Rezension

Tolles Debüt

Die Frau, die nie fror - Elisabeth Elo

Die Frau, die nie fror
von Elisabeth Elo

Bewertet mit 5 Sternen

Ich hatte nach der Leseprobe was ganz anderes erwartet, wurde aber auch damit überzeugt ;O)

Pirio Kasparov, wie der Name schon sagt mit russischen Wurzeln, hat i.M. eine richtig miese Zeit. Sie überlebt ganz knapp einen Zusammenstoß mit einem Schiff auf dem Meer. In letzter Minute kann Ned eine Freund von ihr und Besitzer des Hummerkutters auf dem sie sich befanden, die Küstenwache verständigen, dann ging er mitsamt Schiff unter und verschwand aus Pirios Leben.
Sie macht sich große Sorgen um Noah, ihrem Patenkind und Neds Sohn. Er lebt bei seiner Mutter Thomasina, Pirios Freundin aus Kindertagen. Sein Umfeld ist geprägt von Alkohol, Drogen und den häufig wechselnden Liebhabern seiner Mutter, die sich einen Dreck um ihn scheren. Er zieht sich immer mehr in sich zurück und nur Pirio schafft es ihn aus seiner eigenen Welt herauszulocken. Noah genießt die Zeit mit Pirio und würde am Liebsten ganz zu ihr ziehen.
Thomasina driftet immer mehr ab, vernachlässigt Kind und Haushalt.
Das Neds Tod als Unfall mit Fahrerflucht abgeschlossen wird , kann Pirio nicht akzeptieren. Seltsamerweise taucht das Schiff, das den Unfall verursacht hat, nirgends auf. Ihr Gefühl wird dadurch bestätigt, das plötzlich ein Mann bei Neds Beerdigung Fragen stellt. Er behauptet ein ehemaliger Schulkamerad von ihm zu sein. Auch die ehemaligen Kollegen und Freunde werden auf diesen Mann aufmerksam und reagieren seltsam. Dann sucht ein gewisser Max die Nähe von Thomasina und Noah. Doch Noah ist diesem Mann gegenüber skeptisch.

Pirio entdeckt das Schiff in den Trockendocks bei Neds ehemaliger Firma, mit einem Schaden am Bug. Dann findet sie heraus, das der neugierige Typ von der Beerdigung, ein Journalist ist, der einen Artikel über das Verschwinden von Narwalen in einer unnatürlichen großen Zahl, schreiben will. Er hat die Clique um Ned in Verdacht darüber mehr zu wissen.
Pirio heuert als Mädchen für alles auf der "Galaxy" an, einer Yacht, deren Besitzer eine gelangweilte Clique steinreicher Menschen um sich scharrt, die zu allen Schandtaten bereit sind und auch vor Mord nicht zurückschrecken.

Gemeinsam mit Pirio geht man auf eine Reise bis hinauf in den Norden Kanadas in die weiten Gewässer von Baffin Bay Alaska.
Auf dieser Reise lernt sie viel über sich und ihre Mutter, einer geheimnisvollen Frau, die früh verstorben ist, kennen. Auch entdeckt sie ein Phänomen an sich, an dem auch die Navi sehr interessiert ist.
Dieses Buch, ist eines der Sorte, das den Leser so ganz langsam aber konstant in die Geschichte zieht. Es macht auf jeder Seite neugierig auf mehr. Ich habe beim Klappentext keinen Krimi erwartet aber die volle Dröhnung bekommen.
Tolles Debüt von Elisabeth Elo, sie hat einen schönen Schreibstil, ich hoffe auf weiteren Lesestoff.

Danke an den Ullstein Verlag und vorablesen.de für dieses Leseexemplar. ©Locke61