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Hänsel und Gretel entdecken das Hexenhaus im Wald

„Hänsel und Gretel“ – Wahrheit oder Fiktion

Knusper, knusper, Knäuschen

Wer kennt es nicht – das Märchen von „Hänsel und Gretel“. Ein Geschwisterpaar, das im Wald ausgesetzt wird und in die Fänge einer bösen Hexe gerät. Alles nur Fiktion? Oder vielleicht doch ein Funken Wahrheit?

Er steht am Eingang des dichten Waldes. Hohe Eichen und Fichten säumen den schmalen Pfad, der ins finstere Gehölz führt. Das Bild erinnert ihn an etwas. Etwas, das weit zurück liegt. Langsam läuft Georg Ossegg den Weg entlang, der sich immer tiefer durch die Bäume hinein in den Wald schlängelt. Der Eingang des Waldes, der schmale Pfad, die hohen Bäume – der Anblick war ihm so vertraut. Und da fiel es ihm ein: In einer frühen Ausgabe der Grimmschen Hausmärchen hatte er dieses Bild schonmal gesehen. Es zierte die Geschichte von „Hänsel und Gretel“ und mit einem Mal kam ihm der Gedanke: Was, wenn es sich dabei nicht um eine beliebige Märchenillustration, sondern um eine Naturstudie handelte?

„Hänsel und Gretel“- das Märchen zweier Geschwister, die von ihren Eltern im Wald ausgesetzt werden und in die Fänge einer bösen Hexe geraten. Es stammt aus mündlichen Überlieferungen und wurde nicht nur von den Brüdern Grimm, sondern auch von Bechstein und Franz von Pocci nacherzählt.

Nach dem Vorbild von Heinrich Schliemann, der sich mit den Werken Homers auf die Suche nach Troja machte, kam ein Studienrat in Aschaffenburg in den 70er Jahren auf die Idee, „Hänsel und Gretel“ nicht länger als märchenhafte Geschichte zu verstehen, sondern es als Tatsachenbericht zu behandeln. Nach einigen Forschungen meinte er mit dem hessischen Wald den geographischen Ausgangspunkt der Geschichte von Hänsel und Gretel entdeckt zu haben – so ähnlich waren sich die Märchenillustration und der tatsächliche Eingang des Waldes. Von da an setzte er alles daran, die Wurzeln der Geschichte zu finden. Mit akribischer Sorgfalt versuchte er den Hergang zu rekonstruieren, ging die Wege entlang und hinterließ wie Hänsel kleine Steine auf seinem Weg. Und tatsächlich: Nach langer Suche konnte er schließlich einen Bereich im sogenannten „Hexenwald“ eingrenzen, in dem das Lebkuchenhaus gestanden haben musste. 

Märchen – das sind kurze Erzählungen mit wundersamen Elementen. „Hänsel und Gretel“ zählt dabei zu den „Volksmärchen“, denen kein namentlich bekannter Autor zugeordnet werden kann. Schon lange bevor die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm Anfang des 19. Jahrhunderts begannen, Märchen aufzuschreiben, wurden sie mündlich überliefert. Von Generation zu Generation wurden sie weitergegeben, so dass von vielen Geschichten mehrere Varianten existieren und lange keine feste Form der Märchen vorherrschte. Das änderte sich mit dem Vorhaben, die Geschichten schriftlich festzuhalten. Dabei reisten die Brüder Grimm aber nicht, wie man lange glaubte, durch die hessischen Dörfer und ließen sich vom einfachen Volk die überlieferten Geschichten erzählen. Stattdessen besuchten Frauen die Brüder Jacob und Wilhelm in ihrer Kasseler Wohnung und gaben die Märchen gegen einen Kaffee und ein wenig Geld wieder – Frauen, teils französischer Herkunft und meist aus gebildeten Familien. Es stimmt also nicht, dass die Märchen, wie die Brüder anfangs behaupteten „ächt hessisch“ waren und von Bäuerinnen stammten. Doch auch wenn die Autoren ihre Leser hinters Licht führen wollten und sich der Verkauf der ersten beiden Bände 1812 und 1815 sehr schleppend gestaltete, sind die Volkmärchen dank der Brüder Grimm heute auf der ganzen Welt bekannt.

