Rezension

eine schöne und berührende Geschichte

Die Dunkelheit deiner Seele - Kate S. Stark

Die Dunkelheit deiner Seele
von Kate S. Stark

Kate S. Starks Schreibstil lässt sich sehr gut lesen, sie wählt einfache Worte, die Schrift im Buch ist auch relativ groß und die Seiten ziemlich dick, so dass man sehr schnell voran kommt.

Zu Beginn lernen wir erst einmal die Protagonistin Lenora kennen. Sie ist eine junge Studentin, die wohl einiges hinter sich hat und in ihrer Familie extrem schlechte Erfahrungen gemacht hat. Hier ergeht sich die Autorin jedoch in Andeutungen, so dass es spannend bleibt, was denn nun zu Lenoras aktuellem seelischen Zustand geführt hat. 
Kilian ist der extrem gut aussehende Gegenpart, der Lenora sofort auffällt, aber irgend etwas gegen sie zu haben scheint, so dass sich die beiden abstoßen wie zwei gegenpolige Magneten. Die ganze Situation hat mich von Anfang an zwiegespalten - es ist gut beschrieben und hat mir auch gefallen, auf der anderen Seite ist es alles andere als unvorhersehbar, wohin sich die Story entwickeln könnte... 
Auch genervt hat mich, nicht gleich zu Beginn, aber doch im Lauf der Geschichte etwas dieses typische Hin und Her zwischen den Protagonisten. Das ist so ein Klischee bei solchen Geschichten - die beiden wollen sich, dann rennt wieder einer davon weil sowieso alles nicht klappen kann, dann stürzen sie sich wieder aufeinander, dann blockt der andere ab... wisst ihr was ich meine?
Es ist alles gut, aber in Maßen... vielleicht hab ich sowas aber auch schon einfach zu oft gelesen.

Es ist so das Typische, irgendwann möchte man die Protas nur noch schütteln und zusammen in ein Zimmer sperren, bis sie es endlich geschafft haben sich zu entscheiden was sie denn nun eigentlich wollen. Trotzdem mochte ich Lenora von Anfang an ganz gern, bei Kilian hat es etwas gedauert, doch auch er konnte zum Schluss Pluspunkte bei mir sammeln. 
So richtig dreidimensional sind jedoch beide nicht für mich geworden, ich konnte bis zu einem gewissen Grad mitfühlen, aber so richtig vorstellbar sind sie für mich nicht geworden. Im Gegensatz zur Umgebung an sich, die Szenen liefen recht bildlich vor meinen Augen ab, nur die Charaktere selbst wollten eben einfach keine Gestalt annehmen.

Das Setting der Story ist, wie ich finde, gut gewählt - der ehemalige Heimatort von Lenora, obwohl sie nicht mehr viele Erinnerungen daran hat und dort auch niemand kennt außer eine Oma, zu der sie aber keinen Kontakt mehr hat und die sie wiederfinden will. Dieser Part der Geschichte und generell die Szenen mit Sophie haben mir am Besten gefallen sowie alle Szenen, in denen Kilians "Familie" mitgespielt hat, die ich sehr interessant und geheimnisvoll finde.
Auch der Denkentwurf, den die Autorin hier über den Verlauf von Leben und Tod in die Geschichte gebracht hat, war für mich ziemlich faszinierend - eine neue Idee, eine neue Version des Lebens bzw. der Leben nach dem Tod, die ich so noch nicht gelesen habe.

Ich muss aber ehrlich sagen, dass mir der Romantik-Anteil vor allem im letzten Drittel einfach zu viel wurde. Ich hab nichts gegen ein bisschen Knistern, aber hier war es zum Schluss echt "Kitsch-Overdose".  
Ein bisschen spannend ist die Geschichte auch, vor allem zum Finale hin läuft alles auf ein unbekanntes Ereignis hinaus, dass seine Schatten vorauswirft - das finde ich im Plot richtig gelungen dargestellt, da wird zumindest im letzten Drittel ordentlich Spannung aufgebaut, die ein wenig von dem großen Liebes- und Familiendrama ablenkt.

Wir können uns auch ziemlich sicher sein, dass es eine Fortsetzung geben wird, das Ende ist sehr offen und auch die gesamte Handlung lässt noch viele Fragezeichen offen.