Magazin

Der gekaufte Bestseller: Mann liest vor dunklem Hintergrund in einem Buch

Bestsellerplatzierungen

Der gekaufte Bestseller

Nachdem es vor etwa einem Jahr bereits Berichte über 'gekaufte Rezensionen' gab, scheint es nun so, als wäre damit längst nicht das Ende der gezielten Einflussnahme erreicht worden: Per Agentur und Scheckbuch zum Bestseller-Autor ... leider schon Realität.

Gekaufte Rezensionen

Der Aufschrei war groß, als die New York Times im Spätsommer 2012 darüber berichtete, dass (Buch-)Rezensionen im großen Stil gekauft worden seien. So wurde unter anderem gesagt, dass John Locke, millionenfach verkaufter Selfpublishing-Autor, für rund 300 positive Rezensionen bezahlt haben soll (siehe Link).
Die Reaktionen auf Seiten der Leser schwankten dabei zwischen Enttäuschung, Fassungslosigkeit und ablehnendem Entsetzen, wobei sie sich keinesfalls nur auf die USA beschränkten, sondern auch Deutschland erreichten.
Auch in unserem Fragebereich entwickelte sich erst vor kurzem eine ausgesprochen kontroverse Diskussion zu diesem Thema: http://wasliestdu.de/frage/rubrik/sonstiges/gekaufte-bewertungen-auf-amazon

... und irgendwie hat mich diese Diskussion dann auch nicht mehr losgelassen: Nachdem Maren Mitte September bereits einen Artikel zum Thema „Bestseller" verfasst hatte, beschäftigte ich mich mit der Frage, ob es auch in diesem Bereich Platz und Möglichkeiten für gezielte Einflussnahme bzw. Manipulation gibt.

Schließlich ist dieses Thema - medienübergreifend - auch hierzulande kein unbeschriebenes Blatt ... ich erinnere nur an die Manipulationen der Musikcharts durch Massenaufkäufe aus dem Jahre 2005.

Erkaufte Bestseller in den USA

Und tatsächlich: Bei meiner Recherche stieß ich auf einen Artikel des „Wall Street Journal", der sich mit dem Phänomen und den Hintergründen einiger Verkaufszahlen aus den USA beschäftigte: Große Abverkäufe in der ersten Woche, die schon in der zweiten Woche auf ein Minimum zurückgingen ... in einem geschilderten Fall (Titel: „Networking is dead") war es sogar so, dass in der ersten Woche rund 5.000 Exemplare des Titels verkauft wurden, während es in der zweiten und dritten Woche mehr Rückgaben als Verkäufe gab.

Im Zentrum des Berichts steht allerdings der Titel „Leapfrogging", der sich zum vielleicht bekanntesten Fall des kalkulierten Bestseller-Kreierens entwickelte. Soren Kaplan, Wirtschaftsberater und gern gesehener/gebuchter Redner bei diversen Vorträgen, wandte sich zur Vermarktung des Titels an die Agentur „ResultSource", wo er laut „Forbes"-Bericht rund $211.000 (Herstelltung, Druck und Verkauf) zzgl. ca. $20.000 an Gebühren für die Kampagne bezahlte.

Resultat: Ein kalkulierter Bestseller, der sich vor allem vor dem Hintergrund seiner eigentlichen Tätigkeit nicht schlecht macht (Diskussion XY, Redner: „Bestseller-Autor Soren Kaplan"). In Folge der Berichterstattung allerdings mit viel Häme konfrontiert, erklärte sich Soren Kaplan schließlich wie folgt:
http://www.leapfrogging.com/2013/02/18/debunking-the-bestseller-book-sales-spike/
http://www.leapfrogging.com/2013/03/07/debunking-the-bestseller-part2/

Besonders pikant: Die beauftragte Agentur, „ResultSource", macht grundsätzlich kein großes Geheimnis aus ihrer Tätigkeit und weist auf der Homepage diverse „Bestseller Campaigns" aus; interessierte Autoren können hier auch direkt Kontakt aufnehmen.

Über das 'Erfolgsrezept' kann indes nur spekuliert werden: Auch in den USA wird der Markt beobachtet, um Manipulationen durch einen gezielten Massenaufkauf auszuschließen, offenbar scheint „ResultSource" aber einen Weg gefunden zu haben, das Volumen zu splitten und sie wie (unauffällige) Einzelkäufe anmuten zu lassen.

