Leserunde

Leserunde zu "Abendrot" (Kent Haruf)

Abendrot
von Kent Haruf

Bewerbungsphase: 20.12. - 03.01.

Beginn der Leserunde: 17.01. (Ende: 07.02.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Diogenes Verlags – 20 Freiexemplare von  "Abendrot" (Kent Haruf) zur Verfügung.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. 

ÜBER DAS BUCH:

Holt, eine Kleinstadt im Herzen Colorados. Zwei alte Viehzüchter müssen den Wegzug ihrer Ziehtochter verkraften. Ein Ehepaar kämpft in seinem verwahrlosten Trailer um ein Stückchen Würde und um seine Kinder. Ein elfjähriger Junge kümmert sich rührend um seinen kranken Großvater. So hart das Schicksal auch zuschlägt – die Menschen in Holt sind entschlossen, dem Leben einen Sinn abzutrotzen. Und begegnen einander dabei neu.

ÜBER DEN AUTOR:

Kent Haruf, geboren 1943 in Colorado, war ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US Bundesstaat Colorado. Er wurde unter anderem mit dem Whiting Foundation Writers’ Award, dem Wallace Stegner Award und dem Mountains & Plains Booksellers Award ausgezeichnet. Sein letzter Roman, ›Unsere Seelen bei Nacht‹, wurde zum Bestseller und mit Jane Fonda und Robert Redford in den Hauptrollen verfilmt. Haruf starb 2014.

31.01.2019

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 181 bis 292

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 181 bis 292
Harakiri kommentierte am 24. Januar 2019 um 16:27

Ich fand die Romantik zwischen Raymond und Linda May sooo schön  und dann sowas. Der Autor spielt ja in diesem Band ganz schön mit uns.

Die Handlung tropft ja so ein wenig vor sich hin. Bei jeder Familie ein bisschen, da bin ich gespannt, ob sich am Ende noch etwas verbindet. Ob vielleicht DJ und sein Großvater noch zu Raymond ziehen oder die Familie aus dem Trailer. Immerhin braucht Raymond ja auch Hilfe auf dem Hof

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sommerlese kommentierte am 27. Januar 2019 um 16:35

Ich habe auch schon überlegt, ob DJ und die Mädchen von Mary zu Raymond ziehen. Luther und Familie könnten ihn aber wohl nicht unterstützen, dazu sind sie gar nicht in der Lage.

 

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Dajobama kommentierte am 28. Januar 2019 um 08:37

Ich bin mir auch sicher, dass es noch irgendeine Art von Zusammenführung der verschiedenen Erzählstränge geben wird!

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Corsicana kommentierte am 28. Januar 2019 um 10:48

Ich denke, dass sich Mary Wells wieder fängt und wieder irgendwie ein normaleres Leben mit ihren Kindern führt - wie auch immer sie das finanzieren wird. DJ und sein Opa könnten tatsächlich auf die Ranch ziehen. Mal abwarten, ob so etwas passiert - Victoria ist ja damals auch auf der Ranch untergebracht worden. Für Betty und Luther und ihre Kinder sehe ich weiterhin kaum eine Perspektive - eigentlich sollten die auf die Ranch... ich traue den Eltern leider weiterhin nicht zu, die Kinder richtig zu erziehen und zu versorgen - trotz Elternschule. Aber das ist ja insgesamt ein immerwährendes Thema - auch heute und hier - inwiefern dermaßen eingeschränkte und bildungsferne Eltern sich überhaupt adäquat um ihre Kinder kümmern können. Wenn ein Heim dermaßen vermüllt und Essen nur aus Tiefkühlkost in der Mikrowelle besteht und als Getränke gibt es Cola und Limo - oh weh.

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sommerlese kommentierte am 02. Februar 2019 um 09:48

Genau mit dieser Schilderung von sozialschwachen Familien und Eltern, die ihrer Erziehungsrolle nicht gerecht werden können, wird dieses Buch so aktuell und realistisch. Das mag ich an Harufs Büchern, sie prangern nicht an, sondern stellen fest und zeigen die Schwachstellen auf. 

