Leserunde

Leserunde zu "Die Mitternachtsbibliothek" (Matt Haig)

Die Mitternachtsbibliothek -

Die Mitternachtsbibliothek
von Matt Haig

Bewerbungsphase: 21.01. - 04.02.

Beginn der Leserunde: 11.02. (Ende: 04.03.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Droemer Knaur Verlags – 20 Freiexemplare von "Die Mitternachtsbibliothek" (Matt Haig) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gesäumt mit all den Leben, die du hättest führen können. Buch für Buch gefüllt mit den Wegen, die deiner hätten sein können.

Hier findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss. Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?

Matt Haig ist ein zauberhafter Roman darüber gelungen, dass uns all die Entscheidungen, die wir bereuen, doch erst zu dem Menschen machen, der wir sind. Eine Hymne auf das Leben – auch auf das, das zwickt, das uns verzweifeln lässt und das doch das einzige ist, das zu uns gehört.

ÜBER DEN AUTOR:

Matt Haig, Jahrgang 1975, ist ein britischer Autor. Seine eigenen Erfahrungen mit Depressionen und Angststörungen sind auch stets ein zentrales Thema in seinen Büchern. Bei dtv sind von ihm zuletzt die Romane "Ich und die Menschen" (2014) und "Wie man die Zeit anhält" (2018), sowie die Sachbücher "Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben" (2016) und "Mach mal halblang" (2019) erschienen. Matt Haig lebt mit seiner Familie in Brighton.

06.03.2021

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 215 bis Ende

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HistoryCat kommentierte am 15. Februar 2021 um 18:36

So... nun ist die Reise vorbei. Auch dieser Abschnitt war wieder interessant zu lesen, hatte für mich stellenweise jedoch ein paar Längen. Und die Geschichte ging nun doch nicht so aus, wie man es sich gedacht hat. Ich habe Nora schon bei Ash und Molly bleiben gesehen und mich für sie gefreut, aber andererseits - um der Philosophie des Buches gerecht zu werden, muss sich Nora ein eigenes Leben aufbauen und selbst daraus und darin wachsen und nicht in eine vorgelebte Rolle schlüpfen und diese dann weiterführen. Das Ende hat mich friedlich gestimmt und ich habe mich gefreut. Auf jeden Fall ist dieses Buch ein Leseerlebnis, was länger nachhallt.

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Rotschopf kommentierte am 16. Februar 2021 um 17:35

Ich finde die Stelle interessant, als Nora darauf kommt, dass sie sich bisher hauptsächlich dafür interessiert hat, die Träume anderer zu Leben statt ihren eigenen Traum zu entwickeln. Auch Noras Erkenntnis, dass wegen der Unberechenbarkeit der Quantenphysik ein Treffen mit Ash auch dazu führen könnte, dass sie sich in den Kellner verliebt, gefällt mir. Im Laufe der etwas gestrafften Erzählung der vielen Leben, die sie dann noch ausprobiert, realisiert sie dann endlich, dass es immer gute und schlechte Aspekte gibt.
Mrs Elms "Du hast dich in deiner Verirrung verirrt" halte ich aber für nichtssagenden Quatsch. Der Teil mit Ash gefällt mir nur mittelmäßig, es passt nicht zu Nora. Außerdem glaube ich nicht, dass das Grundproblem in ihrem Ursprungsleben fehlende Liebe war - vielleicht wieder eine Einschätzung einer depressiven Person, ich weiß es nicht.
Die brennende Bibliothek ist zwar fantasievoll und ausführlich beschrieben, mir aber zu theatralisch-dramatisch und viel zu offensichtlich mit dem "Ich lebe"-Buch. Naja. Schön, dass Mr Banerjee noch einmal auftaucht -  ich verstehe nur nicht, warum Nora ihm ausgerechnet giftigen Fingerhut schenken will ;)
Das Ende ist mir leider wieder zu seicht - über ihre Depression kommt Nora ja sehr schnell hinweg, beschließt einfach, Vulkan statt schwarzes Loch zu sein und einen Wald in ihrem Inneren zu pflanzen - mehr Bilder gingen an der Stelle wohl auch nicht. Aber das Schachspiel ganz am Schluss, das Überlegen des nächstens Zugs, das ist gelungen.

