Buch

Malé - Roman Ehrlich

Malé

von Roman Ehrlich

Longlist - nominiert für den Deutschen Buchpreis 2020

Alle Versuche, die Malediven vor dem steigenden Meeresspiegel zu retten, sind gescheitert, Pauschaltouristen haben sich neue Ziele gesucht, und der Großteil der Bevölkerung musste die Inseln verlassen. Gleichzeitig ist die heruntergekommene Hauptstadt Malé zum Ziel all jener geworden, die nach einer Alternative zum Leben in den gentrifizierten Städten des Westens suchen. Und so wird die Insel für die kurze Zeit bis zu ihrem Untergang zur Projektionsfläche für Aussteigerinnen, Abenteurer und Utopistinnen, zu einem Ort zwischen Euphorie und Albtraum, in dem neue Formen der Solidarität erprobt werden und Menschen unauffindbar verschwinden. Mit »Malé« fängt Roman Ehrlich die komplexe Stimmungslage unserer Zeit ein und verwebt die Geschichten rund um die Sehnsüchte und das Scheitern seiner Figuren zu einem Abbild all der Widersprüche, die das Leben zu Beginn des 21. Jahrhunderts ausmachen.

Rezensionen zu diesem Buch

Der Mond bescheint den Untergang der Welt

Die Malediven, einst Urlaubsparadies der Reichen und Schönen, sind durch den Anstieg des Meeresspiegels vom Untergang bedroht. In der Hauptstadt Malé schwappen die Wellen über die Straße, eine faulige Brühe voller Abfall. Dieses Anti-Paradies wird zum Anziehungspunkt unterschiedlicher Aussteiger. Da war der Lyriker Judy Frank, der einfach verschwunden ist; auf seinen Spuren nun die Amerikanerin Frances Ford. Auf der Suche ist auch Elmar Bauch, Vater der Schauspielerin Mona, deren Leiche zwar...

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Fehlende Handlung verworren beschrieben

„Malé“ von Roman Ehrlich aus dem Fischerverlag rangiert im Jahr 2020 auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Der Autor betrachtet einen Zeitpunkt in der Zukunft, zu dem der steigende Meeresspiegel die Malediven fast vollständig verschluckt hat. Lediglich die heruntergekommene Hauptstadt Malé bietet noch Platz, doch statt dem ehemaligen Tourismus haben sich hier vor allem Aussteiger niedergelassen.

 

Zum Inhalt ist leider gar nicht viel mehr zu sagen. Viele Charaktere und...

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Erinnert mich stark an Edelbauers "Flüssiges Land"

Noch nie habe ich nach der Lektüre eines Romans so lange gezögert, eine Rezension dazu zu schreiben und auch jetzt, wo ich es versuche, fürchte ich, ich werde weder dem Roman noch dem Autor noch meinem eigenen Empfinden durch die Rezension wirklich gerecht werden können. 

 

Was ich als erstes ganz sicher sagen kann: Dieser Roman ist kein einfach zu lesender, sondern ein schwierig zu verstehender Roman. Herausfordernd in jeder Hinsicht, inhaltlich und sprachlich. 

 ...

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Meine Erwartungen wurden leider enttäuscht...

"Sie denkt, dass alles, was hier an diesem Ort passiert, das Vergehen von Zeit ist. Das Meer und seine unermüdliche Vertilgungsarbeit sind die wahrhaftige Entsprechung der vergehenden Zeit." [5%]

Mir fehlen gerade ein wenig die Worte, nicht aus dem Grund, weil mir das Buch so gut gefallen hat, sondern weil ich fassungslos bin, wie gekonnt man eine Geschichte gegen die Wand fahren kann...
Ich lese gerne Zwischendurch Literatur, ich liebe wunderschöne Phrasen, die quasi nach...

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Sehr treffend, sehr schräg

Der stetig steigende Meeresspiegel hat viele Teile der Welt nahezu unbewohnbar gemacht. Auch Malé, die Hauptstadt der Malediven, hat sich von einem Urlaubsparadies in eine Zufluchtsstätte für Aussteiger verwandelt. Überflutete Straßen, bröckelnde Flutmauern und schimmlige, geplünderte Gebäude erwarten einen hier. Trotzdem ist Malé zur Zufluchtsstätte für einige Mutige – oder Verzweifelte – geworden.

In dieses bunte Sammelsurium an Inselaussteigern taucht man beim lesen nach und nach...

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Postapokalyptische Szenerie

Malé wird von Roman Ehrlich als eine Art Zufluchtsort für diverse Aussteiger beschrieben. Die Landschaft dort ist eine postapokalyptische Ruinenlandschaft und hat rein gar nichts mit dem Malé beziehungsweise den Malediven zu tun, wie wir sie heute kennen. Malé wird von einer Miliz kontrolliert, gegen welche sich die Bewohner nicht wehren können. Im Laufe der Geschichte lernt der Leser diverse Figuren kennen, wie unter anderem Elmar Bauch, der in die Stadt kommt, um mit dem Tod seiner Tochter...

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Die Malediven als Fluchtpunkt weißer Nichtstuer

Das Leben in Städten ist in der nahen Zukunft unerträglich geworden und für einige Medienschaffende wird die Hauptstadt der Malediven zum Fluchtpunkt. Die Klimakonferenzen unseres Jahrzehnts sind längst Vergangenheit. Über den Ruinen der Stadt scheint eine dichte Staubschicht zu liegen, während der ölig schillernde Wasserspiegel stetig steigt. Die Inselbevölkerung teilt sich in eine herrschende Schicht, einfache Arbeitskräfte, Nachkommen der Ureinwohner, Miliz und wohlhabende weiße...

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Weitere Infos

Art:
Hardcover
Genre:
Romane und Erzählungen
Sprache:
deutsch
Umfang:
288 Seiten
ISBN:
9783103972214
Erschienen:
September 2020
Verlag:
S. FISCHER
5.2
Eigene Bewertung: Keine
Durchschnitt: 2.6 (5 Bewertungen)

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