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blubber kommentierte am 05. Februar 2019 um 08:09

Wobei das mit dem Essen und dem Müll auch bei intelligenteren Eltern passiert. Ich kenne einen Heizungsableser. Das ist echt schockierend, was er da in ziemlich vielen, scheinbar gut situierten Familien zu sehen bekommt.

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mohawk kommentierte am 06. Februar 2019 um 15:41

Na es können nicht alle zu Raymond ziehen. Das wäre dann doch dramaturgisch zu einfach und auch nicht so richtig realistisch.

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Rose75 kommentierte am 31. Januar 2019 um 09:56

"" Ich fand die Romantik zwischen Raymond und Linda May sooo schön  und dann sowas. "" 

Ja das hat mir auch sehr gut gefallen.   Raymond verhält sich wie ein Gentleman der alten Schule.   Höflich, zurückhaltend und hilfsbereit wenn nötig.   Etwas steif vielleicht, aber auf jeden Fall liebenswürdig.   

Die Arbeit auf dem riesigen Hof ist zuviel für einen Mann und die Einsamkeit bestimmt erdrückend.   Raymond bräuchte jemand der sich mit Landwirtschaft auskennt und ihn entlastet. DJ und sein Großvater wären keine Hilfe.   DJ hätte einen unglaublich langen Schulweg und in seiner Freizeit müsste er arbeiten.  Er hat jetzt mit dem Nachbarsmädchen in der Hütte ein Stück  'Zuhause' geschaffen.       Das Spielen und Lesen fand ich schön beschrieben.

Betty und Luther sind so hilflos und der Situation ausgeliefert.   Man möchte ihnen einfach mal in den Hintern treten.   Betty ist mit Sicherheit schwer depressiv.

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blubber kommentierte am 05. Februar 2019 um 08:10

Klingt bitter, aber dass sein Bruder gestorben ist, ist tatsächlich für die Geschichte hilfreich, da er jetzt Unterstützung braucht. Da ergbit sich sicher noch was.

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naibenak kommentierte am 06. Februar 2019 um 08:54

Ach ja, Betty und Luther... ich schwanke bei den beiden immer zwischen Mitleid und Zorn. Ich glaube, Betty ist sehr krank. Ob es eine Depression oder etwas Organisches ist, werden wir vielleicht noch erfahren. Aber mit ihr ist definitiv nicht viel anzufangen. Jedenfalls wird beschrieben, dass sie sehr kränklich aussieht - von daher tippe ich auf etwas Organisches. Aber was ist mit Luther los? Argh... so gleichgültig allem gegenüber, das macht mich echt rasend. Und dann merkt man auch wieder die Hilflosigkeit, insbesondere nach dem Besuch dieser Elternsprechstunde. Da kommt dann mein Mitleid wieder durch ;) Mein Gott, ich bin echt gespannt, ob dieser Familie irgendwie zu helfen ist.

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wusl kommentierte am 13. Februar 2019 um 08:07

Ich finde auch, dass man immer wieder diese Hilflosigkeit spürt. Betty und Luther versuchen es mit Lärm und schlauen Gerede zu überdecken aber in Wirklichkeit sind sie unsicher und verstehen oft nicht, wie die moderne Welt sich dreht. Und sie meinen es sicher nicht schlecht mit ihren Kindern. Sie sind nur total überfordert mit allem.

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mohawk kommentierte am 06. Februar 2019 um 15:43

Man muss ja bedenken, dass Raymond NIE allein gelebt hat aber auch NIE eine Frau hatte, glaub ich. Also eine Ehefrau meine ich. Die Einsamkeit muss für ihn fürchterlich sein. Und der Jüngste ist er auch nicht mehr. Ich denke, er muss jemanden einstellen. Kinder können da nicht wirklich helfen.