Bestseller-Kampagnen in Deutschland

Und wie sieht es bei uns aus?
Im Internet bin ich auf den „Bestseller Verlag" gestoßen, der folgendermaßen für seine Dienste wirbt:
 


Die umschriebene Motivation erinnert zunächst einmal frappierend an „Leapfrogging" und Soren Kaplan. Aber auch die Tatsache, dass es kein Impressum bzw. keine direkte Kontaktmöglichkeit gibt, trägt nicht unbedingt zur Transparenz und Vertrauensbildung bei.
Mehr noch: Der Betreiber/Domain-Registrant lässt seine Identität über eine Stellvertreter aus Panama schützen, um anonym zu bleiben ...

Wie steht ihr zu diesem Thema und der gesamten Entwicklung? Was haltet ihr für möglich? Während ein kalkulierter Einstieg in die Spiegel-Bestsellerliste für die Allgemeinheit wohl glücklicherweise auszuschließen ist (sehr aufwändig + teuer), wirbt der „Bestseller Verlag" gezielt mit Amazon-Platzierungen, die oftmals als wichtige Referenz dienen.

Artikel eingestellt von: +Torsten Woywod

Kommentare

storycircus kommentierte am 05. Dezember 2013 um 14:18

Also, wer auf so einer Seite wie "Bestseller" Verlag" seine Manuskripte hochläd, hat doch nicht mehr alle Zacken am Rad. Die sind ja nichtmal überprüfbar, haben keine Referenzen oder sontiges. Also wer sich da veralbern lässt, .... arme Sau.

Grundsätzlich frage ich mich schon auch hin und wieder, wie das ein oder andere Buch in die Bestsellerlisten kommen konnte, aber mei. Wenn die das irgendwie hinkriegen und da Geld für gefakete Rezensionen ausgeben, dann sollen sie doch. Der Erfolg ist kurz und spätestens in Woche zwei, wenn die Leser checken das das Buch nix ist, gehts wieder bergab.

chatty68 kommentierte am 05. Dezember 2013 um 14:22

Na ja, bei manchen Rezis kommt einem schon der Verdacht auf, dass man da ein bisschen nachgeholfen hat. Auch wenn man dann plötzlich auf mehrere fast wortgleiche Rezis stößt, die dann auch noch untereinander stehen.  Aber ob da eine Agentur dahinter steckt, oder einfach nur Rezis geklaut werden - das kann ich leider nicht beurteilen.

unclethom kommentierte am 05. Dezember 2013 um 14:31

Ich denke, dass so erkaufte "Erfolge" nur vorübergehender Natur sein können. Spätestens wenn professionelle, wie auch die ehrlichen Rezensenten das Produkt in die Finger bekommen sollte der Spuk vorbei sein.

Klar, bis dahin sind schon eine Menge Exemplare verkauft. Aber, der Autor der so schon einmal in Verdacht geraten ist, dürfte seinen Ruf dermassen beschädigt haben, dass es für ihn mehr als schwer sein wird, jemals in größerem Umfang wieder eine seiner Publikationen zu Verkaufen.

Und wer will das riskieren? Ich kann es mir nicht vorstellen, dass seriöse Autoren sich auf soetwas einlassen würden. Denn das Risiko erwischt zu werden ist zu groß, zuviele professionelle wie auch Amateurrezensenten lesen und bewerten diese Bücher ebenso und so wird schnell ein solcher Betrug offengelegt werden.

 

Grüße aus Frankfurt am Main

unclethom

 

Jendrik Spehl kommentierte am 05. Dezember 2013 um 14:42

Ganz ehrlich für meine persönliche Buchauswahl spielt die Bestsellerliste oder auch die Bezeichnung Bestseller keine Rolle. Der Name sagt es schon Best Seller er verkauft sich gut, aber damit ist überhaupt keine Aussage über die Qualität getroffen (siehe Bücher von Dieter Bohlen oder anderen sogenannten Promis die landen auch auf Bestsellerlisten). So gesehen wäre es mir egal wenn jemand einen Bestseller künstlich schafft. Allerdings ist es für viele Menschen ein Kaufargument und daher ist es tatsächlich problematisch wenn ein Buch künstlich in diese Listen gebracht wird. Andererseits was macht Werbung sonst anders als uns etwas vorzugaukeln was das Produkt in wirklichkeit gar nicht ist? Ansonsten kann ich mich nur der Meinung meinen Vorrednern anschließen, dass solche erkauften Erfolge letztlich temporär sind und am Ende wenn es raus kommt mehr schadet als es nutzt.

