wärme und Hilfsbereitschaft und immer für eine Überraschung gut ist. Sandro ist der typische italienische Macho, der sich nimmt, was er will und dabei nicht einmal ein schlechtes Gewissen hat. Auch die vielen Randfiguren runden die Handlung mit ihren kleinen Nebengeschichten wunderbar ab.
„Toskanafrühling“ ist ein zauberhafter Unterhaltungsroman mit italienischem Flair, der einen Vorgeschmack für den nächsten Urlaub geben könnte oder den Daheimbleibenden eine kleine Auszeit aus dem Alltag versüßt. Wunderbare Lektüre zur Sommerzeit, absolute Leseempfehlung!