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westeraccum kommentierte am 26. Januar 2019 um 09:18

Ich fand es auch sehr schade für Raymond, dass Linda May ihn einfach so abserviert hat. Dabei gehen für einen Landwort die Tiere immer vor und wenn eine Frau dafür kein Verständnis hat, dann hat sie auf einer Ranch nichts zu suchen. Der Neue scheint aber ein echter Macho zu sein, der nur sein eigenes Ding im Sinn hat.

Das Auftauchen von Donna war ja wie ein Blitzeinschlag, gut, dass sie keinen Einfluss mehr auf ihre kleine Schwester hat, denn das wäre garantiert schief gegangen. Es wird mit Donna ein schlimmes Ende nehmen, das kann man jetzt schon ahnen.

Insgesamt fand ich diesen Abschnitt auch eher plätschernd, aber das Finale steht ja boch bevor!

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sommerlese kommentierte am 27. Januar 2019 um 16:39

Linda hat bestimmte Vorstellungen, wie ihr ein Mann den Hof zu machen hat. Sie zeigt kein Verständnis für die Arbeit von Raymond, irgendwie hat sie ihrerseits auch gar nicht versucht, ihm für die Batterie und den Einbau zu danken. Das war alles sehr einseitig und ich finde, sie hat ihren neuen Angeberfreund verdient.

Donna ist echt ein Früchtchen, man gut, dass sie so schnell wieder verschwunden ist. Auch wenn ihre Mutter nun daran noch zu knabbern hat, aber Jay Rae hätte der Einfluss überhaupt nicht gutgetan.

 

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Sursulapitschi kommentierte am 28. Januar 2019 um 21:28

Ihr besprecht hier alle schon so eifrig das Auftauchen von Donna. Die war noch gar nicht da in diesem Leseabschnitt. 

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Rose75 kommentierte am 31. Januar 2019 um 09:22

Ja, das hat mich jetzt auch irritiert.   Ich dachte schon ich habe ein Kapitel aus versehen übersprungen.

Donna wurde nur kurz durch Bettys Telefonat erwähnt.

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naibenak kommentierte am 06. Februar 2019 um 08:24

Danke Sursu... das ist mir schon im 2.Abschnitt aufgefallen, wo ihr Name gerade einmal fiel und noch gar nicht klar war, dass es die Tochter von Betty ist ;) Da sollte man in einer LR aufpassen, denn solche Spoiler sind dann schon doof.

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Magicsunset kommentierte am 26. Januar 2019 um 15:07

Linda May und Raymond, das passte irgendwie nicht und so war es dann auch. Mir fehlte bei Linda die echte Herzlichkeit und sie schien auch nicht wirklich zu wissen, was sie wollte.

Sehr realistisch die Szenen auf der Ranch, wie die Kälber von ihren Müttern getrennt werden. Auch wenn es aus Sicht der Viehzüchter sinnvoll und üblich ist, so sehe ich darin doch auch eine Metapher auf Menschenkinder, die nicht bei ihren Müttern aufwachsen, aus welchen Gründen auch immer.

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sommerlese kommentierte am 27. Januar 2019 um 16:46

Linda May hat sich nicht einmal bei Raymond mit einer Essenseinladung für die Batterie bedankt. Irgendwie ist sie eine komische Type.

 

Mir gefallen die genauen Schilderungen vom einsamen Landleben, von Viehtrieb, von der Geburtshilfe und der ständigen Sorge um die Tiere. 

Die Trennung der Tiere passt symbolisch wie die von der Mutter getrennt aufwachsenen Kinder. Donna, DJ und ebenso Victoria müssen alle ohne Mutter auskommen.

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Corsicana kommentierte am 28. Januar 2019 um 10:44

Die Trennung der Tiere auf der Ranch - eine der sehr realistischen Alltagsbeschreibungen. Herzzerreissend - aber absolut realistisch. Und natürlich kann man es als Metapher für die Kinder sehen, die ohne Mutter aufwachsen. Aber vielleicht auch als Erklärung dafür, wie abgeklärt die Menschen in Holt das Leben sehen. Sie sehen die Natur, die Grausamkeit der Trennung von Muttertier und Kalb. Und denken sich wohl, dass sie als Menschen das alles auch aushalten müssen.