Die Geschichte des ausgesetzten Geschwisterpaares steht in den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm an 15. Stelle und wurde im Laufe der Jahre auch von den Schreibern selbst verändert. So wurde beispielsweise aus der bösartigen Mutter die Stiefmutter. Und obwohl Grimms Märchen nach der Luther-Bibel das meistgelesene Buch der deutschen Sprache ist und viel über die Geschichten diskutiert und geschrieben wurde, war Georg Ossegg der erste, der sich an der Dokumentation eines Märchens versuchte. Hans Taxler schreibt in seinem Buch „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“ von Osseggs erstaunlichen Entdeckungen. Er fand nicht nur den Hexenwald, in dem die Kinder sich verirrt haben, er grub sogar auf einer Anhöhe im Spessart die Fundamente des Hexenhauses aus und fand die Leiche einer jungen Frau. Seine Forschungen ergaben Schockierendes: Hänsel und Gretel waren keine ungeliebten Kinder, die einer gefräßigen Hexe geradeso entkommen konnten – sie waren vielmehr erwachsene Verbrecher, die eine Bäckerin ermordeten, um an das Geheimrezept eines Lebkuchens zu kommen. Eine haarsträubende Geschichte?

Ganz genau! Denn was Feuilleton und Medien für bare Münze nahmen und eine regelrechte Lawine auslöste, war ursprünglich als Wissenschaftsparodie gedacht und frei erfunden. Selbst Georg Ossegg, der vom Kulturamt in Recklinghausen zu einem Vortrag eingeladen wurde, hat nie gelebt. Doch leider haben die Leser die Parodie nicht erkannt. Eine Tatsache, die dem Autor Taxler zum Verhängnis wurde. Medien und enttäuschte Schaulustige zeigten sich wenig amüsiert, als sie bemerkten, dass der sensationelle Fund gar keiner war. War der Wunsch, dass Hänsel und Gretel nicht nur Figuren eines erdachten Märchens, sondern reale Menschen innerhalb der deutschen Geschichte waren, vielleicht zu groß? Und doch ist es so:  „Hänsel und Gretel“ ist ein Märchen. Mit all seinen typischen Merkmalen wie die wundersamen Begebenheiten, der scharfen Trennung von Gut und Böse, den kleinen Versen und Sprüchen und dem guten Ende. Eine Geschichte, die über die Jahre hinweg mehr als nur einmal künstlerisch verarbeitet wurde. Neben dem bekannten Kinderlied „Hänsel und Gretel verirrten sich im Wald“ existieren etliche Parodien (z.B. von Walter Moers, Paul Maar oder auch Michael Ende), Theaterstücke, Hörspiele und Filme. Erst Anfang des Jahres lief der Fantasyfilm „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“, in dem die Geschwister als Kopfgeldjäger Hexen töten und Hänsel durch die Überfütterung einer Hexe zum Diabetiker wurde, in den deutschen Kinos an.

„Hänsel und Gretel“ – ein Märchen, das aus der Sicht eines Erwachsenen stellenweise wie die Vorlage eines Horrorfilms wirkt: Eltern, die ihre Kinder aus Armut heraus loswerden wollen, eine kannibalistische Hexe, von der es im Märchen heißt: „Wenn eins [Kind] in ihre Gewalt kam, so machte sie es tot, kochte es und ass es, und das war ihr ein Festtag“ und ein junges Mädchen, das sich nur befreien kann, indem sie einen Mord begeht. Und doch gehören sie fest zum Schulunterricht und werden Kindern bis heute vorgelesen. In den 70er Jahren wurden Märchen für eine kurze Zeit unpopulär. Man glaubte, sie seien zu grausam und man müsste die Kinder vor den bösen Inhalten schützen. Heute geht man davon aus, dass Kinder einen ganz natürlich Zugang zu den symbolhaften Geschichten finden und von den stereotypen Charakteren, die das Gute oder Böse verkörpern, nicht erschreckt, sondern fasziniert sind.

Was denkst Du? Würdest Du Deinen Kindern Märchen vorlesen? Und wie hast Du selbst die wundersamen Geschichten als Kind empfunden?