 

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HistoryCat kommentierte am 16. Februar 2021 um 18:31

Ja, der Schluss war dann teilweise schnell und holterdipolter und ganz plötzlich ein Happy End herzaubern - mäßig. Aber ich habe mich zum Schluss für Nora gefreut und auch für Mrs Elms.

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Anna625 kommentierte am 17. Februar 2021 um 07:15

Ja, am Ende hatte ich auch das Gefühl es geht nur noch darum, das Ganze möglichst schnell zu beenden. Das war mir auch zu dramatisch und hektisch beschrieben.

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maraAngel2107 kommentierte am 18. Februar 2021 um 19:12

@Rotschopf: ich hatte bei dem Ende eher das Gefühl, das Nora durch die Erfahrungen der anderen Leben, die ja nun nicht mehr weg zu reden/denken sind, eine ganz andere Sichtweise auf das Leben bekommen hat und daher die Depression im Hintergrund "landet", wirklich wissen, ob sie weg ist, das kommt für mich hier am Ende nicht wirklich zu Tage, ist auch letztendlich nicht mehr relevant....finde ich.

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Rotschopf kommentierte am 18. Februar 2021 um 20:01

Ich verstehe, was du meinst, finde aber, dass es dem Ernst einer Depression nicht gerecht wird. Es passt aber dazu, dass das Buch insoweit insgesamt eher oberflächlich und märchenhaft bleibt.

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wandagreen kommentierte am 19. Februar 2021 um 00:05

Das sind genau die zwei Stellen, an denen ich mit dem Kopf nickte. Und auch sonst: dito. Was soll ich jetzt noch sagen?
 

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Rotschopf kommentierte am 19. Februar 2021 um 11:46

Wir scheinen das ähnlich zu sehen. Es sind hier ja auch sehr viele, die sich von dem Buch angesprochen fühlen, denen die Botschaft und der Ton gut gefallen. Bei mir kommt wegen der Oberflächlichkeit gerade keine Botschaft an, oder jedenfalls keine überzeugende. Ich finde es fast interessanter als das Buch selbst, dass es so unterschiedlich wirkt.

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maraAngel2107 kommentierte am 25. Februar 2021 um 18:13

@Rotschopf: da muss ich Dir absolut Recht geben. So unterschiedlich wie hier die Meinung ist habe ich bisher noch nicht erlebt, aber somit hat das Buch zumindest ein paar Leser angesprochen und für die anderen gibt es bestimmt ein weiteres:-)

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Juliet17 kommentierte am 16. Februar 2021 um 22:53

So, den letzten Abschnitt habe ich gestern fertig gelesen. Ich wollte mir noch etwas Zeit nehmen mit meinem Kommentar, vermutlich in der Hoffnung, dass meine Meinung am Ende doch etwas gnädiger ausfällt, weil ich dieses Buch so unbedingt lieben wollte. Aber das Ende hat mich leider doch eher enttäuscht zurück gelassen. Ich kann auf keinen Fall sagen, dass es schlecht war und ich habe mich sehr für und mit Nora und Mrs. Elms mitgefreut. Die Idee war ganz toll und teilweise gab es tolle Ansätze, teilweise tolle Kapitel/Szenen, teilweise interessante Dialoge. Das Potential war also da, aber es hat mMn mit jedem Abschnitt etwas abgenommen. 

1. Das Ende war aus meiner Sicht sehr vorhersehbar. Nora war mit keinem Leben zufrieden, sie hat gemerkt, dass es in jedem Leben Nachteile gibt, also kann sie ruhig ins Urspungsleben zurück.

