Rezension

KurzRezi: Eine Jagd zwischen Leben und Tod – das Abenteuer geht weiter!

Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht - Sabaa Tahir

Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht
von Sabaa Tahir

Bewertet mit 4 Sternen

KurzRezi: ACHTUNG: Rezension kann Spoiler enthalten!

 

Der Inhalt...

Nach den Ereignissen im Imperium fliehen Elias und Laia, um in Kaufs Gefängnis, Laias inhaftierten Bruder Darin zu retten. Leichter gesagt, als getan, denn Helena, neuer Blutgreif und rechte Hand des neuen Imperators, ist ihnen dicht auf den Fersen - mit einem klaren Auftrag: ihren einst besten Freund zu finden und zu töten...

Meine Meinung...

Anfangs hatte ich enorme Probleme in die Geschichte zu finden. Die Handlung des ersten Teils war mir nicht mehr ganz so geläufig (da schon etwas länger her) und eine kurze Rückblende der Geschehnisse aus dem vorigen Band sucht man leider vergebens. Im Laufe der Zeit kamen die Erinnerungen aber zurück und ich war wieder völlig in der Welt von Elias und Laia gefangen. Spannung auf jeder Seite; Lügen, Liebe, Tod und Folter – das alles erwartet einen auf den knapp 500 Seiten dieser Fortsetzung. Besonders toll fand ich die Kapitel aus Elias Sicht. Ich mochte ihn schon im ersten Teil total gerne: Ein junger Mann, gefangen zwischen totalitären Zwängen und Andersdenken. Ich finde Elias ist ein wahnsinnig interessanter und vielschichtiger Charakter: Einerseits will er ein besserer Mensch werden; Leuten helfen und seine Vergangenheit am liebsten vergessen und ausradieren – doch andererseits lässt ihn sein Dasein als Maske nicht los. Sie ist wie ein Geist der ihm überall hin folgt. Los wird man ihn erst, wenn man sich seiner Vergangenheit, und vor allem seinen vergangenen Taten, stellt. Und vor genau dieser Aufgabe steht Elias. Laia war mir auch in diesem Band wieder sehr sympathisch. Ich bin immer noch erstaunt wie unermüdlich sie nach ihrem Bruder sucht – und zwar egal wer oder was sich ihr in den Weg stellt! Darin zu finden hat oberste Priorität, doch auch die hat ihren Preis. Laias Vertrauen wird in diesem Band auf eine harte Probe gestellt: Wer steht wirklich auf ihrer Seite und wer lügt? Auch ich hab bis zum Schluss nicht geahnt, wer hier ein falsches Spiel spielt und war sehr überrascht – da hat uns die Autorin wirklich aufs Glatteis geführt! Trotzdem muss ich sagen, dass ich die Kapitel um Laia mit am uninteressantesten fand. Ich kann gar nicht sagen wieso, aber ich fand, dass Laia, im direkten Vergleich mit Band 1, etwas „lascher“ geworden ist. Sie war zwar immer noch stark und stur wie ein Esel, wenn es darum ging ihren Kopf durchzusetzen (Wuhu, Frauenpower!), aber dieses Feuer, dass in ihrer Brust brannte, war leider nur noch ein Flämmchen. Auch wenn man in diesem Zusammenhang erwähnen sollte, dass es hier an starken Frauen nur so wimmelt! Zum Beispiel Afya und Helena, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Besonders die Stammesfrau hat deutlich Courage gezeigt. Apropos Helena: Ich fand es toll, dass sie in diesem Band ihre eigene Stimme bekommen hat. Das hat sie mir noch einen Tick näher gebracht. Ihre Kapitel fand ich, neben denen von Elias, mit am spannendsten. Besonders ihre familiäre Situation und die Veränderungen des Landes durch den neuen Imperator waren sehr interessant zu beobachten – und natürlich wie Helena mit ihrer neu gewonnen Rolle als Blutgreif umgeht.

Die Atmosphäre in Sabaa Tahirs Büchern ist wirklich sagenhaft einzigartig. Düster und geradezu bedrückend wird die Geschichte rund um unsere zwei Helden erzählt. Ein Setting wie aus 1001 Nacht, aber die Stimmung ist wirklich alles andere als „märchenhaft“. Achtung hierbei: Besonders die Folterszenen haben es in sich! Besonders zart besaitete Leute sollten sich dessen bewusst sein, dass hier nicht an Blut gespart wird (und die weiterhin skrupellose Keris macht das Ganze nicht gerade besser...). Ich, normalerweise auch eher kein blutiger Freund, fand die Stimmung allerdings perfekt und genau passend für eine Geschichte dieser Art: Dunkel, schonungslos ehrlich und eben einfach einzigartig. Auch Magie und Fantasie spielen in diesem Band, mehr denn je, eine Rolle. Sowohl Elias, als auch Laia entdecken auf diesem Gebiet neue Möglichkeiten... Toll, dass auch dies einen Platz findet.

Die Dreiecks- oder vielmehr Vierecksgeschichte hielt sich Gott sei Dank sehr im Hintergrund. Ich kann also jeden beruhigen, der solch etwas bereits befürchtet hat! Ja, es wird in der Geschichte angeschnitten, allerdings ist der Stellenwert so minimal, dass es mich (als inoffizielle Vorsitzende des „Wir hassen Dreiecksbeziehungen“-Clubs ^^) kaum bis gar nicht gestört hat – zum Glück!

Das Fazit...

Keine Frage: Ein toller zweiter Band! Durch minimale Kritikpunkte konnte er mich nicht ganz so schwer begeistern wie „Die Herrschaft der Masken“, trotzdem hab ich mich rundum gut unterhalten gefühlt. Und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil! Der soll aber leider erst 2018 erscheinen. (*Geduld ist eine Tugend*^^)