Ich für meinen Teil habe irgendwie Lust auf Lebkuchen bekommen …

Lebkuchenhaus

Artikel verfasst von: +Maren Kahl

Kommentare

Rollileni kommentierte am 16. November 2013 um 11:37

Ich finde Märchen gehören zur Kindheit irgendwie dazu, wie die Schultüte zum ersten Schultag. Mit Märchen verbinde ich schöne Kindheitserinnerungen und wie man sieht, es gibt sie schon immer und wird sie auch immer geben und deshalb werde ich auf jeden Fall meinen Kindetn Märchen vorlesen, da es ein Stück Kulturgut ist und ich es  sehr schade fände, wenn diese in ein oder zwei Generationen in der Versenkung verschwänden. 

jasimaus123 kommentierte am 16. November 2013 um 11:38

Wirklich ein sehr interessanter Artikel! Super geschrieben (:

Wäre hätte das gedacht? Ein nette Kindermärchen - aufgebaut auf so einem schrecklichen Mord? Ich nicht.

Den Film 'Hänsel und Gretel - Hexenjäger' hab ich übrigens auch gesehen und er gefiel mir eigentlich sehr gut, wobei der Film und das Märchen sich sehr stark unterscheiden und eigentlich nur die Tatsache das ein Geschwisterpaar namens Hänsel und Gretel eine Hexe getötet haben aus der Erzählung mitgenommen hat. Die brutale Hexenjagd mit einer Menge Blut und Waffen war zwar sehr spannend anzusehen aber hat mit dem Kindermärchen wenig gemein.

Liebe Grüße, Jasi

 

Henk kommentierte am 16. November 2013 um 11:46

Den Mord hat es nie gegeben. Der Taxler hat sich das komplett an den Haaren herbeigezogen. Die Sensationslust der Presse war damals nicht geringer als heute, daher hat man seine Recherche für bare Münze genommen und ehe er die Zeit hatte zu dementieren (heute kann ja jeder Autor mal eben über Twitter sein Statement abgeben, zu Taxlers Zeit ging das leider nicht) ging die Geschichte um die Welt.

Tallianna kommentierte am 16. November 2013 um 12:00

Kinder nehmen Geschichten und auch Märchen anders war, als Erwachsene. Das habe ich an mir selbst beobachtet. Märchenfilme, die ich als Kind sehr mochte, sehe ich als Erwachsene mit ganz anderen Augen. Es ist, als hätten sie noch eine andere Ebene, auf der die Handlung spielt. Genauso ist es auch mit den Grimm'schen Märchen. Sie schaden den Kindern nicht, obwohl sie so brutal sind, weil am Ende immer alles gut wird. Gut und Böse sind klar zu unterscheiden. Anders wäre es, wenn es die Wendung zum Guten nicht gäbe. Ich denke, dann könnte man diese Geschichten den Kindern nicht erzählen ohne sie zu verstören.

Ich fand früher die Geschichte vom Ritter Blaubart total gruselig, aber ich habe sie trotzdem mehrmals gelesen und nie Alpträume davon bekommen. Warum? Weil am Ende seine junge Frau von ihren Brüdern gerettet wurde und sie Blaubart bezwangen. Darum geht es in Märchen: Es passieren schreckliche Dinge, aber am Ende wird alles gut.

Buchgefluester kommentierte am 16. November 2013 um 13:37

Ich werde meinen Kindern auch auf jeden Fall Märchen vorlesen, denn ich liebe sie. Das ist ein wertvolles Stück Kindheit für mich. Meine Eltern haben sie mir gerne vorgelelesen und jeden Sonntag lief ein Märchenfilm im Fernsehen, die dann die ganze Familie gesehen hat. Ich weiß auch noch wie mir mein Vater immer mit Absicht die Märchen falsch erzählt hat, oder gemischt hat und da musste ich als Kind immer lachen und habe ihm erzählt wie das Märchen richtig geht.

Mich interessiert es sehr wie die Märchen entstanden sind und auch das Leben der Gebrüder Grimm finde ich total spannend! Es gibt da auch viele interessante Dokus drüber. Würde mich nicht wundern, wenn die Geschichte um Hänsel und Gretel auch einen wahren Kern hätte. Bei Schneewittchen z.B. ist dies ja der Fall.

