Rezension

[Rezension] Drei Tropfen Dunkelheit - Ein weiterer Fall für Caitlynn

Drei Tropfen Dunkelheit
von Angelika Diem

Bewertet mit 4 Sternen

Da ich die vorherigen Bücher sehr gut und leicht lesen konnte, habe ich mich sehr darüber gefreut als mir auch dieser Band der "Vollstrecker der Königin"-Reihe als Rezensionsexemplar angeboten wurde. Da ich schon die ersten Bände gut fand und gerne mehr über Caitlynn und ihre Welt erfahren wollte, bin ich etwas voreingenommen an das Buch herangegangen, versuche aber in dieser Rezension nicht nur die positiven Aspekte zu nennen oder diese zumindest gut genug zu untermauern, denn ja: Mir hat das Buch sehr gefallen.

Meine Meinung:

Sobald ich das Buch erhalten hatte, habe ich sehr schnell angefangen zu lesen und hatte es auch bald darauf beendet. Es zu rezensieren hatte ich in der Zeit allerdings leider nicht geschafft, daher kommt die Rezension erst jetzt.

Bevor ich mit der Rezension anfange noch ein Tipp für diejenigen, die vorhaben das Buch zu lesen und die vorherigen Bände schon kennen: Lest am besten noch einmal die beiden ersten Bände. Ich hatte das nicht gemacht und musste daher öfters überlegen worauf sich manche Passagen bezogen oder wer eine gewisse Person ist. Ich fand es ein wenig ärgerlich, was aber allein an mir lag und daran, dass ich es nicht geschafft hatte, die Bücher nochmal zu lesen.

 

Im ersten Band wurde noch nicht sehr viel über die gegenwärtige Situation in Caitlynns Welt erzählt. Auch über den Aufbau der Gesellschaft und die Politik hat man nicht sehr viel erfahren. Man wusste, dass es eine Königin gibt und vielleicht hatte man auch schon so ungefähr eine Vorstellung davon wie die Königin an die Macht kam, aber wirklich viel wusste man noch nicht. Im zweiten Band hatte man vieles in Erfahrung bringen können. Man hatte erfahren, dass es Heiler gab/gibt und fand etwas mehr über Caitlynns Vergangenheit und die Politik heraus. Im dritten Band nun erfährt man noch ein wenig mehr. Die Lücken schließen sich immer mehr. Wer noch nicht ganz das Prinzip der 'Gilden' (schwarzer Turm, ...) verstanden hatte, wird nun sicher mehr darüber erfahren können. Man erfährt auch vage mehr über die Vergangenheit der Königin und ihres Bruders.

Bis man das ganze große Bild dieser Welt vor Augen hat, wird es wohl trotzdem noch länger dauern. Für einige ist das vielleicht schon ein Kontra-Argument, da sie gerne von Anfang an möglichst viel über die Welt wissen wollen um so eine Struktur in der Gesellschaft der Buch-Welt erkennen zu können. Es kann sicher stören, wenn man vor vielen Fragezeichen diesbezüglich steht, so kann man aber auch weiter spekulieren und die Puzzlestücke selber weiter zusammen sammeln.

 

Neben neuen Aspekten wird auch altes Wissen aus den vorherigen Bänden aufgegriffen, daher ist es ganz gut, wenn man diese noch einmal gelesen hat. So greift zum Beispiel Caitlynn auf ihr Wissen aus der Ausbildung zur Heilerin zurück. Das Wissen was sich Caitlynn in den vorherigen Bänden angeeignet hat, geht also nicht so wie in anderen Reihen wieder im nächsten Band verloren.

Auch Figuren aus den ersten beiden Bänden kommen wieder vor oder werden teilweise 'nur' genannt und spielen so indirekt eine Rolle in den Ermittlungen.

 

Wenn wir schon bei Ermittlungen sind: Ich konnte mich diesmal sehr schnell in Caitlynns Denkweise hineinversetzen. Ich hatte von Anfang an Vermutungen wer mit dem Mord zu tun haben könnte und ich hatte auch schon recht früh eine richtige Ahnung, aber auch wenn man schon die richtige Person im Kopf hat, kann immer noch mitüberlegen, da man erst nach und nach mit Hinweisen und Beweisen 'gefüttert' wird. Man weiß eigentlich nie viel mehr als Caitlynn und muss daher (eigentlich) bis zum Ende warten um sich wirklich hundertprozentig sicher zu sein.

Es kann allerdings auch sein, dass Leute, die geübter im Krimi-lesen sind als ich - da wird es vermutlich einige geben - schon sehr viel früher die Situation durchblicken können und Caitlynn schon voraus sind. Für solche Leute ist dieses Buch vielleicht nicht zu empfehlen, aber da bin ich wohl die falsche Person um das zu beurteilen.

 

Schlussendlich bleiben hier wohl nur noch die Punkte: Figuren, Idee und Umsetzung übrig. Zu den Figuren in der Geschichte habe ich ja bereits gesagt, dass man manche schon aus den vorherigen Bänden der Reihe kennt. Viele neue wichtige Personen gibt es auch nicht. Bei ein paar könnte ich mir vorstellen, dass sie  in den nächsten Bänden nochmal vorkommen, aber viele werden wohl im weiteren Verlauf der Reihe keine große Rolle spielen. Die Figuren sind recht flach gehalten und nur wenige Figuren wurden tiefer beleuchtet, was aber auch in Anbetracht der Handlung und Dicke des Buches auch zu erwarten war. Die wichtigen Figuren haben genug Tiefe um ihre Handlungsweise zu verstehen und um sie zumindest grob beurteilen zu können.

 

Da dieses Buch schon das dritte (oder zweite - je nachdem wie man zählt) Buch der Reihe ist und ich die Bücher noch immer mit Freude lese, kann man schon ahnen, dass ich die Idee oder zumindest die Umsetzung gelungen finde. Die Idee Fantasy und Krimi zu verbinden, finde ich sehr interessant und in diesem Fall auch gut umgesetzt. Auch die Fälle sind, meiner Meinung nach, gut durchdacht und auch nicht zu einfach zu lösen. Außerdem dreht sich die Reihe nicht nur um die Auflösung eben dieser - zumindest ab dem zweiten Band nicht mehr -, sondern gibt auch einen Einblick in andere Problematiken der Gesellschaft. Zwar liegt das Hauptaugenmerkt der Geschichte noch immer auf der Aufklärung der Fälle, aber ich hege die Hoffnung, dass sich dies auch noch ein wenig ändern könnte, aber auch sonst ist die Umsetzung, meiner Meinung nach, im Großen und Ganzen gelungen.

 

Denjenigen, den ein Buch stört, das noch Rechtschreib- und/oder Grammatikfehler hat, sollte noch etwas warten bis er sich dieses kauft. In der Erstausgabe habe ich noch ein paar Tippfehler gefunden, die mich teilweise etwas am Lesefluss gestört haben, aber dafür kann niemand etwas. Man kann nicht erwarten, dass schon die Erstausgabe fehlerlos gedruckt wird.

 

Cover:

Das Cover fand ich zuerst nicht ganz so gut und schön. Während des Lesens gefiel es mir aber immer besser, da ich dann auch den Bezug zur Geschichte und zum Titel verstanden habe. Je öfter man das Cover betrachtet, desto besser sieht es auch aus.

 

Fazit:

Eine interessante Reihe, die versucht Krimi und Fantasy-Elemente zu verbinden und dies im Großen und Ganzen auch schafft. Man weiß selten mehr als die Protagonistin und kann so mit raten ohne den Täter schon zu früh zu erraten.