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Magicsunset kommentierte am 28. Januar 2019 um 12:14

Er ist ja auch kein Milchbauer, sondern Viehzüchter und begründet diese Trennung damit, dass die Kälber entwöhnt werden müssen, weil ja die Muttertiere teilweise schon wieder trächtig waren und sich vorher erholen sollten. Das war vor 20 Jahren so (Plainsong war 1999 verlegt worden) und ist wohl auch heute noch so, in der Weite Amerikas, wo die Rancher Platz für ihre Tiere haben. Das spricht für mich ohnedies für Raymond im Roman der sich nicht nur um die Menschen, sondern auch im die Tiere wirklich gekümmert hat. Mein Lieblingscharakter, auch im zweiten Band.

Leider hat es überhaupt nichts mit der bei uns üblichen "modernen" Massentierhaltung zu tun, die ja wesentlich grausamer ist für die Tiere. Ich bin seit 27 Jahren Veggie, seit ich mit den österr. Tierhaltegesetzen beschäftigen musste.

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wandagreen kommentierte am 27. Januar 2019 um 20:49

Man trennt die Kälber von den Muttertieren, damit sie mehr Milch geben. Und heute macht man es so in der MODERNEN TIERHALTUNG, dass man die Kälber keinen Moment bei der Mutter lässt. Das alles ist Tierquälerei, das sollte man wissen, wenn man Milch konsumiert.

 

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Magicsunset kommentierte am 28. Januar 2019 um 12:18

Es wäre auch gut, wenn die Menschen überlegen würden, wo ihre Schnitzel und Steaks herkommen und bereit sein, dafür etwas mehr auszugeben, wenn man damit artgerechte Tierhaltung unterstützt. Aber das gehört nicht in diese Leserunde.

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2019 um 17:51

Doch klar, das gehört auch in die Leserunde. Schließlich wird über Viehzucht geschrieben.

Auf der Farm geht es den Viechern einigermassen gut. Trotzdem werde die Jährlinge, liebevoll aufgezogen und betreut, ohne mit der Wimper zu zucken zur Schlachtung versteigert. Natürlich gehört eine Diskussion darüber in die Leserunde.

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Kristall86 kommentierte am 30. Januar 2019 um 19:00

Die Gedanken hatte ich hier auch....es ist so ei trauriges und mühseeliges Thema. Wir essen auch sehr gern Fleisch und Käse und Eier....und geben dafür eine Menge Geld aus. Und ich mache es gerne. Der Witz ist immer das alle denken für 5.-€ bekommen sie ein gutes Steak....da sträuben sich bei mir die Nackenhaare.

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mohawk kommentierte am 06. Februar 2019 um 15:48

Nicht damit sie mehr Milch geben aber damit man die Milch melken und dem Menschen geben kann. Die Kälber kriegen Trockenmilch mit Wasser aufgerührt. Schon pervers der Mensch. Und solange man die Kuh regelmäßig melkt, gibt sie Milch. Funktioniert wie beim Menschen. Da ist auch erst mit dem Abstillen Schluss mit der Produktion.

Tierquälerei, naja. So schlimm würde ich das nicht sehen. So etwas machen ja auch Naturvölker schon seit Tausenden von Jahren. Auch mit Pferden und Kamelen z.B. Milch braucht der Mensch natürlich nicht unbedingt. Aber Jogurth und Käse, würde mir schwer fallen darauf zu verzichten.

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Dajobama kommentierte am 28. Januar 2019 um 08:40

Nein, das mit Linda May und Raymond passte nicht so wirklich. Andererseits wirkte sie mit ihrem Neuen jetzt aber auch nicht wirklich glücklich.

Will Raymond überhaupt jetzt noch eine Frau? Klar, irgendeine Art von Familienersatz braucht er wieder, nach dem Verlust seines Bruders und dem Wegzug von Victoria. Ich denke aber, letzten Endes wird das keine Liebesbeziehung sein.

