Buch

Und alle so still

von Mareike Fallwickl

Ein großer feministischer Gesellschaftsroman über Widerspruchsgeist und Solidarität 

An einem Sonntag im Juni gerät die Welt aus dem Takt: Frauen liegen auf der Straße. Reglos, in stillem Protest. Hier kreuzen sich die Wege von Elin, Nuri und Ruth. Elin, Anfang zwanzig, eine erfolgreiche Influencerin, der etwas zugestoßen ist, von dem sie nicht weiß, ob es Gewalt war. Nuri, neunzehn Jahre, der die Schule abgebrochen hat und versucht, sich als Fahrradkurier, Bettenschubser und Essenslieferant über Wasser zu halten. Ruth, Mitte fünfzig, die als Pflegekraft im Krankenhaus arbeitet und deren Pflichtgefühl unerschöpflich scheint. 

Es ist der Beginn einer Revolte, bei der Frauen nicht mehr das tun, was sie immer getan haben. Plötzlich steht alles infrage, worauf unser System fußt. Ergreifen Elin, Nuri und Ruth die Chance auf Veränderung?

Rezensionen zu diesem Buch

Ausruhen

Was wäre, wenn alle Frauen plötzlich nichts mehr machen würden? Dieses Gedankenspiel treibt die Autorin auf die Spitze.
Hier beginnt es mit ein paar Frauen, die ihre Arbeit, die Pflege von Nagehörigen und Kindern einfach mal lassen und sich im Park einfach hinlegen. Sie sagen nichts, sie demonstrieren nicht, es werden keine Plakate aufgehängt. Sie können einfach nicht mehr und ruhen aus. Erst sind es ein paar, dann immer mehr. Polizei kommt und will sie wegtragen. Doch eigentlich tun...

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Radikalität ist kein Feminismus!

Auch, wenn ich mich selbst nicht als Feministin bezeichnen würde, fand ich, nachdem mehrere Personen diesen Roman bereits sehr hochgelobt hatten, dass ich ihn mir nun auch endlich einmal zu Gemüte führen müsste. Nun, unterhaltsam fand ich ihn, aber was das Thema angeht, so war er mir dann doch zu pathetisch. 

Erzählt wird die Geschichte dabei hauptsächlich aus den Perspektiven, der drei verschiedenen Protagonisten, unter welche noch kurze Kommentare von einer Pistole, der Gebärmutter...

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polarisierendes Thema

Mareike Fallwickel spricht in ihrem neuen Buch " Und alles so still" ein wichtiges Thema an das polarisiert und die Männer nicht unbedingt gut wegkommen lässt.

In diesem Buch wird aufgezwigt, was passiert, wenn Frauen, denn es ist vor allem dieses Geschlecht, die sogenannte Carearbeit verweigert.
Das Buch fängt gemächlich damit an, dass diese Menschen sich einfach auf die Straße legen und ihrer Arbeit nicht mehr nachkommen, um aufzuzeigen, dass sie sich nicht mehr vom Patriachat...

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Gesellschaftlich wichtige Themen, literarisch leider etwas dahinter zurückbleibend

Mit großer Begeisterung habe ich "Die Wut, die bleibt" gelesen, oft weiter verschenkt und war jetzt sehr neugierig auf "Und alle so still". Während sich im ersten die Empörung über patriachale Strukturen aggressiv seine Bahn bricht, legen sich in diesem Buch die Frauen resigniert schweigend nieder. Es ist alles gesprochen und gesagt. Sie stellen Care-Arbeit ein, verlassen ihre schlecht bezahlten Arbeitsplätze, das System kommt zum Erliegen. Das Buch lebt für mich zum einen durch die Figur...

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Solidarität unter Frauen

 

Es ist so eine Sache mit großen Erwartungen. Ich habe vor 2 Jahren Mareike Fallwickls Buch "Die Wut die bleibt" gelesen und sehr geliebt. Natürlich hatte ich die Hoffnung, dass es mir mit ihrem neuen Werk "Und alle so still" genauso geht. Und vielleicht konnte die Geschichte diesen hohen Erwartungen gar nicht gerecht werden.