passionelibro kommentierte am 05. Dezember 2013 um 15:13

Ich finde es schade, aber das ist unsere Welt. Man versucht, Alles und Jeden zu kaufen bzw. zu verkaufen ... Das gibt es ja schließlich auch bei den Reiseportalen. Da geben die Hotels tolle Bewerbungen selber ab oder lassen sie abgeben. Man sollte sich nicht so sehr davon beeindrucken lassen, sondern sich seine eigene Meinung auch weiterhin bilden :) und das Buch lesen, das einen wirklich interessant und lesenswert erscheint. Dafür muss man halt immer mehr stöbern und suchen, um das Spreu vom Weizen zu trennen und vielleicht den Buchhändler zur Hilfe mal wieder aufsuchen?

Jendrik Spehl kommentierte am 05. Dezember 2013 um 15:23

Jep der Buchhändler ist nämlich nicht käuflich :) 

Slevowitsch kommentierte am 06. Dezember 2013 um 09:44

:). Mit einer Einschränkung: Ein "guter" Buchhändler wird versuchen seinen Kundenstamm nicht zu verlieren. Daher wird er Bücher empfehlen, die ,seiner Meinung nach, der Kunde auch lesen möchte. Der Bcuhhändler hat nix davon einen Hype zu pushen, wenn es dem Kunden nicht gefällt. damit verliert er, langfristig gesehen...

westeraccum kommentierte am 05. Dezember 2013 um 16:08

Im Grunde "macht" man ja schon einen Bestseller, indem man einem Buch einen prominenten Platz in der Buchhandlung einräumt. Da greift man dann eher zu, als wenn man ein Buch mühsam suchen muss.

Manchmal frage ich mich wirklich, wie es ein schlechtes Buch so weit oben auf die Bestsellerliste schafft, z.B. die Krimis aus der Bretagne ("Bretonische Verhältnisse" und "Bretonische Brandung").

Michael H. kommentierte am 05. Dezember 2013 um 23:22

ganz genau, mit dem richtigen marketing ist ne menge möglich... und einmal auf der bestseller-liste drauf bleibt man da für wochen...

die bretonischen dinger verkaufen sich übrigens tatsächlich, die braucht keiner pushen. ob zu recht oder unrecht kann ich nicht beurteilen, habe beide nicht gelesen.

buecherkruemel kommentierte am 06. Dezember 2013 um 08:26

Dann hoffe ich mal, dass die Bücher Geschmackssache sind. Ich hab nämlich gerade den ersten Bretagne Krimi gekauft :)

 

Leia Walsh kommentierte am 05. Dezember 2013 um 16:57

Mir sind Bestsellerlisten sooooooo egal! Mich muss ein Buch reizen. Da guck ich nicht, wie die "Mehrheit" drüber denkt. Ich lese, was ich lesen mag, nicht was andere für toll erachten. Zumal viele Bücher auf den Bestsellerlisten landen, nur weil jemand sie sammelt. Gerade bei "In-Autoren" wie King (den ich liebe, dessen Bücher ich kaufe - aber auch lese!), Adler-Olsen, Nesbo usw. Da werden viele gekauft und ins Regal gestellt, um "in" zu sein.

Ich schau nach Büchern, die mir gefallen könnten. Dazu sind Genre und Cover erst mal wichtig. Bei ganz neuen Büchern nutzt mir die Bestsellerliste eh nix.

Fällt mein Blick dann doch mal versehentlich auf eine Bestsellerliste. dann guck ich nur, wo die Bücher stehen, die ich gelesen habe. Kaufbestimmend sind sie für mich jedenfalls nicht. Insofern kann da manipuliert werden, so viel will - es tangiert mich peripher.

buecherkruemel kommentierte am 06. Dezember 2013 um 08:27

Da kann ich nur zustimmen.

 

Lauritzel kommentierte am 05. Dezember 2013 um 17:06

Ha! Das erzähle ich meinem Philolehrer, dass Locke in Wirklichkeit für "Linke Socke" steht! :)

chaosbaerchen kommentierte am 05. Dezember 2013 um 20:25

Ich bin bei Amazon-Rezensionen eh immer skeptisch. Von daher wundert mich dieser Beitrag hier nicht. Man darf sich einfach nicht an Verkaufszahlen (ob real oder nicht) richten und das Gleiche gilt wohl dann auch für Rezensionen.