Für alle, die sowas genauso interessiert, habe ich einen guten Tipp. Es gab da mal eine Doku namens "Märchen und Sagen - Botschaften aus der Wirklichkeit" wo über die Hintergründe von Schneewittchen, Sterntaler oder Der Rattenfänger von Hameln sehr interessant berichtet wird. Die Videos findet man noch auf YouTube.

Seraphina kommentierte am 16. November 2013 um 13:58

Die Doku habe ich auch gesehen! 

Seraphina kommentierte am 16. November 2013 um 13:56

Ja diese Volksmärchen kennen meine Kinder auch und werden immer noch gelesen bzw. vorgelesen. Ich habe übrigens die FIlmboxen zu den Märchen die ARD und ZDF neu verfilmt haben!

Ich habe letztes Jahr eine Dokumentation  gesehen in denen man geschaut hat ob an den Märchen etwas wahres dran ist bzw.  ob irgendeine wahre Geschichte als Vorlage gedient hätte. Es ging glaube ich um 4 oder 5 Märchen(darunter auch Schneewittchen <3 <3 <3). Man konnte zwar nichts beweisen aber die Geschichte die man mit den Märchen Schneewittchen verglichen hatte, kam schon ziemlich nah an das Märchen dran. Ich glaube es kam auf Phönix!  

Borkum kommentierte am 16. November 2013 um 14:04

Sehr schöner Artikel - hat mir gut gefallen.

Ich finde auch, dass Märchen zur Kindheit dazu gehören. Meine Eltern haben nicht gerne vorgelesen aber meine Omas - Gott sei Dank wohnte eine Oma mit im Haus. Die Märchen sind zwar oft grausam, aber am Ende gehen sie doch meist gut aus. Als Kind gruselt man sich dann zwar mal, aber da es ein happy end gibt, belastet es nicht so. Ich würde im nachhinein was vermissen, wenn es in meiner Kindheit keine Märchen gegeben hätte.

MelE kommentierte am 16. November 2013 um 14:35

Ich lese natürlich Märchen vor, da ich auch so groß geworden bin und die bekannten der Gebrüder Grimm auch frei erzählen könnte. Der Artikel ist echt genial, obwohl ich gerade die mit dem Lebkuchen nicht wirklich glauben kann. Wer ohne Märchen aufwächst hat meiner Meinung nach eine Menge verpasst. 

KatjaWS kommentierte am 16. November 2013 um 14:40

Ich habe als Kind Märchen geliebt und hatte sie in allen möglichen Varianten, als Buch zum Vor- und Selberlesen, als Hörspiel und das ein oder andere auch als Film. Ich werde sie später auch meinen Kindern nicht vorenthalten, da ja nicht alle grausam sind, wie z.B. "Des Kaisers neuen Kleider", kann man ja auch noch eine Auswahl treffen. Und ehrlich gesagt ist unser heutiges Fernsehprogramm in manchen Teilen wesentlich grausamer, als es sich ein Märchenerzähler ausdenken könnte...

heike_e kommentierte am 16. November 2013 um 14:40

Ich habe früher Märchen erzählt bekommen, das fand ich noch schöner als vorlesen. Meinen Kindern habe ich auch Märchen erzählt und vorgelesen. Und eine richtig gute Verfilmung schau ich mir heute noch gerne an.

 

 

Goldstück90 kommentierte am 16. November 2013 um 15:06

Ich liebe Märchen und würde sie auf jeden Fall auch meinen Kindern vorlesen! Ein wirklich interessanter Artikel und eine sehr amüsante Story über die vermeintlich "wahren" Hänsel und Gretel :)

Obwohl ich manchmal wirklich glaube, dass hinter einigen Märchen, oder Legenden oder Mythen so etwas wie Fünkchen Wahrheit stecken könnte, welcher im Laufe der Zeit einfach immer weiter ausgeschmückt wurde..

buecherwurm1310 kommentierte am 16. November 2013 um 15:08

Für mich gehörten Märchen zu meiner Kindheit. Mir wurden nur Märchen vorgelesen, andere Geschichten lernte ich erst kenne, als ich selbst lesen konnte. Selbst als ich erwachsen war, konnten mich Märchen noch begeistern. Ich habe eine ganze Reihe Märchenbücher, die auch heute noch Verwendung finden.