2. Der Zusammensturz der Bibliothek war total notwendig, wurde aber so theadralisch beschrieben.

3. Die Beziehung zwischen Nora und Ash war eiskalt. Ich habe nicht so richtig verstanden, wieso Nora so unbedingt dieses Leben wollte. Ich dachte die ganze Zeit, irgendein böses Geheimnis erwartet uns noch in Hinsicht Ash, weil es immer so seltsam war über ihn zu lesen. Aber nada.

4. Das Ende macht als Leser natürlich glücklich. Aber wie rasant dann erzählt wurde, dass alles plötzlich ganz wunderbar wurde, kam einem Zuckerschock gleich. Das kann der Autor definitiv besser.

5. Mir war da zu wenig Physik. Ich weiß, für den gemeinen Leser, und für diesen wurde dieses Buch sicher geschrieben, genügt es, wenn mal hier und da die Worte Quantenphysik, Viele-Welten-Theorie und Schrödingers Katze hineingeworfen werden. Aber das hätte man alles poetisch so wunderbar ausschmucken können! 

6. Es hieß in dem Buch ja immer wieder, die Bibliothek ist eine Vereinfachung der Viele-Welten-Theorie. Da schweben Dimensionen und Theorien in und über uns und um uns diese begreifbar machen zu können, braucht es ein einfaches, banales Konstrukt wie eine Bibliothek, um etwas ganz schwieriges, ganz einfach darzustellen. Ich glaube, genauso war - vermutlich ungewollt - der Prozess des Buchs. Im Kopf des Autors war die Geschichte ganz groß, die Idee war super, es war ganz viel Potential da. Aber um seine Idee für andere verständlich zu mache, musste er viele Abstriche machen. So kommt es mir zumindest vor.

Ich weiß, Matt Haig kann das besser. Sein Buch "Ich und die Menschen" ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Ein bisschen mehr davon in "Die Mitternachtsbibliothek" und ich wäre absolut begeistert gewesen. Aber wie gesagt, es ist trotzdem ein gutes Buch in meinen Augen!

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Rotschopf kommentierte am 17. Februar 2021 um 09:42

Ich stimme dir zu, was das Ende und die Bibliothek angeht. Ich hatte nicht den Eindruck, dass Physik im Allgemeinen oder die Viele-Welten-Theorie im Besonderen überhaupt eine Rolle gespielt hätten, außer als Füllwörter. Und ob diese Abstriche gemacht wurden, weil der Autor es sonst nicht verständlich machen konnte oder ob er es selbst nicht besser versteht, das weiß man gar nicht.

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jutsi kommentierte am 17. Februar 2021 um 09:49

Ich habe auch lange darüber nachgedacht, was jetzt logisch ist und ob mehr Erklärung zu der Viele-Welten-Theorie notwendig gewesen wäre. Ich denke allerdings, dass man damit auch einen Großteil der Leser einfach erschlagen hätte und es dann zu viel von der Geschichte abgelenkt hätte. Im Endeffekt ist es ja auch ein fiktiver Roman - warum die Mitternachtsbibliothek funktioniert und wie genau ist für die Geschichte eigentlich gar nicht so relevant. Es könnte auch einfach ein einziger Wachtraum von Nora zwischen  Leben und Tod gewesen sein.

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jutsi kommentierte am 17. Februar 2021 um 09:44

Ich habe den letzten Teil gestern abend noch durchgelesen. Insgesamt fand ich das Buch echt schön, aber kein absolutes Highlight wie ich erwartet hatte.

Dass Nora am Ende wieder in ihrem alten Leben landet, hatte ich ja im zweiten Teil schon vermutet, vor allem, weil ich es immer komisch fand, dass sie ein Leben einfach so "übernimmt" ohne Erinnerungen und Vorkenntnisse. Im Leben mit Ash gab es jetzt zumindest eine kleine Erklärung dafür, wie das doch hätte funktionieren können, da sie dort ja am Ende plötzlich doch Erinnerungen hatte. Trotzdem ist ihr klar geworden, dass es sich eben nicht um ihr eigenes Leben handelt.

