Leserunde

Leserunde zu "Animal" (Lisa Taddeo)

Animal
von Lisa Taddeo

Bewerbungsphase: 30.09. - 14.10.

Beginn der Leserunde: 28.10. (Ende: 18.11.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Piper Verlags – 20 Freiexemplare von "Animal" (Lisa Taddeo) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

„Nennt uns nicht verrückt, wenn wir wütend sind.“ Lisa Taddeo

Viel zu lange hat Joan die Grausamkeiten von Männern ertragen. Den einen liebt sie, aber er bleibt kalt. Und der, der sie liebt, gibt sich eines Tages vor ihren Augen die Kugel. Joan flieht aus New York und sucht nach der Frau, die ihr helfen kann, ihre Vergangenheit zu überwinden. Während Alice ihr zuhört, muss Joan einsehen, dass sie selbst sich vor den Männern ihres Lebens erniedrigt hat. Jetzt will sie mehr als nur Opfer sein. Selbst wenn sie dafür zur Täterin werden muss.

Provokant und verletzlich erzählt Lisa Taddeo von weiblichem Schmerz und weiblicher Wut, von Rache, Solidarität und Selbstermächtigung, mit der für Joan ein neues Leben beginnt.

„Taddeos Ton ist so schneidend und anziehend, dass man ihr überallhin folgen würde ... Ihre Prosa funkelt. Sie hat ein Talent fürs Metaphorische, für immer wieder verblüffende Beobachtungen.“ The New York Times Book Review

„Unerschrocken, sexy, brutal und einfach nur forensisch gut beobachtet.“ Jojo Moyes

„American Psycho für die #MeToo-Generation.“ The Times

„Wie Joan Didion auf harten Drogen und mit einem Klappmesser.“ Harper’s Bazaar

„Lisa Taddeo legt die ungeschönte Realität weiblichen Begehrens und weiblicher Traumata frei.“ TIME Magazine

„Ein schonungsloses Debüt über weibliche Wut. Taddeos Antiheldin verstößt gegen alle Regeln, und ihr spöttischer Ton bereitet großes Vergnügen.“ Guardian

„Animal knurrt und faucht eine ungezähmte Wahrheit heraus, und die verschwiegene Geschichte von Wut und Abrechnung.“ Lithub

„Ein dunkles, verstörendes Meisterwerk, voller berechtigter weiblicher Wut – jedes Wort fliegt einem förmlich entgegen.“ Red

„Animal ist ein aufregender, aufrührerischer Roman, so einnehmend wie berauschend – und er steigert sich in ein Fiasko hinein, von dem man den Blick nicht mehr abwenden kann.“ Vogue

„Eine Lektüre wie ein Fiebertraum. Intensiv, aufrüttelnd, provokant, und doch ist dieses Buch erfüllt von Humanität und Sinnlichkeit, am Ende gar von Liebe und Hoffnung.“ Stylist

„Lisa Taddeo zeigt auf, wie die Brutalität von Männern die Wut von Frauen befeuert. Das Ergebnis ist so intim wie explosiv.“ People (Buch der Woche)

„Eine provokante Erkundung dessen, was passiert, wenn Frauen zum Äußersten getrieben werden.“ Esquire

„Animal handelt vom allgegenwärtigen Es, eine fleischliche, freimütige Darstellung der unguten Verbindung von Erinnerung und Gewalt.“ Raven Leilani

„Unfassbar gut und wahr und vertrackt.“ Olivia Wilde

Highlight des Jahres für Guardian – Sunday Express – Independent – New Statesman – Evening Standard – Cosmopolitan – Red – Grazia – Daily Mail – Daily Express – The Week – Irish Times – i – The Sun

ÜBER DIE AUTORIN:

Lisa Taddeo sorgte mit ihrem ersten Buch Three Women weltweit für Furore. Es stieg mit Erscheinen auf Platz 1 der Bestsellerlisten der New York Times und Sunday Times ein, und auch in Deutschland führte es die SPIEGEL-Bestsellerliste an. Lisa Taddeo schreibt zudem popkulturelle Features für The New York Times, Esquire, New York, Elle und Observer und arbeitet an mehreren Drehbüchern, darunter eine Serienadaption von Three Women. Für ihre Storys wurde sie bereits zweimal, 2017 und 2019, mit dem Pushcart Prize ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in New England.