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Corsicana kommentierte am 28. Januar 2019 um 10:54

Raymond hat keinerlei Erfahrung mit Frauen - daher denke ich auch, dass er kein Leben mit Frau haben wird. Eher wieder eine andere Art von Familienersatz. Allerdings bin ich überrascht, dass er überhaupt manchmal ausgeht - nach so vielen einsamen Jahren auf der Ranch - aber da hatte er seine Bruder.

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Sursulapitschi kommentierte am 28. Januar 2019 um 21:37

Warum sollte Raymond keine Frau mehr wollen? Wir wissen nicht, wie alt er ist, aber es heiraten auch 80Jährige. 
Er hat keine Erfahrung mit Frauen, aber er scheint ja nicht abgeneigt zu sein, das ist dann schon mal die halbe Miete. 
Und wenn es nicht mit Linda Dings klappt, kann ihm noch immer eine andere Frau begegnen. 

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Corsicana kommentierte am 01. Februar 2019 um 14:44

....stimmt auch wieder ... müsste sich nur eine Frau mit viel Verständnis finden...

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frenx kommentierte am 09. Februar 2019 um 11:47

Hmm, da bin ich mir nicht so sicher. Die beiden haben einfach noch keine gemeinsame Sprache gefunden, beide agieren ja sehr holprig. Ich habe schon die Hoffnung, dass die beiden sich noch finden :-) 

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blubber kommentierte am 05. Februar 2019 um 08:11

Das habe ich auch als Metapher empfunden. Die Trennung von Kindern und Müttern ist immer dramatisch.

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naibenak kommentierte am 06. Februar 2019 um 08:27

Linda May hat offenbar auch ein Päckchen zu schultern. Das merkt man immer wieder. Ich würde nicht sagen, dass es mit ihr und Raymond nicht passt. War doch ganz nett ihre gemeinsame Zeit. Jetzt müssten sie sich nur ein bisschen aufeinander besinnen und sich nicht jeder in seiner Trauer/Arbeit vergraben, dann könnte da vielleicht was draus werden ;) Aber immer mit der Ruhe, sowas braucht ja Zeit. Ob das mit Cecil so fest ist, wissen wir ja bislang auch noch nicht.

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sommerlese kommentierte am 27. Januar 2019 um 16:32

Der Prozeß von Hoyt endet mit seinem Schuldgeständnis. Ich bezweifele, dass er sich an die Abmachungen halten wird. 

Mit Laverne scheint er sich anfangs gut zu verstehen, vielleicht sucht er auch nur eine neue Bleibe. Doch dann fliegen die Fetzen und ich habe ihm den Rausschmiß echt gegönnt.

Raymond hat sich mit Linda May richtig wohlgefühlt und ihr sogar eine neue Batterie gekauft und sie ihr eingebaut. Doch sie hat sich einfach den Nächsten gesucht. Schade, dabei müsste sie doch erkennen, dass Raymond Frauen gegenüber sehr unerfahren ist.

Das Leben auf der Ranch ist hart, man bekommt einen Eindruck davon und sieht, was Raymond hier auch in Sachen Geburtshilfe leisten muss.

Donna ist wieder aufgetaucht. Ein echtes Früchtchen, kein Wunder, dass ihre Pflegeeltern sie nicht mehr wollten.

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wandagreen kommentierte am 27. Januar 2019 um 20:52

Donna: ganz so einfach ist es dann doch nicht. Donna hatte keine Möglichkeit, Urvertrauen zu entwickeln und wer weiß, wie es in ihren Pflegestellen war. Wenn Kinder herumgeschubst und nur verwahrt werden, werden sie eben so.

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Sursulapitschi kommentierte am 28. Januar 2019 um 21:39

Donna ist in diesem Abschnitt noch nicht aufgetaucht!

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sommerlese kommentierte am 29. Januar 2019 um 08:58

Oh jeh, das stimmt! Die hat mich so aufgeregt, dass ich sie schon hier hinein gepackt habe. Tut mir leid!