Schön finde ich, dass sie am Ende lernt, dass in jedem Menschen Millionen Möglichkeiten schlummern und wir uns jederzeit mit jeder Entscheidung in eine andere Richtung entwickeln können. Insofern wirkt das Buch fast wie ein kleines Selbsthilfebuch, vor allem ihr Text, denn sie auf den sozialen Medien hochlädt. Gut finde ich auch, dass sie erkennt, dass sie viele ihrer Leben einfach nur nach den Erwartungen von anderen ausgesucht hat und das ändert. Auch wenn die meisten Leser wahrscheinlich nicht in so einer extremen Depression stecken, wie Nora am Anfang, bereut ja wahrscheinlich jeder die ein oder andere Entscheidung in seinem Leben und fragt sich, ob es auch anders hätte kommen können. Das Buch ist eine schöne Erinnerung daran, dass wir Wünsche und Ziele jederzeit wieder angehen können, auch wenn die ganz große Chance vielleicht verstrichen ist.

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maraAngel2107 kommentierte am 17. Februar 2021 um 17:08

@jutsi: das hat mir auch gut gefallen, das Nora gemerkt hat, das sie im Grunde nicht ihr eigenes Leben bestimmt hat, sondern sich meist nach anderen Wünschen/Träumen gerichtet hat. Das macht nicht glücklich und auch irgendwie abhängig. Daher hatte sie auch vermutlich das Gefühl nutzlos zu sein, sie war nicht wirklich sie selber.....

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maraAngel2107 kommentierte am 17. Februar 2021 um 17:03

Ich bin nun auch mit dem 3. Teil durch und dieser hat mich total fasziniert und mir so richtig gut gefallen, die Ehe mit Ash, Tochter Molly, Nora weiß nun was Liebe bedeutet, das ist so wunderschön dargestellt, das man richtig mitfühlen kann und darf. Eine schöne Idee zu den anderen Lebensweisen, ein Leben, das sich tatsächlich lohnt, in dem man gebraucht wird und auch Nora´s Sichtweise hat sich bezüglich der Menschen geändert, wunderbar formuliert und als Abschluß für mich absolut perfekt.

Das Ende mit "Paukenschlag" passt super finde ich, es gefällt mir wie sie das letzte Buch in die Finger bekommt und schreibt.....erst nicht weiß... und dann genau das richtige, eine schöne Vorstellung und im gesamten ein tolles Buch, mir hat es richtig gut gefallen, zwischendrin, gut ja, die Polarforscherin und das Leben mit Dan, aber es sollte ja auch genauso beim Leser ankommen, das diese Leben nicht das sind, was für Nora bestimmt ist und welches sie als lebens- und liebenswert betrachtet, am besten gefällt mir die Botschaft hinter den Zeilen, die der Autor dem Leser vermitteln und mit auf den Weg geben möchte, mehr dazu in meiner Rezension, ich möchte davon hier nicht allzu viel schreiben. 

Der dritte Teil ist für mich absolut stimmig! Ich denke, ich bin genau die richtige Zielgruppe für dieses Buch, diesen Roman:-)!!!

Sehr dankbar das ich mitlesen darf und sehr gespannt, wie ihr anderen noch die Dinge sehen werdet!

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wandagreen kommentierte am 19. Februar 2021 um 09:59

Ach, schön, Mara!! (Richtige Zielgruppe)

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maraAngel2107 kommentierte am 19. Februar 2021 um 10:12

Absolut!!! 

Es ist doch aber immer wieder spannend, wie sehr die Meinungen oftmals auseinander gehen, dafür mag ich diese Leserunden besonders!!!

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vanimelda kommentierte am 18. Februar 2021 um 10:23

Ich bin absolut begeistert von diesem Buch. Von mir gibt es 5/5 Sternen. 

