Leserunde

Bonus-Leserunde zu "Leinsee" (Anne Reinecke)

Leinsee
von Anne Reinecke

Bewerbungsphase: 15.02. - 01.03.

Beginn der Leserunde: 08.03. (Ende: 29.03.)

Im Rahmen dieser Bonus-Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Diogenes Verlags – 20 Freiexemplare von "Leinsee" (Anne Reinecke) zur Verfügung.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. Darüber hinaus erhaltet ihr zum Abschluss der Leserunde einen Link zu einem Online-Formular, das in Kurzform weiteres Feedback zum Roman abfragt. Für die Teilnahme daran, mit der ihr euch durch eure Bewerbung einverstanden erklärt, erhaltet ihr 1.000 Community-Punkte gutgeschrieben.

ÜBER DAS BUCH:

Karl ist noch nicht einmal 30 und hat sich schon als Künstler in Berlin einen Namen gemacht. Er ist der Sohn von August und Ada Stiegenhauer, ›dem‹ Glamourpaar der deutschen Kunstszene. Doch in der symbiotischen Beziehung seiner Eltern war kein Platz für ein Kind. Nun ist der Vater tot, die Mutter schwer erkrankt. Karls Kosmos beginnt zu schwanken und steht plötzlich still. Die einzige Konstante ist ausgerechnet das kleine Mädchen Tanja, das ihn mit kindlicher Unbekümmertheit zurück ins Leben lockt. Und es beginnt ein Roman, wild wie ein Gewitter, zart wie ein Hauch.

ÜBER DIE AUTORIN:

Anne Reinecke, geboren 1978, hat Kunstgeschichte und Neuere deutsche Literatur studiert und für verschiedene Theater-, Film- und Ausstellungsprojekte sowie als Stadtführerin gearbeitet. ›Leinsee‹ ist ihr erster Roman. Für das Manuskript wurde sie mit einem Stipendium der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Berlin.

30.03.2018

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
Kochbuch-Junkie kommentierte am 10. März 2018 um 17:49

Ich bin noch nicht am Ende der 122 Seiten angekommen, aber es gefällt mir bisher sehr gut, die Kapitelüberschriften, die Farben beschreiben, gefallen mir gut, man kann es sich gut vorstellen und es ist auch einfach mal was anderes.

Auch die Idee mit dem Mädchen, das im Garten auftaucht gefällt mir, ein bisschen surreal, wie ein Traum und ein ganz eigenes und unerwartetes Erlebnis für Karl, der sonst in seinem Alltag wohl nicht viel mit Kindern zu tun hat.

Die Beschreibung des Vaters finde ich auch spannend, weil mehrmals gesagt wird, dass Karl sein Gesicht direkt wieder vergisst. Das wirkt sehr distanziert. Und auch seine Freundin finde ich interessant, einerseits sorgt sie sich um ihn, andererseits hat man den Eindruck, dass es irgendwie nicht so ganz passt oder auch das er ihre Erwartungshaltung nicht recht erfüllt. 

Ich lese mal was weiter und bin gespannt, wie es sich noch entwickelt...

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
Fasersprosse kommentierte am 11. März 2018 um 10:36

Bei seiner Freundin habe ich den Eindruck gewonnen, dass sie gerade mehr an seinem Aufstieg in der Kunstszene als an seiner seelischen Verfassung interessiert ist.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
herrzett kommentierte am 11. März 2018 um 21:38

Ja, das finde ich auch. Mara ist irgendwie hauptsächlich auf die Kunst fixiert und jetzt, wo er aufgrund seines Namens auch noch bekannter ist soll er dies nutzen und nach Berlin kommen. So stellt man sich seine Freundin in dem Falle eigentlich nicht vor. :D

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
LySch kommentierte am 13. März 2018 um 15:42

Ja, damit könntest du leider leider Recht haben...

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
nicigirl85 kommentierte am 13. März 2018 um 18:21

Ich sehe das durchaus ähnlich wie ihr, dennoch finde ich es von Karl nicht in Ordnung, dass er mit der Krankenschwester Alexandra schläft. Das ist in einer Beziehung echt ein No Go, egal wie schlecht es einem durch irgend etwas geht.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
Sarotti kommentierte am 15. März 2018 um 18:46

Ich finde Mara auch viel zu kommerziell ausgerichtet, aber verdient hat sie den Betrug nicht - wobei man jetzt auch fragen könnte, ob manche Menschen gerade im Kunstbereich vielleicht etwas offener mit ihren Beziehungen umgehen?

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
buecherwurm1310 kommentierte am 15. März 2018 um 14:28

Karl hat ihr ja erst etwas später (wie viel eigentlich?) gesagt, wer er ist. Dann haben die beiden darüber nicht mehr gesprochen. Schon das finde ich seltsam.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
LySch kommentierte am 13. März 2018 um 15:44

Dass Karl sich das Gesicht seiner Vaters nicht merken oder in Erinnerung rufen kann, finde ich auch sehr vielsagend. Das scheint eine Art Schutzmechanismus seiner Gehirns zu sein, würde ich meinen...

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
Sarotti kommentierte am 15. März 2018 um 18:53

Dass hat mich erst irritiert, aber an sich ist es stimmig. Er hatte kaum Kontakt und das nicht frei gewählt. Es macht Sinn, dass er seine Eltern regelrecht aus seinem Kopf verbannt hat, bis es nicht mehr anders ging.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
vielleser18 kommentierte am 13. März 2018 um 16:44

Ja, die Überschriften mit den Farben finde ich auch ganz besonders. Es erinnert mich ein bisschen an den neuen Roman, der mir nun überall zu begegnen scheint  (zumindest vom Titel - gelesen habe ich es noch nicht): dunkelgrün ist fast schwarz.

 

Und Tanja: ja, sie kommt mir vor wie ein bunter Schmetterling - mal hier, mal dort, bunt, lebhaft....so ganz anders als Karl.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
buecherwurm1310 kommentierte am 15. März 2018 um 14:27

Es ist schon seltsam, dass er so Probleme mit dem Gesicht des Vaters hat, denn auch seine Mutter hat ja nur ihren Mann gesehen und ihr Kind nicht weiter beachtet.

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gaby2707 kommentierte am 16. März 2018 um 20:41

Die Farben als Überschrift gefallen mir auch sehr gut. Sie kommen dann im Text auch immer wieder vor.

 

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Fasersprosse kommentierte am 17. März 2018 um 11:41

Hallo Gaby,

das ist ja toll, dass du auch mitmachst :-)

Ich fand "Gottweiß" klasse! 

Bei "unsichtbar und rot" habe ich das "unsichtbar" nicht verstanden :-(  Konntest du dir das erklären?

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
gaby2707 kommentierte am 17. März 2018 um 12:40

"unsichtbar und rot" ist mir bis jetzt noch nicht begegnet. Bin aber auch erst gerade mit dem ersten Abschnitt fertig geworden.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
gaby2707 kommentierte am 17. März 2018 um 12:59

Ich lese das Buch gerade im Rahmen einer anderen Leserunde und hab mir gedacht, dass ich meine Gedanken auch hier posten kann.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
Fasersprosse kommentierte am 18. März 2018 um 20:54

Bei diesem Buch finde ich den Austausch sehr interessant. Er zeigt mir viele verschieden Blickwinkel.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
Pocci kommentierte am 17. März 2018 um 14:25

Das ist beides der Lippenstift der Mutter - sie spielen doch "Ich sehe was, was du nicht siehst" und die Mutter sagt rot. Keiner errät es und sie llöst auf, dass es sich um ihren Lippenstift handelt, worauf Karl einwendet, dass sie ihn ja selber nicht sehe. Die Antwort der Mutter "Das ist der Trick" gehört auch irgendwie zu meinen Lieblingsstellen, ohne dass ich sagen kann, warum genau.

