Rezension

Wo bleibt die Abwechslung?

Zeitenzauber 03 - Das verborgene Tor - Eva Völler

Zeitenzauber 03 - Das verborgene Tor
von Eva Völler

Bewertet mit 4 Sternen

Anna und Sebastiano sollten eigentlich nur schnell das Londoner Haus des Malers William Turner vor dem Abbrennen bewahren, doch plötzlich stecken sie im 19. Jahrhundert fest. Zurück in ihre Zeit können sie erst, wenn sie ihren Auftrag erfüllt haben, doch was sie tun müssen, gilt es erst herauszufinden…

"Das verborgene Tor" ist der dritte Band der "Zeitenzauber"-Trilogie. Während es zum Verständnis sinnvoll ist, zuerst den ersten Band zu lesen, braucht es nicht zwingend Kenntnisse von Band 2. Die dortigen Ereignisse werden zwar ein paar Mal erwähnt, der Handlung kann man aber auch folgen ohne zu wissen, was Anna und Sebastiano in Paris erlebt haben.

Die Geschichte wird auch hier wieder in der Ich-Perspektive von Anna in der Vergangenheit erzählt. Dieses Mal fielen mir bei Anna einige Unterschiede zu den beiden vorhergehenden Bänden auf. Zwar ist Anna immer noch ziemlich naiv und nahezu allergisch auf alles Naturwissenschaftliche, aber nun hat sie eine grosse Begeisterung für Bücher entwickelt (sie studiert nun auch italienische Literatur in Venedig), die vorher nie erwähnt wurde. Auch ihre Begeisterung für den Maler William Turner, dem sie wie ein Groupie nachrennt, ist anhand ihrer bisherigen Charakterisierung nicht wirklich nachvollziehbar. Dass sie auch hier wieder kurz vorm Durchdrehen ist vor lauter Eifersucht passt hingegen wieder gut in das Bild, das ich von ihr habe.

Die Handlung bietet im dritten Band nicht viel Neues. Wieder reisen Anna und Sebastiano in die Vergangenheit um einen Auftrag auszuführen, von dem sie nicht genau wissen, worum es geht. Wieder treffen sie auf andere, böse Zeitreisende und wieder müssen sie feststellen, dass nicht alle Menschen es wert sind, dass man ihnen vertraut. Dass sie sich nach so vielen Jahren immer noch über die Gebräuche in der Vergangenheit wundern oder über den Translator amüsieren wirkt mittlerweile etwas lächerlich. So wird die immer gleiche Story zum dritten Mal an einem neuen Ort zu einer neuen Zeit aufgebacken. Mir gefällt sie immer noch, aber ich bin der Autorin Eva Völler nicht böse, dass sie aus "Zeitenzauber" "nur" eine Trilogie gemacht hat und nach drei Aufgüssen nun Schluss ist. Etwas Abwechslung tut Not, und die kommt hoffentlich in der "Timeschool"-Reihe mit den gleichen Figuren.

Der Schreibstil von Eva Völler ist immer noch flapsig-flüssig, und auch Annina Braunmiller-Jest hat den dritten Band ebenso gut gelesen wie die beiden vorher.
 

Mein Fazit

Wo bleibt die Abwechslung?