Der dritte Abschnitt hatte nochmal einige interessante Stellen und hat in den letzten Kapiteln die ganze Reise noch einmal rekapituliert. 

Noch eine Lieblingsstelle aus dem Buch ist für mich in Kapitel Verwirrt in der Bibliothek aufgetaucht:

"Ich begreife das Leben eben einfach nicht.", schmollte Nora. "Du musst das Leben nicht begreifen. Du muss es nur leben." (s. 243)

Ich muss sagen, dass ich nicht mehr mit einer Art Plot-Twist gerechnet habe, aber dass Nora aus dem Leben mit Ash und Molly, wo sie ja wirklich glücklich zu sein schien, einfach rausgerissen wurde, hat mich wirklich verblüfft. Mir hat es dennoch sehr gefallen, da die Nachricht dahinter ganz deutlich wurde: Sie muss ihr eigenes Leben leben und hatte in der Bibliothek die Chance herauszufinden, was sie glücklich macht. 

Eine weitere stelle die mich sehr berührt hat, war die Erkenntnis darüber, dass Nora einfach die Liebe gefehlt hat. Nicht etwa die Liebe zu einem Partner, sondern die allgemeine Liebe gegenüber Familie und Freunde. Ein sehr wichtiges Zeichen, was auch in der jetzigen Zeit, durch Corona, sehr in den Vordergrund rückt, wie ich finde.

Das Ende mit Mrs. Elms hat mich sehr berührt und ich habe mich für Nora, aber auch für die liebe Mrs. Elms, die mir sehr ans Herz gewachsen ist, gefreut. 

Im Großen und Ganzen empfinde ich dieses Buch als ein Geschenk, da ich selbst viel mitnehmen konnte und mir nun sicherlich öfter die schönen Dinge des Lebens zu Herzen nehme und nicht immer nur auf den Schlechten herumnörgele.

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jutsi kommentierte am 19. Februar 2021 um 11:45

@vanimelda: Ich muss sagen, dass ich nicht mehr mit einer Art Plot-Twist gerechnet habe, aber dass Nora aus dem Leben mit Ash und Molly, wo sie ja wirklich glücklich zu sein schien, einfach rausgerissen wurde, hat mich wirklich verblüfft. Mir hat es dennoch sehr gefallen, da die Nachricht dahinter ganz deutlich wurde: Sie muss ihr eigenes Leben leben und hatte in der Bibliothek die Chance herauszufinden, was sie glücklich macht

In diesem Kapitel fand ich auch schön, dass Nora begreift, dass sie ja der "richtigen" Mama von Molly und Frau von Ash in diesem Moment etwas klaut, was diese sich selbstständig aufgebaut hat und daher auch merkt, dass sie nicht einfach ein anderes Leben nehmen kann, sondern sich selbst etwas aufbauen muss. In der Bibliothek lernt sie ja dann, dass sie ihrem Leben jederzeit noch einen Stups in eine andere Richtung geben kann.

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wandagreen kommentierte am 19. Februar 2021 um 19:06

"Im Großen und Ganzen empfinde ich dieses Buch als ein Geschenk, da ich selbst viel mitnehmen konnte und mir nun sicherlich öfter die schönen Dinge des Lebens zu Herzen nehme und nicht immer nur auf den Schlechten herumnörgele." von Vanimelda.

Ein schönes Resümee, wenn du das mitnimmst.

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wandagreen kommentierte am 19. Februar 2021 um 10:06

Na ja, verzückt hat mich das Buch nicht gerade.

Was ich aus euren Kommentaren herauszulesen meine, ist, dass das Buch mit der Vielweltentheorie beworben wurde? Na, dieses Thema wurde ja recht schlicht behandelt. Trotzdem habe ich einziges Mal in diesem Buch gelacht, und zwar als Haig von Schrödingers Gatte gesprochen hat.

