Leserunde

Leserunde zu "Der Papierpalast" (Miranda Cowley Heller)

Der Papierpalast
von Miranda Cowley Heller

Bewerbungsphase: Bis zum 07.04.

Beginn der Leserunde: 14.04. (Ende: 05.05.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Ullstein Verlags – 20 Freiexemplare von "Der Papierpalast" (Miranda Cowley Heller) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

Entdecken Sie den literarischen Familienroman, der amerikanische Leser und Kritiker begeisterte.

Es ist früh am Morgen, alle schlafen noch, als Elle Bishop an einem perfekten Augusttag zum See läuft. Im Sommerhaus der Familie ist etwas passiert: Während Elles Ehemann am vorherigen Abend mit den Gästen lachte, haben Elle und ihre Jugendliebe Jonas sich geliebt. Elle taucht ein ins Wasser, sie weiß, an diesem Tag läuft alles auf eine Entscheidung hinaus.

Ein großer Roman über die Sommer unseres Lebens — und darüber, was es heute bedeutet, eine Frau zu sein.

»Betörend, scharfsinnig, außergewöhnlich. Ein ganz großes Lesevergnügen.« William Boyd

»Ein großartiger Pageturner« Cynthia D'Aprix Sweeney

»Glitzernde Wellen über einer dunklen Unterströmung. Man kann nicht aufhören, und wenn man durchgeschwommen ist, möchte man sofort umkehren.« Jackie Thomae

»Sommerlicher Suchtstoff, ergreifend, witzig, tragisch und sehr gut übersetzt – bloß die Männer sind ein bisschen zu perfekt, aber sei's drum.« Eva Menasse

»Der Roman nimmt uns mit in eine lebendige Landschaft, in eine Familie, zu einer langjährigen heimlichen Liebe. Ganz unmittelbar erzählt, fesselnd vom Anfang bis zum Ende.« Meg Wolitzer

**Der amerikanische Nr. 1-Bestseller endlich in Übersetzung.**

»Auch wenn "Der Papierpalast" ihr erstes Buch ist, dass Miranda Cowley Heller eine Meistererzählerin ist, war klar. (...) Ihr Debüt spielt an einem einzigen Tag auf Cape Cod und handelt vom großen Gehen-oder-Bleiben. Intensive Beziehungsgeschichte!« ("Donna")

»Eine höchst bewegende Liebesgeschichte ... es entspinnen sich Geheimnisse, Lügen und eine sehr komplexe Dreiecksbeziehung.« ("Reese's Book Club") 

»Eigentlich geht es in diesem Debüt um nur einen Tag im Leben von Protagonistin Eleanor, die auf Cape Cod lebt und ihren man gerne für eine alte Liebe verlassen würde. Durch eine verworrene Familiengeschichte, emotionale Erinnerungen und Schuldgefühle wird daraus ein intensives Leseerlebnis.« ("Myself") 

»Mitreißend und meisterhaft erzählt« ("Mail on Sunday") 

»Ein literarischer Pageturner« ("The Irish Examiner") 

»Die Vielschichtigkeit der Liebe als ergreifender Roman.« ("Daily Mirror") 

»Ein Familiendrama, eine geheime Liebe, eine andauernde Tragödie. Der Papierpalast ist ein überwältigendes literarisches Debüt.« ("The Independent") 

»Atmosphärisch. Eine literarische Entdeckung.« ("Los Angeles Times") 

»Spannungsgeladen und atmosphärisch« ("The Observer") 

»Ein starkes Debüt. Beste Erzähltradition im Geiste von Updike und Cheever.« ("The Times")

ÜBER DIE AUTORIN:

Miranda Cowley Heller war Senior Vice President und Head of Drama Series bei HBO. Sie hat Serien entwickelt und verantwortet, u.a. Die Sopranos, Six Feet Under, The Wire, Deadwood, Big Love. Als Heranwachsende hat sie jeden Sommer auf Cape Cod verbracht, inzwischen lebt sie in Kalifornien.. Susanne Höbel, geboren 1953, arbeitet seit dreissig Jahren als Übersetzerin englischer und amerikanischer Literatur. Sie übersetzte Werke von John Updike, William Faulkner, Nadine Gordimer, Amor Towles und Janet Lewis. Seit 2012 lebt sie in Südengland.

