Rezension

Kurzweiliger Ostseeurlaub!

Dünenzauber - Evelyn Kühne

Dünenzauber
von Evelyn Kühne

Bewertet mit 4 Sternen

In ihrem Roman „Dünenzauber“ nimmt uns Autorin Evelyn Kühne zum zweiten Mal – nach dem Roman „Dünengeflüster“  - mit an die Ostsee in das Örtchen Prerow.

Protagonistin Klara, eine junge engagierte Journalistin, soll ihrer langjährigen Freundin Jessi unter die Arme greifen bei einer Art „Himmelfahrtskommando“: Jessi will in Kürze mit ihrem Freund und Verlobten Erik nach Kanada auswandern und da sie nun auch noch etwas unverhofft schwanger geworden ist, soll ihre Beziehung vor dem großen Umzug noch legalisiert werden. Dass dies innerhalb der nächsten drei Wochen passieren muss und dann auch noch in einem kleinen Örtchen an der Ostsee, macht die Sache nicht unbedingt einfacher…

Soweit der Einstieg in die Geschichte, der neben der langjährigen, engen  Freundschaft zwischen Klara und Jessi von Kindesbeinen an auch Klaras beruflichen Werdegang beleuchtet. Bis die beiden Freundinnen sich auf den Weg nach Prerow machen, war es mir schon fast ein wenig zu langatmig, andererseits zeigen sich schon zu dieser Zeit leichte Andeutungen, dass Jessi etwas mit sich herumträgt, das sie belastet.

Im Fortgang der Geschichte entspinnt die Autorin zahlreiche Handlungsfäden, die sie geschickt miteinander verwebt, auch wenn die Haupthandlung ein wenig vorhersehbar ist.

Gut gefiel mir die Fragestellung, wozu man sich gegenseitig aus Freundschaft heraus verpflichtet ist und wie man mit einem Geheimnis umgeht, das sowohl einen selbst, wie auch die Freundin und letztlich die ganze Freundschaft belastet.

Für mich als Leserin wurde im Buch an mehreren Stellen, noch bevor ich das Autorenporträt gelesen hatte, deutlich, wie stark die Autorin unter ihrer eigenen Krebserkrankung gelitten haben muss: Protagonistin Klara hat ihre Großmutter und Mutter durch eine Krebserkrankung verloren (der letzte Verlust wird ziemlich eindringlich beschrieben und die Antipathie gegenüber der Ostsee fußt letztlich hierauf), Klara leidet mit einem Kollegen mit, dessen Frau erkrankt ist, und schildert die psychischen Belastungen bei ihren regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Die Geschichte ist in der Erzählperspektive geschrieben, liest sich flüssig und leicht.

Fazit: einerseits Liebesgeschichte, andererseits auch mehr, so eine Geschichte über eine langjährige Frauenfreundschaft!