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Sursulapitschi kommentierte am 29. Januar 2019 um 07:32

Ich hatte jetzt schon öfter Bücher, wo Kinder in Amerika von Pflegefamilie zu Pflegefamilie geschubst werden. Ob das ein bekanntes amerikanisches Problem ist? Oder vielleicht macht es sich auch nur gut in Büchern? 

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Magicsunset kommentierte am 29. Januar 2019 um 11:41

Die Situation, dass Kinder von einer Pflegefamilie zur nächsten "wandern", gibt es leider nicht nur in Büchern und auch nicht nur in Amerika. Das ist auch hier so, vor allem, wenn es sich um Kinder mit Problemen handelt und die Pflegeeltern damit überfordert sind. Nicht zu vergessen die Problematik, dass Pflegekinder des montlichen Einkommens wegen aufgenommen werden. Natürlich sind diese Fälle in der Minderheit und können auch nur funktionieren, weil aus Personalmangel überforderte Beamte der Fürsorgeeinrichtungen einfach zu wenig Zeit haben, genau hinzusehen.

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Kristall86 kommentierte am 30. Januar 2019 um 19:02

Ich kenne leider reale Fälle wo es so passiert ist....

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sommerlese kommentierte am 02. Februar 2019 um 10:08

Diese Themen sprechen immer viele Leser an, empathische und sozial engagierte Leserinnen besonders. Da fallen mir spontan die Romane "Libellenschwestern" und "Alligatoren ein, dort geht es um Zwangsadoption und Kinderhandel.

Doch die Thematik ist weitverbreitet, auch in Deutschland. In "Preiselbeertage" von Stina Lund beschäftigt sich die Autorin mit Republikflüchtlingen zu DDR-Zeiten und zeigt Kinderschicksale auf, die in Heimen landen.

Man findet zur Zeit viele solcher Bücher.

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Sursulapitschi kommentierte am 28. Januar 2019 um 21:16

Ach, schade, jetzt dachte ich, Raymond bekommt eine Frau und Gesellschaft, aber er ist nicht sonderlich geschickt im Frauenhofieren. Vielleicht klappt es ja noch, wer weiß. Er kommt auf jeden Fall besser ohne Harold zurecht als ich dachte. 
Das Sortieren der Rinder war sehr plastisch. Da bleibt einem doch das Kalbsschnitzel im Halse stecken. 

Betty und Luther können tatschlich auch rührend sein in ihrem Bemühen, alles richtig zu machen. Welches Problem mag Donna haben?

Hoyt ist ein unglaublicher Schnorrer, erschleimt sich überall eien Unterschlupf. Bei seinem Streit mit Laverne dachte ich, das überlebt sie nicht. 

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2019 um 21:58

Vor allem hat er immer recht, alle anderen sind dumm und unwürdig. Erst wenn man sich ihm richtig gegenüber aufstellt und eine harte Ansage macht, knickt er ein. Aber nie für lange. Ein unmöglicher Mensch.

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Lillymaus kommentierte am 06. Februar 2019 um 00:17

Das hatte ich auch im Kopf, dass Laverne diese Handgreiflichkeiten nicht überlebt, dann hätte Hoyt einen Totschlag auf dem Gewissen und würde wieder im Gefängnis landen. Dann wären die Kinder vor ihm sicher....ich habe irgendwie das ungute Gefühl, dass er sich wieder der Camperfamilie nähert.....

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naibenak kommentierte am 06. Februar 2019 um 08:33

Hoyt und Laverne... ohja, da ging es rund. Ich weiß ja nicht, was die Wochen zuvor los war... ob er sich da auch schon so aufgeführt hat bei ihr. Jedenfalls würde ich Lavernes Reaktion ein bisschen übertrieben finden, falls bisher alles okay war. Nur, weil Mann den Valentinstag vergessen hat, muss Frau doch nicht so austicken, oder? Hmm... Aber bestimmt war es nicht das erste Mal ;) Und ja, ich dachte auch, dass sie zumindest im Krankenhaus landen wird...uff!