07.05.2022

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 365 bis Ende

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 365 bis Ende
schnaeppchenjaegerin kommentierte am 15. April 2022 um 21:07

Ich fand die Geschichte insgesamt fesselnd - darum bin ich auch schon durch :-)

Das Ende stimmt mich versöhnlich. Elle hat eine Entscheidung getroffen, die nicht sonderlich mutig, aber vernünftig war. Sie hat sich für Beständigkeit und ihre Familie entschieden. Auch hatte ich das Gefühl, dass sie sich in den letzten fünf Tagen den Dämonen der Vergangenheit gestellt hat, kann aber keinen Auslöser dafür erkennen. Was ist in diesem Sommer anders gewesen, als in denen davor? Warum hat sie mit Jonas geschlafen und ihre Ehe in Frage gestellt? Mir fehtl dafür eine Erklärung. 

Erschütternd ist, dass auch Rosemary wie Elle unter Conrad leiden musste. Vielleicht hat auch diese Offenbarung Elle geholfen, damit zu leben, ihn nicht gerettet zu haben. Zudem stellt sie gegenüber ihrer Mutter klar, dass Leo unschuldig ist und dass Conrad der Übeltäter war. Eine tiefer gehende Auseinandersetzung findet zwischen beiden jedoch nicht statt. Das hätten sie aber auch schon viel früher machen müssen. 

Ich weiß noch nicht, wie ich das Buch bewerten soll. Einerseits mochte ich den Schreibstil und fand die Geschichte faszinierend. Andererseits konnte ich jedoch wenig mit den Protagonisten anfangen und warum dieser Sommer im Papierpalast die Vergangenheit wieder hervorgerunfen hat. 

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Pitty318 kommentierte am 16. April 2022 um 22:51

Ich habe relativ lange gebraucht, um eine Einschätzung für das Buch zu finden. Hatte aber das Gefühl, dass Elle ihre Familie verlässt. Legt sie nicht den Ehering auf die Treppe und geht? Dachte sie nicht, dass sie etwas früher am Abend nicht streiten möchte, weil ihrer Familie etwas Schwerverdauliches bevorsteht? Ich hatte es so interpretiert, dass sie sich für Jonas entscheidet, weil sie sich so zu ihm hingezogen fühlt und die Schuldgefühle von ihr abgefallen sind. 

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schnaeppchenjaegerin kommentierte am 17. April 2022 um 00:57

Zuvor hatte sie sich aber gegen Jonas entschieden. Vielleicht geht sie nun einen anderen, ganz eigenen Weg? Ich denke, die Autorin hat absichtlich etwas Interpretationsspielraum zugelassen. 

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Pitty318 kommentierte am 17. April 2022 um 07:18

Ja, an diese Stelle erinnere ich mich auch. Die verschiedenen konträren Aussagen und Handlungen laden dazu ein, seine eigenen Gefühle wirken und entscheiden zu lassen. Da sie die ganze Zeit hin und her gerissen war, habe ich das letzte Geschehene im Buch als Entscheidung genommen. Die letzte Aussage mehrere Seiten zuvor war etwas anderes. Sehr interessante Konstruktion. 
Da sie beide Ringe abgegeben hat, könnte sie sich auch von beiden Männern trennen? Diese Idee war mir noch gar nicht gekommen. Das wäre auch noch eine Möglichkeit, die ich offenbar für ganz unwahrscheinlich gehalten hatte.

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schnaeppchenjaegerin kommentierte am 17. April 2022 um 13:48

Ich bin gespannt, wie die anderen in der Leserunde das Ende interpretieren. Vielleicht hat Elle nicht einmal eine endgültige Entscheidung getroffen. Vielleicht vergnügt sie sich in den Sommern weiterhin mit Jonas, bleibt aber mit Peter verheiratet, der ihr den nötigen Halt im Leben gibt.

Ach, ich bin nicht so ein Freund von offenen Enden...

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Kochbuch-Junkie kommentierte am 18. April 2022 um 19:30

Es bleibt ja auch schon zwischendurch offen, ob sie sich Anna bezüglich Conrad anvertraut hat, als diese im Sterben liegt.

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lillywunder kommentierte am 23. April 2022 um 22:06

Ich sehe es auch so, dass hier ein Interpretationsspielraum bleibt, empfinde aber alle Zeichen dafür, dass sie Jonas letztlich nicht loslassen kann und dazu eher bei Peter in der Lage ist.