Na ja, die Idee und ihre Durchführung. Um in die Vollen zu gehen, hätte Haig viel länger dransitzen müssen an seinem Buch. Dann wäre auch mehr drin gewesen.

Es ist ein netter Spaß. Mehr nicht. Aber auch nicht viel weniger. Und vllt sogar ein bisschen hilfreich, wenn man gerade in einer Lebensphase steckt, mit der man nicht zufrieden ist. Oder mit sich nicht zufrieden ist.

Mir haben die zusammengefassten Lebensläufe, was Nora alles machte oder hätte werden können, am besten gefallen.

Dass sie wieder in ihr altes Leben zurückkehrt, daran haben wir keine Augenblick gezweifelt.

Jetzt denken wir über den Inhalt der Rezension nach, die in einem Paralleluniversum schon vorhanden ist und für die ich, wieder in einem anderen Paralleluniversum Preise bekomme. Aber vllt ist es auch der Rotschopf oder einer von euch. Wie gesagt, in einem Paralleluniversum.

Da geh ich jetzt hin, wenn ich verblasse, macht euch keine Gedanken! ....

 

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Lilli33 kommentierte am 19. Februar 2021 um 18:38

Auch der letzte Leseabschnitt hat mich nicht enttäuscht. Klar hätte Matt Haig bei einigen Dingen mehr in die Tiefe gehen können, aber muss ja nicht unbedingt. Ich fand das Buch so ganz angenehm zu lesen.

Als Nora das scheinbar perfekte Leben findet, konnte ich es zunächst kaum glauben, denn ich war mir sicher gewesen, dass sie in ihr Ursprungsleben zurückgehen würde. Und obwohl Nora nach und nach „Erinnerungen“ an die nicht von ihr erlebte Vergangenheit entwickelte, hat das neue Leben ja auch gar nicht so ganz gepasst. Denn es war ja nicht wirklich Noras Leben und das merkte sie natürlich auch. Es war ja wieder nur das Leben eines anderen Menschen, der Traum eines anderen Menschen, auch wenn es ein schönes Leben, ein schöner Traum war. Zumindest bis sie erkennen musste, dass das Einschlagen dieses Weges für andere Menschen negative Folgen hatte bzw. nicht die guten Folgen, die sie in ihrem Ursprungsleben bewirkte (z.B. Klavierunterricht für Leo). 

Man sieht also, Nora wird in ihrem Ursprungsleben gebraucht, sie hat einen Sinn darin. Und nun liegt es an ihr, dies noch weiter auszubauen. 

Schön fand ich, dass Nora viel aus ihren Probeleben mitgenommen hat und nun ihr echtes Leben mit den verschiedenen positiven Bausteinen anreichert.  

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einhorn4444 kommentierte am 19. Februar 2021 um 18:58

Ich war überrascht, dass Nora wirklich sooo viele Leben ausprobiert hat - sie hat dadurch ja wirklich zahlreiche Möglichkeiten ausprobiert. Sie hat dadurch bestimmt ihren Horizont erweitert, hat sich ein Stück weit aber auch selbst verloren.
In dem Leben mit Ash und Molly hat sie sich zwar wohl gefühlt, aber sie hat so wichtige Ereignisse dieses Lebens, wie z.B. ihre Hochzeit und die Geburt von Molly nicht selbst erlebt.
Ich finde es gut, dass sie in ihrem normalen Leben noch mal eine Chance erhält. Ihre Depressionen sind bestimmt nicht verschwunden, aber durch ihre Erlebnisse mit der Mitternachtsbibliothek hat sie neue Kraft geschöpft, Selbstvertrauen entwickelt und ihr Potenzial erkannt.

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Lilli33 kommentierte am 20. Februar 2021 um 18:29

Ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass sie so viele Leben ausprobiert. Aber im Endeffekt fand ich es gut so. Vor allem, weil die einzelnen Leben dann ja quasi in einem einzigen Satz auf das Wesentliche reduziert wurden. 

