Rezension

Gut zu lesen mit kleinen Schwächen

Das Leben ist ein Seidenkleid
von Tanja Wekwerth

Bewertet mit 4 Sternen

Handlung:

Maja, eine junge Frau, die ein großes Talent dafür besitzt, sich Kleidungsstücke vorzustellen und diese auch später nach ihren Vorstellungen zu nähen, arbeitet in einem Kaufhaus,eine Tätigkeit, die sie absolut nicht erfüllt und unglücklich macht. An ihren Wochenenden fährt sie zusätzlich Mittagessen für Senioren aus. Eines Tages lernt sie dabei Leonard kennen, einen sehr charismatischen Rentner, kennen. Beide empfinden von dem ersten Zusammentreffen an Sympathie füreinander und freunden sich an. Sie verbringen viele Stunden zusammen und schließlich erlaubt ihr der Rentner auch, das Ankleidezimmer seiner verstorbenen Frau Louise zu betreten. Eine Welt voller Kleidungsstücke, die Maja begeistern und in ihr den Wunsch wecken, die Sachen nachzunähen. Doch schon bald muss Maja feststellen, dass vieles nicht nach ihren Wünschen verläuft und sie mit ihrem Leben nicht vollkommen zufrieden ist.

 

Meinung:

Das Cover gefällt mir unheimlich gut, es wirkt unbeschwert und frühlingshaft, und gerade bei diesen eiskalten Temperaturen wunderbar anzusehen, da es Hoffnungen auf wärmere Temperaturen macht.
Sehr schön, dass der Titel und Inhalt des Buches schon auf dem Cover Erwähnung findet, durch die Modepuppe im Schaufenster des niedlichen Ladens. Mir gefallen die frischen Farben sehr, sie wirken wie eine Verheißung auf einen lockeren, tollen Roman.

 

Die Schreibweise des Romans fand ich durchweg sehr angenehm zu lesen und war mein Highlight im ganzen Roman. Das Buch war leicht und locker geschrieben, dazu gab es immer mal ein paar Szenen zum schmunzeln und auch Szenen, die sehr herzlich geschildert wurden. Dadurch konnte ich den Roman sehr flüssig und schnell lesen, besonders hervorragend fand ich die Schilderung von Louise´s Näh- und Ankleidezimmer. Von dem Zimmer gab es eine genaue und wundervolle Beschreibung, vieles konnte ich mir leicht vorstellen und habe mich beim Lesen teilweise selbst so gefühlt, als würde ich mit in dem Raum stehen.

 

Die Protagonisten waren klar gezeichnet, wodurch es sehr einfach war, sich von ihnen ein Bild zu machen. Es gab eine große Vielfalt von verschiedenen Typen, die alle ihre Eigenarten hatten und in das Gesamtbild der Figuren gepasst haben. Trotzdem waren sie recht stereotyp und einfach, niemand hat sich wirklich durch etwa besonderes hervorgetan.

Ich fand es etwas schade, dass es eine konkrete Aufteilung vonseiten der Autorin gab, welche Personen positiv und negativ gezeichnet wurden. Auch wenn es ein Stück weit zu dem Roman gepasst hat, fand ich dies nicht gut, da man als Leser zu sehr beeinflusst wurde. Hier hätte ich mir eine neutralere Beschreibung gewünscht, sodass man frei entscheiden kann, ob man einen Protagonisten sympathisch oder unsympathisch findet.

Teilweise hatte es für mich den Anschein, als würden die Protagonisten nicht wirklich zielstrebig sein, besonders Maja war mit ihrer Lebenssituation vollkommen unzufrieden und benötigte viel Zuspruch, um etwas daran zu ändern. Das war mir persönlich zu traumtänzerisch und das hat mich auch im Verlauf des Romans immer wieder gestört.

Zudem fand ich es teilweise sehr gewöhnungsbedürftig, dass Maja fast nur Rentner als Freunde hatte, als Personen ihres Alters gab es lediglich zwei Protagonisten, bei denen ein freundschaftliches Verhältnis zu finden war. Zudem war die Freundschaft zu Leo einerseits schön zu lesen, jedoch auch gleichzeitig fand ich es gewagt, den Herrn nach nur wenigen Tagen schon als „Besten Freund“ zu bezeichnen.

 

Das Ende ging mir dann ein bisschen zu schnell und war mir zu kurz geschildert. Es ging alles Schlag auf Schlag und es gab für den Leser keine Verschnaufpause dazwischen, wo der Roman wieder etwas ruhiger wurde.

 

Der Roman an sich war angenehm, teilweise hätte ich mir mehr Tiefgang oder Variabilität bei den Protagonisten gewünscht, jedoch war er recht nett zu lesen. Mir fehlt jedoch noch das gewisse Etwas, der den Roman zu etwas besonderem machen würde und mir dadurch in besonderer Erinnerung bleiben würde. So fand ich ihn nett zu lesen, jedoch wird er mir nicht ewig im Gedächtnis bleiebn, wie z.B.: „Madame Cléo und das grosse kleine Glück“ von der Autorin. Hier fehlt mir die Magie, die mich vollkommen an den Roman fesseln würde.

 

Fazit: Leider konnte mich der Roman diesmal nicht so fesseln, wie der erste Roman der Autorin, hierfür hat mir die Magie gefehlt, die den ersten ausgezeichnet hat. Trotzdem war die Geschichte nett zu lesen und eine gute Ablenkung zum Alltag, jedoch gab es einige Feinheiten, die mir persönlich nicht gefallen haben.