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Kochbuch-Junkie kommentierte am 18. April 2022 um 16:27

Oh, das war aber ein interessantes Ende. Ich weiß auch nicht recht, wie ich das deuten soll. Den Ehering auszuziehen spricht ja irgendwie schon für eine Trennung. Aber vielleicht entscheidet sie sich auch einfach frei zu sein von allem. Aber gerade der Interpretationsspielraum ist irgendwie interessant.

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Pitty318 kommentierte am 18. April 2022 um 21:35

Bei mir gab es immer noch die Überlegung, dass es unterlassene Hilfeleistung war. Das hat so schwer gewogen. Irgendwie eine Form von Selbstjustiz und darf das sein? Später als sich herausstellte, dass Conrad auch seine Schwester missbraucht hatte, wog das nicht mehr so schwer. Aber trotzdem hatte der Roman nur in sich eine Gerechtigkeit. Wie geht man damit um?

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labbelman kommentierte am 23. April 2022 um 12:44

Also ich glaube genau deswegen hat es die Autorin so geschrieben, damit man ins Grübeln gerät. Sicher ist es moralisch falsch ihn ertrinken zu lassen und Rosemary sagt ja auch richtig, dass wäre Elle ins Wasser gesprungen, um ihn zu retten, sie wahrcheinlich ihr Leben gelassen hätte, weil er so unbedingt leben will und sie vielleicht runtergezogen hätte. Und ob der Schwimmreifen wirklich geholfen hätte, das kann man auch nie genau sagen. Man muss sich fragen: Was wäre gewesen, wenn er nicht ertrunken wäre? Wäre er dann geläutert gewesen und hätte sich gebessert? Oder hätte er weiter Mädchen und Frauen gequält und es hätten mehr als nur Elle und seine Schwester leiden müssen? Ist sein Tod akzeptabel, dafür dass unter ihn keine Frau mehr leiden muss? Diese Fragen muss sich jeder selbst beantworten.

Nachdem ich wusste, dass es auch Rosemary getroffen hat, hätte ich an Elles Stelle dann keine Schuld mehr empfunden, sondern eher etwas wie Gerechtigkeit, aber das ist eben nur das was ich fühle.

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Gackelchen kommentierte am 19. April 2022 um 15:39

Nachdem sie das ganze Buch über beteuert, wie sehr sie Peter liebt, und auch den Kindern gegenüber, dass sie sich nie trennen, entscheidet sie nach dem Gespräch mit Wallace und deren Zuspruch ( Dass Wallace so froh mit Peter war, hat sie in meinen Augen auch an einer Trennung gehindert, neben ihren Kindern ein besseres Heim bieten als sie es hatte ) sowie Peters weiterer Entscheidung gegen sie ( nicht mit aufstehen obwohl sie ihm was zeigen will ), für Jonas. ( So hab ich es interpretiert ) Mich hat zum Schluss hin überraschenderweise ( nach allem) die Pistazieneis-Szene nochmal aufgeregt. So was kleines aber ich fand es sehr sinnbildlich für Peter ( Neben der u.a. "Gedicht für Anna" Szene ). Ell sagt, lass mir was übrig und er nimmt sich alles. All die Probleme die Ell hat und Peter scheint sich in all den Jahren keine Fragen zu stellen. Man sieht wie selbstbezogen er eigentlich ist, und wie Jonas im gegenzug Ell immer priorisiert. Wieso jetzt dieser Sommer alles loslöst ist mir unklar. Hab ich mir das eingebildet oder hat Peter auch viel mit Wallace geflirtet? 

Letztendlich waren mir alle sehr unsympathisch, die Eltern vorneweg. Nach meiner ursprünglichen Überraschung über den Inhalt des Buches, war ich dann doch schnell drin. Den Kontrast als Sinnbild wie die äußere Fassade täuschen kann, find ich schlussendlich dann doch gut. 

Jetzt bin ich gespannt ob es das Buch in die Shortlist des Women Fiction Prize schafft. 

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Gackelchen kommentierte am 19. April 2022 um 22:58

Nachtrag: Wobei Peter auch keine Chance hat, Ell will sich ihm nicht anvertrauen. Meinte sie zu Jonas als er fragte, ob Peter bescheid weiss. Falsch von mir zu schreiben, er sei zu ich-bezogen.
(Frage: Wasliestdu lässt kein Editieren am Beitrag zu?)