Ich hatte anfangs einige Schwierigkeiten ins Buch hineinzufinden. Es war mir zu verwirrend, zu unklar wer welche Perspektive erzählt und wie das im...

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Eindrucksvolle Perspektiven

Es ist ein interessantes Gedankenspiel zu einem Fakt, den wir alle nicht abstreiten können - einen Großteil der Care-Arbeit verrichten Frauen. Allerdings möchte ich kurz erwähnen, dass auch viele Männer diese Aufgaben übernehmen, sie werden immer schnell bei solchen Gedankenspielen vergessen, dennoch sind Frauen trotz der Vielzahl und bei aller Gleichberechtigung noch benachteiligt (pay gap um nur ein Beispiel zu nennen). Bei diesem Buch finde ich es aber gut, dass eben die männliche...

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Kraftvolle Geschichte über weiblichen Widerstand

Frauen streiken: Privat und beruflich legen sie ihre Arbeit nieder und sich selbst symbolisch auf den Asphalt. Sie verweigern ihre Arbeit und machen so . Das hat schnell dramatische Folgen für die ganze Gesellschaft. Zunächst bleiben Museen geschlossen und Landwirte, die die Arbeit ihrer Frauen mit übernehmen müssen, verletzen sich häufiger. Bald sind die Krankenhäuser überlastet und auch international zeigen sich innerhalb weniger Tage Auswirkungen, beispielsweise bleiben ausländische...

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Ich hätte es so gerne geliebt

Sie liegen da vor dem Krankenhaus. Viele Frauen. Wie Blumen, denen das letzte Wasser entzogen, die letzten Nährstoffe genommen wurden, eingeknickt ohne einen Laut. Sie rufen nichts, sie erklären sich nicht. Denn was gibt es denn da noch zu erklären, wo alles schon so viele Male gesagt wurde?

Ein stiller Protest, eine solidarische Aktion vieler Frauen, die wie ein Lauffeuer um sich greift. Sie legen die Arbeit nieder und innerhalb weniger Tage beginnt das System zu wanken, denn baut es...

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Misogynie hat Folgen

Und alle so still. Ja, genauso ist es. Wir sind still. So still. Kochen innerlich. Aber sind still. Entsetzlich still!

Schon mit "Die Wut, die bleibt" hatte mich Mareike Fallwickl getroffen, tief getroffen. Denn dunkle Phasen sind mir bekannt. Ich weiß, was dies mit einem macht, wie schwer es ist dagegen zu steuern, wie schwer die Schritte der Akzeptanz und der Aktion sind. Und natürlich weiß man um die Ursachen. Kämpft dagegen an, in den möglichen Rahmenbedingungen natürlich....

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Was würde passieren, wenn alle Frauen die Arbeit - bezahlt wie unbezahlt - niederlegen würden?

Mareike Fallwickl kann schreiben. Richtig, richtig gut. Jede Formulierung punktgenau, wunderschöne Sprachbilder, vielschichtige, lebensnahe und sich weiter entwickelnde Charaktere, spannende Szenen. Dazu richtig interessante Themen, mit einem Gespür für den aktuellen Zeitgeist und für die Themen, die dran sind und weh tun. Damit ist die Autorin so viel mehr als eine Schriftstellerin, sie ist auch eine politische Aktivistin, und das wird in ihren Büchern spürbar. Feminismus liegt ihr ganz...

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Ein literarischer Schlag in die Magengrube.

Mareike Fallwickl hat wieder einmal zugeschlagen. Mit Worten. Ihre Romane sind immer ein Schlag in die Magengrube. Schon bei "Die Wut, die bleibt" habe ich fast körperlich auf ihre Worte reagiert. Ein Kloß im Hals und Wut im Bauch. "Und alle so still" hat mich wieder genauso hart getroffen.

Fallwickl stößt hier einen Gedanken an, den ich bisher nicht in dieser meerscharfen Klarheit zuende gedacht habe: Was passiert, wenn Frauen von jetzt auf gleich alle Care-Arbeit niederlegen und...