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kleine_welle kommentierte am 22. Februar 2021 um 22:11

Mir waren das etwas zu viele Leben. Hätte auch nicht damit gerechnet, dass sie sich zu einem Hugo entwickelt. :D 

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verbuechert kommentierte am 20. Februar 2021 um 13:47

Matt Haig hat es wieder geschafft, mich mit seinem Buch total zu begeistern! "Die Mitternachtsbibliothek" ist bisher mein absoluter Favorit! Auch der letzte Abschnitt hat mich total überzeugen können. Ein tolles, stimmiges Ende, welches mich glücklich und hoffnungsvoll zurückgelassen hat. Es erinnert einen daran, dass man auch nach traurigen Zeiten wieder glücklich werden kann.

Nach den ganzen traurigen Leben, die Nora in den ersten zwei Abschnitten erlebt hat, war es total rührend zu lesen, dass sie so ein schönes Leben mit Ash und Molly hatte. Doch leider hat sie es nicht geschafft dort glücklich zu werden, so stark sie es auch versucht hat. Die Stelle fand ich ziemlich traurig, war aber für mich total nachvollziehbar, weil es einfach nicht Noras Leben war und sie es deshalb nicht geschafft hat, dort glücklich zu werden. Umso schöner wurde es dann aber, als sie es geschafft hat, in ihr ursprüngliches Leben zurückzukehren und all die schönen Seiten ihres Lebens zu sehen! Das erinnert den/die Leser/in daran, dass es auch in den traurigen Zeiten möglich ist, schöne Seiten des Lebens zu sehen! 

Insgesamt war das Buch für mich ein absolutes Meisterwerk! Ich habe es unglaublich gern gelesen und viel daraus mitgenommen!

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 215 bis Ende
verbuechert kommentierte am 20. Februar 2021 um 13:47

Matt Haig hat es wieder geschafft, mich mit seinem Buch total zu begeistern! "Die Mitternachtsbibliothek" ist bisher mein absoluter Favorit! Auch der letzte Abschnitt hat mich total überzeugen können. Ein tolles, stimmiges Ende, welches mich glücklich und hoffnungsvoll zurückgelassen hat. Es erinnert einen daran, dass man auch nach traurigen Zeiten wieder glücklich werden kann.

Nach den ganzen traurigen Leben, die Nora in den ersten zwei Abschnitten erlebt hat, war es total rührend zu lesen, dass sie so ein schönes Leben mit Ash und Molly hatte. Doch leider hat sie es nicht geschafft dort glücklich zu werden, so stark sie es auch versucht hat. Die Stelle fand ich ziemlich traurig, war aber für mich total nachvollziehbar, weil es einfach nicht Noras Leben war und sie es deshalb nicht geschafft hat, dort glücklich zu werden. Umso schöner wurde es dann aber, als sie es geschafft hat, in ihr ursprüngliches Leben zurückzukehren und all die schönen Seiten ihres Lebens zu sehen! Das erinnert den/die Leser/in daran, dass es auch in den traurigen Zeiten möglich ist, schöne Seiten des Lebens zu sehen! 

Insgesamt war das Buch für mich ein absolutes Meisterwerk! Ich habe es unglaublich gern gelesen und viel daraus mitgenommen!

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 215 bis Ende
maraAngel2107 kommentierte am 20. Februar 2021 um 21:47

@verbuechert : freut mich sehr, das Dir das Buch auch so gut gefallen hat! Ja, und auch ich nehme einiges mit aus diesem wunderbaren Buch mit der zwischen den Zeilen zu lesenenden Botschaft des Autoren!

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 215 bis Ende
kleine_welle kommentierte am 22. Februar 2021 um 22:07

Grundsätzlich hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen, ich mag Matt Haigs Sprache und auch die Botschaft die er mitteilen möchte. Wobei ich es mir fast schon gedacht habe, dass Nora letztendlich in ihrem Leben landen wird. 