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Pitty318 kommentierte am 20. April 2022 um 14:03

Das Editieren ist innerhalb von 15 Minuten nach dem Speichern möglich.  Es ist ein Zähler zu sehen, der in Sekunden rückwarts zählt. Später ist das Ändern nicht mehr möglich. Aber jedesmal nach dem Editieren und dem Speichern beginnt der Zähler erneut bei 15 min rückwarts zu zählen, wenn innerhalb der 15 min erneut editiert wird.

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Gackelchen kommentierte am 20. April 2022 um 15:33

Herzlichen Dank für die Erklärung! gut zu wissen :-) 

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Sursulapitschi kommentierte am 20. April 2022 um 17:05

Jetzt bin ich gespannt ob es das Buch in die Shortlist des Women Fiction Prize schafft. 

Ernsthaft? Hat es das verdient? Für was? 

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LySch kommentierte am 06. Mai 2022 um 23:34

:D

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Goethe28 kommentierte am 20. April 2022 um 15:03

Ich finde das Ende - in all seiner Überraschung - eindeutig: Elle redet sich die ganze Zeit ein, dass ihr sicheres Leben mit Peter als Fels in der Brandung das Richtige ist. Und doch sickert an so vielen Stellen durch, dass sie eigentlich etwas anderes möchte, dass ihr und Jonas eigentlich ein anderes (nämlich gemeinsames) Leben bestimmt gewesen wäre, wäre da nicht die Sache mit Conrad gewesen.
An dem Punkt, als Rosemary ihr "die Absolution erteilte, Vergebung für mein Verbrechen" (S. 396), löst sich das, was immer zwischen ihnen stand, langsam auf, wird zumindest kleiner.
S. 399: "Endlich, nach all den Jahren, können wir uns ohne den Schatten der Schande zwischen uns ansehen."
S. 404: "Wir haben von Anfang an zusammen gehört. Ehen, Kinder, nichts hat diese wesentliche Wahrheit verändert."
Als Elle sich den alten Ring von Jonas wieder anteckt, empfindet sie "ein mächtiges Gefühl der Erfüllung, als wäre ich endlich heil, wiederhergestellt." S. 408-409
Peter kam als der "Retter" in Elles Familie (vgl. S. 416), Retter für die Mutter, für deren Glück Elle sich immer verantwortlich fühlte und für sie selbst. "Peter ist es zu verdanken, dass (...) wieder Licht in die alte Wohnung kam. Er hat uns allen das Gefühl gegeben, dass wir es wagen konnten, wieder glücklich zu sein." S. 416
Doch das alles tritt in den Hintergrund angesichts der veränderten Situation, dass Elle nach Rosemarys Absolution sich selbst und Jonas vergeben kann.
Und schließlich: "Auf der anderen Seite des Sees steht eine Gestalt. Wartend. Hoffend."
Und Elle spürt: "Diesen Ort (...) trage ich in meinen Knochen." S. 440 Und zu diesem Ort gehört für sie auch Jonas.
Auch die Formulierung S. 441 "Was hätte sein können. Was sein könnte." - erst die Vergangenheit, dann der Konjunktiv in der Gegenwart bzw. in die Zukunft weisend, macht das Ende für mich eindeutig.
Da nimmt Elle ihren Ehering ab - und wird wohl zu Jonas schwimmen.

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schnaeppchenjaegerin kommentierte am 20. April 2022 um 17:12

Vielen Dank für deine Mühe mit den Zitaten. Das hilft sehr gut weiter, um das Ende interpretieren zu können. Je mehr ich darüber nachdenke, desto eher glaube ich, dass sich Elle nicht für Peter entschieden hat (oder noch entscheiden wird). 

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labbelman kommentierte am 23. April 2022 um 12:47

Ich bin sehr angetan von euren Meinungen und habe es für mich ganz anders interpretiert, denn ich war der Überzeugung, dass sie bei Peter bleibt.

Den Ehering abzulegen habe ich eher so gedeutet, dass er nicht verloren geht, allerdings ist es wirklich schon seltsam, dass sie ihn da draußen am Ufer liegen lässt, wo er ja doch irgendwie verloren gehen könnte. Das mit dem Schatten habe ich gar nicht gelesen bzw. wahrscheinlich überlesen.

