Rezension

Frauenleben in verschiedenen Zeiten

Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
von Alena Schröder

Alena Schröder erzählt in ihrem Roman über vier Generationen hinweg das Schicksal von vier Frauen einer Familie und rollt dabei auch das Geschehen vergangener Zeiten auf.

Schröder erzählt von der 27 jährigen Hannah, die nicht so wirklich ins Leben findet und öfter ihre Großmutter besucht, die des Lebens schon überdrüssig ist. Die Großmutter hat einen Brief aus Israel erhalten, der ihr lästig ist, den sie deshalb Hannah überlässt, die sich ja ihrer Meinung nach damit befassen könnte.

Im Brief ist die Rede von einem geraubten und verschollenen Kunstvermögen. Aber Hannah hat keine Ahnung von dem jüdischen Teil ihrer Familie, und ihre Großmutter Evelyn weigert sich richtig stur, darüber zu sprechen...

Schröder rollt nun über die einzelnen Kapitel hinweg das ganze Geschehen, beginnend mit dem Jahr 1922, auf und fügt immer wieder begleitend in separaten Kapiteln das Geschehen der Jetzt-Zeit ein. Daraus ergibt sich der Ablauf der Geschehnisse, aber auch eine intensive Ausgestaltung des Charakters jeder einzelnen Person, oft sogar anhand deren Gedankengängen. Dies war für mich sehr spannend und unglaublich eindringlich. Je weiter man liest, desto mehr erfährt man über die Ereignisse und kann sich gut in jede der handelnden Personen hineindenken.

Der Schreibstil gewinnt dadurch und man kann flüssig lesen; die Spannung ist durchweg da und man fühlt mit den Charakteren mit.

Ich habe diesen Roman verschlungen und gebe eine unbedingte Leseempfehlung.