Rezension

Poetisches , philosophisches Märchen über die Seelen der Menschen

Der Duft des Lebens
von Clara Maria Bagus

Bewertet mit 4.5 Sternen

Die märchenhafte Geschichte spielt in einer fiktiven Stadt und in einer unbestimmten Zeit.

Aviv ist ein junger Glasbläser, dessen Mutter bei der Geburt starb. Aufgezogen wurde er von der Hebamme Selma, die ihn die Achtsamkeit gegenüber der Natur lehrte und vom Glasbläser Abramowitsch liebevoll unterstützt.

Auf der anderen Seite gibt es den gut 50jährigen Arzt Kaminski, von Kind an grausam und gefühllos, der nun feststellt, dass ihm etwas fehlt, etwas, das er Seele nennt und das er nun unbedingt für sich haben will. Und so ersinnt er einen perfiden Plan. Er fängt die Seele von Sterbenden mit ihrem letzten Atemzug ein, destilliert diesen Hauch und gewinnt so „Seelenkondensate“ mit bestimmten Eigenschaften. Möglichst viele gute Eigenschaften möchte er sammeln und dann daraus für sich eine reine, perfekte Seele formen.

Zum Einfangen dieser Seelen benötigt er 50 Glasphiolen, die er bei Aviv in Auftrag gibt.

Begnügt er sich zunächst mit Sterbenden, beginnt er nach und nach dem Tod nachzuhelfen.

Aviv versucht, dieses grausame Unterfangen zu beenden und die gefangenen Seelen zu befreien.

Erzählt wird abwechselnd von Aviv und Kaminski, den beiden Gegenpolen der Geschichte.

Der ganze Roman wird wie ein poetisches Märchen erzählt, folgt dem Verlauf der Jahreszeiten, beginnend mit dem Frühling, der Übersetzung von Avivs Namen. Mit Fortschreiten der Jahreszeiten wird die Stadt immer düsterer, die dunklen Machenschaften verdüstern die Menschen und die Natur.

Viele philosophische Fragen werden aufgeworfen, die den Leser zum Nachdenken anregen.

Mein Fazit : ein poetisches Märchen, zauberhaft erzählt, das viel Stoff zum Nachdenken bietet und beim Leser noch lange nachklingt.

Kommentare

wandagreen kommentierte am 11. August 2018 um 07:22

Da bin ich gespannt, Nr. 15

wandagreen kommentierte am 30. August 2018 um 19:23

Konnte deine Meinung überhaupt nicht teilen, Cat15