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Innovative und moderne Geschichte

Meinung:
Dieser Roman ist in meinen Augen einer der wichtigsten in diesem literarischen Frühjahr, denn er ist nicht nur literarisch absolut überzeugend, sondern wirft auch einen so speziellen und wichtigen Blick auf ein leider so aktuelles und wichtiges Thema.

Die Autorin zeichnet ein gesellschaftliches Bild, welches von Problemen geprägt ist. Dabei schafft sie einen Mix aus feministischer Stärke und Gesichtspunkten und beleuchtete die Probleme auf so individuelle und neue...

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Ein schweigsamer Protest

Was wäre, wenn Frauen kollektiv streiken würden? Wenn Care-Arbeit einfach einmal nicht verrichtet werden würde? Das passiert an einem Sonntag im Juni, als Frauen reglos auf der Straße liegen. Dabei kreuzen sich die Wege von Elin (Anfang 20), Nuri (19) und Ruth (Mitte 50)…

„Und alle so still“ ist ein Roman von Mareike Fallwickl.

Meine Meinung:
Erzählt wird im Präsens aus den Perspektiven von Elin, Nuri und Ruth, jeweils in eigenen Kapiteln. Zudem ist der Roman durch die...

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Das System beruht auf Verfügbarkeit

„Schau uns an, wir sind jung. Wir haben so viele Möglichkeiten, aber keine fühlt sich richtig an. Alles ist kaputt und zerfahren und kompliziert. Was ist das für eine scheiß Welt, Nuri?“

 

Drei ungleiche Charaktere: Nuri ist 19 Jahre alt, ohne Schulabschluss, und möchte endlich ein unabhängiges Leben fernab seiner Eltern führen. Doch trotz Nebenjobs rund um die Uhr und kaum zwei Stunden Schlaf am Tag schafft er es nicht über die Runden. Elin, Anfang 20, ist als Influencerin...

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Der stumme Protest der Frauen

Und alle so still – Mareike Fallwickl

Was würde denn eigentlich passieren, wenn die Frauen einfach all ihre Arbeit niederlegen würden? Sich einfach wortlos auf den Boden legen würden und nicht mehr verfügbar wären. Wer würde all die Care-Arbeit übernehmen – zuhause oder auch im Krankenhaus? All die schlecht bezahlten, typischen „Frauenberufe“ – was würde geschehen?

Das Grundthema dieses Romans ist die fehlende Wertschätzung der überwiegend von Frauen ausgeübten Tätigkeiten und...

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Frauensolidarität

Frauensolidarität

Was wäre, wenn Frauen einfach mal die Arbeit niederlegen würden? Und damit ist nicht nur die Lohnarbeit gemeint. Wer versorgt dann die Kinder, die Eltern und diejenigen, die auf Hilfe angewiesen sind? Was passiert mit unserer Gesellschaft, wenn all die Arbeit, die als selbstverständlich angesehen wird, nicht mehr getan wird?

Das Buch klingt nach einem spannenden Gedankenexperiment, das aber nicht sehr weit hergeholt ist. Unsere Gesellschaft ruht sich schon...

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Öffnet Augen

Wow, was für ein Buch! Es ist lange her, dass mich ein Buch so mitgerissen und bewegt hat und ich am Ende erst einmal durchatmen musste.  Ja, die Geschichte und ihr Verlauf sind natürlich rein fiktional und überspitzt, aber mit dem Kern der Wahrheit trifft Mareike Fallwickl wieder mitten ins Schwarze. Vielleicht muss man manchmal das „Was wäre wenn?“ etwas aufbauschen, um den gegenwärtigen Ist-Zustand mehr in den Fokus zu rücken von denjenigen, die so gern die Augen vor der Wahrheit...

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Großartige Idee, textlich und charakterlich aber mit Schwächen umgesetzt

Da ich die beiden Vorgängerbücher von Mareike Fallwickl ziemlich gut fand, wollte ich natürlich auch den neuen Roman lesen. Bekommen habe ich zwar wie erwartet ein Buch voller Wut und Frustration, in meinen Gedanken dazu bin ich aber alles andere als klar.

