Rezension

Es ist bittersüß, traurig, melancholisch, aber auch wunderschön und dramatisch

Die Schneekönigin - Kristalle aus Eis und Blut -

Die Schneekönigin - Kristalle aus Eis und Blut
von C. E. Bernard

Bewertet mit 5 Sternen

Ich liebe ja Märchenadaptionen und als jetzt eine neue Interpretation der Schneekönigin von C.E. Bernard erschienen ist ,konnte ich einfach nicht widerstehen.
Zum einen weil ich den Schreibstil der Autorin unglaublich liebe, aber auch weil mich die Schneekönigin seit jeher fasziniert.
Allerdings möchte ich hier anmerken, dass es eher für Erwachsene geeignet ist, da es doch etwas brutal und düster zugeht. Meinem Kind werde ich es sicher nicht zu lesen geben.

Ich liebe einfach die Art, wie die Autorin den Wörtern Leben einhaucht. Das ist unglaublich faszinierend und so gut zu spüren. Sie hat eine unglaubliche Wortgewalt und schafft es, diese mit poetischen und gleichzeitig klaren Zügen zu versehen.
Sie webt hier eine unglaublich düstere und beklemmende Atmosphäre ein, was unglaublich gut zur Geschichte passt.
Im Fokus steht Greta, deren Perspektive wir auch erfahren, mir hat das unglaublich gut gefallen. Weil ihr so viel Raum zur Entfaltung geboten wird und das auch effektiv genutzt wird.
Daneben fand ich Grim und auch Unik total knuffig. Sie machen die Handlung so viel weicher und verleihen ihr eine verletzliche Note.
Daneben begegnet man so vielen Charakteren, die mich einfach nur absolut begeistert haben. Sie sind facettenreich, sie sind anders. Mal total creepy, wunderlich, aber auch unglaublich schön und ausdrucksstark.

Das Setting ist wirklich eine Wucht und hat mich wahnsinnig verzaubert.
Natürlich trägt es Züge der Schneekönigin in sich. Aber die Autorin macht daraus etwas ganz eigenes, etwas modernes und vielschichtiges.
Ich muss aber ganz klar sagen, dass es hier sehr brutal zugeht. Und dabei geht es nicht allein um Gewalt. Es geht auch um den psychologischen Aspekt. Dieser ist nicht nur unglaublich groß und vielseitig. Außerdem ist es auch sehr tiefgreifend. Es ist so viel Trauer und Tragik darin versteckt, dass es mich emotional extrem berührt hat.
Die Einsamkeit, die Schwere, die Melancholie und die Trauer.
Es versteckt sich so viel darunter, dass man wirklich hineinhorchen muss.

Die Handlung ist sehr fesselnd und beklemmend.
Greta muss hier einiges durchstehen, aber sie lernt auch zu hinterfragen und zudem erfährt sie mehr über sich selbst. Mehr als sie möchte.
Doch was ist die Wahrheit?
Um was geht es hier wirklich?
Es ist mit so viel Schmerz, Wut und Verzweiflung verbunden, dass allein das schon unglaublich tief geht.
Die Erkenntnisse und Wahrheiten haben mich wirklich überrascht, damit habe ich wirklich nicht gerechnet.
Man begleitet Greta bei ihren Prüfungen und erkennt ,dass sie sich immer mehr in ihrem Treiben verliert. Dass sie sich immer mehr auflöst und verändert.
Man spürt ihre Zerrissenheit, aber auch die Wut unglaublich gut.
Dabei beweist die Autorin, wie kreativ und phantasievoll sie vorgehen kann, ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren.
Die malerischen Beschreibungen und die Magie, die diesem innewohnt, hat mich regelrecht verzaubert, aber auch leicht verstört. Weil es doch sehr blutig und explosiv zugeht.
Die Handlung selbst war ein Auf und Ab. Ich kam nur selten zum Luft holen.
Aber das letzte Drittel hat mich fast zerbrechen lassen.
Obwohl sich einiges herauskristallisiert hat, so hat es mich extrem erschüttert und sprachlos gemacht.
Wobei ich dieses letzte Drittel extrem krass fand.
Es war bittersüß, traurig, aber auch unglaublich schön und dramatisch.

Insgesamt konnte mich die Autorin extrem begeistern. Eine düstere und brutalere Version der Schneekönigin, was ungeahnte Verletzlichkeit und Tiefe in sich verkörpert.
Ich bin mega gespannt, was die Autorin als nächstes zaubert.

Fazit:
Wir alle kennen die Schneekönigin.
C.E. Bernard konnten mich mit ihrer düsteren und brutalen Interpretation dessen wahnsinnig begeistern, zumal es sehr viel Verletzlichkeit und Einsamkeit in sich birgt.
Es ist aber auch etwas verstörend und vielleicht nicht für jeden geeignet.
Ihre poetischen und klaren, aber doch definierten Linien verfolgt sie auch weiterhin und das liebe ich einfach so an ihr.
Es ist bittersüß, traurig, melancholisch, aber auch wunderschön und dramatisch.
Ich bin unglaublich gespannt, was sie als nächstes zaubert.