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Fasersprosse kommentierte am 18. März 2018 um 20:51

Klar, das ist es! Danke!

Ich fand den Satz der Mutter auch toll. Er wirkte so unbeschwert, fast kindlich - im positiven Sinn.

 

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
LySch kommentierte am 20. März 2018 um 14:58

Oh ja, das war eine schöne Szene, da musste ich auch innerlich grinsen! :)
Erinnert tatsächlich an die Unbeschwertheit von Kindern...

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
Fasersprosse kommentierte am 11. März 2018 um 10:22

Karl hat völlig den Boden unter seinen Füßen verloren. Seine Verfassung finde ich authentisch beschrieben. Sein größter Wunsch war, von seinen Eltern geliebt und in deren Leben einbezogen zu werden. Sie wollten nur sein Bestes - genau genommen nur sich als Paar - und haben ihn schon früh sich selbst, anderen und der Welt überlassen. Wie groß der Schmerz darüber ist, wird Karl heute bewusst. Ich fand die Szene im Krankenhaus, in der ihn seine Mutter so zärtlich angeschaut und angesprochen hat, wie er es sich immer gewünscht hatte, doch ihn mit seinem Vater verwechselte, herzzerreißend.

Was sind das für Eltern, die, wenn auch aus deren Sicht nachvollziehbaren, doch aus in der Realität fadenscheinigen Gründen ihren Sohn nicht im Internat besuchen – noch nicht mal zur Abiturfeier, die ihre Begründung ja nicht mehr gelten lässt. Und auch in den darauffolgenden sieben Jahren keinen Kontakt zu ihm suchen? So ein Verhalten hat seelische Schäden zur Folge. Er hat mir so leidgetan in seiner kindlichen Naivität, als sein Verständnis von in „Kognito“ sich aufklärte.

Ich fand es witzig und traurig, wie er sein Zimmer „annektiert“ hat, in einem Haus, in dem kein Platz für ihn war.

Wieso das Mädchen Tanja einen so großen Einfluss auf seinen Zustand hat, ist mir noch nicht ganz klar.

Er trinkt viel. Vielleicht zu viel?

Die Kapitelbezeichnungen finde ich klasse. Bei „Gott weiß“ musste ich laut lachen.

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Kochbuch-Junkie kommentierte am 11. März 2018 um 11:36

Ich finde das Mädchen auch echt interessant. Irgendwie als würde er erkunden, wie sich eine "normale" Kindheit anfühlt. Weil er immer einen vorgegebenen Weg hatte und nicht so unbeschwert zu Hause aufwachsen konnte.

Ich finde auch die Beschreibungen immer sehr toll, z.B. Beine, die eidotterweich sind. Mir gefällt der Schreibstil insgesamt gut. Und es wird auch schnell klar, dass im Leben seiner Eltern eigentlich nie Platz für ihn war, dass die beiden sich schon genug im Leben waren.

Mal schauen, wie sich das mit Alexandra weiterentwickelt. Bei Mara habe ich das Gefühl, sie "liebt" ihn nur dafür, was er tut und wer er namentlich ist, aber eigentlich nicht für ihn als Person.

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daroe kommentierte am 11. März 2018 um 14:43

Die Beschreibungen sind wirklich gut. Eine ebenso gute Beschreibung fand ich:"In seinem Brustkorb brannte es. Und es stach, als würde sich ein zusammengerollter Igel darin drehen."

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Fasersprosse kommentierte am 12. März 2018 um 13:08

Ich auch. Es gibt sehr kreative Beschreibungen - weg von den Mainstream-Wörtern.

 

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Fasersprosse kommentierte am 12. März 2018 um 13:06

Von der Warte habe ich das noch gar nicht gesehen. Ja, es fühlt sich an wie eine unbeschwerte Kindheit, die er nicht hatte. Lassen wir uns überraschen, wie es mit Tanja weitergeht :-)

Der Schreibstil gefällt mir auch sehr gut!

 

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Ifernia kommentierte am 11. März 2018 um 18:35

Gott weiß fand ich auch großartig!

 

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LySch kommentierte am 13. März 2018 um 15:46

Der kreative Schreibstil macht mir auch viel Freude. "Gottweiß" z.B. fand ich auch richtig klasse! ^^ Und die Anekdote mit "inkognito" lässt einen Lachen und Weinen gleichzeitig. Der feine Sinn für Humor durchdringt diesen Roman, gefällt mir sehr gut!

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nicigirl85 kommentierte am 13. März 2018 um 18:24

Eigentlich ist es doch so, dass ein Paar, dass sich so innig liebt wie Ada und August es tun, dass ein Kind dann die Krönung ihrer Liebe ist. Hier wirkt es jedoch eher so, dass Karl nicht zu seinem besten für 9 Jahre aufs Internat musste und es die Eltern auch nicht gestört hat, dass er sich nach seinem Schulabschluss einfach nicht mehr gemeldet hat, sondern es kommt eher so rüber, dass er gestört hat und sie ihn los werden wollten. Das finde ich sehr sehr schade.

 

Und als die Mutter ansprechbar ist und in Karl auch nur ihren Mann August sieht, da ging mir das Herz fast vor Tränen über, weil das zeigt wie über Karl eigentlich ist und wie unwichtig der Sohn seiner Mutter ist, da sie nur an ihren Mann August denkt.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
LySch kommentierte am 13. März 2018 um 19:03

Hmm...so streng würde ich das nicht sehen! Bei einem Gedächtnisverlust erinnert man sich oft nur partiell an Dinge. Das ist keine böse Absicht der Mutter meiner Meinung nach.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
buecherwurm1310 kommentierte am 15. März 2018 um 14:33

Böse Absicht vielleicht nicht, aber es zeigt, dass er in ihrem Leben keine Bedeutung hat, weil nur ihr Mann ihr Denken und Fühlen bestimmt hat.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
LySch kommentierte am 13. März 2018 um 19:03

Hmm...so streng würde ich das nicht sehen! Bei einem Gedächtnisverlust erinnert man sich oft nur partiell an Dinge. Das ist keine böse Absicht der Mutter meiner Meinung nach.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
nicigirl85 kommentierte am 14. März 2018 um 21:53

Ich glaube im ersten Leseabschnitt war noch nicht so deutlich, dass sie an einer Amnesie leidet, daher habe ich das als so hart empfunden....

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buecherwurm1310 kommentierte am 15. März 2018 um 14:31

Nicht für alle Menschen sind Kinder die Krönung ihrer Beziehung. Ich würde zu gerne wissen, ob Karl ein Unfall war oder ob sie ihn erstmal gewollt haben, um dann festzustellen, dass er doch nicht in ihr Leben passt.

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Sarotti kommentierte am 15. März 2018 um 19:07

Da stimme ich buecherwurm1310 zu. Kinder sind nicht für jedes Paar die Krönung. Das wird von außen zugeschrieben, aber manche sind mit dem Kind überfordert, allein schon weil es einen Großteil der Paarzeit nimmt. Wer auf diese nicht verzichten will, wird nur so wie August und Ada handeln können. 

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gaby2707 kommentierte am 17. März 2018 um 12:43

Ich finde auch, dass er dem Alkohol schon sehr stark zuspricht. Aber beim Vergessen hilft er halt wenigstens zeitweise.

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daroe kommentierte am 11. März 2018 um 14:37

Ich habe den ersten Teil mit einem Kloß im Hals beendet. Es macht mich traurig, wie Eltern ein so selbstsüchtiges Verhalten an den Tag legen können. Den Sohn mit 10 Jahren einfach in ein Internat abzuschieben, ohne sich danach um ihn zu kümmern. Wie einen Störfaktor, um das eigene Leben weiterzuführen, als ob es gar kein Kind gäbe. Karl war wohl kein Wunschkind. Es macht mich sogar ein wenig wütend auf die Eltern. Ich fühle so sehr mit Karl, obwohl er auch für meinen Geschmack zu viel trinkt. Am Krankenbett seiner Mutter fand ich es auch herzzerreißend, als Karl bewusst wurde, dass die entgegengebrachte Liebe nicht ihm galt sondern seinem Vater. Sein sehnlichster Wunsch war wieder nicht in Erfüllung gegangen. 