20.11.2021

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 141 bis 281

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jojo007 kommentierte am 25. Oktober 2021 um 07:42

Leseabschnitt zwei hat das, was im ersten Abschnitt geschehen ist, noch einmal vertieft. Diese prägnante Mischung aus Hoffnungslosigkeit und Hoffnung hat sich noch einmal verstärkt. 

Neue Infos über eine einerseits schöne und andererseits schreckliche Kindheitserlebnisse, das Rekapitulieren von Vics Leben, der Rückhalt durch Alice, die Bedrohung durch Eleanor. Und dann ist Joan auch noch schwanger. Zeitgleich brodelt aber auch der Hass in ihr. 

Gerade ist so viel geschehen, ich glaube ich muss erst weiterlesen, um alles richtig einzusortieren.

Vielleicht hilft ja die Info, was mit Joans Eltern geschehen ist, um alles in den richtigen Kontext zu bringen.

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GaudBretonne kommentierte am 29. Oktober 2021 um 17:23

Das hast du super zusammengefasst. Es steckt unglaublich viel Wut in dem Roman.
Für mich wird inzwischen einiges klarer. Joan gibt ihrem Vater (Fremdgehen mit der Mutter von Alice) indirekt die Schuld an ihrer Vergewaltigung und an ihren "Männergeschichten". Daher will sie unbedingt den Kontakt zu Alice. Daher kann sie Vics Tochter so gut verstehen... Alles wird sich sicher erst  klären, wenn wir erfahren, wie Joans Eltern umgekommen sind.

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genihaku kommentierte am 01. November 2021 um 13:49

Es läuft anscheinend alles auf den Moment hinaus, an dem Joans Eltern starben. Erst da können wir Joan wohl wirklich verstehen. Für mich ist das der rote Faden, der Sog der Geschichte. Obwohl es Eleanor gibt, Alice, Vic etc., faszinieren mich die Geschehnisse der zehnjährigen Joan am meisten. 

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jojo007 kommentierte am 01. November 2021 um 14:04

Gut und treffend formuliert!

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Deidree C. kommentierte am 02. November 2021 um 21:46

Allerdings hoffe ich nicht, dass Joans Eltern so umgekommen sind, wie ich momentan befürchte.

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Xana kommentierte am 08. November 2021 um 23:50

Das läuft alles auf eine sehr grausame Todesart hinaus, das fürchte ich auch.. Das würde zumindest erklären, warum Joan in diesem extremen Maß verkorkst ist.

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Marcsbuecherecke kommentierte am 17. November 2021 um 11:48

Ich finde es faszinierend, wie ähnlich wir hier wohl alle lesen. Dass Alice und Joan in dieser Art Verhältnis zueinander stehen, fand ich ein wenig vorhersehbar. Aber der Rest .... ich bin gestern Abend auch verwirrt auf der Couch zurückgeblieben und bin "heimlich" noch in den letzten Abschnitt reingerutscht. Gerade die Schwangerschaft hat mich ja komplett aus der Bahn geworfen.

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heike_e kommentierte am 29. Oktober 2021 um 08:55

Ich bin am Anfang des 2. Abschnittes und vermute mal, dass Alice Joans Stiefschwester ist. Eleanor wurde angedroht ist aber (noch) nicht aufgetaucht. Das Verhalten von Joan kann ich oft nicht nachvollziehen, denke (und erwarte) aber, dass sich das durch die Rückblenden noch ändert.

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Lenna kommentierte am 11. November 2021 um 10:17

Ich denke auch, dass es sich bei Alice um Joans Halbschwester handelt. Ich denke sie haben den gleichen Vater. 
Joans Zwiespalt und ihre Gefühle kann ich deshalb gut nachvollziehen.