Ich bilde mir am liebsten selbst eine Meinung und wenn ich den Rezensenten so gar nicht kenne und daher auch nicht einschätzen kann, dann habe ich Bedenken, dass die Texte spoilern. In einer community wie dieser hier versuche ich erst mal, mir einen Überblick zu verschaffen und lese Rezensionen von mir bekannten Büchern, um Vertrauen aufzubauen...

Crazy-CAT kommentierte am 05. Dezember 2013 um 20:27

Irgendwo gab es da schonmal ne Reportage vor einiger Zeit von Spiegel und Co im TV weiß nicht mehr welche Sendung... Danach könnte man ja noch nichtmal nach den Bestsellerlisten gehen... Fängt ja schon damit an, dass die überall unterschiedlich sind etc. So hieß es da...

 

naja ich persönlich geh nicht nach den Bestsellerliszen, vorallem weil ich selber wenn ein Buch gehypt wird, darum erstmal einen Bogen mache, um dann nicht "enttäuscht" zu sein, weil man dann auch viel erwartet... Klar manchmal lässt sich das nicht vermeiden, aber ich nach mir lieber ein eigenes Bild...

 

 

callunaful kommentierte am 05. Dezember 2013 um 21:44

Kann mich da den anderen anschließen. Wer auf einen temporären Ruhm aus ist, und wer ist das schon? Der kann es ja mit sowas versuchen. Da ich wirklich nie auf die Bestsellerliste schaue, dient die auch nicht für meine Kaufentscheidung...

nicigirl85 kommentierte am 05. Dezember 2013 um 22:10

Gekaufte Rezis gehen für mich gar nicht, weil man damit andere in die Irre führt und verleitet Dinge zu kaufen, die wahrscheinlich nicht gut sind. Auch wenn man nicht auf Bestseller steht vertraut man doch oft Kommentaren von anderen Lesern. Ich tue dies zumindest und mache meine Kaufentscheidung von Büchern auch immer abhängig von Bewertungen anderer Leser. Wird etwas schlecht bewertet, dann kaufe ich es nicht.

Tallianna kommentierte am 05. Dezember 2013 um 22:18

Das ist genau der Grund, warum ich weder auf Bestsellerlisten, noch auf Rezensionen achte. Ich kaufe ein Buch, weil es mich interessiert, nicht weil die "Masse" es sagt - deren Geschmack finde ich sowieso höchst merkwürdig, wenn ich mir ansehe, was sich da alles auf der Bestsellerliste tummelt. Empfehlungen nehme ich nur von mir nahestehenden Personen entgegen, dich höchstwahrscheinlich nicht bezahlt werden, ansonsten möchte ich einen Teil davon abhaben. Und so halte ich nie ein schlechtes Buch in der Hand - im Gegenteil: 99 % der von mir gewählten Lektüre ist spannend und passt zu mir, wohingegen Empfehlungen von Fremden ziemlich oft abgebrochen vertauscht werden.

lesebrille kommentierte am 06. Dezember 2013 um 06:39

So mache ich das auch, ich höre meist  auf Empfehlungen von Bücherfreunden die mich auch gut kennen,bzw. die Bücher die ich lese und die mich interessieren.

  Des weiteren  gucken ich bei den Büchern auf die Klappentexte,ob das was für mich ist oder nicht.

buecherkruemel kommentierte am 06. Dezember 2013 um 08:31

Wenn ich ein Buch kaufe, gucke ich auch vorher nicht auf die Bestsellerlisten. Amazon Bewertungen gucke ich allerdings schon.Haben mich aber öfter vom Kauf abgehalten, als dazu verleitet.

Überwiegend spreche ich mit meinen Lesefreunden drüber, gucke in der Buchhandlung, achte auf das Cover und den Klappentext. Und natürlich ganz wichtig: Leseproben.Da bin ich bis jetzt nur einmal auf eine reingefallen.

 

serpina kommentierte am 06. Dezember 2013 um 09:24

Ich persönlich richte mich meist gar nicht nach der "Bestseller-Liste". Mir muss ein Buch so zusagen.