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3KatzenMama kommentierte am 31. Januar 2019 um 12:15

Die Dinge scheinen sich für die Menschen in Holt zaghaft zum besseren zu wenden. Luther & Betty stehen jetzt unter der Obhut des Jugendamtes. Ess läuft nich nicht alles rund, aber vom Grunde her Mädchen sie den Eindruck, als wollten sie ihr Leben soweit in den Griff kriegen, um wenigstens ihre Kinder halbwegs vernünftig zu erziehen.
Raymond beginnt, auszugehen, auch wenn es nur die ortsansässige Kneipe ist. Dort lernt er Linda lieben eine Krankenschwester, die ihn während seines Aufenthalts nach dem Unfall gepflegt hatte. Hoyt entnimmt Dank seiner findigen Pflichtverteidigerin einer Haftstrafe und beginnt eine Beziehung zu einer Kneipenbekanntschaft, bei der er auf gleich recht zeitnah einzieht.

Ich wünsche den Eltern, dass sie um der Kinder willen die Kurve kriegen.
Für Raymond hätte ich mich so sehr gefreut, wenn das mit Linda was geworden wäre, doch nachdem sich die beiden 2 Monate nicht gesehen hatten, erfährt Raymond, dass Linda jemand anderen kennengelernt hat. Das tut mir für Raymond echt leid.
Knall schauen, was der letzte Abschnitt für Raymond noch bereit hält.
Hoyt gönne ich seine Freiheit nicht, nach dem, was er den Kindern angetan hat. Dennoch bin ich gespannt, wie es mit ihm zum Ende des Buches weiter gehen mag.

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Corsicana kommentierte am 01. Februar 2019 um 14:50

Hoyt gönne ich seine Freiheit auch nicht. Aber ich finde es recht realistisch dargestellt, dass er erst einmal versucht, sein Leben auf die Reihe zu bekommen. So ein wenig versucht das jeder Mensch - auch Hoyt.

Interessant am Schreibstil Harufs finde ich weiterhin, dass er keine tiefenpsychologischen Betrachtungen und Analysen anstellt, warum Hoyt und Betty so sind, wie sie sind. Muss ja irgendwas in deren Kindheit gewesen sein. Betty hat das gelöst, in dem sie recht teilnahmslos und unfähig vor sich hin "dämmert" (so empfinde ich sie) und Hoyt wird schnell gewalttätig. Irgendwie geht mir das bei diesem Schreibstil näher, als bei manch anderen Texten, wo alles erläutert wird - dann "hake" ich es als erläutert ab - hier beschäftigt es mich.

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wandagreen kommentierte am 01. Februar 2019 um 18:03

Ich hab den Eindruck, dass Betty Krebs hat. Das wird man wohl im Folgeband genauer wissen.

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Dajobama kommentierte am 03. Februar 2019 um 13:30

Du meinst wegen den ständigen Bauchschmerzen? Möglich, darüber hab ich mir komischerweise gar keine Gedanken gemacht. Gerade für die sozial schwachen Menschen ist das amerikanische Gesundheitssystem (bzw. das was nicht vorhanden ist) sehr problematisch. Wenns denn dann irgendwann mal diagnostiziert wird, ist es mit Sicherheit zu spät...

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Lillymaus kommentierte am 05. Februar 2019 um 23:51

Vielleicht liegt der Grund für ihre ständige Übelkeit ganz einfach in dem total ungesunden Essen und der fehlenden Körperaktivität. Irgendwann rächt sich der Körper dafür...

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Lillymaus kommentierte am 06. Februar 2019 um 00:09

Dieser dritte Teil ist nicht so traurig und niederdrückend wie der zweite. Ich habe mich richtig für Raymond gefreut, dass er zu Neujahr nicht allein ist, sondern so etwas wie eine 'Familie' um sich hat. Er scheint aufzublühen in Lindas Gesellschaft, aber leider weiß er nicht, wie man eine Beziehung richtig 'pflegt' und meldet sich lange Zeit nicht bei ihr. Andererseits hätte sie ja auch mal bei ihm vorbeischauen können, wenn ihr wirklich etwas an ihm liegt.

