Rezension

Auf der Jagd nach der verschollenen Karte

Die Bücherjägerin -

Die Bücherjägerin
von Elisabeth Beer

Bewertet mit 5 Sternen

Als die Eltern von Sarah und Milena bei einem Flugzeugabsturz in Südamerika ums Leben gekommen sind, wurden sie von ihrer Tante, einer Buchhändlerin und Restauratorin aufgenommen. Die beiden Mädchen wachsen in einem unkonventionellen Frauenhaushalt auf. Milena heiratet einen Banker und scheint mit ihrem Leben zufrieden zu sein.

 

Sarah tritt in die Fußstapfen der Tante und gemeinsam jagen sie seltenen Büchern und alten Landkarten nach, die liebevoll restauriert und verkauft werden. Nach dem Tod der Tante erben die Schwestern die Villa, in dem sie aufgewachsen sind, und leider auch die Schulden. Um diese begleichen zu können, begibt sich Sarah gemeinsam mit einem charismatischen englischen Bibliothekar auf die Jagd nach dem verschollenen Teil der Tabula Peutingeriana, der wohl berühmtesten Straßenkarte, die in der Österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird.

 

Durch das gemeinsame Interesse an alten Karten und Büchern entspinnt sich zwischen den beiden höchst unterschiedlichen Menschen eine zarte Beziehung. Werden die beiden den verschollenen Teil der Tabula Peutingeriana finden?

 

Meine Meinung:

 

Dieses Buch zu lesen, hat mich gleich mehrfach gereizt. Zum einen bin ich je selbst Geodätin kartenaffin und liebe Bücher. Und zum anderen lebe ich in Wien und gehe gerne in die Nationalbibliothek, die immer wieder imposante Kartenwerke ausstellt. Die letzte war die sogenannte „Pasetti-Karte“, deren 54 aneinandergereihte Kartenblätter im Original-Maßstab von 1:28.800 eine Länge von 36m ergibt. Sie zeigt den Verlauf der Donau innerhalb des Habsburgerreiches von Passau bis zur Eisernen Pforte und bildete die Grundlage zur Donauregulierung von 1862

 

Der Aufhänger, nach dem verschollenen Teilstück der Tabula Peutingeriana, zu suchen hat mir natürlich sehr gut gefallen. Davon hätte es durchaus mehr sein können. Obwohl, die Familiengeschichte von Sarah und Milena auch recht interessant ist. Auf den ersten Blick scheinen die Schwester ziemlich diametrale Lebensvorstellungen zu haben. Milena eben bei Mann und Kindern, während Sarah nicht nur unter Bindungsängsten leidet. Bücher oder Landkarten sind ihr lieber als Menschen. Die aufopfernde Fürsorge der Tante, die auf ihr eigenen Privatleben verzichtet, kann die Selbstzweifel und die nicht wirklich verarbeitete Trauer um die Eltern von Sarah nicht ganz heilen.

 

Das Buch lässt sich ob des flüssigen Schreibstils sehr gut lesen. Die Charaktere sind glaubwürdig dargestellt. Der interessierte Leser erfährt einiges über die Restaurierung von Büchern und Landkarten. - jz

 

Schmunzeln musste ich über das Ende der Jagd nach dem verschollenen Kartenteil.

 

Meine Meinung:

 

Ein gelungener Ausflug in die Welt der antiquarischen Bücher und alten Landkarten, dem ich gerne 5 Sterne gebe.