Dennoch finde ich es eine Schweinerei

Schaefche kommentierte am 06. Dezember 2013 um 10:59

Klar gabs schon mal Bücher, bei denen ich mich gewundert hab, wie die es in die Bestsellerlisten geschafft haben, aber so krass hätte ich mir das nicht vorgestellt. Und gerade "Bestselling Book" finde ich sehr eigenartig, wobei natürlich Amazon schon eine wichtige Referenz ist... Ich kauf trotzdem am liebsten in der Buchhandlung das, was mich von Klappentext und Cover her anspricht. Wenns auf den Bestsellerlisten steht, steigen oft meine Erwartungen an das Buch.

nikolausi kommentierte am 06. Dezember 2013 um 11:05

Ein guter Autor hat gekaufte Rezensionen gar nicht nötig. Die Qualität seines Werkes wird sicherlich auch ohne solche Manipulationen erkannt werden. Und einem schlechten Autor nützen solche Rezensionen allenfalls kurzfristig.

Bei der Auswahl meines Lesestoffs schaue ich gar nicht auf Bestseller-Listen. Wie ein Buch dorthin gelangt, ist mir zu undurchsichtig. Die meisten schönen Bücher habe ich immer noch außerhalb von Bestseller-Listen gefunden, gerade auch von Debütautoren.

Slevowitsch kommentierte am 06. Dezember 2013 um 11:41

Die Wirkung einer Bestseller-Liste, wie die vom Spiegel z.B., liegt einfach in der überregionalen Werbung. Wenn etwas auf einer Bestseller-Liste landet, ist es für eine Woche prominent "beworben" durch "unabhängige" Medien. So etwas wirkt oft viel merh als jeder Werbespot...
Bei Belletristik sehe ich persönlich nicht die Gefahr, dass gekaufte Bestseller die realen Käufe maßgeblich beeinflussen. Höchsten zu Weihnachten kaufen viele "blind" die Bestseller-Liste. Die meisten informieren sich, mindestens über den Klappentext, über das Buch

Lrvtcb kommentierte am 06. Dezember 2013 um 11:59

Ich finde das nur traurig, dass sich Menschen so kaufen lassen und dass sich die Autoren dann so feiern lassen. Dass man da noch in den Spiegel gucken kann. Es gab meine ich auch dieses Jahr einen Film über das Thema. Mir fällt nur gerade nicht der Name ein.

Blackfairy71 kommentierte am 06. Dezember 2013 um 14:24

Ich gehe auch nicht nach den Bestsellerlisten. Ich habe keines der Shades of Grey-Dinger gelesen und werde es auch nicht. Auch "Feuchtgebiete" oder der ähnlich sinnfreie Nachfolger interessiert mich nicht. Und ich muss auch nichts über Dieter Bohlens oder Boris Beckers Leben wissen.

Ich lese und kaufe Bücher, die mich interessieren, weil ich die Autoren kenne, weil sie zu Serien gehören, die ich sowieso lese, weil mich die Themen und Genres, Inhalte und Klappentexte ansprechen. Oder aufgrund von Empfehlungen in Bücherforen, aber das sind dann fast nie sog. Beststeller. Klar, es gibt auch Ausnahmen wie Stephen King, aber den lese ich, weil ich ihn seit über 20 Jahren lese und nicht, weil es Beststeller sind.

Gekaufte Rezis und gekaufte Plätze auf Bestsellerlisten finde ich allerdings unfair gegenüber den Autoren, die wirklich Talent, aber vielleicht nie die Chance haben, ganz groß rauszukommen.

schnubbelchen kommentierte am 06. Dezember 2013 um 19:28

Gewundert habe ich mich auch schon öfter, da kommt ein Buch heute raus und ist am Montag schon auf der Bestsellerliste.... gut, manche vielleicht auch aufgrund Ihres Namens und in Anknüpfung an bisherige Erfolge, aber es ist schon komisch!

Aber der Leser muss sich halt immer selbst ein Bild machen, jeder hat einen anderen Geschmack , und nur, weil ein Buch auf der Bestsellerliste steht, muss ich es noch lange nicht gut finden (was habe ich mich bei "Shades of Grey" gelangweilt...... konnte gar nicht verstehen, was die alle daran finden, aber wie gesagt - jeder ist anderer Meinung!)