Was mich allerdings gestört hat, was dieses Kapitel, wo im Schnelldurchlauf mehrer Leben hintereinander abgespult werden. Das war mir dann auch etwas zu viel, da hätte er sich ruhig lieber mehr Zeit für einzelne Leben nehmen sollen und weniger die Masse beschreiben sollen. 
Das Leben mit Ash hat mir sehr gut gefallen, hier geht er dann doch etwas mehr ins Detail und ich hätte Nora dieses Leben auch gegönnt. Allerdings habe ich mich beim Lesen gefragt, was denn aus der Nora geworden ist, die eigentlich Ash geheiratet hat und Mollys Mutter ist? Und was wäre passiert mit ihr wenn sich Nora für dieses Leben entschieden hätte? Wäre sie dafür gestorben? Wow, da möchte ich gar nicht drüber nachdenken. 

Auf jeden Fall hat mir das Buch sehr gut gefallen! :) 

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 215 bis Ende
Babycake kommentierte am 27. Februar 2021 um 17:13

Der letzte Abschnitt war auch wieder gut, auch wenn ich das Ende etwas abrupt fand.

Das Leben mit Ash und Molly schien ja wirklich das Richtige gewesen zu sein, doch auch das endete irgendwann. Schade eigentlich. Nora schien sehr glücklich mit dem Leben zu sein. Ich fand es auch süß, wie sie auf spielerische Weise Molly Dinge aus ihrem Leben entlockt hat.

Die brennende Bibliothek fand ich super beschrieben, allerdings ging auch mir die Sache ein bisschen zu schnell. Und plötzlich war die Bibliothek weg.

Gefreut habe ich mich, dass Nora in ihrem Ursprungsleben doch nicht gestorben ist und wieder Kontakt mit ihrem Bruder hatte. Das ist doch eigentlich ein gutes Ende des Buches und ein guter Anfang für Noras neues Leben.

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 215 bis Ende
Martinchen kommentierte am 28. Februar 2021 um 15:24

Da sich dieser Roman sehr gut lesen ließ, habe ich das Buch in wenigen Tagen beenden können.

Nora hat erkannt, dass in jedem Leben Probleme zu bewältigen sind. Ihr Leben mit Ash und ihrer Tochter gefällt ihr sehr, bis sie ihren Klavierschüler trifft, der auf die schiefe Bahn geraten ist. Hm, wenn es immer so einfach wäre. Und noch wichtiger ist, dass sie erkannt hat, dass sie immer nur die Erwartungen anderer erfüllen wollte und sich im Grunde nur selten gefragt hat, was sie für sich möchte.

Mir ist aufgefallen, dass Nora viele Talente hat: sie ist eine hervorragende Schwimmerin, sie ist eine gute Musikerin, die selbst Texte schreibt, sie ist intelligent genug, um Wissenschafterlin zu werden.

So konnte sie natürlich diese unterschiedlichen, mehr oder weniger erfolgreichen Leben führen. Wer ist mit so vielen Gaben gesegnet?

Ich bin nicht sicher, ob die Bibliothek in einer solch dramatischen Aktion verschwinden muss. In dem Moment, in dem sich Nora entschlossen hat, ihrem Leben kein Ende zu setzen, hätte sie sich doch einfach auflösen können.

Schön ist, dass sie und ihr Bruder sich wieder annähern und Nora Hoffnung für die Zukunft hat.

Insgesamt fühle ich mich bestätigt: jede Entscheidung, die man im Leben trifft, verändert es. Ob zum guten oder schlechten, ist offen, auf jeden Fall wird es anders. Viele Entscheidungen sind aber nicht endgültig und man kann sie revidieren, wenn es überhaupt nicht das richtige ist. Ich bin schon etwas älter und denke, dass es nicht nur für junge Leute gilt, sondern auch später noch.

Ein vorweggenommenes Fazit, bevor ich meine Rezension schreiben werde: gute Unterhaltung, die mir trotz einiger Kritik gefallen hat.

 

 

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