Bewundernswert fand ich allein die Tatsache, dass Karl sich überhaupt auf den Weg zu seinen Eltern gemacht hat. Zu Eltern, die ihm eigentlich wie Fremde vorkommen mussten. Denn er hatte mittlerweile sein eigenes Leben, so wie seine Eltern es wollten. 

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Die Geschichte liest sich flüssig und man wird mitgenommen durch das Gefühlschaos. Die Farben als Überschriften finde ich eine tolle Idee. Obwohl bei der ersten Farbe und dem dazugehörigen Kapitel, wollte ich das Bild in meinem Kopf ganz schnell wieder los werden. :-)

Bei Mara weiß ich gar nicht so genau, was ich denken soll, sie hält ihm zwar den Rücken frei, er teilt aber trotzdem nicht seine wahren Gefühle und Gedanken mit ihr. Vielleicht merkt er, dass es doch nicht die wahre Liebe ist. Für mich fühlt es sich nicht nach Liebe und Zuneigung an. Weiß Karl überhaupt was wahre Liebe ist, wenn er diese ihm noch nicht mal von seinen Eltern entgegen gebracht wurde? Ist Mara für ihn vielleicht ein Mutterersatz? Aber vielleicht spielt mein Kopfkino auch gerade wieder verrückt. Das Karl sich im Gefühlschaos befindet, sieht man schon daran, dass er einfach mit der Krankenschwester schläft und ihr anvertraut, was vorher am Krankenbett der Mutter passiert war. Auch das Mädchen Tanja hat für mich noch eine verwirrende Rolle. Mir erschließen sich weder die Beweggründe des Kindes gewisse Dinge im Garten zu tun, noch was Karl dazu bringt einem wildfremden Kind so viel Aufmerksamkeit zu schenken. Ich bin gespannt auf den nächsten Teil. 

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Kochbuch-Junkie kommentierte am 11. März 2018 um 21:17

Ich finde das auch gut, dass Tanja so früh in der Geschichte auftaucht, sonst hätte ich auch den Anfang mit dem erhängten Vater und der im Sterben liegenden Mutter zu traurig gefunden. Irgendwie eine gelungene Mischung, aus Menschen, die Karl Halt geben auf ihre ganz eigene Weise und denen, die ihn eher beschweren.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
LySch kommentierte am 13. März 2018 um 15:41

Die Grundidee mit dem Internat sehe ich nicht ganz so kritisch. Meiner Meinung nach wollten die Eltern wahrscheinlich erstmal wirklich nur das Beste für ihn. Und das war in ihren Augen zumindest die Wahl des Internats, denn dort konnte Karl "geschützt" vor der Öffentlichkeit aufwachsen. Man sieht und sah ja immer wieder, was mit Kinderseelen passiert, die zu sehr dem starken und schonungslosen Licht der Öffentlichkeit ausgesetzt werden. Also die Entscheidung, Karl aufs Internat zu geben, ist für mich nicht das "Schlimme". Schlimm finde ich den Umgang damit, die Herzlosigkeit der Eltern. Da haben sie meiner Meinung nach nicht die richtige Balance zwischen Beschützen und Vernachlässigen gefunden! Einfach nur "abschieben", ohne emotional zu begleiten, ist einfach sehr grenzwertig. Briefe, Besuche ab und an und Reaktionen auf das, was Karl wichtig war (z.B. seine Zeichnungen), wäre das Mindeste gewesen.

Auch die Tatsache, dass er einen anderen Nachnahmen annehmen musste, bestärkt diesen Graben, der sich zwischen Karl und seinen Eltern nach und nach bildete. Das "äußere" Merkmal für die Familienzugehörigkeit wurde ihm damit auch genommen...

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LySch kommentierte am 13. März 2018 um 15:57

Deine Gedanken zur Beziehung zwischen Mara und Karl finde ich sehr interessant. Für mich ist nicht ganz greifbar, was genau diese Beziehung ausmacht und ob Karl un Mara wirklich zusammen passen bzw. sich gegenseitig gut tun.
Einerseits scheint fühl sich Karl bei Mara geborgen und verstanden (vielleicht tatsächlich so eine Art Mutterersatz? Sie ist ja auch ein wenig älter als Karl!), andererseits scheint sie ihn auch irgendwie zu nerven mit ihrer Art (sie kommandiert ihn viel herum meiner Meinung nach). Die wahre Liebe scheint das für mich auf jeden Fall nicht zu sein, sonst würde er nicht so abfällig über sie denken und sich auch nicht sofort in die Arme einer verständnisvollen Krankenschwester stürzen. Aber hey, zu diesem Thema gehen die Meinungen ja bekanntlich weit auseinander! ^^ Mich beschleicht aber auch das Gefühl, dass Mara eher an einem Aufstieg in der Kunstszene interessiert ist, als an seiner Person direkt. Sie hat zwar selbst auch einen großen Freundeskreis, aber mit Karl Steinhauer als Freund kann sie ihren Status in der Kunstszene verfestigen. Deswegen treibt sie ihn auch recht unsensibel dazu an, sich doch bitteschön um seine ach so wichtige Vernisage zu kümmern. Ich kann Karl verstehen, dass es ihm sehr unangenehm ist, durch seinen "neuen alten" Namen nun noch mehr Aufmerksamkeit für seine Kunst zu bekommen. Da würde ich mich auch fragen, wieviel den Leuten wirklich an meiner Kunst liegt und was nur der berühmte Name ausmacht...

Bin auf jeden Fallgespannt, wie sich das mit Mara und der Kunstszene noch entwickelt...

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vielleser18 kommentierte am 13. März 2018 um 16:49

Ja, Tanja kann ich auch noch nicht richtig einordnen. Was zieht die beiden an ? Bei Karl könnte ich mir vorstellen, dass er sie bewundert, ihre Ungebundenheit, ihre Neugier, ihren Mut - auch hoch hinaus in Bäume zu kraxeln, ihre Fröhlichkeit....aber was interessiert Tanja ? Warum schleicht sie bei ihm herum ?

 

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LySch kommentierte am 13. März 2018 um 17:21

Vielleicht wird sie angezogen von seiner traurigen Aura... Kinder spüren sowas sehr gut, glaube ich. Vielleicht wurden unter den Kindern auch Schauer Geschichten zum Leinsee-Haus erzählt und anfangs war es eine Mutprobe und nun ist echte Neugier draußen geworden...?

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
Sarotti kommentierte am 15. März 2018 um 18:55

Bezüglich Tanja frage ich mich auch, ob mir irgendetwas entgangen ist. Ich verstehe es einfach nicht so richtig, was Tanja anlockt. Vielleicht wird das später noch deutlich. Ich hoffe es.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
nicigirl85 kommentierte am 13. März 2018 um 18:27

Darüber habe ich ehrlich gesagt gar nicht nachgedacht, dass Karl gar nicht zu seinen Eltern hätte fahren müssen. Vielleicht bin ich da einfach zu konservativ und denke in die Schiene, dass sich das eben so gehört.

Aber ich gebe dir Recht, dass bei dem schlechten Verhältnis untereinander es auch verständlich gewesen wäre, wenn sich Karl um gar nichts gekümmert hätte und das Schicksal seiner Eltern ignoriert hätte, schließlich haben sie sich auch jahrelang einen Dreck um ihn geschert.