Auch meine Kinder sind mit Märchen aufgewachsen, aber sie lernten auch andere Geschichten kennen.

 

Leseloewin kommentierte am 16. November 2013 um 16:32

Ich selber habe nicht nur die deutschen Märchen gelesen, sondern auch aus anderen Ländern sowie griechische Sagen etc.

BuchEcke kommentierte am 16. November 2013 um 16:45

Ich war früher Stammgast in unserer Stadtbücherei und habe mir dort auch sämtliche verfügbaren Märchenbücher ausgeliehen. Das war ein andere Welt - Sagen und Märchen haben mich über meine Kindheit begleitet. Und ich habe sie auch selbstverständlich meine eigenen Kindern vorgelesen und mit ihnen gefürchtet und geträumt.

Von meine Kindern höre ich heute noch manchmal den Satz: Warum sind Märchen eigentlich so grausam?

buecherkruemel kommentierte am 16. November 2013 um 17:27

Märchen für Kinder auf jeden Fall. Ich habe noch sehr gute Erinnerung ans Märchen erzählen, vorgelesen bekommen oder nachspielen. Als Kind nimmt man dies ganz anders auf. Wenn ich heute so darüber nachdenke, sind Märchen schon ganz schön grausam. Aber Ende gut, alles gut.

Und mal ganz ehrlich. Als Kind hab ich mit Begeisterung Tom und Jerry geguckt. Das ist nochmal viel härter als jedes Märchen.

SillyMarilly antwortete am 16. November 2013 um 17:40

Ich habe als Kind schon gerne Märchen und Sagen gelesen. So besitze ich denn auch heute wieder eine ganz schöne Anzahl an Märchenbüchern. Ich bin der Meinung, dass man als Kind doch irgendwie nicht so ganz den Sinn versteht; man lauscht mit großen Augen und offenem Mund ... Zwischendurch lese ich immer wieder mal ein Märchen, welches ich nun heute mit etwas anderen Augen sehe.

Ganz besonders faszinieren mich die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht, russische Märchen und bei den Sagen sind es die Nibelungen. Demnächst werde ich die Edda lesen.

Ach, ganz wichtig: Vielen Dank Maren für den wunderbaren Artikel!

Yexxo kommentierte am 16. November 2013 um 18:18

Ein schöner Artikel!

Ich lese sehr gerne Märchen, auch aus anderen Ländern. Und dabei ist mir aufgefallen, dass sich bestimmte Grundkonstellationen überall auf der Welt wiederfinden lassen. Manche Märchen sind sich so ähnlich, dass man fast glauben könnte, es wäre voneinander abgeschrieben worden (wer von wem, lässt sich wohl nicht so leicht klären :-)). Bei anderen Geschichten ist das Hauptthema identisch, nur die Nebenhandlungen weichen etwas voneinander ab. Man sieht: Es gibt ein universelles Bedürfnis nach guten Geschichten - und offenbar mögen die Menschen überall auf der Welt ähnliche Themen.

Janine2610 kommentierte am 16. November 2013 um 19:46

Doch! Meinen zukünftigen Kindern würde ich schon jedes erdenkliche, bekannte Märchen vorlesen. Ich kann mich an meine Kindheit erinnern, da hat uns unsere Oma immer die klassischen Märchen erzählt und auch vorgelesen und wir haben es geliebt. Als Kind denkt man natürlich nicht darüber nach, was so eine Geschichte für Auswirkungen haben könnte. - Meine Brüder und ich sind deswegen auch nicht "verkorkst" worden  oder dergleichen. Weil eines war uns auch damals schon klar: es war nur eine Geschichte...

fio kommentierte am 16. November 2013 um 19:55

Märchen gehören auch für mich einfach zur Kindheit dazu. Muss ja nicht immer ein Volksmärchen sein. Es gibt auch unter den so genannten Kunstmärchen sehr schöne Geschichten, und in denen kommen im Gegensatz zu den Klassikern in der Regel keine grausamen Details vor. Davon abgesehen sind Volksmärchen heutzutage aber auch bei weitem nicht mehr so brutal wie ihre ursprünglichen Fassungen. Zu jedem Märchen existiert ja eine Reihe 'entschärfter' Varianten.

