Rezension

Weder die Story noch die Figuren konnten mich überzeugen

The Second Princess. Vulkanherz -

The Second Princess. Vulkanherz
von Christina Hiemer

Bewertet mit 2.5 Sternen

Obwohl ich Klappentext und Leseprobe sehr vielversprechend fand, bin ich letztlich mit der Story nicht wirklich warm geworden. Irgendwie fehlte mir der rote Faden. Laut Klappentext soll Saphina ein dunkles Erbe antreten. Tut sie auch irgendwie, aber letztlich nicht so, wie es gedacht wäre. Gefühlt hat sich die Richtung der Geschichte innerhalb des Buches mehrfach geändert. Dabei plätschert das Geschehen in der ersten Buchhälfte recht ereignislos vor sich hin. Im zweiten Teil werden die Erlebnisse der Figuren dann zwar etwas spannender, ganz logisch ist aber nicht immer, was dort passiert. Erst kurz vor Schluss nimmt die Dranatik dann enorm zu. Aber der große Konflikt, der sich hier auftut, wird genauso schnell wieder gelöst, wie er entstanden ist. Vieles, was zuvor passiert, bleibt folgenlos.

Dabei konnte ich mich letztlich auch in die Figuren nicht wirklich hineinfühlen. Saphina Reaktion auf das Ereignis innerhalb ihrer Familie, das alles auslöst, war für mich völlig unverständlich. Auch im Folgenden fand ich ihr Handeln nicht immer nachvollziehbar. Zudem agiert die 17-jährige oft naiv und selbstsüchtig. Statt Dinge zu hinterfragen und sich vernünftig erklären zu lassen, wird sie zickig oder flüchtet aus der Situation.
Und zuletzt bin ich mir ihrer Stimmung am Ende der Geschichte, nach allem, was passiert ist, auch nicht zurecht gekommen.

Dante hingegen empfand ich als sehr launisch. Mal ist er nett und verständnisvoll, dann wieder schroff und abweisend. Ein Teil seiner Beweggründe sind früh vorhersehbar, sein wechselhaftes Verhalten rechtfertigt dies für mich aber nicht. Letztlich bleibt er für mich eine blasse Nebenfigur.

Saphina und Dante stehen einige schwierige Ereignisse bevor. Die zwei kennen sich nur wenig. Wichtig zum Bestehen der Prüfungen ist Vertrauen – schwierig unter Fremden, oder? Die Entwicklungen zwischen den beiden kamen für mich zu plötzlich, für den kurzen Zeitraum dem sie intensiver miteinander verbringen, und waren nicht wirklich nachfühlbar.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und bildhaft. Spahina ist die Ich-Erzählerin der Geschichte und die Erzählweise passt zu dem aufmüpfigen Teenager.
Auch den Weltenentwurf fand ich ganz spannend: Eine fiktive Karibikinsel mit ihrem eigenen kleinen Königreich und ganz speziellen Regeln, angesiedelt aber in der aktuellen Gegenwart z.B. mit Bezügen zu aktueller Popmusik.

Fazit

Vielversprechender Beginn, doch dann verliert die Handlung für mich ihren roten Faden. Der Klappentext weckte bei mir komplett andere Erwartungen an die Story, der für mich eine klare Richtung fehlte, zumal viele Ereignisse am Ende unkommentiert oder folgenlos bleiben. Der eigentliche Gegenspieler taucht erst auf den letzten Seiten auf und verschwindet so schnell wieder, wie er eingeführt wurde. Auch mit den Hauptfiguren bin ich nicht wirklich warm geworden, besonders mit Saphina, deren Handeln ich nur selten nachvollziehen konnte.