Wie offenbar viele weitere Menschen habe ich sehr ambivalente Gefühle zum Inhalt und zur Umsetzung. Die Idee eines Care-Streiks finde ich großartig - was hätten (überwiegend) Frauen für eine Macht, wenn sie sich der unbezahlten und/...

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Mehr Streitschrift als Roman

Meine Freundinnen schwärmen alle von Büchern von Mareike Fallwickl. Dies ist mein erstes und ich vermute, das ist kein glücklicher Einstieg, diese Autorin kennenzulernen. Dieses Buch wirkt mehr wie eine Streitschrift als wie ein Roman, wobei es mit einem vehementen Rundumschlag sämtliche Probleme unserer Gesellschaft anprangert, an denen Männer Schuld sind.

Natürlich werden Frauen überall unterdrückt und als minderwertig angesehen und es muss etwas passieren. Dringend sogar. Nur hilft...

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Anklageschrift an die Gesellschaft

Und alle so still von Mareike Fallwickl, gesprochen von Marie-Isabel Walke, Astrid Kohrs und Henning Nöhren. Erschienen als gekürzte Hörbuchversion im Argon Verlag, am 16.04.2024. 

Frauen legen sich auf das Grundstück eines Krankenhauses. Sie bewegen sich nicht, protestieren stumm. Die Polizei trägt sie weg und verhaftet sie. Der Streik geht weiter. Die Frauen sind nicht länger bereit die Care-Arbeit, die sie bisher so selbstverständlich geleistet haben, ob bezahlt oder unbezahlt,...

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Wichtige Message, aber sehr viele Aspekte bleiben vage angerissen...

"Die Wut, die bleibt" von Mareike Fallwickl habe ich vor zwei Jahren gelesen und ich fand es ziemlich gut und eindrücklich, deswegen war ich umso neugieriger auf ihr neuestes Buch, das Lolas (Prota aus DW,db) Gedankenexperiment weiterverfolgt, was passieren würde, wenn alle Frauen ihre Arbeit nicht mehr machen würden, sich hinlegen, nicht mehr aufstehen und sich auch nicht mit ihrem schlechten Gewissen (wer kümmert sich um Pflegebedürftige, Kinder, etc.?) erpressen lassen.
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Nach "Die Wut, die bleibt" geht es in "Und alle so still" um das größere Ganze

Elin, Ruth und Nuri tragen jeweils ihre individuellen Probleme mit durch die Welt - und doch sind diese eng mit den Ereignissen verknüpft, die plötzlich in der Stadt passieren. Es beginnt damit, dass sich vor dem Krankenhaus Frauen niederlegen. Ausnahmslos Frauen. Sie äußern keinen Protest, sie formulieren keine Forderungen, sie liegen einfach da. Wie erschöpft. Und das sind sie. Erschöpft vom Kümmern, vom Sorgen, von all der unsichtbaren Arbeit, die vielfach auf Frauen abgeschoben wird,...

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Kollektives Wachwerden

Elin, Nuri und Ruth führen gänzlich unterschiedliche Leben. Die eine, Elin, ist Influencerin, die Bestätigung durch Follower:innen und Sex sucht, der andere, Nuri, ein junger Mann in prekären Lebensumständen, der kaum zum Schlafen kommt, weil er durch verschiedene, unterbezahlte Jobs seine Existenz sichern muss. Ruth hingegen ist Pflegekraft und ob der Überlastung des Systems hat sie seit Jahren schon kein Privatleben mehr. Alle hechten durch ihr Leben, bis plötzlich Frauen wahllos beginnen...

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Stille Schreie

"Und alle so still" von Mareike Fallwickl ist ein packendes Buch, das aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Elin, die Influencerin, Nuri, der jeden Job annimmt, den er bekommen kann, und Ruth, die sich in ihrem Job als Krankenschwester aufopfert, sind alle unterschiedlich und doch kreuzen sich ihre Wege auf unerwartete Weise. Als Frauen plötzlich vor dem Krankenhaus einfach nur liegen.
Es soll deutlich werden, wie sehr das System auf die unbezahlte Fürsorgearbeit von Frauen...