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buecherwurm1310 kommentierte am 15. März 2018 um 14:36

Dass Karl sich aufgemacht hat, wundert mich eigentlich nicht. Er ist der einzige in der Familie, der sich um alles kümmern kann.

Mara kommt mir vor wie Karls Agentin, die sich um die künstlerichen Belange kümmert.

 

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
Ifernia kommentierte am 11. März 2018 um 18:29

Mir gefiel der erste Teil sehr gut, vor allem weil er anders war als ich es von Büchern gewohnt bin. Eine sehr bildvolle Sprache, Kapitelüberschriften in Farben und auch die erzählweise ist speziell. Es wird viel nur angedeutet, aber das auf eine doch wieder deutliche Art und Weise, besonders durch die verwendeten Bilder.

Ja. Karl trinkt zuviel und sein Verhalten bzgl. des kleine Mädchens ist irrational, aber er hat eine Kindheit ohne Elternbindung, sein Vater hat sich gerade umgebracht, seine Mutter hält ihn für den selbigen und leigt eigentlich auch im sterben.... da finde ich darf er auch ein "bißchen verückt sein!

Ich freue mich aufs weiter lesen!

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
LySch kommentierte am 13. März 2018 um 15:59

Den Selbstmord des Vaters finde ich ja auch irgendwie ein wenig egoistisch! Statt für seine Frau dazusein, bringt er sich einfach um! Und dann ist das ganze auch noch völlig "umsonst", denn sie überlebt ja.. Die Aktion kann ich irgendwie so gar nicht nachvollziehen!

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
vielleser18 kommentierte am 13. März 2018 um 16:51

Für mich ein Zeichen, wie fixiert die beiden aufeinander waren. Er glaubte, wie Karl ja auch, dass sie die OP nicht überlebt, es gab kaum Hoffnung. Warum er aber nicht das bisschen Zeit abgewartet ha ? Jedenfalls war es ein gut überlegte Tat, denn er hat vorher alles geordnet ....aber wiederum auch nicht an den Sohn gedacht.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
buecherwurm1310 kommentierte am 15. März 2018 um 14:39

Er ist halt davon ausgegangen, dass sie die OP nicht überlebt. Es sind ja alle verwundert, wie gut sie das alles überstanden hat.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
Michael H. kommentierte am 17. März 2018 um 08:00

Nachvollziehen nicht, aber im Kosmos der Geschichte passt das, finde ich.

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MrsFraser kommentierte am 11. März 2018 um 21:15

Und schwupps, schon vorbei, der erste Leseabschnitt. Das ging schnell.
Das Buch liest sich offensichtlich wunderbar, erzeugt gerade so viel Spannung, dass man zügig weiterlesen mag, ohne dass es aufgeregt wird.

Dass Karl sich zu Hause ein Nest aus seinen Sachen und dem gelben Schal baut, ist irgendwie ein schönes, aber auch tieftrauriges Bild. Wie ein Hund im Körbchen kommt er mir vor und so wurde er von seinen schrecklichen Eltern ja auch behandelt. Er wirkt sehr viel reifer, als seine 26 Jahre vermuten lassen. Wie er leise, aber bestimmt, das Ruder im Haus seiner Eltern übernimmt und Buddy Holly (wie heißt er noch?) vor die Tür setzt, man möchte den Hut ziehen. Ich bin gespannt, ob es da noch zu Konflikten kommt, wegen dem Erbe oder so, glaube es aber irgendwie nicht, denn weder ist Karl darauf angewiesen, noch scheint er da emotional gebunden.

Tanja ist ganz süß und sicher jetzt ein Ersatz für Spielgefährten, die Karl in seiner eigenen Kindheit so nicht hatte, aber die Anziehung zwischen den beiden ist für mich nicht ganz nachvollziehbar.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
Hermione kommentierte am 12. März 2018 um 21:16

Ich hatte das noch gar nicht gesehen, dass Tanja ein Ersatz für fehlende Spielkameraden in Karls Kindheit sein könnte.

Vielleicht erinnert sie Karl eher an sich selbst als Kind?

Oder er ist interessiert, weil sie ihm ganz unvoreingenommen begegnet?

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
herrzett kommentierte am 11. März 2018 um 21:58

Wahnsinn wie vielschichtig dieser erste Abschnitt ist. Ich weiß gar nicht wo ich da anfangen soll. Als erstes mag ich Reineckes Erzählart unheimlich gern. Die Geschichte beginnt gleich und große Einleitung oder sonstwas und man ist gleich mitten im tragischen Geschehen. Man merkt sofort, dass Karl eigentlich sehr überfordert ist mit der Situation und etwas später erklärt sich auch warum. 

Der Brief des Vaters ist sehr distanziert, finde ich. Aber es wirft auch die Frage in den Raum: was verzeiht er ihm? Ich weiß nicht so recht ob der Kontaktabbruch nach dem Abitur die Lösung dessen ist oder nicht.

Dann dieser Rückblick in seine Schulzeit und die Entfremdung, die bis zum kompletten Distanz zur Familie führt, finde ich sehr traurig. Auch dass er nun nach zig Jahren wieder nach Hause kommt und Karl alles eher als fremd empfindet. Er kann sich ja nicht mal mehr an das Gesicht seines Vaters erinnern. (Ob das nun dem Alkohol oder der Distanz geschuldet ist?)

Buddy/Thorben scheint mir eine Art Ersatzsohn für die Familie gewesen zu sein, aber so wirklich viel kann ich mit ihm gar nicht anfangen. Auch was Karl nun so faszinierend an Tanja findet. Zuerst dachte ich sogar das Kind wäre Einbildung. 

Ganz spannend finde ich nun auch das Ende dieses Abschnitts und frage mich wie Karl nun mit seiner Mutter umgehen wird. Lässt er es so stehen und spielt ihr erstmal weiter was vor? Distanziert er sich nun wieder komplett? Oder löst er das Ganze auf? Ihm scheint dieser elterliche Kontakt ja sehr gefehlt zu haben und ist auch komplett überfordert mit der Konfrontation. Puuuh... ich les mal weiter :D

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
LySch kommentierte am 13. März 2018 um 15:49

Buddy Holly als Sohnersatz - da stimme ich dir zu! Und er ist wirklich keine angenehme Person, ich hätte ihn auch nicht um mich haben wollen! Als Karl ihn veräppelt, das war einfach grandios, ich musste lauthals lachen! :D

Ich denke, dass die Eltern sich einen "Sohn" nach ihrem Geschmack gesucht haben. Sie mussten sich nicht um ihn kümmern/sorgen, sondern Buddy hat sich um SIE gesorgt und gekümmert. Außerdem ist er ja ein sehr schleimiger Charakter, der die Steinhauers sicherlich umgarnt und in den Himmel gelobt hat - so eine Art von Sohn haben sie gebraucht. Mit jemandem, der eigenständig denkt und nicht nur nachplappert, können sie meiner Meinung nach wenig anfangen... Daür haben sie ja einander, da brauchen sie keinen, der kritisch reinredet.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
vielleser18 kommentierte am 13. März 2018 um 16:54

und gleichzeitig war es wieder ein Schlag, den Karl verdauen musste. Ihn wollten sie nie um sich haben, nun, nachdem er den Abstand gesucht hatte, muss er feststellen, dass sie doch jemand in ihren engeren Kreis hinein gelassen hatten- einen, der so alt war wie er selbst, der er hätte sein können, aber ihn  wollten sie ja anscheinend nicht.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
buecherwurm1310 kommentierte am 15. März 2018 um 14:41

Dass Thorben von den Eltern ziemlich eng aufgenommen wurde, muss sehr schmerzhaft sein. Er hat etwas bekommen, was eigentlich Karl zugestanden hätte,

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
Magicsunset kommentierte am 12. März 2018 um 10:42

Mir gefallen die speziell definierten Farben als Kapitelüberschriften.