Für mich bleibt trotzdem im Kopf: Sie bleibt bei Peter, hat aber vielleicht mit Jonas weiterhin eine Affäre. Dass die beiden ein Paar werden und neu anfangen, das sehe ich nicht, ist aber wie gesagt auch nur mein Gefühl.

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lillywunder kommentierte am 23. April 2022 um 22:09

Danke für das Raussuchen der Zitate, das macht es nochmal sehr eindrücklich! :) Ich habe es beim Lesen auch so eingeordnet. 

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Sursulapitschi kommentierte am 20. April 2022 um 17:02

Tja, schade, da plätschert es einfach aus. Das hatte ich nun auch nicht erwartet. 

Ein kleiner Aufreger waren noch kurz die Neuigkeiten von Rosemary, aber sonst besinnt sich Elle, bereut die Mutter und es haben sich alle lieb. Ist das ein Buch wert? 

Glaubt ihr wirklich, sie geht zu Jonas? Ich halte das mehr für einen billigen Trick der Autorin, damit wir noch ein bisschen was zu grübeln haben, aber klar ist das nicht. Es ist mir auch ganz und gar wurscht. 
 

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labbelman kommentierte am 23. April 2022 um 12:49

Ich glaube nicht, dass sie sich komplett für Jonas entscheidet, da sie zu viel riskieren würde. Zum Ende des Buches wird ja nochmal die Idylle in der Familie erwähnt und wie harmonisch alles ist. Das würde sie komplett zerstören und ich denke nicht, dass sie das riskiert, damit ihre Kinder dann das erleben was sie erleben musste. Wenn dann hat sie weiterhin eine Affäre mit Jonas, mehr aber auch nicht.

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buechereule65 kommentierte am 21. April 2022 um 10:27

Ich finde das Ende ist nicht eindeutig. Auf der einen Seite könnte man das Gefühl haben, sie entscheidet sich für Peter. Aber die letzte Schlussszene, als sie hofft, Peter würde mit ihr zum See gehen, damit dies endlich ein Ende findet und sie den Ehering ablegt, wird man das Gefühl nicht los, dass sie Peter verlassen wird. Und auf der anderen Seite, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass sie zu Jonas zurückgeht. Ich glaube Elle wählt ihren eigenen Weg, wie dieser aussieht, bleibt dann wohl uns Lesern überlassen.

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Kochbuch-Junkie kommentierte am 21. April 2022 um 22:35

Das sie ihren eigenen Weg wählt, finde ich auch eine gute Lösung. Irgendwie zwischen dem einen und den anderen sucht sich einen eigenen. Die Überlegung gefällt mir!

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Pitty318 kommentierte am 24. April 2022 um 08:45

"Ich glaube Elle wählt ihren eigenen Weg ..."

Ich glaube das inzwischen auch. Elle fühlt sich durch die Reise in die Vergangenheit zu Rosy und an das Grab von Conrad das erstemal in ihrem Leben wieder frei. 

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Kikiwee17 kommentierte am 21. April 2022 um 18:26

Das Ende lässt wirklich viel Raum zur Spekulation. Ich habe überlegt, ob sie sich eventuell umbringen wird. 
Eine Trennung von Peter fände irgendwie auch nicht glaubwürdig, nachdem sie ihm gegenüber doch beteuert, er seiner einzige für sie. Und Jonas hat sie im Prinzip eine Absage erteilt. Warum sollte sie sich danach nochmal anders entscheiden? Wegen derAussage ihrer Mutter? Ich weiß nicht ....

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labbelman kommentierte am 23. April 2022 um 12:51

Ich bin da ganz deiner Meinung, denn Jonas hat sie klipp und klar gesagt, dass das nichts wird. Vielleicht würde sie sexuell nochmal schwach werden, mehr aber auch nicht.

Und klar lügt sie Peter ins Gesicht, wenn sie sagt, dass er ihr Einziger ist, aber vielleicht tut sie das gerade deswegen damit ihre Ehe weiterhin Bestand hat und er sich sicherer fühlt. Oder vielleicht soll es zukünftig nur noch er sein und mit Jonas läuft gar nichts mehr, außer dass sie eben Freunde sind.