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Wichtiges Thema - interessant umgesetzt

Da ich ein großer Fan der Autorin bin, war ich natürlich sehr gespannt auf das neuste Buch von Mareike Fallwickl! In "Und alle so still" packt sie ein sehr brisantes und in meinen Augen immer wichtiger werdendes Thema an: all die vielen gesichtslosen Menschen, die aufgrund unterschiedlicher, meist nicht von ihnen selbst verschuldeten Gründen, zu den Unterprivilegierten in unserer Gesellschaft gehören und nicht oder kaum am "normalen Leben" teilnehmen, sondern einzig und allein mit einem oder...

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Ein kluges, starkes Buch zum Thema Diskriminierung und Ausbeutung

Sprachlich und wortgewandt hat hier Mareike Fallwickl einen großartigen Roman geschrieben.

Der Schreibstil ist aus meiner Sicht nicht nur Außergewöhnlich sondern auch einmalig! Durch Buchstaben direkt in die Seele des Lesers, dass schafft sonst keiner. Direkt und Emotional fliegen

die Seiten hier nur so dahin.

Im Buch Und alles so still geht es um vier unterschiedliche Charaktere. Elin ist Social Media Star, Nuri als Arbeiterkind mit Migrationshintergrund, Ruth die...

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Die Wegwerfmenschen - Nicht gehört, nicht gesehen, nicht geachtet

Elin, Ruth, Alma, Nuri. Vier Personen und jede leidet auf jeweils eigene Art unter den patriarchalen Strukturen, der Diskriminierung und Ausbeutung in der Gegenwartsgesellschaft. Während die junge Elin als Social Media Star an der hohlen Selbstdarstellung zweifelt und Nähe und Anerkennung in kurzen sexuellen Abenteuern sucht, bekommt Nuri jeden Tag zu spüren, was es als Arbeiterkind mit Migrationshintergrund bedeutet zu den nicht privilegierten Klassen in der modernen kapitalistischen...

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Bestechend klug!

Meine Meinung:
Mareike Fallwickl hat einen ganz außergewöhnlichen Schreibstil, den man in meinen Augen kaum mit einem anderen vergleichen kann. Sie schafft es gerade eben durch diesen Stil, durch diese Direktheit und Anfassbarkeit auf den Leser eine unglaubliche Aktualität und Emotionalität zu übertragen, die in meinen Augen etwas ganz besonderes ist.
Denn zunächst war ich eigentlich doch eher skeptisch, denn der Klappentext des Romas lässt eine Thematik vermuten, die sich...

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Stillstand durch Verweigerung

Elin ist 21 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter Alma in deren eigenem Wellnesshotel. Für sie bestand ihre Familie immer nur aus ihnen beiden. Doch dann bittet Alma sie, zu ihrer Oma Iris zu fahren, die sie nie kennengelernt hat. Diese hat sich mit anderen Frauen vor das Krankenhaus gelegt. Die Aktion sorgt für Irritation - gegen was oder wofür sind die Frauen? Was sind ihre Forderungen? Doch die Beteiligten äußern sich nicht dazu. Nicht nur Elin wird Zeugin der Aktion, sondern auch die...

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Frauenbewegung heute

Das Buch ist leider sehr einseitig geschrieben. Die drei Protagonisten lernen sich alle langsam durch das Buch hinweg, trotz ihrer großen Differenzen, ihren verschiedenen Hintergründen, Altern und Lebenslagen, kennen. Die Charaktere waren mir nicht durchweg realistisch gezeichnet. Insbesondere mit Elin und Nuri hatte ich mitunter Probleme. Ruth dagegen ist sehr tiefsinnig, realistisch und es ist sehr tragisch, dass sie erst im hohen Alter ihre Lage realisiert und kritisch zurückblickt. Lange...

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Streik

          An einem Sonntag im Juni liegen vor dem Krankenhaus Frauen reglos auf der Straße. Doch das ist nicht der Beginn, denn am Anfang dieses Buches stehen drei Personen: Elin, die eine erfolgreiche Influencerin ist und die mit Männern schläft um sich schön zu fühlen und die Hasskommentare im Internet zu vergessen. Nuri, der die Schule abgebrochen hat und versucht, sich als Fahrradkurier, Bettenschubser und Barkeeper über Wasser zu halten. Ruth, die als Pflegefachkraft im Krankenhaus...

