Rezension

Eine ungewohnt zerbrechliche Smokey

Die Stille vor dem Tod
von Cody Mcfadyen

Bewertet mit 3 Sternen

Nach 4-jähriger Wartezeit ist er da!! Der fünfte Band der Smokey Barrett Reihe & die Fans hatten die Hoffnung schon (fast) verloren ...

Die Vorfreude war immens, die Erwartungen hoch & es dauert leider nicht lang und ich musste die ersten enttäuschten, gar verbitterten Stimmen hören. Vieles kann ich nachvollziehen und doch kann ich nicht sagen, es sei gänzlich eine Enttäuschung gewesen. Ein anderer Schreibstil seitens McFadyen, eine veränderte Smokey Barrett.
Ich bin McFadyen-Leserin seit der ersten Stunde & versuche möglichst objektiv zu rezensieren, was der aufmerksame Leser am Ende schon allein durch meine Sternenvergabe merken wird.

Ein veränderter Schreibstil ist so nicht ganz richtig, aber McFadyen hat seinen Fokus neu ausgerichtet. Ging es in den Vorgänger um das eine Böse, die Einblicke in düstere Gedanken & brutalen Handlungen, so steht nun Smokey im Mittelpunkt. Smokey Barrett die taffe FBI-Profilerin, eine Frau die viele Schicksalsschläge hinnehmen musste, jedoch nie den Boden unter den Füßen verlor, wird in diesem Band auf eine harte Probe gestellt!

Am Tatort findet sie ihren Namen mit Blut an der Wand geschrieben "[...] Komm und lerne, Smokey Barrett."  Was darauf folgt ist Cody McFadyen wie wir ihn kennen & lieben: düster, brutal und Schlag auf Schlag.
 "[...] Ganz ehrlich Smokey, von allen Dingen auf dieser Welt - und ich meine wirklich alle Dinge auf der Welt - liebe ich das am meisten. Dieses süße, süße Zittern der Stimme. Es ist wie das Geräusch, das eine Seele von sich gibt, wenn man sie langsam stranguliert[...]."
 Einblicke in die Gedanken des Bösen, in die Vorlieben und Abgründe! Doch diesen Stil behält der Autor nicht bei. Wo der Leser sonst in die Tiefe des Täters hineingesogen wurde, erleben wir Smokey ganz intim und zerbrechlich.
Der Fokus liegt im 5. Band somit nicht auf dem wer & warum, sondern auf Smokey und ihren Umgang mit dieser immer näher kommenden Bedrohung. Dies wäre für mich nicht unbedingt ein großer Kritikpunkt, die Umsetzung jedoch lies mich nicht abtauchen ... Zu oft wurde der Tathergang als Traumsequenz seitens Smokey Barrett geschildert. Ebenso wurde mit vielen Metaphern gearbeitet, welche den gewohnten Smokey-Leser irritieren. Zu abstrakt für diese Reihe arbeitet sich McFadyen zur Auseinandersetzung mit dem unbekannten Täter, den tiefsitzenden Ängsten seiner Hauptprotagonistin.

Das Einbauen verschiedener Zeitungsartikel gefiel mir wiederum sehr gut, da diese einen Spannungsbogen aufwarfen und ich nicht umgehend über die Entwicklung informiert war. Leser der Reihe kriegen hier Inhalte geboten die nicht erwartet wurden, Schicksalsschläge ohne genau zu wissen was im Detail passierte und ich flog durch die Seiten um zu erfahren was sich dahinter verbirgt.
 Das erste Verhör seitens Smokey & die Zeitungsartikel waren jedoch die einzigen Punkte, welche  mich packten und einnahmen. Ich würde nicht sagen das McFadyen sich verliert, jedoch habe ich mir anderes erhofft. Wer Cody McFadyen liest erwartet Brutalität, überschreiten der Grenzen, eine Reise in die Abgründe, dies blieb in diesem Buch leider etwas auf der Strecke.
Erst am Ende wird dem Leser die Brutalität in seiner Gänze aufgezeigt, ohne jedoch die bis dahin aufkommenden Fragen wirklich zu beantworten. Und Fragen entwickeln sich, denn die Ermittlungen weisen Erkenntnisse auf, in einer Größe, welche nicht innerhalb eines Buches beantwortet & aufgearbeitet werden kann.

Verstrickungen & Hintergründe welche sehr interessant sind, leider verliert sich die Spannungsgeschichte etwas in Smokeys Seeleneinblicke.
Ein wenig enttäuscht ja und doch warte ich nun ungeduldig auf Band 6, welcher im nächsten Jahr [2017] erscheinen & einiges an offenen Fragen innerhalb dieser Geschichte erklären soll.

Auf meinem Blog findet Ihr unterhalb der Rezension meine kleinen Eindrück zur McFadyen-Lesung:

 http://kejas-blogbuch.de/die-stille-vor-d…rezension-lesung/