 

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genihaku kommentierte am 01. November 2021 um 13:44

Der zweite Abschnitt hat mir sehr gut gefallen. Joan als Figur ist klarer geworden, ich verstehe sie besser. Ich finde, die Autorin hat eine sehr gute Art über die Vergewaltigungen zu schreiben, behutsam und differenziert. Die unterschwellige Wut bei der Vergewaltigung der Oma, wie subtil sie die "Pool"-Szene beschrieben hat oder wie der Hass Joans brodelt gegenüber John Ford. 

Ich mag sehr, wie die Autorin die Geheimnisse um die Familiengeschichte aufdeckt. Da lese ich besonders gespannt weiter. Mitten im Buch wird die Todesszene von Vic gezeigt, doch der Kreislauf beginnt mit dem Tod der Eltern. 

Lenny finde ich bloß seltsam und abstoßend. Er nimmt viel zu viel Raum ein. 

Beim Lesen - bei einigen Sprüchen - merke ich, wie ich auch immer wütender werde.

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Deidree C. kommentierte am 02. November 2021 um 21:49

Lenny ist mir auch noch suspekt. Aber ich denke, nur als "Seitenfüller" ist er auch nicht gedacht. vielleicht kommt noch irgendetwas, wofür er gebraucht wird.

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forti kommentierte am 07. November 2021 um 18:25

Es kommen ja mehrere unsympathische Männer vor - Leonard/Lenny ist momentan der schlimmste. Ich sehe ihn als das extremste Beispiel für einen Mann, dessen Welt sich nur um sich dreht, bei dem Frauen sich ihm zu unterzugliedern haben. Das ist ja ein Motiv, das sich durchs Buch zieht.

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Marcsbuecherecke kommentierte am 17. November 2021 um 11:50

Ja, die Empathie und die damit aufkochende Wut beim Lesen, hat mich auch aéin wenig überrascht. Anfangs kam ich sehr schwer in die Geschichte rein und jetzt leide ich regelrecht bei jedem Rückblick mehr mit.

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Deidree C. kommentierte am 02. November 2021 um 21:39

Was ich mich schon länger frage, ist, warum eigentlich Alice sich die Geschichte von Joan anhört. Sie kennen sich ja gar nicht. Für sie zumindest in Joan eine fremde Frau.

Alice ist also die Halbschwester von Joan. Die Eltern scheinen sich damals getrennt zu haben. Aber was ist ihnen dann passiert?

Und jetzt scheint Joan schwanger zu sein. Erzählt sie all das wirklich ihrem Kind?

Momentan noch ein paar Fragen. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich die im letzten Abschnitt aufklären.

Das Leben von Joan ist ein einziges Auf und Ab. Hoffnung und Hoffnungslosigkeit finden sich fast in einem Satz.

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forti kommentierte am 07. November 2021 um 18:27

Dass Alice und Joan direkt einen Draht zueinander haben, ist mir auch aufgefallen. Joan weiß warum (höchstwahrscheinliche Halbschwesterschaft), sucht die Nähe ja richtig. Aber es geht ja auch viel von Alice aus. Ist es einfach eine unterbewußte Verbundenheit, da sie Halbschwestern sind oder weiß Alice, wer Joan ist?

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nicigirl85 kommentierte am 08. November 2021 um 08:02

Na ja ich hab das mal mit einem Mädel erlebt, die mit meiner besten Freundin zusammen arbeitet. Wir kamen uns direkt vor als würden wir uns ewig kennen. Da war nach wenigen Sekunden bereits eine Verbindung da, keine Ahnung wie das geht. Das hatte ich vorher noch nie. Vielleicht ist es bei den Beiden genauso.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man Blutsverwandtschaft spüren kann.