Ich habe mich auch für DJ gefreut, dass er menschliche Nähe und Zuneigung durch Dena erfährt, denn sein Großvater kann ihm dieses nicht geben. Wie kann er nur den Jungen zwingen, mit in die Kneipe zu gehen. Verantwortungslos und egoistisch! Da tat er mir sehr leid, und ich war froh, dass die Kellnerin seine Lage erkannt hat und ihm ein wenig helfen konnte (der Sitzplatz am Tresen).

Die Lage von Betty und Luther erscheint mir ausweglos, in dem Gespräch mit Rose wird nur geheuchelt, um ein gutes Bild zu hinterlassen, aber wenn man liest, dass die beiden Kinder in dem vermüllten und dreckigen Campingwagen hausen, weiß man, dass das nicht gutgehen kann. Aber Rose gibt sich vorerst zufrieden....da wird noch Schlimmeres passieren müssen, damit sie eingreift. Und dann kommt noch die frühreife Donna dazu, die ja selbst nichts dafür kann, dass sie so ist. Noch ein Opfer von Betty.....

Ich bin gespannt, ob sich eine Lösung findet, um Raymond aus seiner Einsamkeit zu helfen und ihn bei seiner schweren Arbeit zu unterstützen. Ich wünsche es ihm sehr, denn er ist ein aufrechter und aufrichtiger Mensch....

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 181 bis 292
naibenak kommentierte am 06. Februar 2019 um 08:37

Ach Mensch... Donna kommt hier im Abschnitt noch nicht dazu. Es gab gerade mal ein Telefonat mit der Pflegemutter... grummel

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 181 bis 292
Gina1627 kommentierte am 09. Februar 2019 um 00:23

Auch dieser Leseabschnitt hat mich voll eingefangen. 

Mein Lieblingscharakter Raymond wurde so ausdrucksstark dargestellt. Victoria konnte ihm kurze Zeit nur über den Verlust seines Bruders hinweghelfen und es macht  ihm verständlicherweise immer noch zu schaffen, die Arbeit auf der Ranch ist fast nicht alleine zu Stämmen und dann kommt ein kleiner Lichtblick, als er Linda in der Bar trifft und sich zwischen ihnen Sympathie und Interesse entwickelt. Ich hätte ich umarmen können. Er ist so ein liebenswerter und selbstloser Mensch, den man einfach nur mag. Es ist so schade, dass Linda sich anscheinend Ablenkung gesucht hat und Raymond traurig von dannen zog. Ob sie sich noch wieder annähern?

Die Zustände bei Betty und Luther machen einen auch betroffen. Sie scheinen ihr Leben, trotz Unterstützung des Sozialamtes und von Rose, nicht richtig in den Griff zu bekommen. 

Wer mich wieder richtig polarisiert hat ist Hoyt. So ein furchtbarer Typ, der bei mir Aggressionen auslöst. Die Entscheidung des Gerichtes hat mich geschockt, sein Auftreten dort und gegenüber seiner Anwältin  auch und dann auch noch die Brutalität gegenüber Laverne war ja wohl das Letzte. Wie es jetzt wohl mit ihm weitergeht? 

 

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 181 bis 292
frenx kommentierte am 09. Februar 2019 um 11:36

In diesem Abschnitt hat mich am meisten verwundert, dass Hoyt Raines weiter eine Rolle spielt. Eigentlich kam er mir eher wie eine Nebenfigur vor, die ihre Schuldigkeit getan hat, wenn Betty und Luther als problematische Eltern bloßgestellt sind. Dem ist aber wohl nicht so. Raymond hat mir etwas Leid getan, aber dennoch spekuliere ich darauf, dass ihm ein Happy end beschieden sein wird - er ist irgendwie der einzige, bei dem man sich das überhaupt vorstellen kann...