Rezension

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Altes Land und neue Fälle

Hinter der Dunkelheit -

Hinter der Dunkelheit
von Anna Johannsen

Tolles Debüt einer neuen Krimireihe!

„Hinter der Dunkelheit“ ist der erste Fall für die Hauptkommissarin Hanna Will und den Kriminalpsychologen Jan de Bruyn. Sie bilden ein neues Team, das als eine Art Taskforce immer dann zu Rate gezogen werden soll, wenn die örtlichen Ermittler bei aktuellen Fällen in Norddeutschland nicht weiterkommen.

Bei ihrem ersten Fall ermittelt das neue Team im weitläufigen Alten Land. Es besteht der Verdacht, dass dort ein Vergewaltiger beziehungsweise Serienmörder am Gange ist. Vier Frauen wurden bereits überfallen. Hanna und Jan müssen ihre besonderen Fähigkeiten nicht nur voll ausschöpfen, um den Täter zu fassen, sondern sie müssen in erster Linie auch als Team zusammenarbeiten, und das ist zeitweise nicht ganz so einfach …

„Hanna rollte mit den Augen. Da war es wieder, das Psychologengeschwafel.“ (Kindle-Position 568)

Aber für persönliche Animositäten ist keine Zeit. Hanna und Jan müssen den Täter finden und so mögliche weitere Taten verhindern.

Cover und Schreibstil:

Das Cover von „Hinter der Dunkelheit“ zeigt einen einsamen Holzsteg, der im Nebel in ein Gewässer ragt. Alles wirkt dunkel und geheimnisvoll. Der Titel „Hinter der Dunkelheit“ bleibt für mich auch nach längerem Überlegen ein Stückweit kryptisch.

„Hinter der Dunkelheit“ ist nicht das erste Buch von Anna Johannsen, das ich gelesen habe. Somit war ich mit dem Schreibstil der Autorin vertraut. Mir ist jedoch aufgefallen, dass sich ihr Schreibstil nochmal deutlich verbessert hat. Der Krimi liest sich flüssig, die Dialoge sind interessant und teilweisen auch mit einer guten Portion Humor.

Fazit und Leseempfehlung:

„Hinter der Dunkelheit“ ist wie bereits erwähnt das Debüt einer neuen Krimireihe. Zu Beginn des Buches erfährt man kurz, wie sich Hanna und Jan kennen gelernt haben und wie sie zu einem Team wurden. Ob das für die Handlung nun so wichtig ist, sei mal dahingestellt, aber da das Buch das Debüt ist, ist es ok.

In langen Passagen im Buch geht es darum, dass Hanna ihren eigenen Kopf hat, den sie immer durchsetzen will und darum, dass Jan immer wieder neue Täterprofile entwirft. Trotz aller Dispute ist das Ganze aber eine saubere polizeiliche Ermittlungsarbeit, was mir persönlich gut gefallen hat. „Hinter der Dunkelheit“ glänzt letztendlich aber mit zwei wirklich besonderen Hauptermittelnden. Der etwas schrullige Jan, der seiner Familie, die in London lebt, nachtrauert und der in einer Art Schloss lebt und die etwas laute und wilde Hanna, die in einem Camper wohnt und dankbar ist, wenn sie mal irgendwo richtig duschen kann.

Viel Energie wird darauf verwendet, dass sich Hanna und Jan endlich anfreunden. Allerdings führt das im Endeffekt nicht dazu, dass die eigentliche Krimihandlung zu sehr in den Hintergrund tritt, was ich bei anderen Krimis dieser Art schon beobachtet habe.

Anna Johannsen geht beim Schreiben sehr geschickt vor, und am Ende gibt es dann sogar zwei Verdächtige. Doch wem kann man die Taten tatsächlich zur Last legen? Die Auflösung des Falls ist überraschend. Man ist erleichtert und beunruhigt zugleich.

„Hinter der Dunkelheit“  ist ein spannender und solider Krimi, und das ist in diesem Fall nicht abwertend gemeint. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall für Hanna und Jan. 4 Sterne von mir!

Die Dauerleserin