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Deckt Ungleichheiten unserer Gesellschaft - realistisch und erschreckend

Was wäre, wenn alle Frauen sich weigern würden, eine Arbeit, gleich welcher Art, zu erledigen und sich stattdessen einfach untätig hinlegen? Dieser Frage geht Mareike Fallwickl in ihrem Roman „Und alle so still“ nach. Der Titel lehnt sich an das Schweigen der liegenden Frauen an, denn es ist alles gesagt und es hat kaum etwas bewirkt. Die Arbeit vieler Frauen bleibt unsichtbar und erfährt daher keine Wertschätzung. Gleiche Bezahlung für alle Arbeitnehmer(innen) für gleiche Arbeit gibt es oft...

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Feministischer Protest

Was wäre, wenn plötzlich alle Frauen die Arbeit niederlegen würden, wenn sie sich weigern würden weiterzumachen wie bisher?
Um dieses Gedankenexperiment geht es in Mareike Fallwickls neuem Roman „Und alle so still“. Die Geschichte folgt drei Hauptfiguren: Elin, die durch ihre Arbeit als Influencerin auf ihren Körper reduziert wird und mit der Häme und dem Hass im Internet tagtäglich konfrontiert wird. Nuri, der mehrere Jobs hat und in prekären Verhältnissen lebt. Und schließlich Ruth...

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Wenn Frauen streiken würden

Was wäre, wenn sich alle Frauen* solidarisieren und einheitliche Ziele verfolgen würden? Sicher ist das unrealistisch, aber es ist ein spannendes Gedankenexperiment!" Und alle so still" ist ein fesselnder Roman, der von diesem bemerkenswerten Ereignis ausgeht: Frauen liegen auf der Straße und verweigern Care-Arbeit, um gegen die Ungerechtigkeiten unserer Gesellschaft zu protestieren. Die Wege der Protagonist:innen Elin, Nuri und Ruth überschneiden sich an diesem besonderen Tag im Juni, und...

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Wer ist zuständig für Care-Arbeit?

 Was passiert wenn Frauen plötzlich aufhören sich um alles zu kümmern?  Es wird als selbstverständlich erwartet dass sich  Frauen rund um die Uhr aufopfern um es allen recht zu machen. Mareike Fallwickl beschreibt eindrucksvoll ein Szenario wie es sein könnte, wenn Frauen alles stehen und liegen lassen. Man liest angespannt von der ersten bis zur letzten Seite, es steckt leider so viel wahres drin.

Wir begleiten Elin, Nuri und Ruth durch ihren Alltag, doch plötzlich ist alles anders,...

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Liegen

"Und alle so still" ist ein Roman der Autorin Mareike Fallwickl, welcher als großer feministischer Gesellschaftsroman beworben wird. Das erhöht die Ansprüche an das Buch deutlich. Die Autorin hat bereits mehrere Bücher, darunter auch Bestseller geschrieben, dieses Buch ist jedoch das erste, das ich von ihr lese.

Die Thematik dieses Buches ist scheinbar leicht zu beschreiben, dann jedoch so weitschweifig, ausladend und vieles umgreifend, dass eine kurze Zusammenfassung nicht adäquat...

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Beeindruckend

Zum Inhalt:
Was passiert, wenn Frauen nicht mehr funktionieren? An einem Sonntag im Juni geschieht genau das, die Frauen liegen in stillen Protest auf der Straße. Genau hier kreuzen sich die Wege von Elin, Nuri und Ruth, deren Lebenswege nicht unterschiedlicher sein könnten. Elin, Anfang zwanzig, erfolgreiche Influenzerin; Nuri, 19 Jahre, Schulabbrecher, hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser; Ruth, Mitte fünfzig, Pflegekraft im Krankenhaus.
Meine Meinung:
Trotz der...

