Rezension

Süße Geschichte, langweilig erzählt

Der letzte erste Kuss - Bianca Iosivoni

Der letzte erste Kuss
von Bianca Iosivoni

Bewertet mit 3 Sternen

Ich weiß echt nicht, was es mit diesen New Adult-Romanen zur Zeit bei mir auf sich hat. Irgendwie fühlt sich alles an, wie eine Art Einheitsbrei, ohne neue Ideen und teilweise recht fade. Gut, die Grundgeschichte in diesem zweiten Band der Firsts-Reihe war wirklich süß, aber die rechte Lesefreude wollte sich bei mir dennoch nicht einstellen.

Dabei ist der Schreibstil von Bianca Iosivoni im Großen und Ganzen ganz gut. Sie kann zwar nicht mit der größten Emotionalität aufwarten, aber dennoch schreibt sie locker und leicht und eigentlich sollte man ganz gut durch die Geschichte hindurch kommen. Das haben mir aber die recht langen Kapitel, die zudem noch in ziemlich kleiner Schrift verfasst waren, zum Teil ein bisschen vermiest. Wären diese wenigstens atmosphärisch und kurzweilig geschrieben gewesen, wäre das sicherlich kein Problem gewesen, aber insgesamt hat sich der ganze Roman für mich nur einfach gezogen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das Buch als Hörbuch kurzweiliger ist. Schön fand ich allerdings, dass die Geschichte aus Sicht beider Protagonisten erzählt wird.

Die Geschichte ist, wie schon gesagt, eigentlich ganz süß. Ich mochte einige Szenen und Ereignisse zwischen Elle und Luke wirklich sehr. Dabei gab es sowohl prickelnde als auch recht dramatische Szenen, wobei ich mich aber auch gefragt habe, warum man immer noch einen und noch einen drauf setzen muss und das ausgerechnet kurz vor Ende des Buches. Für mich wirkte das ganze Drama ein bisschen deplatziert und sinnlos rein gequetscht, auch wenn es natürlich auf eine bestimmte Weise für die Entwicklung der Charaktere wichtig war. Ich muss außerdem sagen, dass die Liebesgeschichte sowieso schon sehr langsam in Schwung kam und ich manche Zweifel und Probleme einfach nicht nachvollziehen konnte. Einerseits verstehe ich zwar, dass eine gute Liebesgeschichte Zeit braucht, sich zu entwickeln, andererseits aber sind mir fünfhundert Seiten nur allein dafür einfach zu viel, wenn man bedenkt, dass man sich beim Lesen schon danken kann, wie die ganze Geschichte ausgeht.

Die Charaktere fand ich in diesem Band recht sympathisch, aber auch wieder nicht wahnsinnig besonders. Natürlich machen ihre einzelnen Geschichten sie zu dem, was sie sind und da haben sowohl Elle als auch Luke ihr gewisses Leid zu tragen, aber einen gewissen Wiedererkennungswert lassen beide vermissen. Allerdings habe ich dementsprechend auch gar keinen allzu großen Anspruch mehr, weil ich mir vorstellen kann, wie schwer es ist, interessante und einzigartige Charaktere zu schreiben.

Dennoch muss ich sagen, dass ich mich insgesamt mehr durch das Buch hindurch gequält habe, als es zu genießen. Zwar gab es einige interessante, unterhaltsame und echt tolle Szenen, aber durch das viele triviale Drumherum und die langgezogenen  Kapitel wirkte es eher langweilig. Ich denke jedenfalls, dass ich die nächsten zwei Bände der Reihe wohl nicht mehr lesen werde.