Buch

Menschenwerk

von Han Kang

"Han Kang zu lesen ist wie in einen Strudel aus Brutalität und Zärtlichkeit geworfen zu werden, aus dem man durchgeschüttelt, perplex und tief bewegt wieder auftaucht." Doris Dörrie

Ein Junge ist gestorben, und die Hinterbliebenen müssen weiterleben. Doch was ist ihnen ihr Leben noch wert? Han Kang beschreibt in ihrem neuen Roman, wie dehnbar die Grenzen menschlicher Leidensfähigkeit sind. Ein brennender Aufruf gegen jede Art von Gewalt. Gwangju, Südkorea, 1980. Ein Junge sucht nach der Leiche seines Freundes, der bei einem gewaltsam niedergeschlagenen Studentenaufstand gestorben ist. Eine Mutter trauert um ihren Sohn. Eine Schwester versucht weiterzuleben. Ein Folteropfer versucht, sich nicht zu erinnern. Und die Autorin selbst versucht, in all dem einen Sinn auszumachen. Durch ihr kollektives Leid und ihre Taten der Hoffnung entsteht nach und nach die Geschichte einer brutalisierten Gesellschaft auf der Suche nach einer Stimme. Menschenwerk ist das schriftliche Zeugnis der menschlichen Bereitschaft, Leid zu riskieren, Gefangenschaft, sogar den Tod, um Gerechtigkeit zu erlangen. Es beschreibt die harte Realität der Unterdrückung und die durchschlagende Poesie der Menschlichkeit.

"Ein höchst mutiges Buch - eine Großtat des Protests." Newsday

Rezensionen zu diesem Buch

Die Niederschlagung eines Aufstandes und die Folgen

Han Kan schreibt in "Menschenwerk" über den Aufstand von Gwangju in Südkorea 1980, bei dem für mehr Demokratie demonstriert wurde, und das anschließende Massaker durch das Militär.

Eindringlich wird die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Obwohl sie alle Opfer sind, haben die verschiedenen Ich-Erzähler den Aufstand, das Massaker und die Zeit danach ganz unterschiedlich erlebt. Somit bekommt man tiefe Einblicke in die komplexen Auswirkungen eines solchen Ereignisses. Die...

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Menschenwerk

Dass Studentenbewegungen selten friedlich enden und die jungen Menschen auch meist ihre Ziele nicht erreichen, ist bekannt. Die Autorin Han Kang, weltweit 2016 mit dem Gewinn des Man Booker Prize International für ihren Roman „The Vegetarian“ bekannt geworden, greift in ihrem nunmehr 13. Roman die eskalierenden Studentendemonstrationen ihrer Heimatstadt Gwangju in Südkorea auf. Entstanden aus Protest gegen die herrschende Militärdiktatur fanden die Tage der Eskalation im Mai 1980 mit dem...

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Was ist Menschlichkeit und wie lässt sie sich bewahren?

In ihrem neuen Roman führt die südkoreanische Schriftstellerin ("Die Vegetarierin") den Leser zurück in die jüngere Vergangenheit Koreas. Im Jahr 1980 kam es in der Stadt Gwangju zu friedlichen Studentenprotesten gegen die Militärdiktatur. Diese Proteste wurden von der Militärregierung mit einem brutalen Massaker zerschlagen: der damalige südkoreanische Militärmachthaber Chun Doo-Hwan ließ seine Truppen wahllos in die Menge schießen. Als sich in den darauf folgenden Tagen die Bevölkerung der...

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Was bleibt den Menschen ohne Menschlichkeit?

~~1980, Gwangju in Südkorea. Ein studentischer Aufstand eskaliert. Ein junger Bursche sucht zwischen all den Toten und Verletzten nach seinem verschwundenem Freund. Jahre später leiden Frauen und Männer immer noch wegen der physischen und psychischen Folter und Inhaftierung, Mütter weinen auch noch nach dreißig Jahren um ihr4e toten Kinder.
Die Autorin Han Kang lässt Menschen, denen Schreckliches widerfahren ist, eindringlich zu Wort kommen. Die Grausamkeit ist fast unerträglich, das...

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Zwischen Dichtung und Denkmal.

Über Korea und seine Geschichte wissen wir in der Regel relativ wenig. Der Gwangju-Aufstand von 1980, „in Südkorea 18. Mai Gwangju Demokratiebewegung genannt,“ ist auch auf Wikipedia nur ein kleiner Bericht und war mir gänzlich unbekannt. Er dauerte zehn Tage lang und war so grausam, dass die Koreaner noch jahrelang danach nur im Flüsterton davon sprachen und die wenigen Überlebenden mit dem Leben nicht mehr zurechtkamen, Traumata, Suizide, soziale Entfremdung. Darüber schreibt Han Kang....

