Rezension

Diese Rezension enthält Spoiler. Klicken, um alle Spoiler auf dieser Seite lesbar zu schalten.

4 Sterne, aber so richtig geflasht war ich nicht

Rockoholic - C. J. Skuse

Rockoholic
von C. J. Skuse

Bewertet mit 4 Sternen

Ich bin hin und her gerissen, wie ich dieses Buch finden und vor allem rezensieren soll. Einerseits habe ich das Buch insgesamt schnell gelesen und mochte es auch nicht so richtig aus der Hand legen. Andererseits fehlt mir irgendwie die große Erkenntnis, der “Peng” in diesem Buch. Außerdem ist die Geschichte insgesamt recht unrealistisch. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein 16jähriges Mädchen einen gefragten Rockstar so einfach entführt und ihn dann auch noch längere Zeit in ihrer Garage verstecken kann ist schon sehr weit hergeholt. Aber, was soll´s? Dem Lesevergnügen tat das keinen Abbruch.

Zunächst zum Schreibstil, der sehr flüssig und eingängig ist. C. J. Skuse hat einen sehr bildhaften Schreibstil, der es mir leicht macht, mir die Figuren und Orte vorzustellen.

Jody ist 16 Jahre alt und mit der ganzen Situation, die sich nach der Entführung ergibt ist sie (logischerweise) völlig überfordert. Sie ist ein typischer in einen Star verliebter Teenager, der nicht sieht, dass auch dort nur ein normaler Mensch auf der Bühne steht, der nicht weniger Probleme hat als jeder von uns. Ihr unendliche Bewunderung für Jackson ist manchmal direkt grotesk. Aber, auch Jody lernt im Laufe des Buches dazu und wird ein Stück weit erwachsen.

Mac ist der Fels in der Brandung. Wenn Mac nicht wäre, dann wäre einfach alles den Bach runter gegangen. Er hält alles zusammen, er weiß, was zu tun ist und ist immer für Jody da. Mac ist der Charakter, der sich am wenigsten entwickelt, aber das braucht er auch nicht. Er ist einfach ein toller Kerl, der von Anfang an mit beiden Beinen im Leben steht. Mac ist der Charakter, den ich am meisten lieb gewonnen habe, neben seiner süßen Schwester Cree.

Jackson ist der Charakter, der die größte Wandlung durchmacht. Er hat mir von der Beschreibung her daher auch am besten gefallen. Man bekommt viele Einblicke in sein Seelenleben, in das, was er durchgemacht hat. Er bringt Jody dazu, über den Fanatismus der so genannten Fans nachzudenken. Wie er mit Cree umgeht ist irgendwie rührend.

Das Buch ist auf keinen Fall die leichte, fluffige Geschichte, die ich nach Klappentext und Leseprobe erwartet hatte. Die Charaktere müssen sich mit Drogen, Krebserkrankung, den Schattenseiten des Rockstardaseins und Vielem mehr herumschlagen. Dieses Buch hat mir doch das eine oder andere Mal zu denken gegeben und mich schlucken lassen.

Was mir richtig gut gefallen hat war die Szene auf Seite 400/ 401. SPOILER Auch wenn Jody über ihre Schwärmerei für Jackson hinweg ist, so ist diese Szene das romantischste, was ich in der letzten Zeit gelesen habe. Ich hatte direkt Gänsehaut. SPOILER ENDE

Von mir gibt es knappe 4 Sterne für ein Buch, welches nicht nur unterhält, sondern auch zum nachdenken anregt.