Wie bei allen anderen Texten muss man beim Vorlesen einfach sicherstellen, dass der Text altersgerecht ist, und dass die Kinder über die Geschichte reden können, so dass man auf mögliche Ängste direkt eingehen kann.

 

Steffi1904 kommentierte am 16. November 2013 um 19:57

Ich habe als Kind Märchen geliebt ganz besonders Aschenputtel und heute lese ich auch immer mal wieder eins. Meine Mutter hat das mit dem Blut im Schuh für uns allerdings abgemildert weil sie das selbst zu brutal fand.

Hab mich letztens mit einer Freundin über Märchen unterhalten, sie kommt aus England und findet unsere deutschen Märchen extrem brutal. Ich habs nicht nachgeprüft, aber sie meinte in englischen Märchen wird niemals jemand so grausam getötet wie bei uns. 

Tine kommentierte am 16. November 2013 um 20:02

Märchen gehören zur Kindheit dazu. Auch wenn brutale Szenen vorkommen, schreckt das die Kinder nicht ab. Ich fands als Kind auch völlig ok.
Das tolle an Märchen ist ja, dass Kinder unterhalten, aber auch dadurch schon etwas erzogen werden.

Lrvtcb kommentierte am 18. November 2013 um 10:16

Stimmt, brutale Szenen gibt es da häufig. Finde aber dennoch dass man da nicht alles vorlesen muss.
Es ist zwar nicht unbedingt ein Märchen, aber den Struwelpeter zum Beispiel finde ich nach wie vor grausam und auf den kann man gerne verzichten.

Marabu kommentierte am 16. November 2013 um 22:13

Ich glaube, wir Erwachsene machen uns darüber zu viele Gedanken. Als Kinder liebten wir diese Geschichten, haben sie auf dem Weg ins Erwachsenenalter leider verdrängt. Wenn wir als Eltern dann diese Geschichten unseren eigenen Kindern vorlesen, sehen wir alles mit anderen Augen, sehen nur das Grauen an diesen Geschichten. Aber in jedem Märchen steckt auch etwas Lehrhaftes. Man sollte z.B. keinen Fremden die Tür öffnen oder ihm gar Vertrauen.
Das wir als Erwachsene leider nur das Bild des Schreckens sehen und nicht so naiv kindlich an solche Geschichten gehen, habe ich letztes Jahr bei dem Theaterstück vom Räuber Hotzenplotz gemerkt. Der Räuber Hotzenplotz ist mit seiner Pistole zwischen die Kinder gegangen und während des Spielens zeigte die Pistole auch öfters mal auf die Kinder. Die Kinder hatten ihren Spass, aber einige Eltern haben leider dieses Theaterstück durch ihre Kommentare gestört und das fand ich sehr schade. Aber mein Kind liebt Märchen und Sagen genauso wie ich und wir wohnen an der Deutschen Märchenstraße, so das wir ganz viele Burgen und Schlösser um uns herum haben, auf denen immer Märchenveranstaltungen statt finden.

lesebrille kommentierte am 17. November 2013 um 07:56

Ein guter Artikel zu dem  Thema.

Ich habe als Kind auch Märchen geliebt und habe sie meinen Kindern auch vorgelesen. Auch sie mögen alle Märchen und wissen,das es erfundene Geschichten sind,die in einer anderen Zeit spielten.

Anchesenamun kommentierte am 17. November 2013 um 11:03

Ich würde meinen Kindern Märchen vorlesen, allerdings würde ich die grausamen Szenen vielleicht erstmal zensieren, so lange sie noch ganz klein sind. Vielleicht aber auch nicht - ich hab noch keine Kinder. Ich denke auch, wie Marabu sehr treffend geschrieben hat, dass wir als Erwachsene alles aus einer anderen Perspektive sehen. Ich finde auch den "Struwwelpeter" sehr gewalttätig, aber ich bin mit diesen Sachen aufgewachsen, und scheinbar hat mir das doch keinen psychischen Knacks verpasst (Auch wenn ich nicht weiß, ob ich nachts vielleicht doch schlafwandle und ein paar Leute meuchel. ;-)). Märchen sind eine Tradition, die aufrecht erhalten werden muss.

