Buch

Das Floß der Medusa

von Franzobel

18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens?

Rezensionen zu diesem Buch

Detailreicher, auf Tatsachen beruhender historischer Roman

Franzobel ist der Künstlername eines vielseitigen österreichischen Schriftstellers. Ein Markenzeichen soll sein skurriler Humor sein.

Sein aktueller, auf Tatsachen beruhender Roman "Das Floß der Medusa" sticht ebenfalls durch seinen grotesken Humor aus, ein Stilmittel, dass den Inhalt erst erträglich macht. In dieser Rezension soll es weniger um den Inhalt - dafür gibt es bereits einige sehr gute Rezensionen, siehe Links - als um den Stil gehen.

In aller Kürze zum Inhalt: Im...

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Der Kampf ums Überleben

Geschichtlich bin ich ja absolut interessiert, wobei das in meiner Schulzeit übrigens überhaupt nicht der Fall war. Aber jetzt schaue ich mir sehr gern historische Dokumentationen an und lese sehr gern Geschichten aus einer anderen Zeit. „Das Floß der Medusa“ von Franzobel ist ein geschichtlicher Roman, der den Untergang des damals sehr imposanten Schiffes begleitet und die anschließende Irrfahrt der Überlebenden auf einem manövrierunfähigen Floß beschreibt. Immer wieder schmückt der Autor...

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Episches Vabanquespiel.

Die Unwissenheit ist ein Meer, das Wissen ein Floß darauf. - Isländisches Sprichwort.

"Vielleicht haben Sie ja Lust zu vergessen? Mutatis mutandis!" war das Angebot von Hugues Duroy de Chaumareys, einstiger Kapitän des Flaggschiffs Méduse, an den zweiten Schiffsarzt Jean Baptiste Henri Savigny. Er vergaß nicht und lieferte mit dem Geographen Alexandre Corréard der Nachwelt einen infernalischen Tatsachenbericht über die Zeit auf der Medusa, der Arguin-Sandbank und dem Floß.

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Wozu Menschen fähig sind

1816: Die unter französischer Flagge segelnde Fregatte Medusa beginnt ihre Reise von Rochefort nach Saint-Louis im Senegal. Niemand von der Besatzung und von den Zivilisten ahnt, dass ihnen eine Katastrophe bevor steht. Der ohnehin unfähige Kapitän Chaumarey lässt sich von seinem betrügerischen Freund Richeford beraten, anstatt auf weisere Offiziere zu hören, weshalb die Medusa kurz vor der afrikanischen Küste strandet. Während sich die feinen Herrschaften mit den wenigen Rettungsbooten...

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Eine monströse Geschichte...

Im Juni 1816 lief die Medusa gemeinsam mit vier weiteren  Schiffen aus, um nach dem endgültigen Sturz Napoleons französische Soldaten, Verwaltungsbeamte und Siedler in die wiedergewonnene Kolonie Senegal zu bringen. Unzureichendes Kartenmaterial, Fehlentscheidungen und Navigationsfehler des unfähigen Kapitäns verursachten schließlich die Katastrophe: man verlor den Kontakt zu den anderen Schiffen und lief am 02. Juli auf der Arguin-Sandbank vor der westafrikanischen Küste auf Grund. Es wurde...

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In jedem Mensch wohnt eine Bestie ...

Gleich vorweg: Wer Schwierigkeiten hat mit Brutalität, Ekligkeiten und Obszönität, sollte sich die Lektüre dieses Buches besser verkneifen. Denn was Franzobel, der Autor, hier schildert, ist schon harter Tobak, obwohl er vermutlich mit seiner literarischen Ausschmückung der tatsächlichen Geschehnisse nicht allzu sehr übertrieben hat.
Das Buch hält sich sehr eng an die tatsächlichen Geschehnisse, die sich im Jahre 1861 ereigneten. Am 17. Juni bricht ein Schiffsverband mit der Medusa als...

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"In jedem Menschen wohnt eine Bestie, ...

... ein zweites Ich, rücksichtslos, brutal und ohne Hemmungen. Sobald im Schutz der Dunkelheit Moral und Konventionen abfallen, kommt das tierisch Archaische heraus, die zweite Seele in der Brust, das nur vom Instinkt getriebene Ungeheuer. Und dann geht es Mann gegen Mann."

1816 sandte die französische Regierung vier Fregatten zum Schutz der von England zurückgegebenen westafrikanischen Kolonie Senegal aus. Eines der Schiffe war die Medusa, befehligt von Kapitän Hugues Duroy...

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Stecht in See und hört das Flüstern der Medusa!

Der deutsche Buchpreis. Die Shortlist. Ich habe es ja fast aufgegeben, etwas davon zu lesen, weil ich doch oft enttäuscht wurde von dem, was da so auf der Liste landete. Aber dieser Roman macht mir wieder Hoffnung! Das, was Franzobel aus dem 1816 exakt so geschehenen Untergang des Schiffs Medusa macht, ist tatsächlich Preisverdächtig.