Das Mädchen Tanja scheint mir die Verbindung zwischen dem jetzt erwachsenen Karl und seinem inneren Kind, das es in seiner Kindheit zwar gab, das aber durch das Verhalten der Eltern keine Möglichkeit hatte, sich zu entfalten. Auch die daraus resultierende Distanz zu den Eltern fügt sich stimmig ins Gesamtbild ein. Im Hintergrund blieb jedoch die Sehnsucht nach der Anerkennung durch die Mutter, nach einfacher Mutterliebe, die bei dieser Künstlerin offenbar nicht möglich war. Das Kind als Störenfried in der Beziehung.

Mara scheint mir vom Typ her seiner Mutter sehr ähnlich zu sein. Gerade deshalb ist das reale, phantasievolle Kind Tanja irgendwie in emotionaler Rettungsanker für Karl, der wohl auf dem Weg ist herauszufinden, wer er wirklich ist.

Angenehm überrascht hat mich die Sprache. Sie spielt mit Metaphern, aber nie so klotzig wie es manchen Autoren passiert, wenn sie bei ihrem Buch Richtung "Literatur statt Belletristik" denken. Hier kommt alles mit einer beeindruckenden Leichtigkeit in die Gedanken des Lesers, trotz der Probleme des Autors und des Themas. Meine Lieblingsszene bisher ist Seite 98 ... "In ihrer Astgabel thronte die Königin des Schrottplatzes ...." Ich habe Tränen gelacht, bei diesem Bild, das sich sofort in meinen Gedanken entfaltete. Genial.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
LySch kommentierte am 13. März 2018 um 16:04

Ja, du hast völlig Recht! Der Schreibstil hat eine schöne Leichtigkeit und malt mit tollen Bildern, die man sich direkt vorstellen kann :) Gefällt mir auch sehr gut!

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Sarotti kommentierte am 12. März 2018 um 11:57

Hallo!

Bisher gefällt mir das Buch sehr gut. Was Karl erleben muss und musste ist schwierig. So früh aus dem Leben der Eltern ausgeschlossen zu werden, weil sie sich selbst genug sind, dann der Vater der sich angesichts der Diagnose der Mutter das Leben nimmt - für den Sohn leben kam ihm wohl nicht in den Sinn. Das empfinde ich sehr egoistisch. Dass die Mutter entgegen aller Diagnosen überlebt und soagr wieder zu sprechen beginnt, ist großartig - doch das Karl die Verwechslung auf den Magen schlägt, zumal die Mutter nie ein Wort vom Sohn erwähnt, ist sehr verständlich. Das muss einfach wehtun.

Was hat es mit dem Mädchen auf sich? Ich weiß noch nicht so ganz was ich davon halten soll - in jedem Fall tut Tanja Karl gut. Mara finde ich furchtbar kommerziell...Emmpathie kennt die wohl auch nur vom Hörensagen.

 

Der Schreibstil ist einfach gehalten, doch die Schlichtheit hat durchaus ihren Reiz. Besonders gefallen mir die Kapitelüberschriften. Jedes Mal halte ich einen Moment inne und überlege, wie die Farbe genau aussehen mag - bzw. was ich darunter verstehe und um was es im Kapitel gehen könnte.

 

Bin gespannt, wie es weitergeht.

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LySch kommentierte am 13. März 2018 um 16:07

Jaaa, die Kapitelüberschriften sind toll! <3 Ich mach es ganz genauso! ;) Ich halte auch kurz inne und versuche, mir die Farbe vorzustellen. Und dann freue ich mich auf den Augenblick, in dem sie im Kapitel in Erscheinung tritt - echt toll gemacht :)

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nicigirl85 kommentierte am 13. März 2018 um 18:32

Ja es ist wirklich beeindruckend wie die Autorin die Verbindung zwischen Kapitelüberschrift und dem Inhalt des Kapitels schafft. Ich visualisiere die Farben auch erst, bevor ich mit dem Lesen des Kapitels starte. Ist für mich echt was besonderes, da meist Kapitelüberschriften ja eher zur Orientierung dienen und nie wirklich eine Bedeutung haben.

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Sarotti kommentierte am 15. März 2018 um 19:01

Ich bin zwischenzeitlich schon im dritten Abschnitt und habe meine Taktik geändert. Nun versuche ich die Kapitelüberschriften nicht wahrzunehmen und erst nach dem Kapitel auf den Namen zu schließen. Da meist mehrere Farben Thema sind, ist es manchmal gar nicht so leicht. So und so, ist es einfach klasse mit den Überschriften.

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Pocci kommentierte am 12. März 2018 um 18:01

Das Buch ist wirklich wunderbar geschrieben und zieht mich allein durch den Schreibstil so in den Bann, dass ich trotz neonorangem Post-It erstmal zwei Seiten über den ersten Leseabschnitt hinaus gelesen habe, bevor mir wieder einfiel, dass ich ja hier schreiben sollte. Dabei fühle ich mich Karl bisher noch nicht so richtig verbunden.

Was mir besonders gut gefällt, sind die schönen Beschreibungen von Orten und Begebenheiten. Obwohl diese meist kurz in nur einem Absatz erfolgen, sind sie so anschaulich, dass mir das Beschriebene direkt bildlich vor Augen steht. Solche Bücher liebe ich einfach.

Mit Karl bin ich noch nicht 100%-ig warm geworden, teilweise finde ich seine Handlungsweisen etwas komisch. Andererseits steht er ja auch ziemlich unter Schock, da dürfen Handlungen durchaus nicht nachvollziehbar sein.

Seine Freundin Mara finde ich einerseits ganz sympathisch und fürsorglich, andererseits habe ich manchmal das Gefühl, dass Karl mehr ein Projekt für sie ist, das sie nach ihren Wünschen gestalten will. Von daher finde ich es nicht schlimm, dass ihr direkter Auftritt bisher eher kurz war.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, was es mit der kleinen Tanja auf sich hat. Die Begegnungen mit ihr wirken tatsächlich sehr surreal, so dass man besonders zu Beginn fast vermuten kann, sie wäre nur Einbildung.

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Hermione kommentierte am 12. März 2018 um 21:15

Das kann ich gut verstehen, dass Du über den Abschnitt hinaus gelesen hast, denn das ging mir auch so!

Ich finde das Buch wunderbar flüssig geschrieben und einfach toll zu lesen.

Auch wenn die Figuren nicht alle wirklich sympathisch sind, sind sie für mich schön gezeichnet und bieten viel Stoff, um sich an ihnen zu reiben. Das gefällt mir sehr.

Die besonderen (!) Farben als Kapitelüberschriften finde ich auch klasse; ich schaue dann immer schon in dem Kapitel, wo die Farbe wohl auftaucht.

Bei der Kunst frage ich mich noch, ob das Satire sein soll auf so manchen Zweig moderner Kunst?

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Pocci kommentierte am 13. März 2018 um 11:51

Das mit der Satire kann ich mir gut vorstellen. Karl scheint ja auch nicht viel mit der Kunst seiner Eltern anfangen zu können. Und dass er mit den Vakuum-Sachen Erfolg hat, scheint ihm ja auch irgendwie unangenehm zu sein. Ich kann das auf jeden Fall gut nachvollziehen, denn mit vielen Arten moderner Kunst kann auch so gar nichts anfangen.

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LySch kommentierte am 13. März 2018 um 15:37

Karl kann zwar mit der Kunst seiner Eltern nicht viel anfangen, wählt aber interessanterweise einen ähnlichen Weg für seine eigene Kunst. Irgendwie scheint doch ein Steinhauer in ihm zu stecken - auch wenn er das niemals zugeben würde, seinen Eltern ähnlich zu sein...

