Rezension

Unvorteilhafte Protagonistin und nicht nachvollziehbare Beziehung

Das göttliche Mädchen
von Aimée Carter

Bewertet mit 3 Sternen

Erster Satz

„Wie ist es diesmal passiert?“

Meinung

Kate und ihr Mutter ziehen von New York in die Kleinstadt Eden um. Die letzten Wochen wollen sie dort zusammen verbringen, denn Kates Mutter ist sterbenskrank und hat nicht mehr viel Zeit. Eigentlich möchte Kate diese restliche Zeit nur in ihrer Nähe sein und jeden gemeinsamen Augenblick auskosten, doch noch ist sie minderjährig und damit schulpflichtig. Kaum in der neuen Schule angekommen wird sie auch schon zu einer Feier am Wochenende eingeladen und geht, nach einigem Zögern, mit ihrer Klassenkameradin Ava mit. Allerdings stellt sich alles als ein ziemlich mieser Scherz heraus, bei dem Ava sich lebensgefährlich verletzt. Ein Fremder rettet ihr das Leben, doch im Austausch verlangt er etwas von Kate und ehe diese sich versieht steht sie dem Gott der Unterwelt Hades gegenüber. Im Anschluss der Hauptgeschichte finden sich noch zwei Kurzgeschichten.

Die meiste Zeit erzählt Kate selbst ihre Geschichte und lässt uns teilhaben an ihrem Abenteuer. Dabei lässt sie gerne etwas aus und überspringt öfters längere Zeiträume. Besonders im Bezug auf die sieben Prüfungen hätte ich mir mehr Informationen gewünscht. Diese liefen sehr verdeckt im Hintergrund ab. Der Schreibstil war gut und die Geschichte ließ sich flüssig lesen. Die geänderten Namen der Götter waren recht verwirrend und auch nach über der Hälfte des Buches musste ich immer wieder im Verzeichnis hinten nachschauen, denn ich konnte es mir einfach nicht merken. Zudem hab ich den wirklich Zweck hinter den Namen nicht verstanden, ist nicht so, dass die Götter durchweg unter den Menschen lebten und deswegen eine Erklärung brauchten, warum sie nicht altern.

Charaktere

Über Kates gesamten Charakter konnte ich meist nur den Kopf schütteln. Sie war so naiv und schwer vom Begriff, selbst wenn ihr jemand etwas direkt sagte, verstand sie es zunächst nicht. Zudem war sie, besonders zu Beginn, sehr sprunghaft. In der einen Sekunde denkt sie, alles sei ein Scherz und Übernatürliches existiert nicht, in der nächsten glaubt sie an Götter und empfindet es als normal, dass tote Menschen wieder auferstehen.

Wortkarg, abweisend und etwas nichtssagend - so empfand ich Henry / Hades die meiste Zeit. Das er Gefallen an Kate findet , geht ziemlich zügig von Statten, denn zuvor trauerte er immerhin über vierhundert Jahre lang Persephone hinterher. Nach nur wenigen Wochen schafft es Kate ihn jedoch für sich zu begeistern und das, obwohl sie fast nie Zeit mit einander verbrachten. Besonders Kates Gefühle Henry gegenüber empfand ich eher als Mitgefühl und nicht als Zuneigung oder gar Liebe, weswegen die Beziehung der Beiden als sehr gestellt rüber kam.

Fazit

Die Geschichte war insgesamt doch sehr vorhersehbar, zwar gab es ein paar vereinzelnde Momente, welche mich überraschten, doch diese waren rar gesät. Hinzu kam eine unvorteilhafte Protagonistin und eine nicht nachvollziehbare Beziehung, trotzdem hat die Geschichte mir einigen Spaß bereitet. 3 Sterne