Mit dem jungen Viktor schafft Franzobel schon zu Beginn einen Charakter, mit dem sich der Leser identifizieren kann, der genauso unbedarft das Schiff...

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Überleben

Im Juli 1816 strandet die Medusa vor der Küste Afrikas.In Rettungsbooten und einem improvisierten Floß versuchen Besatzung und Passagiere, die rettende Küste zu erreichen. Dies ist ihre Geschichte.

Das Cover ziert ein Ausschnitt aus dem gleichnamigen Gemälde von Théodore Géricault und der Titel wirkt wie hineingeritzt. Es ist gestalterisch sowohl ansprechend als auch düster, genau wie das Buch selbst.

Basierend auf einer wahren Begebenheit, hat Franzobel hier die damaligen...

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Gewaltiges Buch über menschliche Abgründe

Franzobels "Das Floß der Medusa" befasst sich in Romanform mit einer Schiffskatastrophe vor fast 200 Jahren und den grausamen Ereignissen auf dem titelgebenden Floß. Dort tun sich hinter einer sehr dünnen Schicht von Zivilisation und Moral menschliche Abgründe auf.  Dass es sich um ein auf historischen Tatsachen beruhendes Buch handelt, möchte, aber kann man während der Lektüre nicht vergessen.

Franzobel gelingt es mit seiner Sprache, das Geschehen und die Grausamkeiten treffend zu...

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NACH EINER WAHREN BEGEBENHEIT

Drei mal neun ist Donnerstag. Mit diesem kryptischen Satz für Nachgeborene beginnt „Das Floß der Medusa". Inmitten von allem Grauen der legendären Schiffsreise, ihrem Schiffbruch und den stümperischen Rettungsversuchen, sind der Esprit des Autors und seine begleitenden Kommentare während der Lektüre immer wieder rettender Mast oder Rettungsleine für den Leser, der je nach Veranlagung entweder mit Schnappatmung nach Sauerstoff verlangt oder nach dem Kotzkübel.

Sachverhalt: Am 17. Juni...

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Ein ganz großer Wurf

Was für ein Buch! Ein Buch über eine Katastrophe, die tatsächlich passiert ist. 
Im Juni 1816 lief die Fregatte Méduse kurz vor der afrikanischen Küste auf Grund. Wie es dazu kommen konnte, wird hier tatsächlich unterhaltsam und sehr nachvollziehbar erzählt. 
Ein unerfahrener Kapitän mit Adelstitel mit einem Hochstapler als Berater, setzt lieber ein großes Segelschiff in den Sand, als auf die erfahrene Besatzung zu hören. Da setzt sich die französische Revolution im Kleinen fort...

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Ein Roman der die Bestie im Menschen zeigt

Ein Roman der die Bestie im Menschen zeigt
Dieser Roman lässt mich direkt zu Beginn mit blankem Entsetzen zurück. Der Autor Franzobel erzählt über die wahre Begebenheit eines Schiffsbruchs im Jahre 1816. Ein Ereignis, von dem ich bisher nichts wusste, umso erschreckender die nachvollziehbaren und grausamen Fakten hier in Romanform präsentiert zu bekommen.
Am Anfang des Romans scheint es so, als wolle der Autor den Leser schonen. Er greift der eigentlichen Geschichte vor und...

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Wo es kein Brot gibt, gibt es kein Gesetz mehr

Zweihundert Jahre ist es her: 1816 brach eine kleine Flotte von vier Schiffen von Frankreich auf nach Afrika. Das Flaggschiff, die Medusa, bringt den französischen Gouverneur in den Senegal. Doch die Reise steht unter einem schlechten Stern: Der Kapitän ist völlig inkompetent, er überlässt das Kommando seinem Jugendfreund, der behauptet, er habe seemännische Erfahrung, und die Warnungen der Offiziere werden in den Wind geschlagen. So setzt die Medusa auf einer der berüchtigten Sandbänke auf...

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Der Mensch ein wildes Tier

Am 18. Juli 1986 werden von einem Schiff fünfzehn ausgemergelte Gestalten aufgenommen, die zwei Wochen auf einem Floß trieben. Diese wenigen Menschen sind die letzten Überlebenden von 147, die ausgesetzt wurden, weil die Rettungsboote der Medusa nicht ausreichten.

Das Buch basiert auf einer historisch belegten Geschichte.

Dieses Buch ist mein erstes von diesem Autor. Es ist eine Geschichte die packt und abstößt zugleich. Was dort geschieht, ist schwer zu ertragen. Jedes...

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Weitere Infos

Art:
Hardcover
Genre:
Romane und Erzählungen
Sprache:
deutsch
Umfang:
592 Seiten
ISBN:
9783552058163
Erschienen:
Februar 2017
Verlag:
Zsolnay-Verlag
8.91667
Eigene Bewertung: Keine
Durchschnitt: 4.5 (12 Bewertungen)

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