Rezension

Ein informativer und diskursiver Klimaroman

Die Welt kippt -

Die Welt kippt
von Heiko Tschischwitz

Bewertet mit 4 Sternen

Inhalt: Tessa Hansen und Shannon O’Reilly trennen Welten. Während Tessa bereits seitdem sie 14 ist gegen die Klimakatstrophe kämpfe, ist Shannon eine erfolgreiche Investorin im Silicon Valley. Als die beiden sich auf einer Konferenz treffen, merken sie, dass ihre Ansichten gar nicht so verschieden sind – bis auf eine Grundsatzfrage, die ihre sich bald entwickelnde Beziehung auf die Probe stellen wird. Im Hintergrund, vom Rest der Welt unerkannt, setzt China seine eigene Klimapolitik durch, deren Folgen für die Welt unkalkulierbar sind.

Persönliche Meinung: „Die Welt kippt“ von Heiko von Tschischwitz ist ein politischer Roman/Klimaroman, der sich mit den Folgen des Klimawandels auseinandersetzt. Er spielt in der nahen Zukunft, hauptsächlich in den Jahren 2026 bis 2028. Erzählt wird der Roman aus vielen verschiedenen Perspektiven von Figuren, die auf unterschiedlichsten Teilen der Welt beheimatet sind. Dadurch werden einerseits die Folgen des Klimawandels auf der ganzen Welt beleuchtet, andererseits werden unterschiedliche (politische) Umgangsformen mit dem Klimawandel aufgezeigt. So spielen neben den Perspektiven der Hauptfiguren Shannon und Tessa die Perspektive des deutschen Bundeskanzlers Carsten Pahl und des chinesischen Wirtschaftskoordinators für Klimaschutz Zāng Li. „Die Welt kippt“ ist ein sehr diskursiver Roman. So werden von den Figuren viele Ansätze diskutiert, wie man den Klimawandel stoppen bzw. sogar rückgängig machen kann. Die Meinungen der Figuren werden dabei nicht nach einem Gut-Böse-Schema sortiert, sondern ergebnisoffen dargestellt. Es tritt auch keine (be)wertende Erzählinstanz auf, sodass den Lesenden selbst überlassen wird, wie sie die Meinungen der Figuren beurteilen. Durch die vielen Fakten und Prognosen zum Klimawandel kommt es innerhalb der Handlung manchmal zu einer kleinen „Informationsflut“. Die Informationen sind aber immer verständlich geschrieben, interessant und besitzen einen hohen informativen Grad, sodass sie für mich nicht störend waren. Neben der Thematik des Klimas finden sich in „Die Welt kippt“ außerdem dystopische Züge, Elemente eines politischen Thrillers und eine Liebesgeschichte. Spannung wird innerhalb der Handlung besonders dadurch erzeugt, dass man lange nicht genau weiß, was die chinesische Regierung plant. Insgesamt ist „Die Welt kippt“ ein informativer, diskursiv angelegter und interessanter Klimaroman, der innerhalb der Handlung Elemente verschiedener Genres vermischt.