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Sursulapitschi kommentierte am 23. April 2022 um 23:37

Das Ende lässt wirklich viel Raum zur Spekulation. Ich habe überlegt, ob sie sich eventuell umbringen wird. 

Ja, das habe ich auch kurz überlegt, aber sie hat so gar keinen Grund dafür. Kurz vorher hat sie uns ausführlich erzählt, warum alles gut und sie mit Peter zusammen bleibt und dann das. Die Autorin hat das nur zur allgemeinen Verwirrung angehängt und lacht sich ins Fäustchen. 

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Noelas_books kommentierte am 22. April 2022 um 11:17

Elle entscheidet sich auf den ersten Blick für Peter und den sicheren Hafen, den er ihr bietet. Jonas wäre eigentlich der Mann, den sie lieber an ihrer Seite hätte, aber das macht die Sache mit Conrad unmöglich. Einzig, dass sie den Ring vom Finger absteckt, könnte drauf hinweisen, dass sie sich evtl. doch für Jonas entscheidet. Das bleibt ein wenig unklar und bietet viel Raum für Spekulationen. 

Insgesamt hat mich das Buch nicht begeistern können. Es ist gespickt mit einer Vielzahl an unsympathischen Charakteren. Gut geschrieben - ja, aber ich habe etwas anderes erwartet. Zu meiner Rezi mache ich mir noch Gedanken, weil ich nicht genau weiß, wie ich den Roman bewerten möchte

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 365 bis Ende
Pitty318 kommentierte am 24. April 2022 um 08:24

Das Buch hat mich sehr beschäftigt, weil es so viele Ecken und Kanten hat. Aber vor allem auch, weil ich mich gefragt habe, was will die Autorin damit sagen? Für mich geht es überwiegend um Traumatisierungen und wie sie von Generation zu Generation weitergetragen werden. Wie traumatische Ereignisse auf eine Frau wirken, was für Handlungen entspringen können und wie sich das auf ihr weiteres Leben auswirken kann. Ich habe öfters während des Lesens an das Buch "Die Kriegsenkel" denken müssen. Hier im "Papierpalast" sind es um persönliche Erlebnisse (Misstrauch, Vergewaltigung) in der Familie.

Im letzten Kapitel kam dann noch durch die Geschichte von Rosy ein Gefühl der Aussöhnung mit Elles "Nichtrettungsversuch" hinzu. Diese Situation im Boot und die Frage, hat Elle Schuld am Tod von Jonas, wie beurteilt man das selbst usw. finde ich sehr gut gelungen. Da ist sehr viel Diskussionstoff m. Ansicht nach drin. Könnte sie in Amerika auch noch Jahre später dafür bestraft werden? Warum sagt sie Rosy nicht die Wahrheit? Ist das evt. ein Grund? Ich hatte eine richtige Erleicherung durch den Tod von Conrad gespürt und war gleichzeitig schockiert von meinen eigenen Gefühlen. 

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Naraya kommentierte am 22. April 2022 um 15:58

Dieser letzte Abschnitt erzählt nun alles, was diesen Sommer geschehen ist und schließt damit die Handlung ziemlich rund ab.

Weshalb Elle ursprünglich zu Conrads Grab gegangen ist, konnte ich nicht nachvollziehen; für sie waren es aber wohl einfach die Schuldgefühle, die sie dorthin geführt haben. Immerhin folgt aus der Begegnung mit Rosemary, dass diese Schuld weniger wird, denn Elle und Jonas haben mit ihrer Tat auch ihr Leben verbessert. (Und vermutlich das vieler potenzieller Opfer in der Zukunft.)

Ich finde es auch schön, dass Elle und ihre Mutter noch einige versöhnliche Szenen bekommen, vor allem die letzte. Endlich weiß Wallace Bescheid, wer wirklich der Täter im Mißbrauch war und sie gibt zu, Elle nicht genug Liebe gegeben und sie nicht genug beschützt zu haben. Das ändert natürlich nichts mehr, könnte aber vielleicht der Beginn eines besseren Verhältnisses zwischen den beiden werden.