Aki Dark schrieb am 17. November 2013 um 16:40

Also ich werde nicht, ich lese meiner Tochter Märchen vor. Die meisten drehen sich bisher allerdings um Prinzessinnen die sie alle abgöttisch liebt.

Märchen gehören einfach zum Vorlesen dazu finde ich. Und auch wenn die nicht perfekt sind gibt es auch heute so viele Kinderbücher die ich total dämlich geschrieben und/oder gemalt finde, dass es nichts ausmacht wenn man Kindern Märchen vorliest.

Der Artikel ist übrigens mal wieder sehr schön geschrieben. Danke dafür.

nikolausi kommentierte am 17. November 2013 um 16:47

Mir selbst wurden in meiner Kindheit alle gängigen Märchen von den Gebrüdern Grimm und Andersen vorgelesen. Das entsprechende Märchenbuch habe ich heute noch - es ist mehr als 30 Jahre alt. Um die Weihnachtszeit bin ich von der Schule auch regelmäßig ins Weihnachtstheater gefahren. Es wurden häufig Märchen aufgeführt. Als meine eigenen Kinder klein waren, wollte ich ihnen aus besagtem Buch vorlesen, weil Märchen zur Kindheit dazugehören, obwohl sie ja ursprünglich für Erwachsenen geschrieben wurden. Richtigen Anklang fanden aber nur wenige Märchen, eigentlich nur Rotkäppchen und Hänsel und Gretel. Das entsprechende Kinderlied zu Hänsel und Gretel habe ich auch oft vorgesungen. Nun verwahre ich mein Märchenbuch gut. Vielleicht sind meine späteren  Enkel für sie zu begeistern.

Crazy-CAT kommentierte am 17. November 2013 um 21:36

Märchen sind einfach zeitlos und gehören einfach zur Kindheit dazu.

Nicht umsonst haben die Geschichten der Gebrüder Grimm so lange überdauert... Aber auch viele moderne Adaptionen oder Verfilmungen sprechen noch immer dafür.

Daneben find ich auch moderne Märchen für Erwachsene immer wieder schön.

Ich persönlich liebe es immer wieder neue Bücher und Ideen an Märchen zu entdecken.

Maria1604 kommentierte am 18. November 2013 um 07:26

Toll jetzt hab ich Hunger auf Lebkuchen bekommen....schlimm genug jedes Mal tapfer im Supermarkt dran vorbei zu gehen.... ;-)

Aber jetzt mal Spaß beiseite. Als Kind habe ich es geliebt, wenn meine Eltern oder Großeltern Geschichten vorlesen. Die Bücher der Gebrüder Grimm gehören einfach in jedes Bücherregal eines Kindes. Wenn man sich zu viele Gedanken über Brutalität in Märchen macht, dann dürfen die Kinder ja bald gar nichts mehr lesen und mit nichts mehr spielen. Märchenbücher gehören zum Kind sein dazu, genauso wie die Walt Disney oder Pixar Filme. Sie sollen die Fantasie der Kinder anregen. Ein Leben ohne soetwas wäre doch wohl mehr als langweilig!

Schaefche kommentierte am 18. November 2013 um 09:17

Hübsches Lebkuchenhaus =)

Ich möchte Märchen früher sehr gerne und werde sie auch meinen Kindern vorlesen, wenn ich mal welche hab. Das gehört einfach dazu, zumal eben einige auch bei Disney und Pixar aufgegriffen werden. Und dann sollen meine Kinder schon auch die eigentliche Geschichte kennen. Zumal ich auch nix dagegen hätte, wenn sie über das Vorlesen von Märchen zum Lesen kämen...