Miss.mesmerized kommentierte am 07. Dezember 2013 um 20:13

Dass ein Buch direkt nch Erscheinen auf Platz eins geht, liegt an den Vorbestellungen, was keineswegs ungewöhnlich ist. Eine FrU Rowling, herr büBeown und Herr Nesbo gehen automatisch immer sofort rauf, weil viele die Bücher pauschal lesen wollen wegen des Namens des Autors. Ich hab selbst auch Autoren, bei denen ich blind auf die Qualität vertraue.

Janine2610 kommentierte am 06. Dezember 2013 um 21:03

Ich glaube auch, dass der erkaufte Erfolg nur kurzfristig sein wird. Sobald die ersten "normalen" Leute das Buch lesen, sich eine Meinung bilden und diese dann veröffentlichen, wird sich die Statistik der Ehrlichkeitsrezensionen wieder einpendeln.

pudelmuetze vermutete am 06. Dezember 2013 um 21:46

Ich muss ehrlich sagen das schon lange vermute das auch hier in Deutschland diese Listen manipuliert werden. Denn oftmals frage ich mich einfach wieso dieses oder jenes Buch so weit oben steht. Klar sind geschmäcker verschieden, aber es gibt Verlage die haben ständig Titel da drauf und prahlen damit. Aber komischerweise lerne ich nie jemanden kennen der das Buch dann zu Hause hat, auch sehe ich nie das jemand im Laden dabei zugreift... schon komisch.

Genauso wie die Mängelexemplare mit den drei Streifen auf dem Buchrücken.

Lily911 kommentierte am 06. Dezember 2013 um 22:16

Das ist so traurig ;_; die Welt wird wohl niemals besser werden.

Dalang kommentierte am 07. Dezember 2013 um 09:57

Ich sag nur "Kapitalismus".

Bookworm66 kommentierte am 07. Dezember 2013 um 11:16

Das ist ja krass! Aber wenn man drüber nachdenkt, nicht mal verwunderlich. Leider sind solche Bewertungsportale wie bei Amazon irgendwie an die Kaufentscheidung des Kunden geknüpft, und im Zuge wirtschaftlicher Interessen liegt es für Amazon & Co. natürlich nahe, Bewertungen im großen Stil zu türken und damit die Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben.

Hoffentlich gelingt es auf Dauer, solche Machenschaften aus "Was liest du" herauszuhalten, so dass wir wenigstens hier die Möglichkeit haben, ehrliche Rezensionen zu lesen.

Lerchie kommentierte am 07. Dezember 2013 um 13:08

Ich gehe auch nicht nach Bestsellerlisten! Ich kauf mir ein Buch auch nicht unbedingt, weil es ein wunderhübsches Cover hat. Da kann das Cover noch so gut sein, im Buch kann trotzdem der letzte Mist stehen.

Ich lese den Klappentext. und wenn ich Glücki habe, dann kann ich vorher eine Leserprobe lesen. Wenn mir diese gefallen, gefallen mir auch meistens die Bücher von gut bis ausgezeichnet. Natürlich kann es mal vorkommen, dass die Leseprobe mehr verspricht, als das Buch halten kann. Aber sowas ist mir auch schon mal bei Klappentexten passiert, früher.

Somit habe ich kein Problem mit Bestsellerlisten. Mir hat auch der zweite Band von Stephenie Meyers Biss-Reihe nicht sonderlich gefallen. Ca. 300 Seiten haben mich nur angeödet! Und das brachte ich in meiner Rezi dazu auch zum Ausdruck. Natürlich kommt man an Bestsellerlisten kaum vorbei, aber ich lasse mich davon nicht beeindrucken!

buecherwurm1310 kommentierte am 07. Dezember 2013 um 14:05

Bevor ein Buch wirklich verkauft wird, bestimmt das Marketing ja häufig schon, wo die Richtung hingeht. Da wird ein Werk, dann als Meisterwerk eines Autors angepriesen, etc. Sobald es dann auf dem Markt ist, hört man oft nur positives. Manchmal, wenn ich ein solches Buch lese, denke ich: Was soll das?

Le Gov kommentierte am 07. Dezember 2013 um 20:14

Ich schaue eigentlich nie auf die Bestseller Listen, weil diese mich oft enttäuscht haben und mir mein Geld zu Schade ist für Bücher die da stehen und dort aber nichts zu suchen haben!!!

