Rezension

unterhaltsame Kurzgeschichte

Wir sehen uns GESTERN - Tanja Voosen

Wir sehen uns GESTERN
von Tanja Voosen

Bewertet mit 4 Sternen

Wir steigen mit einem Telefongespräch ein, bei dem Mallory die schlechte Nachricht bekommt, dass sie sich schnell entscheiden müsse, ob sie das Auto nun haben wolle. Dass sie es will, steht schon lange fest, denn es ist ihr Traumauto, doch sie hat einfach das Geld noch nicht zusammen.

Ihre letzte Rettung ist die Grossmutter. Diese ist auch bereit, ihr das Geld zu geben, wenn sie ihr hilft, den Dachboden zu räumen. Dabei stösst sie dann auf Mallorys alte Tagebücher, die sie alle aufbewahrt hat. Und nun hat die Grossmutter eine noch viel bessere Idee: Sie bekommt das Geld für das Auto, wenn sie bei einem Diary-Slam mitmacht. Doch nicht nur die Peinlichkeiten vor einigen Jahren machen ihr zu schaffen. Durch das Tagebuch werden auch die Erinnerungen an ihre grosse Liebe wieder wach ..... und dann ist da noch dieser neue Typ an der Schule ....

Mallory ist eine etwas spezielle Protagonistin und steckt voller Gegensätze. Zum einen ist sie bei vielen Dingen in der Schule dabei, auf der anderen Seite ist sie eine Aussenseiterin. Ihre Agenda ist ihr wichtigster Begleiter, denn alles ist durchorganisiert und sie werkelt gerne an Autos herum. 
Stellenweise ist mir Mallory jedoch etwas gar zickig, da ist es gut, dass die Grossmutter ihr ab und zu einen guten Rat auf den Weg gibt.

Die Idee mit dem Auto und vor allem mit dem Diary-Slam hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ich glaube, ich muss meine alten Tagebücher auch einmal hervornehmen. Ob ich beim Lesen auch rote Ohren bekomme oder einfach nur lachen muss?
Die Länge und der Verlauf von "Wir sehen uns GESTERN" ist meiner Meinung nach rundum gelungen. Obwohl sich die Geschichte nur auf 80 Seiten ausbreiten darf, hat mir nichts gefehlt. 

Einerseits finde ich es toll, dass hier für einmal die Grossmutter im Mittelpunkt steht, doch irgendwie konnte mich ihr Verhältnis zur Nichte nicht so ganz überzeugen. Bei der einen oder anderen Situation runzelte sich bei mir etwas irritiert die Stirn.
Ansonsten war mir schon sehr früh klar, worauf es hier hinauslaufen sollte, doch das hat mich bei so einer Kurzgeschichte nicht sonderlich gestört.

Der Schreibstil von Tanja Voosen liest sich locker-flockig und sehr jugendlich, so dass man das E-Short, einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand legt.
Gut gefallen hat mir vor allem auch ihr Humor, denn sie brachte mich immer wieder zum Schmunzeln. 

Fazit:
Tanja Voosen konnte vor allem mit dem Diary-Slam, Matt und dem Auto bei mir punkten. So ist "Wir sehen uns GESTERN" eine unterhaltsame Kurzgeschichte, die ich an einem Stück verschlungen habe.

Kommentare

vantob kommentierte am 07. Februar 2015 um 18:04

Die Geschichte finde ich toll. Wie aus dem richtigen Leben, wenn jemand Verwandtes hilfe braucht und die Oma springt ein. So sollte Familienhilfe sein.