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Stille Revolte, Zusammenschluss von Frauen, schonungsloser Blick auf Care-Arbeit - ehrlich, aber wenig unterhaltsame feministische Utopie

Elin ist Influencerin, die sich mit Hasskommentaren im Netz konfrontiert sieht. Willkürlich schläft sie mit fremden Männern, um ihre innere Leere zu füllen, für die schnelle Befriedigung, aber ohne Liebe.
Nuri stammt aus einer Arbeiterfamilie von Migranten, hat rebelliert und die Schule abgebrochen und kämpft sich Tag und Nacht mit diversen schlecht bezahlten, oft entwürdigenden, Jobs durchs Leben, um genügen Geld zu verdienen, um Freiheit zu erlangen.
Ruth arbeitet als...

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Frauenpower

Ganz früh am Morgen schleicht Elin in das Gewölbe des Spa Hotels. 36°C hat das Wasser in der Therme, die ihre Mutter Alma leitet. Solange die Gäste schlafen, dreht sie ihre Runden und hört ihren Gedanken zu. Die, die sie bedrängen und ihr das Gefühl geben, die Kontrolle zu verlieren, sind die, die ungefragt den Hatespeach wiederholen.

Elins normschöner Körper. Plötzlich kam der Erfolg. Kosmetik. Mode. Ein gratis Lockenstab, ein Ringlicht, ein Social-Media-Marketing-Kurs. Und eine...

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Ein gewaltiger Roman über Wut und Solidarität

Elin ist Anfang zwanzig und arbeitet seit der Pandemie als Influencerin. Sie hat zwar eine große Anzahl an Followern, aber auch mit Anfeindungen zu kämpfen, die in einer gewaltvollen Erfahrung mit einem Mann gipfeln. Nuri ist neunzehn und hält sich mit zahlreichen Nebenjobs über Wasser: als Barkeeper, als Kurier oder als „Bettenschubser“ in einem Krankenhaus. In eben diesem arbeitet Ruth, Mitte fünfzig, als Pflegerin und sieht sich jeden Tag einer scheinbar unlösbaren Aufgabe gegenüber. Die...

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Eine feministische Utopie und Dystopie zugleich

Mareike Fallwickl ist für ihre feministischen Inhalte bekannt. In ihrem aktuellen Roman „Und alle so still“ treibt sie dies auf die Spitze, indem sie ein Szenario entwirft, welches zu dem Zusammenbruch bekannter Strukturen führt, weil sich Frauen verweigern.

Die Prämisse des Romans wird gleich mit dem ersten Kapitel mit der Überschrift „Die Pistole“ vorgelegt: Hier wird es gewaltsam und nicht friedlich bleiben. „Die Pistole“ ist neben „Die Berichterstattung“ und „Die Gebärmutter“ eine...

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Feministisches Märchen

Was würde geschehen, wenn plötzlich alle Frauen aufhören würden, sich zu kümmern?

Eine Antwort darauf versucht Fallwickl in ihrem neuen Roman. Es geht um die vielbeschworene weibliche Solidarität – vielbeschworen, weil sie nicht existiert. Diese Nichtexistenz, behauptet Fallwickl, ist ein männliches Narrativ. Fallwickl glaubt an eine natürliche Gemeinschaft aller Frauen: „So ist es in Wahrheit immer gewesen, und die Frauen wissen es.“ Tun sie das? Diese These ist das Kernstück des...

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„Nicht mehr flüchten, nicht mehr weichen ... wir bleiben. Wir fordern den Raum ein, der uns zusteht.“

„Die Unbeugsamkeit. Die Courage. Der Wille, sich die Freiheit zu nehmen“

 

Dass Mareike Fallwickl eine der ganz großen weiblichen Stimmen unserer Zeit ist, ist mir schon lange klar. Spätestens seit „Die Wut die bleibt“ bekommt sie die Aufmerksamkeit, die sie mehr als verdient. Ich fand alle ihre bisherigen Bücher einfach großartig! Umso mehr habe ich mich auf diese Neuerscheinung gefreut und hoffe, sie schlägt da ein, wo es weh tut. Denn sie enthält eine wichtige Botschaft. Es...

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Weitere Infos

Art:
Buch
Sprache:
deutsch
Umfang:
368 Seiten
ISBN:
9783498002985
Erschienen:
2024
Verlag:
Rowohlt
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