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Überlebende eines Massakers

~~INHALT:
"Ich kämpfe, jeden Tag. Ich kämpfe gegen die Schande, überlebt zu haben und immer noch am Leben zu sein. Ich kämpfe gegen die Tatsache, dass ich ein Mensch bin. Und Sie, ebenso ein Mensch wie ich, welche Antworten können Sie mir geben?"

Ein Junge ist gestorben, und die Hinterbliebenen müssen weiterleben. Doch was ist ihnen ihr Leben noch wert? Han Kang beschreibt in ihrem neuen Roman, wie dehnbar die Grenzen menschlicher Leidensfähigkeit sind. Ein höchst mutiges Buch...

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Stidie des Grauens

Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Es erzählt von Leid und Gräueltaten in jeder denkbaren Form. Menschenwerk. Der Titel ist aussagekräftig.
Im Mai 1980 gab es im südkoreanischen Gwangju Demonstrationen gegen die Regierung, die vom Militär brutal niedergeschlagen wurden und in einem grauenhaften Massaker endeten. 

„An diesem Tag waren achthunderttausend Schuss Munition an die Soldaten ausgegeben worden. Die Einwohnerzahl der Stadt betrug ungefähr vierhunderttausend. Sie...

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Ein Buch,das mich mal wieder nachdenklich stimmt...

Inhalt:
In dem neuen Werk der Erfolgsautorin, von "Die Vegetarierein", Han Kang geht es um die Verarbeitung und Thematisierung des Gwangju-Aufstandes, der im Mai 1980 mit einer friedlichen Demonstration von der Studentenbewegung anfing und dem immer mehr Menschen aus der Zivilbevölkerug hinzukamen. Ziel war es, sich gegen eine Militärdiktatur und dem Kriegsrecht zu positionieren. Allerdings geht das Militär so brutal gegen die Demonstranten vor, dass zahlreiche Menschen getötet wurden...

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Erschütternd und ergreifend

"Warum singt man die Nationalhymne für Menschen, die von Soldaten getötet worden sind? Warum werden sie in die Nationalflagge eingehüllt? Es ist doch genau dieser Staat, der sie getötet hat."  S.17
 

Die Menschlichkeit oder das Unmenschliche werden oft zum Thema eines Romans, wenn sie nicht sogar immer präsent sind, sei es auch nur implizit.
Han Kang hat bereits mit "Die Vegetarierin" (engl. "The Vegetarian") auf die Menschlichkeit Bezug genommen und mit einer...

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In den Trümmern unserer Körper

"Ich musste eine Brücke schlagen von der Gewalt zur Würde, einen Weg, der zwischen diesen beiden Klippen, über dem Abgrund frei in der Luft hängen würde."
(Han Kang über ihre Arbeit an "Menschenwerk"¹)

"Menschenwerk" ist ein ungeheuer schmerzhaftes Buch.

Han Kang bringt ihre Charaktere an die Grenzen ihrer Leidensfähigkeit und darüber hinaus – besser gesagt, sie begleitet sie auf diesem Weg, denn die Geschichte entspringt keineswegs nur ihrer Vorstellungskraft, auch wenn...

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Südkoreas Trauma: Das Gwangju-Massaker

Nachdem die südkoreanische Bevölkerung 18 Jahre unter Militärherrschaft leben musste, hoffte sie 1979 nach Ermordung des damaligen Präsidenten auf die Demokratisierung ihres Landes. Als sich dann jedoch ein General an die Macht putschte, kam es landesweit zu Massenunruhen und Protesten. Die friedlichen Demonstrationen der Zivilbevölkerung in Gwangju wurden am 18. Mai 1980 vom Militär gewaltsam niedergeschlagen.

Das Buch „Menschenwerk“ erzählt aus unterschiedlichen Perspektiven die...

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Bewegender Appell gegen Gewalt

1980: In Süddkorea werden bei einem Studentenaufstand viele Menschen von Soldaten gefangen genommen oder willkürlich erschossen. Während einige Angehörige bereits in improvisierten Leichenhallen trauern, suchen andere noch nach Überlebenden. Doch auch Jahrzehnte nach den schrecklichen Ereignissen prägt das Erlebte den Alltag... .
Der Autorin gelingt es hier, den Leser mit vielen unterschiedlichen Schicksalen zu konfrontieren. Man wird fast dazu gezwungen, sich in die jeweilige Figur...

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Weitere Infos

Art:
Hardcover
Genre:
Romane und Erzählungen
Sprache:
deutsch
Umfang:
224 Seiten
ISBN:
9783351036836
Erschienen:
September 2017
Verlag:
Aufbau-Verlag
Übersetzer:
Ki-Hyang Lee
8.76923
Eigene Bewertung: Keine
Durchschnitt: 4.4 (13 Bewertungen)

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