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forti kommentierte am 08. November 2021 um 14:02

Hmm, man bemerkt aber vielleicht (bewußt oder unterbewußt) Eigenheiten oder Merkmale, die man von sich selbst oder einem gemeinsamen Verwandten kennt. Ob das nun die gleiche Nase oder Bewegungen oder Vorlieben, Marotten sind - man erbt ja alles mögliche von seinen Vorfahren ;-) Und das ist dann vielleicht doch ein Grund, dass man sich mit jemandem verbunden fühlen kann.

Aber auch klar: manchmal "funkt" es einfach zwischen zwei Menschen ohne dass man dafür einen Grund hat.

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Xana kommentierte am 08. November 2021 um 23:47

Ich habe mich auch schon gefragt, ob Alice vielleicht viel mehr weiß als sie zugibt. Vielleicht ist sie ja gar nicht zufällig in dem Café aufgetaucht? Vielleicht hat sie Joan nach der Yogastunde absichtlich gesucht.

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nicigirl85 kommentierte am 09. November 2021 um 07:50

Ehrlich gesagt denke ich auch, dass das kein reiner Zufall ist, sondern eher von ihr verursacht, schließlich war sie so immens fasziniert bei der Yoga- Stunde von ihr.

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GaudBretonne kommentierte am 13. November 2021 um 08:08

Dem schließe ich mich an!

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lealiebteszulesen kommentierte am 13. November 2021 um 08:35

Genau den selben Gedanken hatte ich auch, weil es schon auffällig war wie gut der Draht zueinander war.

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heike_e kommentierte am 06. November 2021 um 11:48

Der zweite Teil hat sich mir ebenso gesperrt wie der erste. Die Wut, die Verzweiflung aber auch die Hoffnung, dass alles besser werden wird, all das hat sich noch verstärkt. Es gibt viele Arten von Missbrauch, am schlimmsten ist wohl derjenige, der beim Opfer nicht als solcher aufgefasst wird sondern die Schuld bei sich selbst gesucht wird.

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Marcsbuecherecke kommentierte am 17. November 2021 um 11:53

Wow, das hast Du sehr gut geschrieben! Besser hätte man es nicht ausdrücken können.

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forti kommentierte am 07. November 2021 um 18:21

Zwischendurch war ich etwa raus aus dem Lesefluss - lag das am Buch oder an einer Herbstmüdigkeit? Keine Ahnung.

Gegen Ende nahm es ja ganz schön an Fahrt auf und die Männer entpuppen sich endgültig als Arschlöcher. Gibt es überhaupt einen Mann, der kein Arsch ist, in dem Buch? Tiger vielleicht. Mal sehen.

Ganz schön dramatisch, was Joan schon alles erlebt hat. Und scheinbar hat sie das alles lange als völlig normal wahrgenommen. Jetzt scheint sie ja langsam aufzuwachen. War da Leonard der/ein Wendepunkt? Der ist ja auch echt krass - wobei er es immerhin zugibt, wenn auch ohne Reue oder schlechtes Gewissen.
Joan ist aber immernoch relativ ruhig und man erfährt nicht so wirklich viel über ihre Gedanken, ihren Wandel zur Wut. Passiert das alles unterbewusst?

Eleanor ist jetzt tatsächlich da und will Joan umbringen. Ich nehme es ihr immernoch nicht ab.

Keine direkte Ansprache an die Leserin in diesem Abschnitt?

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forti kommentierte am 07. November 2021 um 18:30

Mehrmals lese ich hier "Hoffnung". Die habe ich im Buch (Stand zweiter Leseabschnitt) nicht empfunden. Joan ist nicht hoffnungslos, aber meiner Meinung nach auch nicht hoffnungsvoll. Keine Ahnung, ob "gelassen" es trifft - suche noch den richtigen Ausdruck für Joans Gemütszustand, denn die Wut ist ja auch eher unterschwellig.

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nicigirl85 kommentierte am 08. November 2021 um 08:00

Ich bin da absolut bei dir, denn ich empfinde keinen Hoffnungsschimmer oder irgendwas Positives dabei, sondern es ist für mich eher Resignation oder eine Art Aushalten.