Miss.mesmerized kommentierte am 07. Dezember 2013 um 20:16

An mir gehen die Listen auch vorbei, weil ich schlichtweg die Medien nicht konsumiere, die sie veröffentlichen. Allerdings lese ich relativ ausgiebig das Feuilleton und da sind ja letztlich auch eher die Bücher, die die Verlage den Journalisten zur Verfüung gestellt und entsprechend beworben haben, ist also auch nur begrenzt objektiv ( auch wenn eien ausfürhliche Besprechung weitaus aufschlussreicher ist, als ein Platz auf einer Liste).

Nadine B. kommentierte am 09. Dezember 2013 um 08:04

Ich kaufe nicht nach Bestsellerlisten, sondern ich kaufe ein Buch, weil mir der Klappentext oder die Inhaltsszusammmenfassungen von Büchern auf Online-Verkaufsportalen (z.B. Mayersche) gefallen. Wissenschaftliche Bücher kaufe ich erst, wenn mich die Inhaltsangabe und/ oder Einleitung interessiert, und der Inhalt für mich nützlich ist. Ich habe gerade bei wissenschaftlichen Büchern oder Sachbüchern erlebt, dass der Buchtitel mich anspricht, aber bei der Inhaltsangabe hat mich ein Zehntel oder Fünftel der Buchkapitel interessiert. Dann kaufe ich ein solches Buch nicht. Bei Romanen, Thriller oder Krimis werde ich neugierig, wenn es bekannte Autoren sind wie z.B. Stephen King (ich hatte dazu auch letztens eine Frage hier in der Community gestellt). Er ist ein alteingesessener Autor, von dem ich noch nie ein Buch gelesen habe. Dann ist da Alice Munro (zu ihr wurden auch bereits Fragen hier gestellt, ob jemand von ihr Bücher bzw. Geschichten gelesen hat). Da stellt sich die Frage, ob man nun ihre Bücher bzw. Geschichten lesen soll/ muss, weil sie die diesjährige Literaturnobelpreisträgerin ist. Ich habe von Alice Munro am Wochenende eine abgedruckte Kurzgeschichte im ZEIT Magazin gelesen. Die Geschichte gefiel mir. Ich stand letztens in einer Buchhandlung vor einem Büchertisch nur mit Büchern von Alice Munro. Ich war unentschlossen, ein Buch von ihr zu kaufen, zumal bei kleinen Büchern (Format DIN A6) kein Klappentext vorhanden war.

Bezüglich der gekauften Rezensionen geht bei mir das Vertrauen verloren, und zwar in den Autor oder die Autorin. Weil der Autor - wie oben mit John Locke beschrieben - den Verkauf steuert. Amazon und seine Rezensionen wurden hier erwähnt. Am Sonntag abend sah ich "Günther Jauch" u.a. mit Günter Wallraff, der Mißstände in unserer Gesellschaft aufdeckt. Er wurde in der Vergangenheit und gestern dafür kritisiert, dass er ja Amazon und deren Arbeitsmodalitäten kritisiert, aber seine Bücher dort verkauft werden. Kritik ist berechtigt, aber hier hat der Verlag die Finger mit im Spiel. Ich will damit andeuten, dass Verlage Wirtschaftunternehmen sind, und die Konkurrenz groß ist. Vor allem kleine Verlage (mir fallen gerade keine Beispiele ein) um ihr Überleben kämpfen müssen. Und wenn dann noch intern Querrelen stattfinden wie beim Suhrkamp Verlag....

Da stelle ich mir natürlich auch die Frage, inwieweit haben die Verlage mit dem Kauf der Rezensionen zu tun. Und wer schreibt die Rezensionen? Etwa Verlagsmitarbeiter oder der private Umkreis des/ der Autors/ Autorin?

Goldstück90 kommentierte am 09. Dezember 2013 um 14:02

Ohje heutzutage wundert mich eigentlich nichts mehr....lange Zeit war ich ja auch der Meinung, ach was interssieren mich die Bestseller ich lese worauf ich Lust habe. Aber es ist schon so das man in dieser Richtung unbewusst manipuliert wird...wie sie im Laden platziert werden, Werbung, etc. ....und schwupp di wupps möchte man das Buch plötzlich lesen, wo hingegen man auf Bücher abseits des MainStreams nicht so leicht aufmerksam wird, es sei denn man nimmt sich die Zeit für eine gezielte Suche.