Fornika kommentierte am 18. November 2013 um 09:50

Märchen sind toll, sie gehören einfach zu unserer Kultur dazu und ich fände es sehr schade, wenn sie verschwinden würden. Man kann fast aus jeder Geschichte eine Lehre ziehen und das sollte man auch heutzutage den Kindern nicht vorenthalten. Ich mochte sie als Kind schon sehr gerne und möchte diese Geschichten auch in Zukunft nicht missen.

schwadronius plauderte am 18. November 2013 um 11:00

ich wuchs auch mit märchen auf. märchen aus verschiedenen ländern. am liebsten hatte ich die von hans christian andersen.

als kind nimmt man märchen anders wahr. im erwachsenenalter meistens brutal. ich lese und schaue sie auch heute noch. kein weihnachtsfest ohne :).

in marburg gibt es den "grimm - dich - pfad". da muß ich immer lächeln, wenn ich über die elisabethbrücke gehe und den fisch in der lahn sehe ...

biadia kommentierte am 18. November 2013 um 18:32

Märchen gehören zu jeder Kindheit! Ich habe es geliebt, wenn meine Oma mir Märchen erzählt oder vorgelesen hat. Ich mache das auch sehr gerne. Aber Erzählen ist da immer noch besser als vorlesen :) sicherlich kann man aus den meisten Geschichten etwas lernen, man kann aber auch einfach nur zuhören.

Ich habe auch gehört, dass einige die Geschichten zu brutal finden, die sollten sich mal die Fernsehsendungen von heute anschauen:)

FIRIEL antwortete am 18. November 2013 um 19:57

Klar habe ich meinen Kindern Märchen vorgelesen - frei nach Bruno Bettelheim "Kinder brauchen Märchen". Und wer Spaß an der Geschichte über Hänsel und Gretel hatte, hat vielleicht auch Freude an Iring Fetschers "Wer hat Dornröschen wachgeküßt?"

Blackfairy71 kommentierte am 19. November 2013 um 15:47

Ich hatte als Kind ein Märchenbuch der Gebrüder Grimm. Zunächst habe ich es vorgelesen bekommen und später dann selbst gelesen. Solange, bis es völlig zerfleddert war. Ich habe die Märchen geliebt. Angst hatte ich eigentlich nie, ich fand sie spannend. Erst als Erwachsene habe ich drüber nachgedacht, wie brutal die Märchen eigentlich sind.

Trotzdem würde ich auch meinen Kindern (hätte ich welche) heute noch Märchen vorlesen, das gehört für mich einfach zur Kindheit dazu. Sie sollten mit Schneewittchen, Dornröschen, Rotkäppchen, den sieben Geisslein usw. aufwachsen. :-)

Dezembernacht kommentierte am 22. November 2013 um 12:14

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass ich Märchen als Kind nicht beängstigend, sondern schön und interessant fand. Wenn ich sie dann heute lese denke ich oft "Meine Güte, wie brutal!" Meine Freundin kam letztens ganz aufgeregt zu mir und meinte "Mein Kind bekommt sicher ein Kindheitstrauma vom Rotkäppchen. Hast du mal gelesen wie brutal das da zugeht? Von wegen Bauch aufschlitzen... da gehts zu wie in einem Horrorfilm!" :D Ich finde es total interessant, dass wir das als so brutal empfinden und es Kindern eigentlich gar nichts ausmacht. Ich würde meinen eigenen Kindern auch auf jeden Fall Märchen vorlesen.... auch solche Dinge wie "Struwelpeter" und "Max und Moritz". Die Bücher stehen ja bei vielen Eltern in der Kritik. Ich habe die Bücher als Kind auch vorgelesen bekommen und konnte bis heute keinen Dachschaden bei mir feststellen, so schlimms wirds also nich sein ;) Außerdem bin ich der Meinung dass Kinder auch mal mit unangenehmen Themen in Berührung kommen müssen.... man kann sie ja nicht in Watte einpacken und sich dann wundern wenn Angsthasen aus ihnen werden.

Lerchie kommentierte am 24. November 2013 um 16:08

Ich finde Märchen gehören zur Kindheit dazu, habe früher auch meinen Kindern Märchen vorgelesen. Natürlich sind manche Märchen ganz schön brutal, siehe Hänsel und Gretel.Aber schließlich sollte den Kindern auch klar sein, dass dies Märchen ud keine wahren Geschichten sind! Dafür muss man dann hslt das Alter der Kider berücksichtigen. Was  die unangenehmen Themen angeht: Bilder davon sehen sie auch in der Zeitung, und die oft noch viel brutaler!