Joan erscheint mir jedenfalls nicht "normal", sie ist durch das was sie erlebt hat schon etwas speziell. In welche Richtung dasgeht, kann ich nicht genau bestimmen, ob es leicht depressiv ist. Wirklich einordnen lässt sich das alles nicht.

Sie hält in jedem Fall viel aus. Dennoch möchte ich keinesfalls so sein wie sie.

Vielleicht könnte man sie ein bissel als Antiheldin sehen.
 

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forti kommentierte am 08. November 2021 um 14:07

Ist sie abgehärtet? Abgestumpft?

Ihr wäre auf jeden Fall Hilfe zu wünschen. Ob sie die von Alice erwartet und dann auch noch bekommt? Ich zweifle. So ganz kann sie sich ja auch noch nicht öffnen.

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lealiebteszulesen kommentierte am 13. November 2021 um 08:37

Ich glaube auch nicht, dass sie die Hilfe von Alice bekommt. 

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Xana kommentierte am 08. November 2021 um 23:45

Ich sehe auch keine Hoffnung oder Ähnliches, das ist mit zumindest entgangen. Das Hoffnungsvollste, was ich bisher in diesem Buch gelesen habe, ist Joans Wunsch, dass ihre Tochter (oder vielleicht doch ihr Sohn?) den Teufelskreis durchbrechen soll.

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Marcsbuecherecke kommentierte am 17. November 2021 um 11:56

Das hast Du sehr spannend formuliert wie ich finde. Im Moment frage ich mich - durch deinen Kommentar - ob sie vielleicht nur nicht hoffnungslos ist, weil sie das Geschehene so sehr verdrängt hat, dass ihr gar nicht bewusst ist, das sie Hoffnung bräuchte.

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Xana kommentierte am 08. November 2021 um 23:43

Ich empfinde diese Geschichte – und vor allem Joan – als immer seltsamer. Es ist nun also klar, sie erzählt die Geschichte ihrer Tochter und Alice ist ganz eindeutig ihre Halbschwester. Anscheinend wurde Joan mindestens zwei mal in ihrem Leben vergewaltigt, das erste mal als Kind. Umso seltsamer und widerlicher finde ich den ständigen Vergleich, Männer würden Frauen andauernd beispielsweise mit Blicken auf die Finger (?!) vergewaltigen. Solche Aussagen verharmlosen die tatsächlichen Vergewaltigungen und ekeln mich an. Ich weiß nicht, was ich von dem Buch halten soll. Es ist interessanterweise sehr spannend zu lesen, ich will wissen, was genau mit Joans Eltern passiert ist und was sie mit Joan vor hat. Allerdings ist mir kein einziger Charakter im Buch auch nur halbwegs sympathisch. Alles nur betrügende, vergewaltigende Männer und sich selbst und alle anderen Frauen hassende Frauen.

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holdesschaf kommentierte am 16. November 2021 um 11:04

"Umso seltsamer und widerlicher finde ich den ständigen Vergleich, Männer würden Frauen andauernd beispielsweise mit Blicken auf die Finger (?!) vergewaltigen. Solche Aussagen verharmlosen die tatsächlichen Vergewaltigungen und ekeln mich an."

Das ist genau das, was mir schon die ganze Zeit gegen den Strich geht. Wenn es nachvdem Buch geht, ist jede Beziehung zwischen Mann und Frau, die zerbricht oder nicht rund läuft, ja manchmal nur ein Blick auf bestimmte Körperteile (selbst Finger) eine Vergewaltigung und wir die armen Opfer, die es gar nicht merken.

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Marcsbuecherecke kommentierte am 17. November 2021 um 11:57

Ich habe diese Szenen so verstanden, dass es darum geht, dass eine Vergewaltigung eben nicht erst durch einen gewalttätigen Akt beginnt, sondern sich bereits iin vermutlich alltäglichen Situationen anbahnen kann.

