Rezension

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Prosit Neujahr – Hast du auch ein Geheimnis?

Silvester -

Silvester
von Martin Österdahl

Bewertet mit 5 Sternen

Für mich eines der besten Bücher 2023 - sollte man gelesen haben!

Ebba und Marlon sind 17 und verliebt. An Silvester sollen nun ihre Eltern zum ersten Mal aufeinandertreffen. Das Treffen wird bei Ebbas Eltern stattfinden. Doch schnell ist klar, dass sich die beiden Paare von früher kennen. Und schon überschlagen sich die Ereignisse, und so manche aufgesetzte Fassade bröckelt …

Cover und Schreibstil:

Das Cover von „Silvester“ zeigt einen beleuchteten Pool, der, wie wir sehen werden, noch eine wichtige Rolle im Buch spielen wird, und am dunklen Nachthimmel verschiedene Leuchtkörper. Alles in allem ein sehr düsteres Cover, das wunderbar zum Buchinhalt passt.

Das Buch vermittelt vom Anfang bis zum (grausamen!) Ende eine unwirtliche, beklemmende Atmosphäre. Die Handlung ist komplex, und dies, ohne unnötig viele Handlungsstränge zu konstruieren, was bei anderen Thrillern dieser Art leider oft der Fall ist.

Dem Autor Martin Österdahl ist es gelungen, (fast) alle Personen im Buch gut auszuarbeiten, wobei ich dennoch das Gefühl habe, am Ende dann doch nicht alles zu wissen.

Fazit und Leseempfehlung:

Skandinavische Psychothriller haben es meist in sich, und so ist auch „Silvester“ ein besonderes Buch, das ich, als ich es einmal angefangen hatte, kaum aus den Händen legen konnte.

Man hat schon früh im Buch eine Ahnung, wohin das Ganz führen wird. Aber tatsächlich will man es nicht wahrhaben und hofft bis zum Ende, dass man auf dem Holzweg ist.

Es gibt immer wieder Rückblicke auf die Ereignisse vor über 17 Jahren, und nach und nach setzt sich ein schreckliches Puzzle aus Lügen, Intrigen und zerstörten Lebensentwürfen zusammen.

„Silvester“ ist aber nicht nur ein spannender und beunruhigender Psychothriller. Es ist ein Buch, in dem fiktional, aber darum nicht weniger interessant, Sozialkritik geübt wird. So geht unter anderem auch um Medikamentenmissbrauch, unerfüllten Kinderwunsch und Fortpflanzungsmedizin, aber auch um Konventionen und Diskriminierung.

Wie bereits erwähnt, kann man beim Lesen durchaus schon früh eine ungefähre Ahnung haben, was das schreckliche Geheimnis, dass die HauptprotagonistInnen verbindet, sein könnte. Aber als dann endlich (fast) alle Fragen geklärt sind, haut es einen einfach um. So viel menschliches Leid und so viele, ebenfalls (vielleicht) menschliche, Fehler beim Umgang mit dem Leid.

Ich vergebe für „Silvester“ fünf Sterne und empfehle das Buch allen, die gerne Psychothriller lesen. Zieht euch warm an!

Die Dauerleserin