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vielleser18 kommentierte am 13. März 2018 um 17:00

Ja, ich denke auch, dass es eher die Kunst ins Lächerliche zieht. Zumindestens was die Bedeutung angeht. Die Eltern haben die Kunst immer an erster Stelle gesezt - oder an zweiter, hinter ihrer Beziehung. Und danach kam lange, lange Zeit nichts.

Karl hat eine gewisse Begabung, zumindest was das Zeichnen angeht. Und dann kam ihm eine absurde Idee, die die Künstlerwelt aufgegriffen hat, von ihm wurde diese Vakuumsache eigentlich nicht als hohe Kunst, sondern einfach aus Langeweile (?) geboren. Er selbst glaubt selbst nicht an diese Aussagen, die andere nun hinein interpretieren. Im Gegenteil, ihm wird dieses ganze Gehabe zuviel. Vielleicht daher auch der Anreiz, die Natürlichkeit von Tanja als so positiv zu betrachten.

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gaby2707 kommentierte am 17. März 2018 um 12:48

Da geht es mir genu so. Bei einigen Arten der modernen Kunst habe ich so meine Verständnisschwierigkeiten.

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Pocci kommentierte am 17. März 2018 um 14:28

Ja, das Seltsamste, was mir im Museum mal untergekommen ist, war ein dünner Faden (eigentlich mehr ein Fussel) im Bilderrahmen. Das war es sonst nichts und das als ganze Serie. In dem Moment habe ich mich ernsthaft gefragt, ob ich nicht auch einfach Künstlerin werde und irgendwelchen Quatsch in Rahmen packe und behaupte, ich hätte mir was dabei gedacht.

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buecherwurm1310 kommentierte am 25. März 2018 um 14:35

Ich habe auch mit moderner Kunst häufig meine Probleme und es sieht so aus, als wäre das bei der Kunst von Karl und seinen Eltern genauso.

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LySch kommentierte am 13. März 2018 um 15:35

Moderne Kunst ist so eine Sache für sich, finde ich ^^ Ich fände es auf jeden Fall genial, wenn die Autorin einen kleinen satirischen Seitenhieb auf die moderne Kunstszene bezwecken wollte ;)

Ich liebe Malerei, aber mit abstrakten/modernen Installationen kann ich nicht viel anfangen. Und dass die Steinhauers da Haare, Haut, Nägel usw. mit eingeschmolzen haben, finde ich jetzt nicht sonderlich lecker ^^
Die Grundidee ist sehr spannend und es lässt sich sicherlich viel hineininterpretieren (die Vergänglichkeit der Welt, aus abgestorbenen Dingen etwas Neues kreieren, Verstorbene leben weiter, indem ihre Dinge in Harz konserviert werden etc. etc. ...), ABER es ist einfach nicht mein Ding! Ebenso das Vakuumisieren... Karls Kunst ist - wie die seiner Eltern - sehr speziell: Man sieht nur die äußere Form, nie das Innere. Das bietet auch wieder Raum für Interpretation: So geht es ihm im Leben auch, denke ich - er lässt niemanden in sein Inneres blicken..

Insgesamt gesehen passen diese Kunstbeschreibungen jedoch in diesen schrägen Roman und dessen Stimmung perfekt hinein, meiner Meinung nach.

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soulfire kommentierte am 13. März 2018 um 13:11

Ein freundliches Hallo in die Runde!

Auch ich muss sagen, dass ich mich stoppen musste, bevor ich weiter lese! Denn die Autorin reißt einen mit ihrem Schreibstil wunderbar in den Roman hinein! Emotional und nachfühlend begleitet man Karl! Zum Teil sind seine Aktionen wirklich ziemlich skurril und extravagant! Aber ich finde sehr schön, wie die Autorin das Innere Durcheinander der Emotionen durch seine Aktionen und Taten nach außen trägt! Ich finde, dass es die innere Achterbahn von Karl noch total unterstreicht! Daher ist er mir beim Lesen schon sehr nah gekommen!

Marsd Blick auf Karl empfinde ich genauso wie viele Leser hier! Ich empfinde ähnlich, dass Mara nicht Karl als Person wirklich im Blick hat sondern seinen Ruhm und seinen Ruf.

Karls zweite Begegnung mit seiner Mutter finde ich richtig krass! Wie schmerzhaft kann eine Mutter-Kind-Beziehung sein!

Bezüglich der Rolle von Tanja bin ich immer noch sehr neugierig! Sie wirkt wirklich sehr surreal und fiktiv! Ich bin gespannt, wie sich die Beziehung zwischen Karl und Tanja weiterentwickelt!

Was mir auch wirklich wie vielen an dem Buch gefällt, ist die Überschriften der Kapitel als Farbton! Es ist dann wunderbar zu lesen, was die Farbe mit dem Kapitel zu tun hat! Das liebe ich sehr!

Es ist wunderbar zusammen mit euch dieses Buch zu lesen!

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LySch kommentierte am 13. März 2018 um 15:28

Bzgl. Tanja stimme ich dir zu: Ihr Auftauchen und ihr ganzes Verhalten haben etwas märchenhaftes, surreales... Bin mal gespannt, wie sich das noch entwickelt bzw. auch auflöst. Bisher haben die beiden ja noch nicht wirklich miteinander geredet...

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buecherwurm1310 kommentierte am 25. März 2018 um 14:37

Ja Karl hat es nicht leicht gehabt und er tut mir auch leid. Aber sein Verhalten ist mir so total fremd, dass ich aber auch mit ihm nicht so viel anfangen kann.

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LySch kommentierte am 13. März 2018 um 15:26

Wow, dieses Buch liest sich wie im Rausch! Der Schreibstil ist irgendwie total süffig, locker leicht, mit feinem Humor und trotz der alltäglichen Sprache doch irgendwie kunstvoll, poetisch und voller Bilder und Liebe zum Detail. Diese geniale Mischung muss man erstmal hinkriegen, und das bei einem Debüt - Respekt. Auch den Bezug zur Kunst und zu Farben in den Schreibstil einfließen zu lassen finde ich sehr sehr schön. Toller Kniff der Autorin!

Die Handlung beginnt wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle...man ist sofort mittendrin und erfährt auf den 120 Seiten schon eine ganze Menge. Aber so richtig warm geworden mit der Geschichte bin ich noch nicht. Die Handlungen der Charaktere sind nicht immer nachvollziehbar und teilweise wirkt das ganze Szenario auf mich ein wenig surreal. Die OP und das Überleben der Mutter, der Selbstmord des Vaters, das plötzliche Auftauchen des kleinen Mädchens... alles irgendwie realistisch und unrealistisch gleichzeitig ^^ Ich weiß leider nicht, wie ich es besser ausdrücken soll :D Bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht... Es liest sich ja auch so wahnsinnig schnell!

Karl ist für mich ein schwer fassbarer Charakter. Aber das ist ja auch kaum verwunderlich mit dieser Kindheit und Jugend! Auf mich wirkt er fast nur schwarz-weiß. Eine Persönlichkeit voller Gegenpole. Auf der einen Seite wirkt er viel reifer und erwachsener, als er eigentlich ist, und auf der anderen Seite ist er wahnsinnig kindlich und muss sich ein Nest/eine Höhle als Rückzugsort bauen. Er ist mal selbstsicher und weist Torben in seine Schranken bzw. lässt Mara einfach stehen und dann wieder total verunsichert und verletzlich, überfordert mit den Fragen und Erwartungen der Umgebung und benötigt die Zuwendung seiner Freundin eher wie ein kleines Kind als wie ein Partner auf Augenhöhe... Naja, er steht auch sehr unter Schock, da reagiert man ja auch nicht immer adäquat.