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Lenna kommentierte am 11. November 2021 um 10:20

Joan ist eine wirklich erstaunliche und vor allem sehr vielschichtige Figur. Immer mehr ihrer traumatischen Erfahrungen kommen ans Licht und ich beginne zu begreifen, woher ihr komisches Verhältnis zu Männer kommt. Besonders die Schilderung der Vergewaltigung in ihrer Kindheit hat mich getroffen. Sie schildert die Geschichte so distanziert, dass man meinen könnte sie sei nicht dabei gewesen. Trotzdem merkt man der Erzählung an wie furchtbar dieses Ereignis war und wie tief die Einschnitte dieser Erfahrung bei Joan waren und auch noch sind.

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lealiebteszulesen kommentierte am 13. November 2021 um 08:41

Ja die Vergewaltigung bzw die Schilderung davon fand ich auch sehr schrecklich. Diese distanzierte Art ist denke ich einfach Selbstschutz.

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lealiebteszulesen kommentierte am 13. November 2021 um 08:34

So langsam bin ich mehr drin in der Geschichte und der zweite Abschnitt ging deutlich besser. Aber man lernt auch Joan noch besser kennen, was bedeutet noch tiefer in den Abgrund zu schauen. Es ist verrückt wie "kaputt" (klingt hart aber so ist es) sie ist. Mittlerweile kann ich mich aber deutlich besser in sie hinein versetzen. 

Bei den ganzen Erlebnisssen ist es erstaunlich wie sie das alles so hingenommen hat, vielleicht auch eine Art Selbstschutzmechanismus und irgendwann war es dann einfach "Normalität".

So langsam wird auch Alice mehr und mehr Teil der Geschichte und ich fand es richtig spannend, dass die beiden gleich einen Draht zueinander hatten. Denn Alice weiß ja nichts von der möglichen Verwandschaft.

Ich bin sehr gespannt ob der letzte Abschnitt noch ein bisschen Klarheit bringt. Ich werde bei dem Wetter mich mit dem Buch einkuscheln und bin gespannt.

 

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AurelyAzur kommentierte am 14. November 2021 um 19:15

Ja, den Eindruck, dass sie kaputt ist, kann ich bestätigen. Es wird aber durch ihre zerrüttete Kindheit auch deutlich woher ihre Art zu denken und sich zu verhalten herkommen. Dabei scheint sie schon ziemlich fixiert auf ihre Mutter zu sein von der sie anscheinend nicht genug Aufmerksamkeit und Liebe bekommen hat. Durch die Beziehung ihrer Eltern hat sie ein ziemlich verzehrtes Bild eine gut funktionierenden Beziehung, was ihre Abhängigkeit von anderen Menschen und diese Machtspielchen nachvollziehbar erklären.

Ich bin gespannt, ob die Ansage, dass sie jemanden umbringen wird, sich wirklich noch bewahrheitet und ob es sich dabei um die Tochter von Vic handeln könnte, wie ich vermute.

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lebensbetrunken kommentierte am 15. November 2021 um 11:22

Mir geht es ähnlich! Ich komme auch langsam immer mehr in die Geschichte rein - muss aber trotzdem ehrlich sagen, dass ich noch nicht das Gefühl habe, so richtig angekommen zu sein. Irgendwie gibt es immer noch SO VIELES, das ich nicht richtig verstehe und das durcheinander ist und über das noch viele Informationen fehlen. Ich hoffe sehr, dass sich das im letzten Teil noch ändert und viele offene Fragen beantwortet werden können!

Und ihr habt total recht, was Joan betrifft. Ich finde "kaputt" trifft es sehr gut. So schreckliche und krasse Dinge sind in ihrem Leben schon passiert und haben ihr Leben geprägt. Ihre Normalität ist dabei eigentlich alles andere als normal - und ich muss sagen, manche Situationen und Gedanken fand ich beim Lesen schon ziemlich verstörend? Insgesamt bin ich einfach super gespannt, wie alles ausgeht, ob noch jemand umgebracht wird und ob Juans Leben sich noch irgendwie zum Besseren wendet (auch wenn ich es mir eigentlich nicht vorstellen kann). Mal schauen!