Das Ende hat mich sehr überrascht, vor allem, dass Elle sich nochmal so spontan umentscheidet. Erst trifft sie ihre Wahl für Peter, dann scheinen das Gespräch mit ihrer Mutter, Peters Weigerung, mit im See zu schwimmen und Jonas, der am anderen Ufer auf sie wartet, diese Entscheidung wieder umzuwerfen. Aber die letzte Interpretation liegt vermutlich bei uns Leser/-innen.

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lillywunder kommentierte am 23. April 2022 um 22:22

Ich denke am Ende ist es keine bewusst getroffene Entscheidung, sondern das Herz (oder Verlangen?), dass sich einfach gegen den rationalen Kopf und alle guten Argumente durchsetzt...

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 365 bis Ende
Naraya kommentierte am 25. April 2022 um 13:47

Ja, das denke ich auch. Ich glaube, sie trifft die Entscheidung in genau diesem Augenblick.

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 365 bis Ende
labbelman kommentierte am 23. April 2022 um 12:39

Wow was für ein Buch, ich bin immer noch hin und weg. Für mich echt ein Lesehighlight in diesem Jahr und das Ende war mehr als stimmig.

Dass Elle mit nach Menphis fährt, auch wenn es schwer ist, war die absolut richtige Entscheidung. Das Grab zu sehen und dass es Conrads Schwester Rosemary mit ihm ähnlich ging, das muss schon aufbauen. Auch wenn das gemein klingt, so hat Conrad seine gerechte Strafe bekommen. Wer weiß bei wie vielen Mädchen und Frauen er es noch versucht hätte und ihnen Leid zugefügt hätte. Wie sie da auf dem Grab liegt und ihm zuflüstert, dass es ihr Leid tut, da hatte ich wirklich Gänsehaut. Krasse Szene.

Peter ist doch sehr eifersüchtig, wenn ihm der Kuss der Wunde bei Jonas schon zu viel ist. Zum Glück weiß er nicht mehr. Ich finde jedenfalls, dass Elle sich richtig entschieden hat, für Peter, denn so bleiben mehr Menschen glücklich. Und schließlich liebt sie ja beide, also kann es nicht falsch sein bei Peter zu bleiben.

Die Aussprache mit der Mutter, dass es damals Conrad und nicht Leo war, das fand ich auch sehr wichtig. Als die Mutter abblockte, dachte ich schon das wird nie was, dass sie die Wahrheit erfährt, aber dann kommt es zum Glück ja doch noch dazu.

Ich bin wirklich hellauf begeistert. Klar alles sehr dramatisch und viele Schicksalsschläge, aber selten haben mich Figuren so sehr berührt wie hier.

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 365 bis Ende
LySch kommentierte am 06. Mai 2022 um 23:37

Mir war es too much von allem, aber ich kann trotzdem verstehen, was dich so sehr begeistert hat.

Wenn dir dieses Buch so sehr gefallen hat, hab ich einen schönen Tipp für dich und zwar "Wenn du mich heute wieder fragen würdest" von Mary Beth Keane <3 Das fand ich sooo toll! Eine grandiose Familiengeschichte und hat mich viel mehr berührt und begeistert als der Papierpalast.

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 365 bis Ende
lillywunder kommentierte am 23. April 2022 um 22:21

Interessant, wie unterschiedlich das Ende aufgefasst wurde. Ich hatte auch das Gefühl, dass hier Interpretationsspielraum vorliegt. Nachdem Elle sich seitenlang versucht, die rationalen Gründe für die Beziehung mit Peter einzureden und sich von Jonas loszusagen, merkt sie meiner Meinung nach am Ende, dass sie ihren Gefühlen für Jonas nicht widerstehen kann. Was das dann letztlich für die Familie und die Beziehungen bedeutet, das bleibt den Lesenden überlassen. Die Schlussszene ist eine der Szenen, die für mich besser in einer Verfilmung aufgehoben wären. Wenn der Film damit schließt, wie die Darstellerin dem Haus und dem Ehering den Rücken kehrt und auf den See zuläuft, wo man schemenhaft Jonas am Ufer erkennen kann, dann ist das schon ein Statement.

