Rezension

Wenig Handlung, aber trotzdem nicht langweilig

A Storm of Swords - George R. R. Martin

A Storm of Swords
von George R. R. Martin

Bewertet mit 4 Sternen

„A Storm of Swords“ ist der dritte Band der „A Song of Ice and Fire“-Reihe, auf der die TV-Serie „Game of Thrones“ basiert. Die einzelnen Bände erzählen eine fortlaufende Geschichte und sollten daher in der vorgesehenen Reihenfolge gelesen oder gehört werden. Wer die Reihe noch nicht kennt sollte daher mit dem ersten Band „A Game of Thrones“ einsteigen.

Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive erzählt, wobei zu Kapitelbeginn quasi als Überschrift der Name des jeweiligen Protagonisten erwähnt wird, was hilft, die Übersicht zu behalten. Das ist bei dieser Buchreihe besonders wichtig, denn die Geschichte ist aus so vielen Handlungssträngen mit einer schier unendlichen Anzahl von Figuren zusammengefügt, dass man schnell den Überblick verliert. Dies gilt in meinen Augen besonders für die Hörbuchfassung, da hier sowohl das Schriftbild der Namen fehlt, auf das man in den Büchern zurückgreifen kann, wie auch die Gesichter, die bei der Serie helfen, die einzelnen Figuren zu unterscheiden. Die oft ähnlichen Namen haben daher bei mir oft zu einem Durcheinander geführt. Vorallem bei der Rückkehr zu Handlungssträngen, von denen man seit längerem nichts mehr gehört hatte (und das kann bei den vielen Strängen und dem Umfang des Hörbuchs schnell mehrere bis sogar dutzende Stunden ausmachen) fiel es mir oft schwer, die einzelnen Charaktere wieder ihrer Funktion zuzuordnen.

Die einzelnen Handlungsstränge sind im Grunde ziemlich zäh und langatmig, mehr als einen oder vielleicht zwei Handlungshöhepunkte pro Strang über das ganze Buch hinweg gibt es eigentlich nicht. Da die Gesamthandlung aber so stark verzweigt ist und die Perspektive und damit auch die Szenerie immer wieder wechselt, wird es trotzdem nie langweilig.

Der Autor George R.R. Martin wird immer wieder für seinen Schreibstil gelobt, aber ich muss zugeben, dass ich den eigentlich nicht aussergewöhnlich gut finde. Er benutzt oft für ähnliche Situationen immer wieder die gleichen Begriffe, beispielsweise wird Tyrions Fortbewegung immer als „waddle“ (=watscheln) bezeichnet, ohne sich da mal abzuwechseln. Auch bekannte Ausdrücke wie Ygrittes „You know nothing, Jon Snow“ werden immer und immer wieder wiederholt, bis sie mir zum Hals raushingen. Da hätte mehr Abwechslung das Leben, respektive die Lektüre/das Zuhören süss gemacht…

Auch in Band drei übernimmt wieder Roy Dotrice die Rolle des Vorlesers. Wie auch bei den Vorgängern konnte mich der Sprecher auch hier nicht wirklich überzeugen. Zu viele Figuren lässt er geistig minderentwickelt (oder aber stockbesoffen) klingen, auch wenn es zur Rolle überhaupt nicht passt, wie beispielsweise Tyrion oder Missandei. Und wenn er Melisandre als Frau eine um fast eine Oktave tiefere Stimme verpasst als allen Männern wirkt das auch etwas seltsam. Ebenso hatte ich wieder meine Mühe mit einigen Namen, die Roy Dotrice anders als in der Serie auf eine Art ausspricht, die ich anhand der Schreibweise nicht nachvollziehen kann (wieso sollte Brienne „Brai-ihn“ ausgesprochen werden?).

Wer ein Buch/Hörbuch sucht, das ihn aufheitert, ist mit „A Song of Ice and Fire“ definitiv falsch beraten. Hier gewinnt meist nur das mehr oder weniger Böse, eine positive Wende für die „Helden“ ist nicht in Sicht (falls sie überhaupt überleben. Mit dem Tod geizt George R.R. Martin auch in diesen Band nicht). Für jüngere oder sensible Leser eignet sich die Reihe nicht, Sex, Gewalt und Krieg sind die drei wichtigsten Themen.

 

Mein Fazit

Wenig Handlung in den einzelnen Strängen – durch die Vielzahl der Stränge wird es aber trotzdem nicht langweilig.