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holdesschaf kommentierte am 16. November 2021 um 10:59

Auch wenn mich der Abschnitt jetzt etwas mehr gefesselt hat, weil er ein bisschen mehr Einblicke gewährt hat in Joans Vergangenheit, muss ich sagen, dass ich viel davon als total abstrus empfinde. Und recht abartig. Ich weiß ja nicht, wie die Autorin so lebt, aber allein die Szene, in der Joan als Zehnjährige vom Schwimmbad mit zu dem Mann gefahren ist... Ernsthaft?
Wer denkt sich sowas aus? Aber gut, Joan ist so reif, die fühlt sich als Kind bereit, auf allen Vieren nackt dazuhocken und sich ablecken zu lassen. Und freut sich dann noch über ein Buch mehr und die Telefonnummer des Typen.
Auch Alice Meinung, dass jede Beziehung, von der Joan ihr erzählt eine Art Vergewaltigung ist und Joan immer das Opfer, das sich nicht wehren konnte. Ich seh das nicht so. Wenn ich was mit dem Chef anfange, sollte mir klar sein, dass das nicht super laufen muss, mit Verheirateten genau dasselbe. Uns will man hier weißmachen, dass uns das betrifft. Wenn ich mir von oben manche Kritikzitate ansehe, dann wohl schon.

"Lisa Taddeo legt die ungeschönte Realität weiblichen Begehrens und weiblicher Traumata frei."

Wirklich ernsthaft? Kann sein, dass in der Kindheit mit dem Vater noch etwas vorgefallen ist, das Joans Handeln beeinflusst, aber ich als Frau weigere mich mir durch dieses Buch einreden zu lassen, dass ich für nichts, was ich tue oder unterlasse, verantwortlich bin, sondern immer nur die böse Männerwelt. Mich würde interessieren, was Frauen zu dem Buch sagen, die auf dem Nachhauseweg vergewaltigt wurden oder vom Partner geschlagen, weil das Essen nicht pünktlich fertig war. Vielleicht bin ich für das Buch auch nicht wütend genug. Die Autorin schafft es aber vielleicht noch.
Dass die Protagonist Eleanor anlügt und dann durch Zufall bei der bisher einzigen Vergewaltigung, die sie leider durchleben musste, "glücklicherweise" schwanger wurde, weil es grad so schön passt, ist ja soooo ein praktischer Zufall. Sorry, aber ja, das Buch macht mich wütend, aber vielleicht nicht so, wie es die Autorin beabsichtigt hat.

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 141 bis 281
Marcsbuecherecke kommentierte am 17. November 2021 um 12:12

Der zweite Abschnitt weist mit einigen Überraschungen auf. Einige mehr überraschend, andere weniger :) Die Sache mit der möglichen - oder mittlwerweile doch sehr wahrscheinlichen - Blutsverwandschaft, fand ich doch sehr vorhersehbar.

Viele Aspekte in der Geschichte lassen mich in meiner Meinung allerdings wirklich sprachlos zurück. Joan ist in ihrem Leben mehrmals mehr als nur bis zum Hals in der "Scheiße" gewesen, sondern sie musste verdammt oft auch den Kopf untertauchen. Dennoch habe ich (und ich schließe hier nicht aus, dass dieser Blickwinkel an meinem Geschlecht liegen könnte) das Gefühl, dass Joan sich doch zumindest vor sich selbst "gerne" als Opfer mit Selbstschuld darstellt. Nicht, dass ich meine, sie würde es genießen eines zu sein, sondern, dass es so für sie leichter wäre. Ich bin der Meinung, dass sich Joan mit sich selbst auseinandersetzen sollte, um zu lernen, dass sie keine Schuld hat an diesem Geschehen. Beim Lesen habe ich manchmal richtiggehend das Gefühl sie betreibe übles Victimblaming an sich selbst.

Ich bin gestern direkt noch in den dritten Abschnitt "reingerutscht" und werde mich jetzt auch weiter darum kümmern :)