Ich glaube, dass er deswegen sofort einen Draht zu Tanja hatte. Tanja hat schlicht und ergreifend einfach keine Erwartungen an ihn. Sie überfordert ihn nicht mit Fragen, sie kennt seine Situation nicht. Sie Kommuniziert mit ihm auf einer anderen Ebene, einer viel intuitiveren. Mara stresst Karl mit ihren vielen Fragen, auf die er keine Antworten weiß, weil sein Gehirn ihm in dieser stressigen Zeit einfach den Dienst versagt (er sagt so etwas wie: die Gehirnwindungen fühlten sich verklebt an...). Tanja stellt ihm keine unangenehmen Fragen, sie legt z.B. die Steinplatten im Garten um oder legt eine Spur aus kleinen Schätzen und "redet" auf diese Weise mit ihm - das tut ihm gut, habe ich das Gefühl. Da muss er sich nicht riesig erklären oder zwingen, über seine "Gefühle" zu reden. Ich denke nämlich, dass er selbst noch gar nicht so genau weiß, was er nun eigentlich fühlt oder fühlen darf/ soll/ muss... Wobei das Hinterherspionieren und "Auflauern" von Tanja auf mich schon auch ein wenig seltsam wirkt. Irgendwie ist das in meinen Augen kein "natürlicher" Umgang mit einem Kind, vielleicht weiß Karl aber auch gar nicht, wie das funktioniert...

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Fasersprosse kommentierte am 16. März 2018 um 10:58

... alles irgendwie realistisch und unrealistisch gleichzeitig ...

So habe ich das auch empfunden. Und war mir nicht sicher, ob das einem Klischee der "Künstlerkreise" geschuldet ist oder ob etwas anderes damit ausgesagt werden soll.

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gaby2707 kommentierte am 20. März 2018 um 10:00

Im zweiten Abschnitt beschreibst Du die Handlung genau wie ich sie gelesen habe. Ich bin durch die Geschichte hindurch geflogen wie in einem Traum.

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buecherwurm1310 kommentierte am 25. März 2018 um 14:39

Bin ich froh, dass ich nicht die einzige bin, die mit der Geschichte nicht so recht warm wird.

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vielleser18 kommentierte am 13. März 2018 um 16:42

Ihr seid ja alle schon fleißig dabei. Nun komme ich auch endlich zum Kommentieren, ich habe den ersten Abschnitt schon gelesen.

Mir gefällt die Sprache - sie ist sehr ausdrucksstark, macht nicht zu viele Worte und irgendwie hat man Karl dabei gut vor Augen. Ein Künstlerehepaar - dass an sich und ihrer Kunst genug hatte, bei dem das Kind im Weg stand, überflüssig, eine Randnotiz scheint mir. Es wurde abgeschoben ins Internat - mit anderem Namen und die Verbindung wurde früh gekappt. So scheint auch Karl nun zu sein. Irgendwie nie richtig verankert, ungebunden und doch nicht frei. Die Beziehung zur älteren Mara - ein Mutterersatz ? Aber nun die Heimkehr - das leere Haus, in dem er sich auch wieder nur am Rande einnisten will. Er ist eher eine traurige Gestalt - nicht unbedingt ein Symphatieträger, eher einer, mit dem man Mitleid hat.

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nicigirl85 kommentierte am 13. März 2018 um 18:19

Endlich ist nun auch bei mir das Buch angekommen. Meine erste Tat nach der Arbeit: Briefkasten öffnen und nachdem ich es gefunden hatte, habe ich direkt angefangen zu lesen. Oh mein Gott wie toll ist dieses Buch? Hier muss ich ja echt aufpassen, dass ich es nicht in einem Rutsch durchlese.

Gerade der Anfang einfach herrlich. ich habe noch nie ein Buch gelesen, bei dem einem der Protagonist mit einer ordentlichen Kotzerei auf dem ICE Klo begrüßt. Herrlich und ganz nach meinem Geschmack. Diese Szene wird sich in mein Hirn einbrennen.

Karl sein Leben mit seinen berühmten Eltern scheint ja nicht sonderlich zu sein. Er weiß ja gar nicht wie er mit allem umgehen soll und hat keinen Bezug zu seinen Eltern. Das finde ich richtig schlimm, denn bei mir steht Familie über allem.

Ansonsten mag ich die vielen Kleinigkeiten im Buch. Karl wird vom Rückwärtsfahren in der Bahn schlecht, ich kann das auch absolut nicht ab. Er kommt an Orten vorbei, die ganz bei mir in der Nähe sind. Bei dem Wort Raumforderung brauchte ich auch eine ganze Ecke eh ich verstanden habe, dass es sich dabei um den Hirntumor der Mutter handelt, denn der nimmt ja Raum ein, der ihm eigentlich nicht zusteht.

Wie Karl Torben sieht, den er liebevoll Buddy Holly nennt oder gar Zahnputzwichser ist einfach nur grandios. Da muss ich immer wieder schmunzeln. Und dieser Torben scheint ja Karls Eltern besser zu kennen als Karl selbst.

Der Selbstmord des Vaters hat mich ein wenig an "Ein Mann namens Ove" erinnert, denn der wollte in seinem Haus auch keinen Dreck machen.

Das kleine Mädchen Tanja finde ich auch sehr spannend. Es ist ja schon sehr selten, dass Kinder so unvoreingenommen und angstlos auf einen Erwachsenen zugehen und Karl macht offenbar nicht gerade den liebenswürdigsten Eindruck, vor allem trinkt er zu viel Alkohol.

Meine beiden Lieblingsszenen in diesem Abschnitt:

1. die tote Taube, die die Regenrinne verstopft, wird von Tanja raus gefischt.

2. wie Karl und die Polizisten auf diese Masse im Kessel schießen, um ein Kunstwerk zu kreiieren.

Das Ende des Leseabschnittes ist ungemein vielversprechend: die Mutter verwechselt Karl mit ihrem Mann. Das verkraftet die doch niemals, wenn sie erfährt, dass ihr Mann tot ist...

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gaby2707 kommentierte am 20. März 2018 um 10:03

Nach der Anfangsszene dachte ich nur: wow, was kommt jetzt noch alles? Und wie Du schon schreibst, die Szene hat sich bei mir eingebrannt. Ich fahre ja oft mit dem Zug und werde da wohl öfters an der Anfang der Geschichte denken.

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buecherwurm1310 kommentierte am 25. März 2018 um 14:41

Torben durfte bei Karls Eltern sein. Er scheint die letzten Jahre ständig da gewesen zu sein. Kein Wunder, dass er so viel weiß. Doch es muss auch schmerzhaft für Karl sein, der immer nur weggestoßen wurde.

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Cheekysassi kommentierte am 14. März 2018 um 16:08

ich kann im Moment einfach nicht mehr sagen als: 

Ich bin verliebt in dieses Buch. Ich bin verliebt! 

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Mira2011 kommentierte am 14. März 2018 um 18:49

Dieses Buch ist der Hammer. Selten habe ich ein Buch gelesen, bei dem ich die Sprache so genießen konnte. Ich könnte mir ständig Sätze herausschreiben. Es ist fast nachrangig, was geschieht, wichtig ist mir, wie es beschrieben ist.

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nicigirl85 kommentierte am 14. März 2018 um 21:51

Hi hi hi, prima.

Ich habe auch dauernd Sätze raus geschrieben, wie man an meinen vielen Lieblingsstellen sehen kann und dennnoch sind mir wahrscheinlich noch einige tolle Sätze durch die Lappen gegangen...

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LySch kommentierte am 18. März 2018 um 23:40

Dito! :)

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genihaku kommentierte am 14. März 2018 um 23:58

hab das Buch am 10. angefangen zu lesen und bin jetzt erst durch den ersten Abschnitt durch. Nicht, weil ich jede Menge zu tun hatte, sondern weil das Buch mich nicht lockt. Die Seiten sind sehr schnell gelesen, aber bis ich mich dazu durchdringe, das Buch in die Hand zu nehmen, dauert es etwas. 

