Rezension

Einseitige Darstellung von Männern

Die Wut, die bleibt -

Die Wut, die bleibt
von Mareike Fallwickl

Bewertet mit 2 Sternen

Nach der Lektüre bleibt die Wut:auf die Art, wie hier Feminismus dargestellt wird - quasi als Krieg gegen die Männerwelt!

Helene, Mutter von drei Kindern, davon zwei im Vorschulalter, steht eines Abends vom Esstisch auf und stürzt sich vom Balkon. Übrig bleiben Lola, die älteste Tochter im Teenageralter mit ihren beiden kleinen Brüdern und Johannes, der Vater der Jungs.

Und Sarah. Helenes Freundin seit Kindertagen. Sie hat Helene am längsten gekannt, hat mit ihr zeitweise zusammengelebt, als Lola noch klein war, ist mit ihr durch dick und dünn gegangen. Sie ist freischaffende Autorin, kinderlos, derzeit mit jüngerem Freund, der recht schnell bei ihr eingezogen ist - recht praktisch in Coronazeiten, wenn man den Mann, den man begehrt, gleich im Haus hat.

Wobei ich hier von der Autorin gleich eines auf die Finger bekommen würde, nehme ich mal an: nein, es heißt doch: der Mann den frau begehrt. Denn hier wird gnadenlos gegendert, was so gar nicht mein Ding ist.

Sarah sagt sofort zu, als Johannes sie um Hilfe bittet. Hilfe: das heißt bei ihm: sich alleine und bedingungslos um die Kinder, vor allem um die kleinen Jungs zu kümmern, mit etwas Unterstützung von Lola. Er selbst macht so weiter wie bisher, die Familie sieht ihn kaum. Sarah wird zur Bezugsperson.

Lola, die selbst einige Schlüsselerlebnisse mit Männern bzw. Jungs gehabt hat, macht sich so ihre Gedanken, die sie mit Sarah teilt, die quasi aufgerüttelt wird. Zunächst wehrt sich Lola mitsamt ihren gleichgesinnten Freundinnen - wird sie Sarah überzeugen können?

Keine Frage, die österreichische Autorin Mareike Fallwickl kann schreiben und so hatte ich auch kein Problem damit, ihren Roman schnell zu rezipieren. Doch ich muss gestehen, dass mir nach etwa der Hälfte des Romans Schauer über den Rücken liefen. Und das setzte sich bis zum Ende der Lektüre fort.

Denn hier werden Männer zu Feinden, gegen die Krieg geführt werden muss. Und zwar aus irgendwelchen Gründen alle, die im Roman eine größere Rolle spielen. Männer sind offen für die Bedürfnisse der Frauen, nein, sie tanzen ihnen vielmehr auf der Nase herum. Und hören nicht damit auf, bis sie diese ins Grab bringen.

So die Botschaft, jedenfalls diejenige, die mich erreicht hat. Ich - ein Kind der 1960er - bin entsetzt, bin ich doch in meinem Leben schon so einigen "frauenfreundlichen" Männern begegnet - nicht zuletzt meinem eigenen - und tue es weiterhin. Ich finde nicht, dass ein solches Thema derart einseitig und vor allem mit einer solchen Brutalität behandelt werden sollte. Auch wenn viele offenbar begeistert ist.

Einmal mehr wird deutlich: die Welt ist bunt!