Vielleicht ist es das Wissen, dass Miranda Cowley Heller Head of Drama Series bei HBO war, das mir immer wieder den Vergleich zwischen  Buch und Film/ Serie aufdrängt. Tatsächlich hat das Buch ausreichend Elemente, um Zuschauer auch über mehrere Folgen hinweg bei der Stange zu halten, genug Schockmomente, genug Spannungsaufbau und was die Charaktere angeht, würde es dafür auch gut reichen. Bei einem guten Roman allerdings erwarte ich mehr Tiefe, mehr Bedachtheit, mehr Fokus, weniger reißerische Aufmerksamkeit. Ich erwarte nicht nur gute Unterhaltung (das war es), sondern auch, dass man nach dem Lesen ein klein wenig "reicher" ist (das fehlt). Vielleicht wäre die Verfilmung ja eher meins. :)

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 365 bis Ende
LySch kommentierte am 06. Mai 2022 um 23:40

Ha, hab deinen Kommentar eben erst entdeckt, du sprichst mir aus der Seele!
Ich musste beim Hören (war nicht Teil der Leserunde, sondern habe das Hörbuch gehört und war nun neugierig, was die Leserunde so sagt! ^^) ständig an eine Serie denken - das hätte suuuper funktioniert! Als Roman allerdings einfach zu wenig Tiefe und zu viel Drama.

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 365 bis Ende
Frie kommentierte am 24. April 2022 um 08:23

Ich habe den letzten Teil sacken lassen und bin nicht glücklich mit dem Ende. Schade. Sonst war ich sehr angetan von dem Buch. Meine Rezi folgt gleich. Danke für den Austausch:)

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Lese-Lucy kommentierte am 24. April 2022 um 16:34

Ein tolles Buch mit einem beeindruckenden Ende. Mit gefällt, wie am Ende alles offen gelassen wird und Elle in ihrer ganzen Ambilvalenz verabschiedet wird. Gerade noch war sie überzeugt, dass sie bei Peter bleibt, ist sie in der letzten Szene des Buches wieder bereit, ihn zu verlassen und legt bedetungsvoll ihren Ehering ab. Aber vielleicht geht sie auch ganz andere, eigene Wege? Wir wissen es nicht. Das ist sehr geschickt von der Autorin; man kann das Buch nach der Lektüre nicht einfach mit einer schönen Lösung beiseite legen, sondern beschäftigt sich noch mit all den möglichen Entscheidungen und deren Folgen für die Protagonistin. Mir hat das sehr gut gefallen.

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 365 bis Ende
Hans Eidig kommentierte am 30. April 2022 um 15:17

 

Die letzte Seite ist umgeblättert, und ich bin mit dem Ende komplett einverstanden. 

Dieser letzte Teil ist der wichtigste des Buches. Elle reflektiert ihr Leben mit Peter, ihre Liebe zu Jonas, und ihr Verhältnis zu ihrer Mutter scheint endlich geklärt. Die beiden haben einen Weg gefunden, wie sie sich ohne große Worte verstehen, insbesondere in Bezug auf die Ereignisse um Leo und Conrad. 

Ich bin sehr zufrieden, dass es in dieser sehr amerikanischen Geschichte eben kein eindeutiges Happy End gibt. Das kann es auch nicht geben, denn Elle wird, egal wie sie sich entscheidet, immer jemandem weh tun. Und sie liebt Peter wirklich, auch wenn das ständige Aufzählen seiner guten Eigenschaften wie ein sich selbst gut zureden wirkt. Doch ganz am Ende begeht Peter einen Fehler: er schläft weiter, als Elle mit ihm am frühen Morgen das Naturschauspiel des Sturms anschauen möchte. Ich denke, dass Elle an der Stelle eine Entscheidung getroffen hat. Und eigentlich ist das Ende nicht wirklich offen. Sie hat ihren Ehering abgelegt und auf der anderen Seite des Sees sieht sie Jonas. Ja, man kann hier interpretieren, aber für mich ist es eindeutig. 

Er letzte Teil ist stimmungsmäßig sehr stark. Miranda Cowley Heller zaubert mit der Beschreibung der Party und der unterschiedlichen Gäste dort, ein für mich echt amerikanisches Feeling. Exzentrische  ältere Frauen mit bunter Kleidung, viel Schmuck und, im Fall von Wallace vor Sarkasmus triefend, genießen sie den vielleicht letzten Abend des Sommers. Einfach wunderbar. 

 

 

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 365 bis Ende
Celebra kommentierte am 01. Mai 2022 um 17:47

Elle hat eine Entscheidung getroffen- und das erste Mal kann ich sie verstehen.

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