Der Einstieg war rasant, verwirrend und mitleiderregend. Die Autorin ist das ziemlich interessant angegangen, in dem sie auf der einen Seite den Tod des Vaters und auf der anderen Seite die furchtbare Bahnfahrt miteinander verknüpft. Beides hat mein Mitleid erweckt (: 

Die Farben-Titel gefallen mir auch. Wundert mich, dass ein Autor dieses Mittel nicht schon vorher benutzt hat. 

Karl finde ich nervig. Die Eltern unsympathish. Mara interessiert mich nicht. Und Tanja ist für mich die unrealistischte Kinder-Figur seit langem. Und wenn Charaktere mich nicht packen, weiß ich nicht, warum ich ein Buch über sie lesen soll. 

Bis jetzt ist für mich nur die Beziehung zwischen Karl und den Eltern von Interesse. 

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
LySch kommentierte am 18. März 2018 um 23:42

Wieso ist Tanja für dich so unrealistisch?

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buecherwurm1310 kommentierte am 15. März 2018 um 14:24

Karl ist noch nicht einmal 30 und hat sich schon als Künstler in Berlin einen Namen gemacht. Er ist der Sohn von August und Ada Stiegenhauer, ›dem‹ Glamourpaar der deutschen Kunstszene. Doch in der symbiotischen Beziehung seiner Eltern war kein Platz für ein Kind. Nun ist der Vater tot, die Mutter schwer erkrankt. Karls Kosmos beginnt zu schwanken und steht plötzlich still. Die einzige Konstante ist ausgerechnet das kleine Mädchen Tanja, das ihn mit kindlicher Unbekümmertheit zurück ins Leben lockt. Und es beginnt ein Roman, wild wie ein Gewitter, zart wie ein Hauch.

 

Karl ist auf dem Weg von Berlin nach Leinsee, weil seine Mutter einen Gehirntumor hat, den sie wahrscheinlich nicht überlebt und weil sein Vater Suizid begangen hat. Seit vielen Jahren hat er seine Eltern nicht gesehen und wusste eigentlich nichts über sie. Nun ist er vollkommen neben der Spur.

Eigentlich kommt mir sein Verhalten schon im Zug merkwürdig vor. Nichtverstehen und Trauer hätte ich nachvollziehen können. Auch nach seiner Ankunft reagiert er seltsam.

Dan erfahren wir von dem Verhältnis seiner Eltern zu ihm und es wird einiges verständlicher. Er hat sich nach der Liebe der Eltern gesehnt und nach Beachtetwerden, aber seine Eltern waren so aufeinander bezogen, dass für nichts Platz war, nicht einmal für den Sohn. Der wurde dann schnell mal abgeschoben. Es scheint auch niemanden berührt zu haben, dass Karl nach dem Abi nicht mehr nach Hause gekommen ist.

Umso weniger verstehe ich, dass der Vater in seinem Abschiedsbrief Karl verzeiht. Karl hat doch nur das gelebt, was seine Eltern durch ihr Verhalten hervorgebracht haben. Daher wundert es mich auch nicht, dass es Karl so schwer fällt zu seiner Mutter ins Krankenhaus zu gehen. Wie hart es sein muss, dass sie ihn nicht erkennt und nicht einmal weiß, dass sie ein Kind hat.

Auch Karls Verhältnis zu seiner Freundin ist eigenartig. Es kommt mir vor, wie eine Geschäftsbeziehung. Natürlich ist Karls Ausstellung wichtig, aber er ist etwas aus der Bahn geworfen und dass scheint Mara nicht zu interessieren.

Obwohl mir Karl leidtut, kann ich trotzdem wenig mit ihm anfangen. Auch dieses ständige Ausschauhalten  von Karl nach Tanja verstehe ich nicht.

Ich tue mich also ein wenig schwer mit dieser Geschichte.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
gaby2707 kommentierte am 17. März 2018 um 13:00

Ich denke, Mara hat nicht an Karl als Mensch Interesse, sondern eher als Person der Kunstszene.

Dass Karl dauernd nach Tanja Ausschau hält, liegt vielleicht dran, dass er selbst nie Kind sein durfte und sie daher für ihn so interessant ist.

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Mira2011 kommentierte am 15. März 2018 um 20:01

Nun bin ich am Ende des 1. Leseabschnittes angekommen und etwas hin- und hergerissen. Ich schrieb ja schon, dass mich in erster Linie der Schreibstil und nicht so der Inhalt fasziniert. Mit den Personen tue ich mich ziemlich schwer. Karl ist in meinen Augen extrem gestört, seine Eltern, ja, was  sind das für Menschen, die ihr Kind so " verkommen" lassen? Kann man mit Kunst einen solchen Egoismus erklären oder gar nachvollziehen. Jemand schrieb es schon, mit dem Personal dieses Buches tue auch ich mich schwer. Ist es mir wirklich wichtig genug, was mit diesen Menschen geschieht, dass ich ihnen meine kostbare Lesezeit schenke? Was wird mir  von diesem Buch bleiben? Bringt es mich tatsächlich weiter?

Diese neue, frische, unverbrauchte Sprache, die mich auf den ersten 50 Seiten so begeistert hat, reicht mir nicht mehr. 

Noch gebe ich nicht auf und hoffe auf mehr.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
gaby2707 kommentierte am 17. März 2018 um 13:04

Ich kann mit den Personen bis hierher auch noch nicht so viel anfangen. Aber trotzdem finde ich sie, vielleicht gerade wegen ihrer Andersartigkeit, spannend und interessant.

Gut, auch ich kann Eltern nicht verstehen, die nur um sich selbst kreisen und ihren Sohn (warum haben sie ihn wohl bekomen?) schon im Kindesalter abschieben. Auch Karl tut mir eher leid, als dass ich ihn als Mensch gut finden würde. Tanja hat für mich etwas märchenhaft entrücktes - auch normalerweise nocht so meins. Aber in der Verbindung aller hier Handelnden hat die Geschichte für mich schon etwas Faszinieendes.

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LySch kommentierte am 20. März 2018 um 15:02

"etwas märchenhaft entrücktes"... das trifft es ganz gut! :)

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Hailie kommentierte am 18. März 2018 um 13:12

Ich habe gerade den ersten Teil beendet. Noch weiß ich nicht, wie ich das Buch finden soll und wohin es führen wird. Die Kapitelüberschriften gefallen mir sehr gut! Das habe ich bisher in noch keinem anderen Buch so gelesen. Ich bin gespannt, wie es mit Karl weitergeht und hoffe, dass man noch etwas mehr über ihn erfährt.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
nicigirl85 kommentierte am 19. März 2018 um 15:21

Was sorgt denn genau dafür, dass du noch nicht einschätzen kannst wie dir das Buch gefällt? Sind dir die Figuren zu suspekt oder was ist das Problem?

Ich frage nur, weil mir der Zugang zur Geschichte unheimlich leicht fiel und ich es beinahe ja in einem Rutsch gelesen hätte, wenn ich nicht zwischendurch mal hätte schlafen müssen...

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
gaby2707 kommentierte am 20. März 2018 um 10:08

Mir ging es genau so wie Hailie. Bei mir waren es die Personen und ihr Handeln, was mir so fremd und nicht greifbar vorgekommen ist.  Das hat sich aber im Laufe der Geschichte etwas gebessert.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 122
nicigirl85 kommentierte am 21. März 2018 um 14:05

Na das beruhigt mich etwas, wenn es für dich noch besser geworden ist. Mir fällt es manchmal schwer, wenn ich so hin und weg von einem Buch bin, das es anderen Lesern rein gar nicht so geht...

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